La Brévine-Bémont: Langlauf im„Sibirien der Schweiz“

langlaufBeim Theme Wintersport in der Schweiz denken viele Menschen wahrscheinlich zunächst an spektakuläre Abfahrten von schwindelnder Höhe ins tiefe Tal. Doch auch für Langläufer hat das Land zwischen Jura und Alpen interessante Loipen auf Lager. Hier ein kleiner Geheimtipp…

Perfekte Schneequalität

Das auf gut 1000 Meter Höhe gelegene Tal La Brévine-Bémont im Neuenburger Jura nahe der Grenze zu Frankreich wird gern als „Sibirien der Schweiz“ bezeichnet. Das hat natürlich nichts mit der Landschaft zu tun, die keineswegs wie Taiga oder Tundra aussieht, sondern geprägt ist von den sanften Höhen des Jura, die das Tal wettertechnisch völlig abschließen. So kommt es, dass hier im Winter oft zweistellige, bis auf 30 Grad minus zurückgehende Temperaturen herrschen, die den Vergleich offenbar heraufbeschworen haben. Es soll in den Achtzigerjahren sogar mal eine Temperatur von 41 Grad minus gegeben haben

Allerdings kommen solche Tiefpunkt Temperaturen auch nicht jeden Tag vor. Warm anziehen ist im winterlichen Vallée de la Brévine-Bémont aber trotzdemn angesagt, was begeisterte Wintersport-Fans selbstverständlich nicht abschreckt. Schließlich ist diese leicht sibirische Kälte Voraussetzung für die perfekte Schneequalität, die Freunden des nordischen Skilanglaufs ideale Bedingungen für ihren Sport bietet.

Blauer Himmel über weißer Pracht

Weil die 10 Kilometer lange Loipe überwiegend flach verläuft, ist sie auch sehr gut für Einsteiger geeignet. Außerdem strahlt das weite Hochtal eine tiefe Ruhe aus, die dem Gleiten auf schmalen Latten in weißer Pracht einen geradezu meditativen Charakter verleiht. An den kältesten Tagen wird das Tal meist von einem wolkenlosen Himmel gekrönt, dessen tiefes Blau im weißen Schnee magische Schattenspiele hervorruft. Bisweilen scheinen Himmel und Schnee eins zu werden. Damit wird trockene winterliche Kälte zur Voraussetzung für ein ganz besonderes Naturerlebnis. Wer möchte kann sich nach einer solchen Tour durchs Sibirien der Schweiz ein Kältediplom abholen. Das gibt’s in den Restaurants des Tals.

Hilfreiche Links:

Weitere Infos auf deutsch sind auf dieser Seite zu finden oder auch auf der Seite von myswitzerland. Und wer seine Kenntnisse der in dieser Gegend gesprochenen französischen Sprache vor Antritt einer Reise dorthin ausprobieren möchte, kann es hier mal versuchen…

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Fällt er in den Graben voller Schnee – kleines Langlaufabenteuer im Skigebiet von Altenberg

Von Vera Schwarz

An einem Samstag Morgen des Jahres 2009 schaute Leon aus dem Fenster und fing laut an zu jubeln. Da es mitten im Winter war, wusste Lia sofort, dass es bestimmt frisch geschneit hatte…

Frischer Schnee im Hof

Nun muss man wissen, dass Leon schon immer ein leidenschaftlicher Skifahrer gewesen war. Lia hingegen hatte bis zum damaligen Zeitpunkt noch nie auf den Brettern gestanden. So hielt sich ihre Euphorie über den neuen Schnee in Grenzen. Leon aber war schon dabei, den Fahrplan zu wälzen. Lia rief er, wollen wir nicht mal nach Altenberg fahren? Dort werden bestimmt gerade die Loipen für die Skilangläufer präpariert. Um Lia davon zu überzeugen hatte Leon seinen Leptop bereits hochgefahren und die Altenberger Web- und Facebook Seite aufgerufen. Natürlich gab es da traumhafte Bilder vom weißen Winterwunderland und Leon hatte selbst noch ein paar stimmungsvolle Fotos aus vergangenen Jahren. Alte Erinnerungen eben…

Winterwunderland

Leon hatte schon Erfahrung mit dem Skigebiet rund um Altenberg und wusste über die Loipen sehr gut Bescheid. Er sagte zu Lia, dort brauchst du keine Angst haben, denn in den dortigen Langlaufstrecken gibt es kaum steile Abfahrten. Lia antwortete, na gut, fahren wir nach Altenberg, um uns die Knochen zu brechen. Nein nein, erwiderte Leon, es wird uns nichts passieren.

