Hören statt Sehen: Neue App „Aipoly“ eklärt Blinden die Gegenstände der Umgebung

Barrierefreiheit ist in der Reisebranche ein Thema, das inzwischen gern diskutiert, aber längst noch nicht auf allen Ebenen umgesetzt wird. So sind längst nicht in allen Hotels die Zimmernummern in Braille- oder kontrastierender Großschrift gehalten. Hier könnte eine neue Vorlese-App ein Stück weit Barrierefreiheit schaffen… Weiterlesen

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Sehen für Blinde im digitalen Zeitalter

Wie hier auf der Schönen Ecke hin und wieder angedeutet wurde, sind iphone & Co im Zusammenspiel mit speziellen Apps für Menschen mit Seheinschränkung sehr brauchbare Helferlein. Hier hab ich nun auf lydias welt einen artikel gefunden, der sich u. a. mit der App „be my eyes“ befasst. Mit Hilfe dieser App werden voll sehende Menschen und Menschen, die blind oder sehbehindert sind, miteinander vernetzt mit dem Ziel, das der sehende Mensch via Internet dem blinden oder sehbehinderten Menschen quasi seine Augen zur Lösung kurzfristiger Probleme zur Verfügung stellt.

Für Reisende mit Seheinschränkung kann das beispielsweise das Lesen eines Fahrplans sein. Dagegen kann eingewandt werden, dass es dafür doch als ebenfalls hilfreiche App den Abfahrtsmonitor gibt. Das ist richtig – doch der läuft nicht in jedem Land und es gibt auch blinde oder ehbehinderte User, die den nicht besonders mögen. Für solche ist auf Reisen be my eyes eine prima Alternative und im Alltag sowieso, wie in folgendem Artikel von Lydia beschrieben wird…

Lydia's Welt

Auf dem Foto halte ich mein Smartphone in der Hand.
die Kamera ist in Richtung meiner Bluse gerichtet.

Ich bin mächtig aufgeregt. Heute habe ich einen Termin mit einer Redakteurin, die über meine Arbeit berichten wird. Das Outfit dafür habe ich gestern zusammen mit einer Freundin ausgesucht und griffbereit auf einen Bügel gehängt. Also alles palletti. Wenn nicht diese blöde Milchtüte umgefallen wäre. So was passiert nur heute, und nur weil ich mich bereits angezogen hatte. Was mache ich jetzt? Es ist keiner in meiner Nähe, den ich fragen kann ob die Kleidung sauber geblieben ist. Und viel Zeit bleibt mir nicht mehr.

Stopp, heute ist das kein Grund zur Panik. Dafür gibt es , Link, be my eyes, https://appsto.re/de/NN-81.i . eine Möglichkeit mir per Videotelefonie sehende Hilfe zu holen. Die entsprechende App habe ich schon lange auf meinem IPhone und bin somit angemeldet.
Und so sieht der Eingangsbildschirm aus…

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Neue App für mehr Barrierefreiheit beim Fahren mit der Bahn

Spickzettel auf dem SmartphoneNeue Smartphone App soll Usern mit Behinderung das Bahnfahren erleichtern. Interessierte Nutzer aus dem genannten Personenkreis sind eingeladen, sich an der Gestaltung der App zu beteiligen.

Das Smartphone hat sich längst als hervorragendes Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen erwiesen. So gibt es z. B. zahlreiche Navi Apps, die besonders auf die Bedürfnisse des genannten Nutzerkreises zugeschnitten sind und das Reisen ein bisschen barrierefreier ermöglichen.

Nun will die Deutsche Bahn eine neue App entwickeln um ganz allgemein das Zugfahren für Menschen mit Behinderung zu vereinfachen. Diese App soll den entsprechenden Usern u. a. barrierefreien Zugang zu allen relevanten Infos im Bahnhof verschaffen oder den Weg zum reservierten Platz im Zug zeigen um nur einige Beispiele zu nennen. Für Reisende mit Seheinschränkung wäre das mit Sicherheit ein Riesenvorteil.

Die Qualität einer solchen App ist natürlich abhängig vom Input bzw. Feedback der Zielgruppe. Das wissen die Macher der App natürlich auch und so bieten sie interessierten Personen in der Entwicklungsphase die Beteiligung an den Testreihen an. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband begrüßt dieses Angebot und ruft ausdrücklich zur Teilnahme auf. Wer also gerne Einfluss nehmen möchte auf die Gestaltung dieser App kann sich dafür mit einer formlosen E-Mail anmelden. Hier die Adresse: msz@deutschebahn.com.

