Film über einen sehbehinderten Mann, der unbedingt Gastronom werden will

Der Film „Mein Blind Date mit dem Leben“ erzählt die Geschichte eines Mannes, der innerhalb kürzester Zeit seine Sehkraft bis auf einen 5-Prozent-Rest verliert, aber keinen Bock auf die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt hat. Stattdessen will er Gastronom werden und verschweigt daher beim Ringen um einen entsprechenden Ausbildungsplatz seine Sehbehinderung… Weiterlesen

Sehen für Blinde im digitalen Zeitalter

Wie hier auf der Schönen Ecke hin und wieder angedeutet wurde, sind iphone & Co im Zusammenspiel mit speziellen Apps für Menschen mit Seheinschränkung sehr brauchbare Helferlein. Hier hab ich nun auf lydias welt einen artikel gefunden, der sich u. a. mit der App „be my eyes“ befasst. Mit Hilfe dieser App werden voll sehende Menschen und Menschen, die blind oder sehbehindert sind, miteinander vernetzt mit dem Ziel, das der sehende Mensch via Internet dem blinden oder sehbehinderten Menschen quasi seine Augen zur Lösung kurzfristiger Probleme zur Verfügung stellt.

Für Reisende mit Seheinschränkung kann das beispielsweise das Lesen eines Fahrplans sein. Dagegen kann eingewandt werden, dass es dafür doch als ebenfalls hilfreiche App den Abfahrtsmonitor gibt. Das ist richtig – doch der läuft nicht in jedem Land und es gibt auch blinde oder ehbehinderte User, die den nicht besonders mögen. Für solche ist auf Reisen be my eyes eine prima Alternative und im Alltag sowieso, wie in folgendem Artikel von Lydia beschrieben wird…

Lydia's Welt

Auf dem Foto halte ich mein Smartphone in der Hand.
die Kamera ist in Richtung meiner Bluse gerichtet.

Ich bin mächtig aufgeregt. Heute habe ich einen Termin mit einer Redakteurin, die über meine Arbeit berichten wird. Das Outfit dafür habe ich gestern zusammen mit einer Freundin ausgesucht und griffbereit auf einen Bügel gehängt. Also alles palletti. Wenn nicht diese blöde Milchtüte umgefallen wäre. So was passiert nur heute, und nur weil ich mich bereits angezogen hatte. Was mache ich jetzt? Es ist keiner in meiner Nähe, den ich fragen kann ob die Kleidung sauber geblieben ist. Und viel Zeit bleibt mir nicht mehr.

Stopp, heute ist das kein Grund zur Panik. Dafür gibt es , Link, be my eyes, https://appsto.re/de/NN-81.i . eine Möglichkeit mir per Videotelefonie sehende Hilfe zu holen. Die entsprechende App habe ich schon lange auf meinem IPhone und bin somit angemeldet.
Und so sieht der Eingangsbildschirm aus…

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Packen vor der Reise: Ob mit Liste oder spontan – irgendwas fehlt immer

gepack-zwoWer immer unterwegs ist muss immerzu packen und zwar richtig. Doch was ist richtiges Packen und sind Packlisten oder -zettel dabei hilfreich? Fragen, die ich während eines langen Reiselebens irgendwo vergessen hatte und die mir nun durch die Bloggerparade der Fernwehkinder plötzlich wieder ins Bewusstsein geraten sind…

 

Packen per Zettel oder Verlass auf Routine

Nun, ich habe Reisen mit und ohne Packlisten vorbereitet und in beiden Fällen fehlte am Ende immer irgend etwas. Möglicherweise war es diese Erfahrung die dazu führte, dass ich organisiertes Packen mit Hilfe von Listen immer seltener praktizierte und mich inzwischen mehr auf eine aus langjähriger Erfahrung geborenen Routine verlasse. Dabei haben sich einige Standardprogramme bezogen auf die jeweilige Art der Reise herausgebildet.