Nun ging es an die Vorbereitung. Zuerst mal die Ski aus dem Keller holen und dann die Schuhe anprobieren. Leon knurrte, wo habe ich denn bloß wieder meine Skihosen und die Jacke hingelegt und Lia antwortete lachend, sind vielleicht noch im Rucksack vom letzten Mal. Ach ja, alles da, meinte Leon, wir können starten, wenn du auch soweit bist. Kann los gehen, antwortete Lia.

Auf den Weg zum Bahnhof fing Leon wie üblich an zu rennen und rief, schnell, schnell, der Zug kommt gleich. Immer das selbe mit dir, antwortete Lia. Am Bahnsteig angekommen rollte der Zug auch schon ein und los gings Richtung Altenberg. Unterwegs wurde der Schnee immer mehr und Leon konnte es kaum noch erwarten, die Ski anzuschnallen. Doch auf einmal wurde er sehr nervös, denn er hatte seine Bretter kurz vorm Ausstieg in der Gepäckablage verhakelt. Der Zug fing schon an zu bremsen und ein Mitreisender half Leon schnell noch beim Befreien der Ski. Das klappte gerade so und schon standen Lia und Leon vor dem Bahnhof von Altenberg…

Ehemaliger Bahnhof von Altenberg

Ist doch eine herrliche Schneeluft nicht war, Lia, meinte Leon. Lass uns schnell über die Straße springen und die Ski anschnallen. Leon war damit auch eins zwei drei fertig, aber bei Lia wollten die Latten nicht an die Schuhe. Sie fing schon an zu heulen und rief, rutschen immer wieder weg die blöden Dinger. Warte ich helf dir, sagte Leon. Doch da antwortete Lia, okay, alles fest, es kann los gehen. Wie, fragte Leon, gehen? Fahren meintest du wohl, am besten immer hinter mir her…

Zauber des Winters über Altenberg

Gesagt getan – doch plötzlich war Leon nicht mehr zu sehen. Lia hörte nur ein erstauntes huch und rief, wo bist du denn? Na hier, kam die Antwort. Lia ging in die Hocke und fing laut an zu lachen, weil sie aus einem tief verschneiten Graben nur ein Paar Ski in die Höhe ragen sah. Leon rief aus der Tiefe des Grabens, komm schnell her und nimm mir die Kamera ab, damit sie nicht nass wird. Ach so, sage Lia, das hast du nun davon, wolltest mich wohl wieder heimlich fotografieren. Aber ich kann dir den Apparat nicht abnehmen, weil ich zu klein bin.

Graben voller Schnee

Leon versuchte geradezu verzweifelt Lia die Kamera zu geben, als ein anderer Skifahrer, der alles mitbekommen hatte, herbeigeeilt kam. Mit seinen langen Armen konnte der Helfer den Apparat gleich greifen und ihn Lia geben. Dann wollte er auch Leon aus dem Graben helfen. Der aber meinte hochnäsig, danke, das schaffe ich schon allein. Während Leon sich aus dem Graben quälte, fuhr der hilfsbereite Skiläufer langsam davon…

Als Leon es geschafft hatte wieder senkrecht auf den Brettern zu stehen, wurde es langsam dunkel. Da sagte Lia, ich bin nicht so schnell wie du, darum sollten wir uns allmählich Richtung Bahnhof begeben. Wird besser sein, antwortete Leon und zog los. Doch bald rief Lia, bin ganz schön am schwitzen und muss noch mal eine Pause einlegen.