Bahnhof Zoo Regionalbahn

 

Netzhaut News für die Hostentasche als Podcast für Smartphone

Menschen mit Sehproblemen, die auf einen Defekt in der Netzhaut (Retina) zurück­zufüh­ren sind, suchen ständig nach aktuellen Informationen zu möglichen Therapieansätzen für diese bislang weitgehend unheilbaren Erkrankungen. Aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren als kostenlosen Newsletter die PRO RETINA News mit aktuellen Nachrichten aus den Bereichen Forschung und Therapie. Dieser Newsletter steht neuerdings auch als Podcast für das Smartphone zur Verfügung.

Allgemein wird das Smartphone unter blinden und sehbehinderten Menschen immer beliebter weil die mobilen Geräte ihnen aufgrund von Sprachausgabe und speziellen Apps viele Erleichterungen im Alltag bringen. Für diese mobilen User ist das neue Podcast Angebot der PRO RETINA gedacht. Markus Georg, der Geschäftsführer dieser Patientenvereinigung denkt dabei u. a. auch an jene Erkrankten, die noch berufstätig sind und vor allem „auf dem Weg zur Arbeit“ oder „zwischendurch“ gern solche Podcasts als „komfortable Möglichkeit“ nutzten um „Informationen zu erhalten“.

Den Podcast gibt es hier als kostenloses Abo. Wer den Neusletter – natürlich ebenfalls kostenlos – als E Mail erhalten möchte, kann ihn über diese Internet­seite von PRO RETINA bestellen.

Warum nicht: Mobilfunkanbieter will die Welt per Telefon verbessern

Spickzettel auf dem SmartphoneBeim Telefonieren quasi als Nebeneffekt soziale und gemeinnützige Projekte unterstützen klingt wie eine gute Idee. Umsetzen will sie der neue Mobilfunkanbieter „goood“ mit drei o, warum auch immer. Dafür wurde auf der Plattform startnext eine Crowdfunding Kampagne aufgelegt, die bislang überraschend erfolgreich läuft.

Potential für soziale Projekte?

Smartphones gehören längst zum Alltag, fast alle rennen mit so einem Ding durch die Gegend oder besitzen zumindest ein Old School Handy. Die allgemeine Ausstattung der Bevölkerung mit solchen Geräten hat In Deutschland bislang 115 Mio. Mobilfunkverträge ergeben. Daraus ergeben sich nach Meinung der Macher von goood enorme Potenziale um sozial zu wirtschaften. Das soll erreicht werden, indem zehn Prozent des Grundentgeltes an gemeinnützige Organisationen gehen, wobei dieser Spendenbetrag nicht etwa aufgeschlagen, sondern bereits im Grundentgelt enthalten ist. Jeder Kunde soll selbst entscheiden können, welche Organisation er unterstützen möchte, ohne zusätzliche Kosten. Darüber hinaus werden 25 Prozent der Profite des Unternehmens in soziale Start-Ups reinvestiert.

Starke Worte

Die Impact-Überlegung des Unternehmens ist einfach, wie Claudia Winkler, ehemalige internationale Marketingvorständin der Telekom Austria Gruppe und Gründerin von goood mit starken moralisch aufgeladenen Worten erklärt. „Unsere Vision“, so die einstige For-Profit-Managerin, „ist eine Gesellschaft, die auf Respekt, Verantwortung und Anteilnahme aufbaut“. Ziel sei es, „gemeinsam mit unseren Kunden den größtmöglichen Impact zu schaffen. Wenn nur ein Prozent der deutschen Mobilfunkkunden zu goood wechselt, können innerhalb der nächsten fünf Jahre 40 Mio. Euro für gemeinnützige Projekte generiert werden, die uns und unseren Kunden am Herzen liegen.“

Non-Profit-Partner mit im Boot

Hört sich spannend und durchaus sympathisch an und es gibt auch bereits Non-Profit-Organisationen – u. a. aus den Bereichen Bildung und Kultur, Kinder und Jugend oder Integration und Soziales, die sich dafür interessieren oder als Partner dabei sind. Dazu zählt z. B. das Deutsche Kinderhilfswerk, das goood bereits im Rahmen der Crowdfunding Kampagne unterstützen will. Diese Crowdfunding-Kampagne, bei der jede 5 Euro Spende an das Kinderhilfswerk durch goood verdoppelt werden soll, läuft noch bis einschließlich 30. Oktober 2016. Mit jedem Beitrag, der über das Crowdfunding-Ziel hinausgeht, will goood die Zusammenarbeit mit und die Unterstützung für gemeinnützigen Organisationen noch erweitern.

