ITB: Hindernisparcours und eine spezielle Präsentation für blinde und sehbehinderte Menschen

Die Wege auf der ITB sind nicht wirklich barrierefrei bezogen auf blinde und sehbehinderte Menschen. Diese wurden jedoch von der Reisebranche längst als Zielgruppe entdeckt wie sich bei einem vom ABSV organisierten Treffen auf der Messe zeigt… Weiterlesen

Quartier des Bains in Genf: Kunst wo einst Maschinen ratterten

Quartier des BainsWo einst in Fabriken Präzisionsmaschinen hergestellt wurden, wird heute Kunst produziert und präsentiert. Inzwischen ist das Quartier des Bains in Genf ein künstlerischer Hotspot geworden…

 

Galerien in ehemaligen Fabriken

Als der Galerist Pierre-Henri Jaccaud 1994 in das einstige Genfer Arbeiterviertel Quartier des Bains kam gab es hier künstlerisch betrachtet so gut wie nichts. Inzwischen hat sich hier eines der innovativsten Kunstviertel Europas entwickelt. Hier finden Reisende und Besucher in Sachen Kunst und Kultur mit dem MAMCO nicht nur das größte Museum für zeitgenössische Kunst in der Schweiz, sondern auch zahlreiche Galerien wie beispielsweise Jaccauds Skopia.

Das Quartier des Bains liegt im Süden Genfs und beherbergte früher Garagen, Uhrenateliers und Fabriken für Präzisionsmechanik. In den Neunzigerjahren mieteten sich in den stillgelegten Werkstätten junge Galeristen und Künstler ein. Neben Pierre-Henri Jaccaud auch Marc Blondeau, der ehemalige Chef von Sotheby’s France. Er verlegte sogar sein Hauptquartier von Paris ins Quartier des Bains und baute in einer einstigen Fabrik eine avantgardistische Galerie, wie man sie sonst nur im New Yorker Szenequartier Chelsea findet.

Nuit des Bains

Um die Jahrtausendwende kam zeitgenössische Kunst in Mode, immer mehr Leute entdeckten das Quartier des Bains. Pierre-Henri Jaccaud organisierte mit zwei weiteren Galeristen – Pierre Huber und Edward Mitterrand – eine gemeinsame Vernissage: Die Idee für die „Nuit des Bains“ war geboren. Heute zieht die „Bädernacht“ tausende von jungen Leuten an, die durch die Galerien und Museen streifen und danach einen Cocktail in einer der coolen Bars der Rue de l’Ecole-de-Médecine trinken.

Auch das MAMCO, das Musée d’art moderne et contemporain, öffnet regelmäßig abends seine Türen: An den „Nocturnen“ erklären Guides den Kunstinteressierten die Werke. Kurz: das Quartier des Bains ist auferstanden! Und wie: 2015 erfuhr die „New York Times“ von der Renaissance des einstigen Arbeiterviertels und ehrte es in einer großen Reportage. Das Quartier des Bains, befand der Journalist, sei das „little SoHo von Genf“. Pierre-Henri Jaccaud ist zufrieden: „Das Quartier des Bains ist eine Erfolgsgeschichte!“

Foto:Unterwegs im Künstlerviertel Quartier des Bains, Schweiz Tourismus / Lauschsich

 

 

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Vom Bahnhof Zoo zum Alex: Film über eine Busfahrt in Berlin

Das rbb Fernsehen zeigt am 7. März um 20:15 einen Film von Thomas Zimolong über eine Fahrt mit dem 100er Bus. Diese Linie gehört zumindest bei Berlinbesuchern zu den bekanntesten Strecken der Stadt. Die Fahrt geht vom Bahnhof Zoo zum Alexanderplatz. Das sind 8 Kilometer Fahrstrecke, 18 Haltestellen, Fahrzeit eine knappe halbe Stunde.