Allmählich dunkel

Nach kurzem Verschnaufen ging es in der Loipe weiter durch die bereits angebrochene Winternacht bis zum Bahnhof. Nur der Zug ließ wieder mal auf sich warten. Nachdem er dann Wider Erwarten doch noch eingetrudelt war und die Beiden einen Platz gefunden hatten, zog Stille ein, denn sie waren so schön kaputt. Leon murmelte vor sich hin, na Lia bis auf einmal Hinfallen ist gar nichts passiert. War ja wirklich sehr schön, antwortete Lia, aber jetzt will ich nur noch nach Hause und schnell in mein Bett.

Auch Stöcke brauchen mal Pause

fotos peter bachstein

Skigeschichten die ich schreiben wollte: 2. Vom Diggercamp zum Wintersportparadies

1. Das Berggeschrey von Altenberg

Immer wenn es Winter wird, steht Altenberg ziemlich weit oben im Programm der sportbegeisterten Welt. Dann kommen Olympiasieger und Weltmeister sowie zahllose Freizeitsportler in dieses Winterparadies im Osterzgebirge und die ehemalige Bergbaustadt wird zum Schauplatz spannender Wettkämpfe der Rodler und Bobpiloten, Biathleten und Langläufer.

Wie im Wilden Westen

Es begann ungefähr so wie im Wilden Westen, nur vierhundert Jahre früher, anno 1440. Wandernde Bergleute schürften in den Bächen und Flüssen der Region nach edlem Metall. Im Gebiet des heutigen Altenberg wurden sie fündig. Zwar wuschen sie kein Gold aus dem Sand der Wasserläufe, dafür aber Zinn. Doch auch das war wertvoll genug, um sofort ein heftiges Berggeschrei auszulösen.

Wie das oft zitierte Lauffeuer verbreitete sich die Kunde vom Zinnfund im Osterzgebirge. Aus allen Ecken und Winkeln Europas kamen sie, die Bergleute und Glücksritter, Abenteurer und Grubenunternehmer um teil zu haben an den Schätzen der Erde auf und um den Geisingsberg. Die Neuankömmlinge errichteten ihre Hütten wo sie gerade Platz fanden und möglicherweise gab es auch Auseinandersetzungen um die besten Claims und Schürfstellen.

Ein typisches Diggercamp muss Altenberg damals gewesen sein – doch die glorreiche wilde Zeit dauerte nur wenige Jahre, denn Grubenunternehmer und Landesherren waren an geordneten Verhältnissen interessiert. Sie verpassten der wilden Siedlung der Zinner im Jahre 1451 das Stadtrecht, was nicht nur besondere Privilegien brachte, sondern auch die Verpflichtung zum Aufbau einer geordneten städtischen Struktur.

Mehr als fünfhundert Jahre blühte der Zinnbergbau im Raum Altenberg. Zahllose Generationen von Bergleuten holten das edle Metall aus dem Inneren des Gebirges und es nahm seinen Weg in die ganze Welt. Der Altenberger Bergbau war ein Globel Player – der Name der kleinen Stadt im Osterzgebirge hatte überall einen ausgezeichneten Klang.

Edles Metall aus Altenberg

Doch dann kam das Jahr 1991 und die Erfolgsgeschichte Altenbergs schien ihr Ende erreicht zu haben. Der Bergbau wurde eingestellt, kein Zinner fuhr mehr in den Bauch von Mutter Erde, um edles Metall ans Tageslicht zu fördern. Aber Altenberg wurde nicht wie zahllose Diggercamps zur Geisterstadt, wo nur noch traurige Legenden von der glorreichen Vergangenheit erzählen. Die kleine Kurstadt im Osterzgebirge ist auch keineswegs in einen tausendjährigen Dornröschenschlaf gefallen, sondern lebendiger denn je.

Und wieder geht es hier um edles Metall. Das aber wird nicht von Bergleuten aus der Erde gegraben, sondern von Sportlern aus der ganzen Welt auf schnellen Brettern und Kufen erkämpft. Neben Gold und Silber ist sogar Zinn mit dabei, denn etwa fünfzehn Prozent der Bronzemedaille bestehen aus jenem Metall, das einst in Altenberg gefördert wurde.