Und überhaupt…

…einfach mal per Telefon die Welt verbessern?

Als Mobilfunkkunde kann man sich für ein solches Angebot durchaus interessieren. Zumindest könnte es sich lohnen, die Entwicklung von goood zu beobachten und warum sollte es nicht sinnvoll sein, während des Telefonierens indirekt für Non-Profit-Projekte oder den Verein um die Ecke zu spenden.

Ein bisschen unangenehm ist jedoch dieser simplifizierende Reklametonfall, den goood offenbar gerne pflegt. Beispielsweise auf diesem winzigen Videoklip, wo ein Gruppenbild mit Dame „einfach mal die Welt verbessern“ als Werbebotschaft präsentiert. Wäre ja toll, wenn die Verbesserung der Welt einfach per Telefon passieren könnte. Doch elementare Probleme der Menschheit wie etwa Krieg, Klimawandel und Rassismus werden sich nicht weg telefonieren lassen.

Bestenfalls kommen bei dem goood-Projekt ein paar Startgroschen für Start Ups und ein bisschen Finanzhilfe für gemeinnützige Organisationen zusammen. Wenn das klappen würde, wäre das doch auch schon erfreulich und ein gutes Argument für diesen Mobilfunkanbieter, falls die übrigen Konditionen annehmbar sind. Doch der Bezug auf die Verbesserung der ganzen Welt, hinein gepfriemelt in einen banalen Reklameslogann löst eher Langeweile oder gar Misstrauen aus. Er klingt wie eine Adaption aus der Waschmittelwerbung – und die hatte ihre Glaubwürdigkeit schon vor fünfzig Jahren eingebüßt. „Einfach mal die Welt verbessern“ klingt daher nicht wie eine positive Botschaft, sondern eher wie ein Appell an besonders einfache Gemüter. Oder soll der Slogan als Parodie blöder Reklamesprüche einen Hauch von Heiterkeit ins Netz bringen zumal er auch auf der Seite von goood zum Besten gegeben wird…

Ach ja, noch was:

Einen bescheidenen Vorschlag zur Verbesserung gibt’s hier noch. Er bezieht sich jedoch nicht auf die Welt, sondern nur auf die Seite von goood. Sie ist bislang für Menschen, die wenig oder gar nicht sehen können, keineswegs barrierefrei. Kann man mit relativ wenig Aufwand entsprechend anpassen und wäre ein sinnvoller Beitrag zum Thema Inklusion, was ja auch eines der brennenden Themen unserer Zeit ist.

Innovative App für sehbehinderte und blinde Bibliotheksnutzer mit Download-Funktion

Seit Anfang des Jahres haben Nutzer der in Leipzig ansässigen Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) bereits die Möglichkeit, die dortigen Hörbücher auf PC oder onlinefähige DAYSY Abspielgeräte herunterladen. Neuerdings gibt’s dafür im App Store unter DZB auch eine kostenlose App für iOS. Eine AndroidVersion soll demnächst auch auf den Markt kommen.

Diese speziell für blinde und sehbehinderte User programmierte Bibliotheks App ist zumindest in Deutschland die erste ihrer Art. Sie beinhaltet den gesamten DZB-Hörbuchkatalog mit etwa 35 000 Titeln sowie verschiedene Recheche-, Verwaltungs- und Auslieferungsfunktionen, die über ein persönliches Auslieferungskonto ausgeführt werden können. Nutzer müssen sich aber vorher bei der DZB anmelden und erhalten dann Benutzername und Passwort.

Telefon für Anmeldung: (03 41) 7113-116/118

Telefon technische Fragen:(03 41) 7113-145/179

Alle Infos gibt’s hier auch als Podcast: http://www.dzb.de/podcast

Wie hilfreich sind Spezial-Apps für blinde und sehbehinderte Menschen?

