EU-Forschungsprojekt zur altersabhängigen Makuladegeneration: Änderung des Lebensstils kann vor Erblindung schützen

Berlin, 6. August 2019 – Eine rechtzeitige Lebensstiländerung kann Menschen mit hohem Risiko, an altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) zu erkranken, bis ins fortgeschrittene Alter vor dem Verlust des Sehvermögens schützen. Das ist ein zentrales Zwischenergebnis des europäischen Forschungsprojekts EYE-RISK. Wer besonders gefährdet ist, wie das individuelle Risikoprofil ermittelt wird und welche drei Lebensstil-Faktoren bei der Prävention entscheidend sind, erläuterten Experten auf einer Pressekonferenz der PRO RETINA Deutschland e.V, die am 6 August in Berlin stattfand.

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Wenn Literatur auf Fußball trifft: Vier neue Bücher zum Rummel ums Runde

Fußball Fußball auf allen Wellen und Ebenen, niemand scheint der EM entkommen zu können. Selbst wenn man nicht im schwarz-rot-goldenen Modus der Partypatrioten tickt, lässt einen die feiernde oder sich ärgernde Fan Community kaum die Chance, an spannendere Seiten des Fußballs zu denken – beispielsweise an die Verbindung von Fußball und Literatur. Gemeint sind damit jedoch nicht die üblichen Fußballbücher, sondern Romane zu und über dieses Thema. Hier nun drei entsprechende Titel aus dem Berliner Verbrecherverlag, sowie ein vierter, der bald ebenfalls dort nach der EM erscheint.

1.

Pokalfinale“ Roman von Andreas Rüttenauer Broschur,128 Seiten, 12 €, ISBN: 9783935843249

In „Pokalfinale“ geht es nicht um Fußballer, sondern um die Fans. Ganz spezielle Fans. Ostdeutsche Hooligans treffen auf süddeutsche Möchtegern-Prolos. Diese jungen Männer wissen alles über ihre Mannschaft, Bier, Autos, Frauen und Ausländer. In „Pokalfinale“ wird das Innenleben der Fans mitsamt ihrem Männlichkeitswahn ausgestellt, hier reden diese Männer, wie diese Männer reden. Sie sind die Größten, die Besten, sie gewinnen stets. Ihre Umgebung aber, die muss ausgelacht werden. Weil das Spaß macht.

Es sollten dem Leser und Fußballfreund einige der hier geschilderten Männerrituale durchaus bekannt vorkommen. Daher: Durchaus das ideale Buch für die nächste Auswährtsfahrt.“ ballesterer

2.

Ruhm und Ruin. Roman in elf Geschichten“ von Imran Ayata Hardcover, 200 Seiten, 19 €, ISBN: 9783957321251

In „Ruhm und Ruin“ erzählt Imran Ayata davon, dass Fußball das Leben ist – für Spieler, Schiedsrichter, gescheiterte Jahrhunderttalente, aktive Ehrenamtliche im Verein und einen ganzen Stadtteil.

Im Zentrum des Romans steht ein türkischer, ehemals ziemlich erfolgreicher Kiezklub. Er verkörpert die Hoffnung (oder gar Utopie) der Migranten auf ein besseres Leben in einer urdeutschen Domain: dem Vereinswesen. Doch zwischen politischen Ansprüchen, dem Profifußball und den Ambitionen Einzelner werden viele Hoffnungen und Träume zerstört.

Integrationsdebatte hier, ‚Multikulti ist tot‘ dort: die Medien sind voll von diesen Themen. Es fällt wirklich schwer, sich bei dieser geballten Oberfläche eine gute eigene Meinung zu bilden. Was dabei helfen kann? Dieses Buch!“ Jörg Petzold / FLUX.FM

3.

Zidane schweigt. Die Équipe Tricolore, der Aufstieg des Front National und die Spaltung der französischen Gesellschaft“ von Frédéric Valin. Nur als E-Book in allen einschlägigen Stores erhältlich (Epub / Mobipocket, 2,99 €).