Altenberg

2. Goldrush in Kalifornien

Auch im Wilden Westen gibt es einen weltberühmten Wintersportplatz, der während des kalifornischen Goldrush als Diggercamp begann. Diese wilde Siedlung in der Sierra Nevada hieß damals Hang Town und war das Sammelbecken der Gestrandeten, letzter Ort glückloser Goldsucher, die nirgendwo den großen Klumpen gefunden hatten.

Der Mann aus Telemarken

Unter ihnen war auch ein gewisser Jon Thorsteinson aus dem norwegischen Telemarken, der mit den sogenannten Forty Niners ins kalifornische Gold- und Silberland gekommen war. Er fand zwar keinen müden Nugget, konnte dafür aber sehr gut Ski fahren und wurde daher als winterlicher Postbote eingestellt.

Als solcher schleppte er nicht nur Briefe, sondern auch Rucksäcke voll Gold über die tief verschneiten Pässe der Sierra. Auf seinen schnellen Brettern war er allen Wegelagerern überlegen, die bis zum Bauch in der weißen Pracht versanken. Damit wurde Jon Torsteinson aus Telemarken, den sie an den Feuern der Diggercamps bald nur noch Snowshoe Thomson nannten, ganz ohne Revolver zu einer der legendärsten Gestalten des Wilden Westens und ganz nebenbei zum Begründer des US amerikanischen Skisports.

Das Greenhorn aus Missouri

Snowshoe Thomson brachte aber nicht nur Briefe und Gold nach Draußen, sondern auch Post und sogar diverse Waren hinein ins Goldland. Einmal hatte er auch einen Stapel Drucklettern im Rucksack auf die ein gewisser Samuel Longhorne Clemens sehnlichst wartete denn er wollte eine Goldgräberzeitung herausgeben. Damals kannte kein Mensch dieses Greenhorn aus Missouri. Bald aber sollte er als Mark Twain weltberühmt werden. Zu seiner schriftstellerischen Hinterlassenschaft gehören auch Geschichten aus Hang Town, wo es nach seinen Worten täglich zum Frühstück Messerstechereien und ein paar Leichen gegeben haben soll.

Olympisches Gold

Der Goldrush ging vorbei, die Digger zogen weiter und Hang Town, das inzwischen Plecerville hieß, wurde fast zur Geisterstadt. Doch eines Tages erlebte das vergessene Nest in der Sierra Nevada seine Auferstehung als Wintersportparadies, das 1960 gar mit olympischem Gold gekrönt wurde. Sein Name: Squaw Valley. Irgendwo dort gibt es übrigens ein ganz einfaches Grab mit einem seltsamen Kreuz gebildet von zwei altertümlichen Ski aus Holz. Die letzten von Snow Shoe Thomson…

Von Altenberg zur Beerenhütte: Traumhafte Skitour im Osterzgebirge

Nun ist es doch noch was geworden mit dem Winter im Erzgebirge. Das freut die Fans der schnellen Bretter – und schon heißt es auf nach Altenberg, um im drotigen Loipenparadies ein paar traumhafte Runden zu drehen. Der Einstieg in dieses winterliche Vergnügen beginnt ganz nahe beim Bahnhof der WM Stadt. Ziel dieser Tour ist die Beerenhütte beim Lugsteinhotel…

Ehemaliger Bahnhof von AltenbergDer erste Blick ins Altenberger Winterparadies

Zunächst geht es durch den tief verschneiten Wald ein bisschne bergauf bis zur Gipfelstation des Altenberger Skilifts…

Tief verschneit ist der WaldGipfelstation Schlepplift angekommen

Gipfelstation Altenberg

Kleiner Rastplatz am Gipfel

Danach gehts wieder lässig bergab Richtung Kahlenbergloipe…

Abfahrt von der Gipfelstation zur Kahlenbergloipe

Gewiss ist der direkte Weg zur Beerenhütte nicht all zu lang. Doch diese winterliche Märchenwelt verführt ständig zu Umwegen. Immer wieder möchte man stehen bleiben, die Bilder genießen und die Geheimnisse des verwunschenen Waldes lüften…