Seit 1990 verbindet der 100er die City West mit dem Zentrum Ost. Von den Neubauten rund um den Zoo geht es über das Botschaftsviertel, den Tiergarten, das Regierungsviertel, über die Prachtallee Unter den Linden bis hin zum Alexanderplatz. Entlang der Strecke liegen Sehenswürdigkeiten wie die Gedächtniskirche und der Berliner Dom, der Reichstag und das Schloss Bellevue, die Siegessäule und der Fernsehturm, das Brandenburger Tor und die Friedrichstraße.

Der Film begibt sich auf die Strecke und erzählt von den Menschen, die hier leben und arbeiten und ihren Erlebnissen entlang der Buslinie 100. Seit Anfang 2016 ist Katharina Stifel Pfarrerin in der Gedächtniskirche; im Tiergarten geht Ronny Krupp seit vielen Jahren mit seinen Greifvögeln auf die Jagd; Ulrich Deppendorf war mehr als ein Jahrzehnt der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios und ständiger „Gast“ im Reichstag; die Schauspielerin Ruth Reinecke spielt seit über dreißig Jahren am Gorki Theater.

weiter-blick-uber-berlinWer sich für die nächste Berlin-Reise von diesem Film zu einer Fahrt mit dem 100er inspirieren lässt, kann eine Sightseeingtour einmal quer durch die Innenstadt zum Preis einer Busfahrkarte genießen.

Städtereise nach Tel Aviv mit Virtual Reality Brille

20170202022Wer eine Städtereise nach Tel Aviv plant, kann für die Vorbereitung einen Reiseführer in Buchform benutzen oder den „Time Out Tel Aviv City Guide“. Dieser öffnet die Türen der Stadt dank virtueller Realität. Seit Ende Januar kann der interaktive Reiseführer über die App von Inception VR verwendet werden. Weitere Städte sollen folgen.

360-Grad-Videos der Hotspots

Nach dem Betreten der VR-Umgebung sieht der User mit Hilfe der VR Brille auf einem Stadtplan Markierungen für Sehenswürdigkeiten und sonstige Hotspots von Tel Aviv. Werden diese Markierungen ausgewählt, wird ein 360-Grad-Video von der Location gezeigt, so dass man jeden Winkel vorab schon erkunden kann. Geschichtsträchtige Orte der Stadt werden genauso ins Programm aufgenommen wie Restaurants, Strände und Nachtclubs. Die App gibt’s für Oculus Rift, Samsung Gear, Android, iOS und Daydream. Und hier gibt’s noch ein paar Videoschnipsel…

Foto: Tel Aviv: Die Stadt wird virtuell erkundet (Foto: pixelio.de/I. Friedrich)

Wo Hölderlin spazieren ging: Unterwegs in den Gassen von Tübingen

Tübingen besitzt eine international renommierte Universität, die häufig von Menschen mit Augenerkrankungen besucht wird. Doch die am Neckar gelegene Stadt der viel besungenen Dichter kann auch als attraktives Reiseziel punkten. Für Menschen mit Seheinschränkung sowie anderen Behinderungen werden spezielle Stadtführungen angeboten.

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Tübingen – steinalt und ganz jung

Tübingen ist die jüngste Stadt Deutschlands obwohl sie bereits auf eine mindestens 800jährige Geschichte zurückblicken kann. Der scheinbare Widerspruch erklärt sich aus dem mit etwa 38 Jahren relativ niedrigen Durchschnittsalter der Bevölkerung. Diese besteht zu knapp einem Drittel aus Studenten, die an der altehrwürdigen, 1477 gegründeten Eberhard Karls Universität mehr oder weniger erfolgreich akademischen Weihen entgegen streben.