Ein Essay über die französische Nationalmannschaft, ihre Bedeutung als Vertreterin des Multikulturalismus und über den Aufstieg des Front National, der sich an dieser Mannschaft abarbeitet. Gerade in Tagen wie diesen, in denen sich hierzulande die AFD über die Nationalmannschaft und ihre Spieler erregt, ein wichtiger Text. Zugleich ist dieses E-Book der erste Band der neuen Reihe „Edition Elektrobibliothek“.

4.

Schweine befreien“ Roman von Jens Kirschneck Broschur, 260 Seiten, 14 €, ISBN: 9783957321978 Erscheint im September 2016

Grabowski, 35, Teilzeitjournalist und semiprofessioneller Trübsalbläser, hat ein Problem. Nein, einen Sack voller Probleme! Ist er im Suff versehentlich Zeuge eines perfiden Verbrechens geworden? Oder ist es jetzt schon so weit, dass er sich ins Delirium getrunken hat? Und warum taucht an jeder Ecke seine Exfreundin mit diesem furchtbaren Künstler auf? Und woher kommen die Schmerzen? Bei seinem Versuch, zumindest dem vermeintlichen Verbrechen auf den Grund zu gehen, stößt er auf merkwürdige Vorgänge beim örtlichen Fußballklub. Etwas stimmt nicht beim FC Teutonia. Volker Wunsch, der stets joviale Manager, wirkt plötzlich sehr angespannt, Machtkämpfe toben auf allen Ebenen, und woher kommen nur die ganzen exjugoslawischen Spieler? Die Spur führt bis nach Kroatien, wo die Dinge endgültig aus dem Ruder laufen.

Na dann viel Spaß beim Lesen falls der Rummel ums Runde genügend Mußestunden übrig lässt. Oder auch in den Pausen. Außerdem gibt’s ja auch noch die Zeit danach…

 

Radeln mit und ohne Depression: MUT-TOUR 2016 startet in Heidelberg

thumbs_mut-tour_cmyk_transpDepressionen gehören in der heutigen Zeit zu den häufigen Krankheiten. Doch zugeben darf man das oft nicht, weil die Erkrankten noch immer mit dem Verlust von Arbeit und sozialen Beziehungen rechnen müssen. Hier muss sich also im Gesamtbewusstsein der Gesellschaft dringend sehr viel ändern und dafür gibt es seit 2012 alle zwei Jahre die MUT-TOUR, eine Fahrradstaffel durch die gesamte Republik, mit deren Hilfe die Tabuisierung depressiver Erkrankungen ein Stück weit überwunden werden soll.

Die diesjährige MUT-TOUR startet am morgigen 4. Juni in Heidelberg am schönen Neckar und endet am 3. September in Bremen an der Wesermündung. Auf dieser 7300 Kilometer langen Strecke werden mehr als 70 Städte besucht und alle Menschen mit oder ohne Depression, die Lust dazu haben sind eingeladen, ein Stück des Weges mitzuradeln, mitzuwandern, mitzupaddeln und miteinander ins Gespräch zu kommen. In den Etappenstädten der MUT-TOUR gibt’s übrigens auch Infostände, an denen lokale Vereine beispielsweise aus den Bereichen Psychosoziales oder Fahrrad ihre Angebote präsentieren. Weitere Infos u. a. zu den zahlreichen Mitmachaktionen in den Etappenstädten gibt’s hier…

Logo: MUT-TOUR.de

Mit Sport und Vitamin C gegen Grauen Star im Alter

Fast zehn Millionen Menschen sind hierzulande von der Augenkrankheit „Grauer Star“ betroffen, die zu Seheinschränkungen und gar zur Erblindung führen kann. Medikamente gibt es dagegen noch nicht und nur operative Eingriffe können bisher helfen. Nun lassen Ergebnisse einer Londoner Studie den Schluss zu, dass mit Hilfe gesunder Ernährung und Sport zumindest dem Altersstar vorgebeugt werden kann. Weiterlesen

Blindenfußball Bundesliga live im Internetradio

Blindenfußball BundesligaDie Paralympics haben den Behindertensport endgültig im Licht der Öffentlichkeit platziert und seit den aktiven Zeiten Verena Benteles haben auch blinde Spitzensportler den Weg in sämtliche Medien gefunden. Blinde Fußballer kommen bisher jedoch lediglich im Internetradio vor.