Tief verschneit ist Wiese und Wald

Märchenhafter Winterwald

und außerdem brauchen auch Stücke mal eine kleine Pause…

Auch Stöcke brauchen mal Pause

Dann ist die Beerenhütte erreicht…

Beerenhütte

und zum essen gibts diese köstlichen Waffeln mit Beerengelee aus eigener Produktion…

Waffel essen in der Beerenhütte

Auf dem Rückweg kommt ein bisschen Nebel angeflattert und es wird sogar mal etwas finster im weißen Winterwald…

Nebel kommt angeflattert

Doch dann ist Altenberg erreicht, der Himmel wird langsam wieder blau und die Ski liegen abgeschnallt im Schnee…

Langsam wird der Himmel wieder blau

Ender der Tour

Ende einer wunderschönen Wintertour auf schnellen Brettern. Fehlt nur noch eine letzte Einkehr im Bergglöckl…

Bergglöckl

Eine Skitour wie im Wintermärchen

„Immer wenn es schneit, hab ich keine Zeit“, sang vor fünfzig Jahren der olympische Skigott Toni Sailer und dem Großstadtwanderer geht es ebenso. Kaum fallen doch noch ganz unerwartet einige Flocken, schnappt er sich die schnellen Bretter und steigt in den Zug nach Dresden. Dort wartet schon die geheimnisvolle Besucherin und zusammen fahren sie via Haidenau mit der altehrwürdigen Erzgebirgsbahn bis hinauf ins tief verschneite Altenberg…

Endlicvh Schnee in Altenberg Weiterlesen

Skigeschichten die ich schreiben wollte: 1. Die Doppelspur der Eiszeitjäger

Es ist nun doch noch ein bisschen Winter geworden und auch im Erzgebirge leuchtet märchenhaft die weiße Pracht. Eine riesige Freude für all Jene, die gern mit schnellen Brettern auf Piste und Loipe unterwegs sind. Doch was heutzutage für viele ein toller Spaß, ein großartiges Vergnügen oder ein leidenschaftlicher Sport ist, war einst der alles entscheidende Schlüssel zum Überleben der Menschheit…

Eiszeitjäger ohne Glück

Es sah gar nicht gut aus für die Krone der Schöpfung oder die Spitze der Evolution in jenen fernen Tagen, als Eis und Schnee die ganze Welt bedeckten. Die Jäger versanken bis zum Bauch in der weißen Pracht und hatten keine Chance, dem fliehenden Wild hinterher zu eilen. Mit leeren Händen mussten sie ins Camp der Sippe zurückkehren und der berüchtigte Schmalhans blieb oberster Koch in der Eiszeitküche.

Das hätte es sein können für Homo Sapiens und kein Autor würde heute vor seiner zum Laptop mutierten Schreibmaschine hocken um Skigeschichten auszuschwitzen…

Bärentatzen für die Jäger

Doch zum Glück gab es – möglicherweise in der Nähe des Baikalsees – ein paar Schöpfungskronen, die noch nicht ganz in eiszeitliche Agonie verfallen waren. Und weil sie auch nicht blöder waren als wir hatten sie durchaus bemerkt, dass dieser Koloss von einem Eisbär einfach so über die weiße Pracht stolzierte ohne in selbiger zu versinken. Man müsste es also genau so machen wie der  – und schon wäre er eine mögliche Beute für die Jäger. Die Frage war nur, wie macht er das?

Keine Ahnung, wie lange die Leutchen brauchten, um diese kniffelige Frage zu beantworten – vielleicht hundert Jahre? Schließlich vollzogen sich Wandlungen damals noch etwas langsamer als heute. Doch offensichtlich fanden sie noch früh genug heraus, dass es die großen breiten Tatzen waren, die dem Eisbar das lockere Latschen über die tief verschneite Welt ermöglichten. Die Jäger mussten sich also nur große Füße oder gar Bärentatzen verschaffen, um dem Eisbär ebenbürtig zu werden.

Was für eine Supererkenntnis, welch ein Umbruch der Produktivkräfte mit weitreichenden Umwälzungen des technischen Know How, um mal ein bisschen wissenschaftlich zu schwafeln. Aber im Ernst – es muss ein dramatischer Aufschwung gewesen sein, als die ersten Menschen sich die Füße dick mit Fellen umwickelten, bis ihre Fußflächen so breit waren wie die des Bären und sie nicht mehr im Schnee einsanken.