Universität in der Altstadt

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt begegnen Reisende aber nicht nur zahllosen jungen Studenten, sondern auch alten Gebäuden der Universität, die zumindest in Teilen der Bausubstanz noch aus den Tagen ihrer Gründung stammen. Symbolhaft steht dafür natürlich die zwischen 1478 und 1482 erbaute Bursa als historisch erster eigenständiger Standort der Uni. Vorher musste sie sich mit einer Gastrolle in der Stiftskirche begnügen, die ebenfalls zu den Highlights einer historischen Stadttour zählt. Die Bursa in den heutigen Ausmaßen hat übrigens kaum noch Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Bau. Das Wachstum der Uni erforderte Erweiterungen und führte Anfang des 19. Jahrhunderts zu dem Gebäude, in dem heute die Philosophische Fakultät und das Kunsthistorische Institut ihr Zuhause haben.

Tübingen und die Dichter

Wer sich mit der Bursa befasst, in der nach den oben erwähnten Umbauarbeiten das erste Tübinger Klinikum untergebracht war, landet unweigerlich bei berühmten deutschen Dichtern. Das liegt an einem gewissen Friedrich Hölderlin, der hier eher unfreiwillig ein wenig erfreuliches Patientendasein fristen musste. Der Turm des Dichters, in dem er nach seiner Entlassung aus der Klinik bis zu seinem Tod im Jahre 1843 lebte, ist von der Bursa aus fußläufig erreichbar. Schließlich befinden sich beide in der Bursagasse…

Die Begegnung mit weiteren Heroen der Dichtkunst ist beim Flanieren auf dem holprigen Pflaster der Tübinger Altstadt geradezu unausweichlich. So empfängt nahe der Stiftskirche das Antiquariat Heckenhauer, wo Hermann Hesse seine Buchhändlerlehre absolvierte, noch immer die lesefreudige Kundschaft und Besucher, die vom Bahnhof kommen, werden von einem steinernen Ludwig Uhland begrüßt. Die Blumenpracht, deren Zauber in den wärmeren Jahreszeiten das Geländer des Ammenkanals ziert, ehrt allerdings keinen Dichter, sondern einem Mediziner und Botaniker namens Leonhard Fuchs. Dieser lebte im 16. Jahrhundert, war mehrmals Rektor der Tübinger Uni und veröffentlichte seinerzeit einige bahnbrechende Werke zur Pflanzenheilkunde. Nach ihm wurde übrigens eine unserer liebsten Zierblumen benannt – die Fuchsie…

Allein oder mit Guide?

Ein Rundgang durch malerische Gassen und über steile Stiegen der Tübinger Altstadt kann Jeder auf eigene Faust unternehmen oder aber die Dienste erfahrener Guides in Anspruch nehmen. Solche gibt es auch für blinde und sehbehinderte Besuchergruppen. Sie bieten Rundgänge von etwa anderthalb Stunden und gehen dabei auf die besonderen Bedürfnisse von Besuchern mit Seheinschränkung ein. Das bedeutet einerseits, dass die einzelnen Stationen sehr detailliert beschrieben werden – auch in englischer Sprache – und andererseits auch Gelegenheit zum Berühren und Ertasten von Teilen alter Mauern gegeben wird. Natürlich sind keine taktilen Elemente in den Gassen vorhanden – die würden im Kopfsteinpflaster ja auch völlig sinnlos sein. Auch ist der Aufstieg über die 64 Stufen zur Münzgasse etwas krumm und winkelig. Doch unter Leitung der Guides hat die Bewältigung solcher Passagen bisher immer problemlos funktioniert. Die Gruppengröße sollte 25 Personen inklusive Begleitpersonen nicht überschreiten und der Preis pro Gruppe beträgt 85.- Euro. Kontakt mit den Guides, die vom Tübinger Bürger- und Verkehrsverein für die verschiedenen Gruppen von Menschen mit Behinderung zur Verfügung gestellt werden, gibt es unter der Nummer 0 70 71/9 13 613 oder mit diesem Link.

Übrigens gibt es für ganz besonders genusssüchtige Besucher der alten Universitätsstadt sogar die Möglichkeit, einen Rundgang in lateinischer Sprache zu buchen.