Dabei haben die blinden Fußballer seit 2008 sogar eine eigene Bundesliga mit neun Teams, die einmal pro Monat ein Spielwochenende veranstalten. Insgesamt gibt es pro Saison 5 Spieltage, der erste war am 7. Mai, der nächste ist am 4. und 5. Juni.  Die Spiele können weltweit verfolgt werden, eine detaillierte Beschreibung wird live über die Internetradios meinsportradio.de und r4h.de gesendet.

Blindenfußball ist ein eigenes Format

Torraumszene beim BlindenfußballBlindenfußball ist übrigens nicht einfach ein Abkupfern des Fußballs der Sehenden, sondern durchaus ein eigens Format mit eigenen Regeln. Der Ball ist kleiner, aber auch etwas schwerer, was an den eingebauten Rasseln liegt. Diese sind notwendig, damit die Spieler die Position des Balles hören können. Auch das Spielfeld ist kleiner und entspricht etwa den Maßen des Hallenfußballs. Ebenso wie dort gibt es am Rand des Feldes auch Bande, die ins Spiel einbezogen werden können. Das Tor ist so groß wie beim Handball. Ein Team besteht aus vier Feldspielern und einem Torwart. Letzterer darf über Sehkraft verfügen, den engen Torraum jedoch nicht verlassen.

Verbale Kommunikation gehört zum Format

Außerdem gibt’s noch einen Guide, der hinter dem gegnerischen Tor steht, auch über Sehkraft verfügt und den Sturm durch Zurufe dirigiert. Ebenfalls verbal dirigiert der Torwart die Abwehr und der Trainer von der Seitenlinie aus das Mittelfeld. Angreifer müssen übrigens auch mit einem Ruf mitteilen, dass sie jetzt kommen. Aufgrund der Notwendigkeit dieser verbalen Kommunikation müssen die Zuschauer während des Spiels ähnlich wie beim Tennis völlig still sein. Nur wenn ein Tor gefallen oder das Spiel unterbrochen ist, darf gejubelt werden.

Weitere Infos und Termine gibt’s unter www.blinden-fussball.de.

Rasante Spielszenen beim Blindenfußball

 

Fotos: Blindenfußball Bundesliga

Tennis als Sport für Blinde und Sehbehinderte

Tennis für blinde und sehbehinderte Sportler mag zunächst unvorstellbar klingen, geht aber ganz gut. Das zeigte sich beim 1. Deutschen Blindentennis-Workshop, den der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) und die Gold-Kraemer-Stiftung Ende April in Köln veranstalteten. Gekommen waren 40 begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 12 und 50 Jahren. Außerdem waren mit Odette Battarel und Amanda Green zwei erfahrene sehbehinderte Tennisspielerinnen aus London angereist, die inzwischen auch als Trainerinnen arbeiten. Sie hatten 2007 die Sportart in England eingeführt und seither ständig weiterentwickelt.

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Blindentennis, wie geht das überhaupt?

Beim Blindentennis können blinde, sehbehinderte und sehende Spielerinnen und Spieler gegeneinander antreten. Dafür sind Regel-Anpassungen nötig. Das Feld ist kleiner und entspricht einem Junioren-Court. Die Linien sind mit einer Schnur überklebt, so dass sie mit den Füßen ertastet werden können. Dank einer Schaumstoffhülle ist der Ball etwas langsamer, zudem rasselt er gut hörbar. Bei blinden Spielern darf der Ball dreimal im eigenen Feld aufspringen, ehe er returniert werden muss, bei hochgradig Sehbehinderten zweimal und bei sehbehinderten und sehenden Spielern muss er wie beim regulären Tennis nach der ersten Bodenberührung wieder übers Netz geschlagen werden. Um das Treffen des Balles zu erleichtern, werden verkürzte Juniorenschläger benutzt.

Langfristiges Ziel: Anerkennung als paralympische Sportart

Blindentennis wurde vor rund 30 Jahren in Japan entwickelt und ist inzwischen auch in vielen europäischen Ländern, Kanada und Australien verbreitet. 2014 wurde die International Blind Tennis Association gegründet. Im englischen Tennisverband ist Blindentennis eine offizielle Sportart. Es gibt inzwischen lokale, regionale und nationale Wettkämpfe. Langfristiges Ziel der Tennisverbände in England, Japan und Australien ist die Anerkennung des Blindentennis als neue paralympische Sportart.