Das Handgepäckformat

Für dreitägige Kurztrips mit zwei Übernachtungen reicht das Handgepäckformat. Dafür stehen mir aktuell drei verschiedene Taschen zur Verfügung. Eine davon ist immer fertig gepackt, weil es manchmal verhältnismäßig spontan los geht. Sie enthält eine Hose, zwei Mal Unterwäsche, zwei Hemden, eine Badehose, ein Handtuch und einen kleinen Kulturbeutel. Wenn kältere Temperaturen zu erwarten sind, kann ich operativ auch noch einen Pullover dazu packen. Sogar mein kleines Notebook passt da noch mit hinein. Aber auch hier zeigt sich am Ende, dass ich wieder mal was vergessen habe – z. B. die Socken. Muss ich mir vor Ort eben neue kaufen. Aber das macht nichts und Socken kann man ohnehin immer gebrauchen.

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Möglicherweise meinen jetzt manche Leute, dass dieses Handgepäckformat eher eine männliche Sache sei. Stimmt aber nicht ganz. Zumindest meine Lebens- und Reisegefährtin wendet es auch an denn sie braucht für einen Drei-Tage-Trip in eine spannende Metropole auch nicht gleich den ganzen Kleiderschrank. Übrigens empfiehlt sich das Handgepäckformat auch für Flugreisende, die beispielsweise übers Wochenende mal eben eine kleine Städtereise unternehmen wollen. Da spart man sich den ganzen Aufwand mit dem Koffer, der am Ende doch ein paar Gramm zu schwer ist. Außerdem sind reine Handgepäckflüge oft preiswerter.

Rucksack oder Koffer?

rucksacke-kopieIch persönlich ziehe Rucksäcke vor, denn ich schleppe lieber 50 Kilo als dass ich sie hinter mir her zerre. Die Neigung meiner Gefährtin hingegen gilt eher dem rollenden Koffer. Allerdings sind wir beide bereit, auch das jeweils andere Gepäckstück zu nutzen, wenn es aus irgendwelchen Gründen sinnvoll sein sollte. Das kann beispielsweise sein, wenn wir die Gitarren mitnehmen. Die tragen wir dann auf dem Rücken und in diesem Fall lass ich auch den Koffer rollen. Übrigens hatten wir auch schon mal einen Einkaufsrolli mitgenommen, weil wir das Zelt irgendwo unterbringen mussten. Wir sind nämlich beide aufgrund unserer Sehbehinderung keine Autofahrer und oft sogar ganz einfach zu Fuß unterwegs und da muss so ein Zelt eben auch per Hand durch die Gegend gezerrt werden.

Doch egal ob Rucksack, Koffer oder Sonstwas: Eine Packliste gibst – allerdings schon seit langer Zeit nicht mehr auf Papier, sondern ständig abrufbar aus dem natürlichen Speicher im Kopf. Das funktioniert automatisch und später zeigt sich, dass zwar wie immer wieder eine Kleinigkeit fehlt, aber ansonsten alles Notwendige vorhanden ist. Das betrifft heutzutage vor allem die für den jeweiligen Reiseanlass passende Kleidung. Schlafsack und Matte sowie Kleinstküche vergesse ich auch nicht, wenn eine entsprechende Tour ansteht. Zelt und Zubehör für eine Campingreise schaue ich mir vorher ebenfalls immer sehr genau an, wobei ich auch dafür keine Liste benötige. Früher hatte ich auch immer ein paar Bücher eingepackt, die ich mir manchmal nach einer kleinen Liste zusammenstellte. Heutzutage nutze ich zum Lesen auf Reisen doch lieber einen E-Book-Reader denn er erlaubt mir eine meiner Sehbehinderung angepasste Schriftgröße und ist platzsparender. Außerdem hab ich damit eine größere Auswahl, sodass ich vorher keine Liste abarbeiten muss.

Und Medikamente?

Schmecken nicht, brauch ich nicht, nehm ich nicht mit – es sei denn die jeweilige Reise macht deren Mitnahme erforderlich. Beispielsweise wird selbstverständlich Notfallmedizin eingepackt, wenn es in den Dschungel geht. Aber so was wie Kopfschmerztabletten hab ich ein Leben lang nicht geschluckt und es gibt in dieser Hinsicht keinen Grund zur Veränderung. Wenn bei mir doch mal der Schädel brummt, was aufgrund meiner Sehbehinderung durchaus vorkommt, helf ich mir lieber mit ein paar passenden Yogaübungen, die auch auf Reisen sehr hilfreich sein können. Da meine Gefährtin auch kein Medikamentenfan ist, benötigen wir auch in dieser Hinsicht keinen Packzettel.