Unterkunft:

Es gibt in Tübingen keine speziellen Blinden- und Sehbehindertenhotels wie beispielsweise Aura. Doch erscheinen die meisten Hotels der Stadt für die genannte Personengruppe durchaus geeignet. Beispielsweise das „Domizil“ Tel. 07071/139-0. Hier sind die Routen optisch kontrastreich markiert, die Beschriftung der Bedienknöpfe im Aufzug ist tastbar, was auch auf die Zimmernummern zutrifft. Führhunde können mitgebracht werden und die Speisekarte wird vorgelesen.

Auch die Jugendherberge, Tel. 07071 /23002 ist gut geeignet. So sind die Glastüren mit optisch starken Markierungen versehen. Treppen und Stufen sind sowohl durch Farbe wie taktiler Oberflächenstruktur erkennbar und die Zimmernummern sind tastbar. Die Möbeln in den Zimmern sind ganz ohne scharfe Kanten. Weitere Infos zu Unterkünften können auch über den Bürger- und Verkehrsverein, Tel. 07071/91360 eingeholt werden.

Luther in Leipzig: Veranstaltungen zwischen Kultur und Kulinarik

Das Jahr 2017 steht auch in Leipzig im Zeichen von Luther und dem 500. Reformationsjubiläum. Die Messestadt, in der 1519 die berühmte „Leipziger Disputation“ stattfand, würdigt mit über 100 Veranstaltungen das historische Ereignis. Die Bandbreite reicht von Ausstellungen über Konzerte und Stadtführungen bis zu kulinarische Angeboten.

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Open-Air-Spektakel

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der „Kirchentag auf dem Weg“, der vom 25. bis 28. Mai 2017 unter dem Motto „Leipziger Stadtklang: Musik. Disput. Leben.“ stattfindet. In dessen Rahmen wird auf dem Markt das 70-minütige Open-Air-Spektakel „ZUM LICHT“ aufgeführt. An den Abenden des 26. und 27. Mai zeigt es in einer Mischung aus Musik, Video und Licht-Performance historische Ereignisse im Zusammenhang mit der Leipziger Disputation und spannt den Bogen zu aktuellen Themen. Ein großes Orchester, Chöre, Schauspieler und Tänzer machen die Themen der Inszenierung emotional erlebbar. Ein weiterer Höhepunkt ist am 27. Mai das Festkonzert des Evangelischen Posaunendienstes mit rund 10.000 Blasinstrumenten auf dem Augustusplatz.

Hochkarätige Ausstellungen

Weiterhin präsentieren Leipziger Museen hochkarätige Ausstellungen zum Thema Reformation. So zeigt beispielsweise das GRASSI Museum für Angewandte Kunst bis zum 28. Mai 2017 „Gedanken Raum geben. Künstler gestalten Räume für Besinnung“. Im Museum der bildenden Künste können Kunstinteressierte vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 die Ausstellung „Lucas Cranach und die Motive der Reformation“ besichtigen. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig zeigt ab 12. April 2017 die Schau „Luther im Disput. Leipzig und die Folgen“, in der auch originale Luther-Exponate ausgestellt werden.

Futtern wie bei Luthern

Zum Programm des Lutherjahres in Leipzig gehören auch Spaziergänge und Wanderungen. Dazu gehört ein Stadtrundgang „auf Luthers Spuren in Leipzig“ sowie eine längere Tour auf dem Lutherweg in Sachsen. Wer dann nach so viel Kultur mit Wandereinlage ein gar heftiges Knurren des Magens verspürt, kann in „Barthels Hof“ ein opulentes Familienessen wie zu Luthers Zeiten verspeisen.

Weitere Infos zu Luther in Leipzig und den Jubiläumsveranstaltungen sind hier zu finden. Tipps für Leute, die eine Reise nach Leipzig planen, gibt’s u. a. auf dieser Seite der Tourismus GmbH. Über diese Seite werden auch Hinweise zum Themenfeld „Leipzig Barrierefrei“ zur Verfügung gestellt.

Foto: Norbert Hein als Martin Luther am Leipziger Hauptbahnhof (obs/Leipzig Tourismus und Marketing GmbH/Laura Gruner)