In einer Zeit, wo erfreulicherweise immer häufiger über barrierefreie Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben bzw. Inklusion diskutiert wird, hat auch die Stiftung Warentest erneut dieses Thema im Angebot und spezielle Apps für Blinde und Sehbehinderte unter die Lupe genommen. Aus der Perspektive eines Betroffenen hat das natürlich sofort die Neugier des Großstadtwanderers geweckt und auch die geheimnisvolle Besucherin, ebenfalls Betroffene und intensive App-Nutzerin, ist höchst gespannt auf die Ergebnisse der Tests. Um es vorweg zu nehmen: Einige ihrer Eindrücke bezüglich der zehn getesteten Apps wurden von den Testern – ebenfalls Betroffene – teilweise bestätigt. Außerdem gabs ein paar neue Aspekte hinsichtlich Sicherheit und zum Verhältnis zwischen iOS- und Android Smartphones.

Apps für Texterkennung und Navigation

Nun gut, Betroffene wissen natürlich aus eigener Erfahrung oder zumindest vom Hörensagen, dass sich spezielle Apps für Blinde und Sehbehinderte als hilfreich bei der Bewältigung des Alltags erweisen können. Viele kennen z. B. die App TapTapSee, die mit der Kamera des Smartphones aufgenommene Gegenstände erkennen und beschreiben kann. Gut bekannt sind sicherlich auch die Navigations-Apps ViaOpta Nav und BlindSquare, mit denen sich die User durch den Dschungel diverser Großstädte lotsen lassen können. Auch der Text Detektiv mit seiner Begrenztheit beim Erkennen und Vorlesen von Schriftstücken wird nicht nur von den Testern eher kritisch wahrgenommen, sondern ist den Nutzern schon lange als nur beschränkt brauchbar aufgefallen.

Allerdings hat Stiftung Warentest mit der App KNFB Reader auch die höchst brauchbare Alternative zum Text Detektiv untersucht und als positives Beispiel gewertet. Die App ist allerdings in Nutzerkreise schon länger im Gespräch und wird dort auch gern weiter empfohlen. Eine sehr hilfreiche App mit einem kleinen Nachteil und das ist der Preis von knapp 100 Euro, was auch die Tester nicht unerwähnt lassen.

Vieles ist bekannt – doch es gibt auch Neues

Obwohl also etliche blinde und sehbehinderte User aufgrund eigener Erfahrungen bereits gut vertraut sind mit den Schwächen und Stärken der verschiedenen hilfreichen Apps, ist es trotzdem höchst interessant, sich diesen Test mal genauer durchzulesen. So werden nicht alle zehn getesteten Apps jedem Nutzer in- und auswendig bekannt sein oder teilweise sogar nur dem Namen nach. Der Großstadtwanderer hat beispielsweise von der App Kuubus schon mal was gehört, sie aber noch nie benutzt. Auch die geheimnisvolle Besucherin kann zu dieser kostenlosen App nichts konkretes sagen. Daher sind die Infos, die Stiftung Warentest zu Kuubus bereitstellt, höchst willkommen. Sie verbindet laut Testbericht Smartphone-Nutzer mit einer Facebookseite, die Sehbehinderte und Blinde mit Nachrichten versorgt. Ferner bietet sie Suchmöglichkeiten, etwa nach Hörfilmen im Fernsehen und einen Katalog der darüber Auskunft gibt, in welchen Bibliotheken welche Hörbücher erhältlich sind. Allerdings ist die App nach Ansicht der Tester etwas überladen und nicht ganz einfach in der Bedienung. Gut zu wissen – oder? Das soll aber keineswegs heißen „Finger davon“, sondern lediglich, besonders gut vertraut machen mit der Hndhabung von Kuubus, ehe man damit loslegt…

Thema Sicherheit

Besonders wichtig ist übrigens auch der Hinweis auf das Datensendeverhalten, das die Tester bei einigen Apps als durchaus kritisch bewerten. Das betrifft die Androidversionen von vier Apps, die offenbar unnötigerweise eine Geräteerkennung senden, die das Smartphone eindeutig identifiziert. Zwei von ihnen bedienen einen US-amerikanischen Profi-Datensammler. Klingt nicht gerade nach optimaler Sicherheit und es betrifft leider die hervorragenden Apps Barcoo, KNFB Reader, Kuubus sowie Lupe + Licht.

Test im Internet kostenlos

Wie die letzten Beispiele zeigen ist es höchst sinnvoll, sich diesen ausführlichen Test mal genauer anzusehen. Zum Glück ist er nicht nur im aktuellen Test Heft enthalten, sondern steht im Internet auch kostenlos zur Verfügung – übrigens auch als PDF- oder ePub-Datei. Also hier bitte klicken…