Die Ausnahmen von der Regel

Die gibt’s natürlich auch und zwar bei der Vorbereitung auf Reisen, die außerhalb der eingespielten Routine liegen und eher einen Expeditionscharakter haben. Da wird dann schon eine kleine Liste aufgestellt mit Sachen und Gegenständen, die unbedingt mitgenommen werden müssen. Wobei ich in solchen Fällen plötzlich furchtbar pingelig werde, denn ich will keineswegs irgendeine Kleinigkeit vergessen, die sich nachträglich als unverzichtbar herausstellen könnte. Da vollziehe ich den Abgleich des Gepackten mit der Liste durchaus fünf Mal – nach Ansicht meiner Gefährtin etwas übertriebene Vorsicht. May be…

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Fotos: 1. und 4. Vera Schwarz, 2. und 3. peter bachstein

Aktion „Blinde gehen baden“ – die blinde Berliner Malerin Silja Korn war mit dabei

Am 14. September wurde hier auf die politische Aktion „Blinde gehen baden“ hingewiesen. Mit dieser wollten blinde und sehbehinderte Menschen bildhaft darauf hinweisen, dass die Teilhabe der Betroffenen am gesellschaftlichen Leben durch das neue Bundesteilhabegesetz quasi baden gehen könnte. Nun hat die blinde Berliner Malerin Silja Korn und Teilnehmerin der Aktion uns mit dem unten stehenden kurzen Bericht ihre Eindrücke geschildert.

Als ich von dieser Aktion „Blinde gehen baden“ erfuhr, war für mich gleich klar, dass ich daran auf jeden Fall teilnehmen muss und werde; ohne wenn oder aber! Aufgerufen dazu hatte der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). Anlass war der Beginn des parlamentarischen Verfahrens für das Bundesteilhabegesetz, das am 22. September. 2016 in erster Lesung im Deutschen Bundestag beraten wurde.

Am Mittwochvormittag,  den 21. September 2016 sind dann mit mir noch weitere 30 blinde und sehbehinderte Menschen mit ihren Begleitern in die Spree gestiegen. Direkt gegenüber vom Reichstagsgebäude hatten wir unseren Protest gegen das Bundesteilhabegesetz zum Ausdruck gebracht. Gelbe Badekappen mit drei schwarzen Punkten und ein großes Schild mit der Aufschrift „Teilhabe“ hat die Botschaft von uns schwimmenden Demonstranten unterstrichen (Der vollständige Text vom Schild lautet: Die Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen darf einfach nicht mit dem neuen Gesetz untergehen.)

Für diese Aktion wurde der Schiffsverkehr eine halbe Stunde lang
unterbrochen. Vom Spreeufer aus wurden wir von ungefähr 100 Unterstützern begleitet. Die Presse war zahlreich erschienen, was mich sehr froh stimmt. Die Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt!

 

Silja Korn

Grüner Star: Neue Therapie mit Mini-Implantat

Die Augenkrankheit Grüner Star, auch Glaukom genannt, wurde bisher mit Tropfen behandelt oder musste gar operiert werden. Neuerdings stehen als weitere Therapiemöglichkeit Mini-Implantate zur Verfügung.

Ohne Behandlung führt Glaukom zur Erblindung

Rund 2,2 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einem Grünen Star oder befinden sich im Frühstadium dieses Augenleides, das vor allem Patienten in der zweiten Lebenshälfte betrifft. Ohne Behandlung führt dieses Glaukom zur Erblindung, weil es den Sehnerv immer weiter schädigt. Ursache ist eine Abflussstörung des Kammerwassers, das den Augapfel dann zunehmend unter Druck setzt.

