Neue Broschüre von PRO RETINA über Genetik und Vererbung von Netzhauterkrankungen

Genetik und Vererbung_PRO RETINA

Die Diagnose einer erblichen Netzhauterkrankung ist für Betroffene schwer verständlich, zumal es eine Vielzahl höchst unterschiedlicher Formen mit oft ähnlicher Symptomatik gibt. Doch wie kommt es zu diesen Erkrankungen, die immer das Sehen beeinträchtigen und auch zur Erblindung führen können? Und welche therapeutischen Ansätze stehen zur Verfügung? Auf diese und weitere Fragen will die neuen Broschüre der PRO RETINA einige Antworten geben…

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Therapeutische Wirkung von Akupunktur bei Netzhauterkrankungen noch nicht genügend erforscht

Menschen, die an erblichen Netzhauterkrankungen wie etwa Retinitis Pigmentosa oder Zapfen Stäbchen Dystropie leiden, wird mitunter angeboten, die Erkrankung mittels Akupunktur zu behandeln. Als Begründung wird meist angeführt, dass Akupunktur zur Verbesserung der okulären Durchblutung führt. Aus diesem Grund wandten sich viele Betroffene an die Patientenorganisation PRO RETINA mit der Frage, ob eine solche Behandlung sinnvoll sei. Daher hat sich der Arbeitskreis Klinische Fragen (AKF) der PRO RETINA mit dieser Problematik beschäftigt und die veröffentlichte Literatur dahingehend geprüft, ob klinische Studien zur Wirksamkeit von Akupunktur bei den oben genannten Erkrankungen vorliegen bzw. veröffentlicht wurden.

Pilotstudie zur Wirksamkeit von Elektroakupunktur

Allzu viele Forschungsergebnisse scheinen zu diesem Punkt bislang noch nicht vor zu liegen, vor allem gibt es offenbar keine klinischen Studien. Der oben genannte Arbeitskreis konnte im wesentlichen nur eine Pilotstudie finden, die sich mit der Wirksamkeit von Elektroakupunktur bei Retinitis Pigmentosa befasste. Dafür wurden 12 Patienten entsprechend behandelt und vorher sowie nachher mit verschiedenen Tests untersucht. Wie die Autoren der Studie berdegenerationichten, sollen 6 der 12 Patienten gewisse Verbesserungen bei der Wahrnehmung vor allem in der Dunkelheit erlebt haben, die über die anzunehmenden Messschwankungen hinaus gegangen sein sollen. Außerdem sollen sich bei jeweils einem Patienten Änderungen von Sehschärfe und Gesichtsfeld gezeigt haben. Allerdings ist die Aussagefähigkeit dieser Studie nicht optimal, da es keine Kontrollgruppe gab, die mit Scheinakupunktur behandelt wurde.

Weitere Studien abwarten

Darüber hinaus soll es bei Veröffentlichungen bislang nur Patientenbefragungen geben oder vorläufige Hinweise aus Tierversuchen. Aus Sicht des Arbeitskreises Klinische Fragen können diese jedoch nicht als Wirksamkeitsnachweis betrachtet werden. Auch könnten bislang mögliche Schäden bei der Anwendung dieser Akupunktur beim Menschen nicht ausgeschlossen werden. Interessante Ansätze seien aber dabei. Der Arbeitskreis kommt daher zu dem Schluss, dass eine Akupunkturbehandlung bei den genannten Netzhauterkrankungen nicht ohne Weiteres empfohlen werden kann und in jedem Fall noch weitere Studien abgewartet werden müssen.

Retinitis Pigmentosa: Wenn die Netzhaut nicht mehr mitmacht hilft keine Brille

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