Menschen mit Brille sind attraktiv und sexy

IMG_3144Brillenschlange und Bücherwurm waren jene nicht gerade nett gemeinten Bemerkungen, die sich Menschen mit Gläsern vor den Augen einst ständig anhören mussten. Sie galten als langweilig und nicht gerade attraktiv. Dieses Bild hat sich allerdings gründlich gewandelt, wie eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ zeigt. Heute sind Brillenträger sogar sexy…

Okay, die alten Zöpfe sind natürlich noch immer nicht ganz ab, denn 8,1 Prozent der Befragten waren nach wie vor der Ansicht, dass Brillenträger unbeholfen und tollpatschig wirken. Kann man getrost vergessen diese kleine altmodische Minderheit, denn auf der anderen Seite gab mehr als die Hälfte (55,8 Prozent) der Befragten an, Leute mit Sehhilfe als intellektuell und seriös zu empfinden. Und nicht nur das. Eine Brille scheint sogar Sexappeal zu verleihen, wie weitere Ergebnisse zeigen. Jeweils knapp vier von zehn der befragten Frauen (37,0 Prozent) und Männer (38,4 Prozent) stimmten nämlich der Aussage zu, dass Augengläser tragende Vertreterinnen und Vertreter des jeweils anderen Geschlechts klug und sexy wirken.

Die Brillenträger selbst geben sich durchaus selbstbewusst. Für die große Mehrheit (85,8 Prozent) ist die Brille „selbstverständlicher Teil ihres Alltagslebens“. Lediglich 7,2 Prozent vermeiden es, ihre Sehhilfe in der Öffentlichkeit zu tragen, weil sie sich damit nicht attraktiv genug finden.

IMG_0753Und überhaupt…

kann der Großstadtwanderer dazu nur sagen, dass er seit seinem vierten Lebensjahr mit sehr auffälligen und meist dunkel getönten Brillen durch die Gegend rennt, weil seine nicht gerade hochentwickelte Sehkraft das erfordert. Da gabs natürlich ab und zu mal wenig intelligente Bemerkungen, auf die der Großstadtwanderer überwiegend die passenden Antworten auf Lager hatte – in jüngeren Jahren auch schon mal ein paar hinter die Löffel entsprechender Personen. Heutzutage antwortet er – wenn überhaupt – nur noch mit Gähnen. Meist hat er besseres zu tun als blöden Sprüchen zu lauschen – beispielsweise Bücher lesen oder Kuchen essen – natürlich mit Brille auf der Nase…

 

Gefahr für Augen und Lebensqualität durch Grünen Star

Bonn – Bei der Augenerkrankung Glaukom, auch „Grüner Star“ genannt, nehmen Sehnerv und Netzhaut dauerhaft Schaden. Das führt zu Ausfällen im Gesichtsfeld, beeinträchtigt das Sehvermögen und schränkt zusätzlich die Lebensqualität ein. Davon betroffen sind in Deutschland Schätzungen zufolge rund 970 000 Menschen. Bei weiteren 1,2 Millionen ist die Krankheit noch im Frühstadium, sodass sich der Sehverlust aufhalten ließe – vorausgesetzt er wird erkannt. Die Stiftung Auge fordert deshalb bessere Früherkennung und mehr Hilfsangebote, die sehbehinderten Menschen ein eigenständiges Leben ermöglichen.

Beste Therapie und professionelle Unterstützung notwendig

Wie das Fachmagazin Ophtalmology jetzt berichtete, untersuchten kalifornische Experten über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren das Sehvermögen von 236 Glaukom-Patienten, die bereits einen Gesichtsfeldverlust erlitten hatten. Mithilfe von Fragebögen analysierten sie die Lebenssituation der Betroffenen wie beispielsweise Nah- und Fernsicht, Schmerzen, Fahrtüchtigkeit, Farbensehen, soziales Umfeld, Hilfsbedürftigkeit und psychische Probleme. Die Ergebnisse zeigen: je größer die Ausfälle im Gesichtsfeld, desto geringer die Lebensqualität. „Die Studie unterstreicht, dass Glaukom-Patienten nicht nur die bestmögliche Therapie brauchen, sondern auch professionelle Unterstützung, um den Alltag zu bewältigen“, betont Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge aus Bonn.

Pflegebedürftig durch Grünen Star

Bei einem Gesichtsfeldverlust können die Betroffenen zunächst Gegenstände am Rand des Gesichtsfeldes nicht mehr wahrnehmen. Je weiter die Erkrankung voranschreitet, desto mehr schrumpft das Gesichtsfeld. Vor allem Ausfälle in der Mitte behindern die Betroffenen stark, wie die amerikanische Studie zeigt: Lesen oder Treppensteigen werden nahezu unmöglich, sogar gefährlich. „Der Patient erkennt Hindernisse wie Türrahmen oder Stufen zu spät, stolpert, stürzt und stößt oder verletzt sich sogar schwer“, beschreibt Professor Holz. So bestünde die Gefahr, dass Patienten infolge der Sehbehinderung pflegebedürftig werden und weniger aktiv am Leben teilhaben oder gar vereinsamen.

Kassen zahlen nicht für Vorsorgeuntersuchung 

Oft macht sich ein Glaukom erst bemerkbar, wenn der Sehnerv bereits dauerhaft beschädigt ist. „Das Tragische ist, dass die Erkrankung lange Zeit ohne spürbare Symptome verläuft und die Ausfälle nicht umkehrbar sind“, sagt Professor Norbert Pfeiffer, Direktor der Universitäts-Augenklinik Mainz und Vorstandsmitglied der Stiftung Auge. Aber die Augenheilkunde hält Therapiemöglichkeiten vor, mit denen das verbliebene Sehvermögen erhalten werden kann. Um langfristige Schäden zu verhindern, empfiehlt der Experte die Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt – insbesondere dann, wenn ein anderes Familienmitglied bereits betroffen ist. „Für eine gründliche Vorsorge sollte der Arzt regelmäßig den Augeninnendruck messen, den Sehnerv und bei Verdacht auf Glaukom auch das Gesichtsfeld untersuchen“, sagt Professor Holz.

Die Untersuchung ist schmerz- und nebenwirkungsfrei. Die Kosten für eine reine Vorsorgeuntersuchung muss der Patient in Deutschland allerdings selbst tragen. „Die Kassen erstatten diese sehr sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen des Sehnervs und des Augeninnendruckes bisher leider nicht“, bedauert Professor Pfeiffer.

Und hier gehts zum Artikel über die Studienergebnisse in der Zeitschrift Ophtalmology http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(15)01268-3/abstract