Bisherige Behandlungsmethoden

Die meisten Glaukom-Patienten werden bislang mit Tropfen behandelt, die den Augeninnendruck senken. „Doch diese Therapie reicht nicht bei allen aus“, erläutert Professor Dr. med. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz. „Mangelnde Wirksamkeit, aber auch Allergien gegen die Medikamente oder Konservierungsmittel, die zu gereizten Augen führen, sowie schlicht und einfach Vergesslichkeit können den Behandlungserfolg gefährden.“ In diesen Fällen rieten die Augenärzte dann häufig zu einem größeren operativen Eingriff, um das sich stauende Kammerwasser besser abfließen zu lassen und für eine Druckentlastung zu sorgen.

Neue Mini-Implantate dünn wie ein Haar

Seit Kurzem stehen nun Mini-Implantate zur Verfügung, die über einen kleinen Schnitt ins Auge eingesetzt werden. „Sie haben die Form winziger Röhrchen, nicht dicker als ein menschliches Haar, durch die das gestaute Kammerwasser aus dem Auge auf elegante Weise herausgeleitet wird“, erklärt Pfeiffer, Experte der Glaukom Sektion der DOG. Die Augenchirurgen platzieren die Mini-Stents in die feinen Abflusskanälchen des Kammerwassersystems, unter die Lederhaut oder unter die Bindehaut. Die Öffnung durch den Chirurgen ist so klein, dass sie nicht genäht werden muss. „Daher dauern diese Eingriffe auch deutlich kürzer als herkömmliche Operationen“, sagt Pfeiffer. Die Experten nennen das „Minimalinvasiver Glaukomchirurgie (MIGS)“.

Besonders geeignet bei mittelstarkem Grünen Star

Die Implantate sind vor allem geeignet für Patienten, die unter einem mittelstark ausgeprägtem Glaukom leiden, bei denen also noch keine oder nur geringe Gesichtsfeldausfälle eingetreten sind“, betont DOG-Experte Pfeiffer. „Die Implantate haben im Übrigen wenig Nebenwirkungen, sind nach bisherigen Erfahrungen gut verträglich“, so Pfeiffer. Erste Auswertungen zeigen, dass die Mini-Stents den Augeninnendruck dauerhaft senken und die Häufigkeit des Augentropfens stark reduzieren können. „Das ist für viele Patienten ein großer Gewinn“, resümiert der Experte.

Bekanntlich ist keine Therapie passend für alle Betroffenen. Das gilt auch beim Grünen Star. Wenn der Glaukomschaden beispielsweise sehr weit fortgeschritten ist oder die Augeninnendruckwerte besonders hoch liegen, wird nach wie vor eine größere Operation notwendig sein.

Zur Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft (DOG)

Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 6000 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg, ist die DOG die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt.

„Blinde gehen Baden“ als politische Aktion vor dem Reichstagsgebäude

In der kommenden Woche findet im Bundestag die erste Lesung des Bundesteilhabegesetzes statt. Es soll behinderten Menschen angeblich mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen, wird nach dem jetzigen Entwurf jedoch für viele behinderte Menschen Verschlechterungen bringen. Um auf die negativen Folgen insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen hinzuweisen, plant der Deutsche Blinden und Sehbehindertenverband (DBSV) mit Unterstützung seiner Landesverbände eine öffentlichkeitswirksame politische Aktion unter dem Motto „Blinde gehen baden“.

Baden um nicht baden zu gehen

Letzteres ist übrigens wörtlich gemeint sowohl bezogen auf die Verschlechterungen durch das neue Gesetzt wie in Form dieser politischen Aktion. Selbige findet statt am Mittwoch, den 21. September ab 11:00 Uhr. Ort dieser politischen Badeaktion der Blinden ist natürlich in der Spree vor dem Reichstagsgebäude (Reichstagsufer/Ecke Friedrich-Ebert-Platz, Nähe  Gedenkstätte „Weiße Kreuze“) Die Aktiven sollten sich bereits um 10:30 dort treffen. Die Aktion sieht so aus, dass blinde und sehbehinderte Personen, begleitet von sehender Assistenz, in die Spree gehen und dort einige Minuten verbringen. Am Ufer finden parallel Gespräche mit der Presse statt und eine Gruppe von Unterstützern feuert die Badenden an.