Und hier gibt’s ein Video über den Workshop

Foto: Aktion Mensch Bause

Europatreffen der Fans des VW Bulli in Bad Harzburg

In Bad Harzburg wird es im laufenden Jahr nicht nur zwei Oldtimer- und ein Cabrio-Treffen geben, sondern auch ein Europatreffen der Fans des guten alten VW Bulli.Es findet vom 5. bis 8. Mai auf dem Rennbahngelände im Sportpark statt.

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Start ist am Donnerstag, 05. Mai, um 9.00 Uhr. Beim Betrachten der kultigen VW Busse können die Besucher den Klängen von Live-Musik lauschen, die an allen Tagen erklingt. Auch ein Teilemarkt und zahlreiche weitere Unterhaltungspunkte gehören zum Programm. Zudem wird eine Ausfahrt zur Biker Schmiede in Zilly angeboten, in der die ,,Big Mama“, ein Motorrad mit Panzermotor, welches auch im Guinnes Buch der Rekorde steht, besichtigt werden kann. Ein weiterer Höhepunkt am Samstag, wird ab 19.00 Uhr die Party im Festzelt sein.

Der Eintritt kostet an allen Tagen 2,00 €, Kinder bis 12 Jahre zahlen keinen Eintritt. Alle die mit einem Bulli anreisen, zahlen ein Nenngeld von 30,00 € pro Fahrzeug. Weitere Informationen sind unter www.vzschladen.com zu erhalten.

Foto: Bad Harzburg

Berlin: Am 18. Juni wieder Inklusionslauf auf dem Tempelhofer Feld

Läufer, Walker, Rollifahrer und Skater können sich ab sofort für den SoVD-Inklusionslauf anmelden. Darüber informiert der Sozialverband Deutschland in einem Videoclip. Das Video zeigt behinderte und nicht behinderte Sportlerinnen und Sportler, die sich auf dieses sportliche Großereignis vorbereiten. Dabei berichten die Athleten über ihre Erfahrungen und Wünsche rund um das Thema Inklusion.

Der SoVD-Inklusionslauf startet am 18. Juni 2016 auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. Schirmherr ist Bernhard Conrads, Erster Vizepräsident der Special Olympics Deutschland (SOD). Der Sportevent wird vom SoVD in Kooperation mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), dem Berliner Leichtathletik-Verband (BLV) und der Lebenshilfe Berlin organisiert. Die inklusive Veranstaltung wird von der Aktion Mensch gefördert und richtet sich an alle Interessierten aus ganz Deutschland.

Hier geht’s zum Video – dort zur Anmeldung

Rennserie um den Harzer Mountain-Bike-Cup startet in Bad Harzburg

Auch in diesem Jahr wird wieder die Rennserie um den Harzer Mountainbike-Cup durchgeführt. Los geht’s am 24. April mit dem 8. „Protective“ Bike Marathon im Sportpark an der Rennbahn in Bad Harzburg. Dabei sind auf der 18 km langen Strecke bis zu 549 Höhenmeter zu bewältigen. Der erste Start erfolgt um 9.45 Uhr. Am Abend zuvor können bei der traditionellen Sprint Challenge wertvolle Zeitgutschriften für den Marathon gesammelt werden. Der Nachwuchs ist am Samstag bereits ab 14.00 Uhr im Rahmen des Kids Race unterwegs. Schon 3jährige können hier mit radeln und sich auf durchaus anspruchsvollen Strecken durch Wiesen und Wälder ausprobieren. Weitere Stationen der Rennserie um den Harzer Mountainbike-Cup sind in Braunlage-Hohegeiß (21. Mai), Biesenrode (19. Juni), Sülzhayn (03. Juli) und Schierke (27. August).