Plötzlich konnten sie mit Erfolg dem Bären hinterher laufen und das ewige Kohldampf schieben war nicht mehr ganz so krass. Der tiefe Schnee, gestern noch fast tödliche Fessel für die wenigen Menschen, wurde mit Hilfe dieser sicher noch wenig ästhetischen Schneeschuhe zur Basis weiter Wanderungen. Ein technischer Sprung – möglicherweise bedeutsamer als die Erfindung des Computers – denn ohne diesen kann man bekanntlich ganz gut leben, ohne Schneeschuhe hätten die Menschen derEiszeit wohl kaum das nächste Tauwetter begrüßen können..

Die Erben der Eiszeitjäger

Nun gut, das ist jetzt auch schon wieder ziemlich lange her und Skifahren oder Schneeschuh laufen gehören zu den Topaktivitäten des Wintersports. Und wenn es keinen Schnee vom hohen Himmel mehr geben sollte, wird eben mit gewaltigem Energieeinsatz per Kanone welcher geschossen oder der ganze Skizirkus findet in den künstlichen Landschaften riesiger Hallen statt. An den Überlebenskampf der Menschen während der Eiszeit denkt dabei wahrscheinlich keiner mehr.

Aber steckt nicht in den Biathleten der heutigen Tage ein klein wenig von jenen zeitlich so fernen Eiszeitjägern? Sie sind – auch wenn sie nicht Bären, sondern Medaillen jagen – am ehesten die Erben jener Menschen mit den Fellen an den Füßen, die irgendwo in der Nähe des Baikalsees vor etwa 20.000 Jahren die erste Doppelspur aller Zeiten durch den scheinbar ewigen Schnee zogen…

Biathlontreff in Altenberg

Bever Lodge im Engadiner Hochtal – hölzernes Hotel für Outdoor Fans

Heute (13. Dezember) hat im Engadiner Hochtal, genauer gesagt im dem idyllisch gelegenen Dorf Bever (Graubünden) das erste Schweizer Modulhotel eröffnet, das ganz aus Holz besteht. Die Zimmer formen zusammengefügt ein modernes und funktionales Indoor-Ambiente, von dem sich Outdoor-Fans, die nicht unbedingt unterm Himmelszelt übernachten wollen, wahrscheinlich besonders stark angezogen fühlen.

Da der hölzerne Laden namens Bever Lodge pünktlich zur Wintersaison eröffnet wurde, könnte er aktuell zunächst mal zum Aufenthaltsort für Skifahrer werden. Immerhin liegt der Einstieg in ein 200 Kilometer langes Loipennetz direkt vor der Tür und der Langlauf-Coach und Gastgeber Marco Zeller höchstselbst hat jede Menge Routentipps auf Lager. Wer stattdessen Abfahrten zwischen gemächlich und rasant bevorzugt, findet in der Gegend auch ein entsprechendes Pistennetz von etwa 350 Kilometern Gesamtlänge vor.

Zum Präparieren und Pflegen der schnellen Bretter besitzt des Haus eine eigene Werkstatt und Wachsstation. Die Nutzung ist im Übernachtungspreis enthalten. Dieser beträgt 160.00 bis 270.00 Euro für zwei Personen im Doppelzimmer, was bezogen auf das Preisniveau in der Schweiz gar nicht mal so teuer ist. Frühstücksbuffet gibt’s dafür zum Glück auch und der Besuch des Fit- und Wellnessbereichs ist ebenfalls inklusive. Damit die Gäste auch im Engadiner Hochtal nicht von der großen weiten Welt abgeschnitten sind, bietet die Bever Lodge im ganzen Haus freies WLAN an. Aber das gibt es in der Schweiz neuerdings auch auf den meisten Skipisten. Weitere Informationen gibt’s unter: www.beverlodge.ch

Übrigens: Es liegt aktuell wirlich Schnee in der Gegend. Allerdings auch nicht so viel, wie man es aus früheren Zeiten kennt..