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Gesucht dafür werden noch blinde und sehbehinderte Menschen, die als Badende mitmachen wollen sowie sehende Menschen als Begleitung im Wasser (bitte melden per E-Mail an v.lenk@dbsv.org bis Donnerstag, 15. September um 16:00 Uhr). Außerdem werden möglichst viele Leute gesucht, die vom Ufer der Spree aus die Badenden lautstark anfeuern wollen. Dafür ist keine Anmeldung nötig, da kann also auch noch spontan aufgetaucht werden.

Sicherlich gibt’s noch Fragen, wie das Schwimmen genau organisiert ist. Dafür erhalten alle blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen, die bereit sind, für diese politische Aktion in die Spree zu steigen, am Montagabend, 19. September, eine E-Mail mit allen Infos und den Handy-Nummern der Ansprechpartner vor Ort.

Hinweis zur Anreise mit öffentlichem Verkehrsmittel

Zunächst mit U-, S- oder Regionalbahn bis zum Bahnhof „Friedrichstraße“ und dort den Ausgang „Georgenstraße“ nehmen. Dann nach rechts am Bahnhofsgebäude entlang bis zur Straße „Reichstagsufer“ und dann dieser Straße nach links immer entlang der Spree bis zum Reichstagsgebäude folgen (ca. 650 m).

Nun kann es ja sein, dass Leute aus dem angesprochenen Personenkreis gerne bei der Aktion „Blinde gehen Baden“ mitmachen wollen, sich den beschriebenen Weg aber nicht allein zutrauen. Diese können sich dann bei Volker Lenk melden, der einen Treffpunkt am Bahnhof Friedrichstraße anbieten wird. (Tel.: 030 28 53 87-140 )

Netzhauterkrankung LHOM führt zu raschem Sehverlust

Netzhautprobleme gehören zu den häufigsten Ursachen für Sehbehinderung und Blindheit. Ursprünglich wurde dabei von einer einzigen Erkrankung ausgegangen. Inzwischen hat die Forschung festgestellt, dass es sich bei oft ähnlichen Symptomen um eine Vielzahl von Krankheiten handelt. Eine davon ist die Lebersche Hereditäre Optikus-Neuropathie (LHOM), deren Verlauf besonders dramatisch ist…

Kraftwerke der Netzhautzellen

Unsere Sehfähigkeit ist u. a. davon abhängig, dass die sogenannten Ganglienzellen in der Netzhaut unseren Augen regelmäßig erneuert werden. An diesem Erneuerungsprozess sind unter anderem kleine Zellbestandteile, sogenannten Mitochondrien, beteiligt. Diese manchmal auch als „Kraftwerke der Zelle“ bezeichneten Einheiten arbeiten bei LHON fehlerhaft. Somit wird nicht genügend Energie in den Zellen produziert.

Rascher Sehverlust

Ursache dieser Störung in den Mitochondrien ist ein auf Vererbung beruhender Gendeffekt. Die Erkrankung, von der überwiegend junge Männer betroffen sind, verläuft schmerzlos. Die Sehprobleme bei LHON treten relativ plötzlich auf und können innerhalb weniger Wochen bei beiden Augen hochgradigen Sehverlust entwickeln. Am Ende, nach rund drei Monaten, verbleiben meist weniger als 10 Prozent der Sehkraft. In einigen, aber eher seltenen Fällen kann es auch wieder zu einer spontanen Rückkehr des Sehvermögens kommen. Derzeit gibt es in Deutschland rund 2.000 Patienten und pro Jahr kommen hier etwa 40 Neuerkrankungen hinzu.

LHON Broschüre von PRO RETINA zwo

Zu dieser zwar seltenen, für die Betroffenen aber schwerwiegenden Erkrankung hat die Patientenvereinigung PRO RETINA Deutschland e.V. unter dem Titel „Neue Perspektiven für die seltene Augenerkrankung LHON“. eine aktuelle Broschüre herausgegeben. Diese kann kostenlos in der Geschäftsstelle von PRO RETINA angefordert werden. Hier die Kontaktdaten: Vaalser Str. 108, 52074 Aachen, Telefon: +49 (241) 870018, Fax: +49 (241) 87396