Skigeschichten die ich schreiben wollte: 1. Die Doppelspur der Eiszeitjäger

Es ist nun doch noch ein bisschen Winter geworden und auch im Erzgebirge leuchtet märchenhaft die weiße Pracht. Eine riesige Freude für all Jene, die gern mit schnellen Brettern auf Piste und Loipe unterwegs sind. Doch was heutzutage für viele ein toller Spaß, ein großartiges Vergnügen oder ein leidenschaftlicher Sport ist, war einst der alles entscheidende Schlüssel zum Überleben der Menschheit…

Eiszeitjäger ohne Glück

Es sah gar nicht gut aus für die Krone der Schöpfung oder die Spitze der Evolution in jenen fernen Tagen, als Eis und Schnee die ganze Welt bedeckten. Die Jäger versanken bis zum Bauch in der weißen Pracht und hatten keine Chance, dem fliehenden Wild hinterher zu eilen. Mit leeren Händen mussten sie ins Camp der Sippe zurückkehren und der berüchtigte Schmalhans blieb oberster Koch in der Eiszeitküche.

Das hätte es sein können für Homo Sapiens und kein Autor würde heute vor seiner zum Laptop mutierten Schreibmaschine hocken um Skigeschichten auszuschwitzen…

Bärentatzen für die Jäger

Doch zum Glück gab es – möglicherweise in der Nähe des Baikalsees – ein paar Schöpfungskronen, die noch nicht ganz in eiszeitliche Agonie verfallen waren. Und weil sie auch nicht blöder waren als wir hatten sie durchaus bemerkt, dass dieser Koloss von einem Eisbär einfach so über die weiße Pracht stolzierte ohne in selbiger zu versinken. Man müsste es also genau so machen wie der  – und schon wäre er eine mögliche Beute für die Jäger. Die Frage war nur, wie macht er das?

Keine Ahnung, wie lange die Leutchen brauchten, um diese kniffelige Frage zu beantworten – vielleicht hundert Jahre? Schließlich vollzogen sich Wandlungen damals noch etwas langsamer als heute. Doch offensichtlich fanden sie noch früh genug heraus, dass es die großen breiten Tatzen waren, die dem Eisbar das lockere Latschen über die tief verschneite Welt ermöglichten. Die Jäger mussten sich also nur große Füße oder gar Bärentatzen verschaffen, um dem Eisbär ebenbürtig zu werden.

Was für eine Supererkenntnis, welch ein Umbruch der Produktivkräfte mit weitreichenden Umwälzungen des technischen Know How, um mal ein bisschen wissenschaftlich zu schwafeln. Aber im Ernst – es muss ein dramatischer Aufschwung gewesen sein, als die ersten Menschen sich die Füße dick mit Fellen umwickelten, bis ihre Fußflächen so breit waren wie die des Bären und sie nicht mehr im Schnee einsanken.

Plötzlich konnten sie mit Erfolg dem Bären hinterher laufen und das ewige Kohldampf schieben war nicht mehr ganz so krass. Der tiefe Schnee, gestern noch fast tödliche Fessel für die wenigen Menschen, wurde mit Hilfe dieser sicher noch wenig ästhetischen Schneeschuhe zur Basis weiter Wanderungen. Ein technischer Sprung – möglicherweise bedeutsamer als die Erfindung des Computers – denn ohne diesen kann man bekanntlich ganz gut leben, ohne Schneeschuhe hätten die Menschen derEiszeit wohl kaum das nächste Tauwetter begrüßen können..

Die Erben der Eiszeitjäger

Nun gut, das ist jetzt auch schon wieder ziemlich lange her und Skifahren oder Schneeschuh laufen gehören zu den Topaktivitäten des Wintersports. Und wenn es keinen Schnee vom hohen Himmel mehr geben sollte, wird eben mit gewaltigem Energieeinsatz per Kanone welcher geschossen oder der ganze Skizirkus findet in den künstlichen Landschaften riesiger Hallen statt. An den Überlebenskampf der Menschen während der Eiszeit denkt dabei wahrscheinlich keiner mehr.

Aber steckt nicht in den Biathleten der heutigen Tage ein klein wenig von jenen zeitlich so fernen Eiszeitjägern? Sie sind – auch wenn sie nicht Bären, sondern Medaillen jagen – am ehesten die Erben jener Menschen mit den Fellen an den Füßen, die irgendwo in der Nähe des Baikalsees vor etwa 20.000 Jahren die erste Doppelspur aller Zeiten durch den scheinbar ewigen Schnee zogen…

Biathlontreff in Altenberg