Albrecht Dürer und die Reformation: Ausstellung in Nürnberg thematisiert ein schwieriges Verhältnis

Modell des Dürerhauses im Dürerhaus zu Nürnberg - KopieDas Reformationsjubiläum gehört zu den heißen Ereignissen des Jahres – auch in der fränkischen Metropole Nürnberg Übrigens hockte seinerzeit ein gewisser Albrecht Dürer im Großen Rat der alten Kaiserstadt, als der folgenschwere Beschluss über Nürnbergs Beitritt zum neuen Glauben gefasst wurde. Das Nürnberger Dürerhaus thematisiert mit der Ausstellung „Neur Geist und Neuer Glaube“ das Verhältnis zwischen dem Künstler und der Reformation… Weiterlesen

Dichter, Denker und Reformation: Tübingen im Lutherjahr

Das Jahr 2017 zeigt sich kulturell und touristisch voll im Luthermodus. Der alte Reformator scheint omnipräsent zu sein und auch die alte Universitätsstadt Tübingen ist in diesem Zusammenhang ein geschichtsträchtiges Pflaster. Ein geführter Rundgang bietet Einblicke in die spannende religiöse Vergangenheit… Weiterlesen

Reformationsjubiläum auch in der Schweiz

Überall wird heftig das 500. Jubiläum der Reformation zelebriert – sogar in der Schweiz, obwohl sie dort zum ersten Mal erst 1519 eingeführt wurde. Zehn Schweizer Orte mit besonderer historischer Beziehung zur Reformation haben ein spannendes Programm kreiert und wie sich das heutzutage gehört, gibt’s auch eine kostenose App bei Google Play und im App Store. Die nennt sich „R-City Guide“ und bietet Nutzern interaktive Rundgänge sowie einen Veranstaltungskalender und Informationen zu den historischen Schauplätzen der Reformation im Land der Eidgenossen.

Hier nun eine kleine Auswahl an interessaten Stationen für eine Reise in die Schweiz in Sachen Reformationsjahr…

Wildhaus (Ostschweiz)

In Wildhaus im Toggenburg ist Huldrych Zwingli 1484 rechtzeitig zu Beginn des neuen Jahres zur Welt gekommen. Das bis heute erhaltene hölzerne Geburtshaus des bedeutendsten Reformators der deutschsprachigen Schweiz ist öffentlich zugänglich und zeigt neben Führungen eine Sonderausstellung, die den Weg Zwinglis aus dem Toggenburg nach Zürich verfolgt.

Zwingli in Zürich

Im Jahre 1519 begann Huldrych Zwingli im Zürcher Grossmünster eine neue Auslegung der Bibel zu predigen, und 1523 beschloss der Zürcher Rat die Reformation. Neben zahlreichen Veranstaltungen startet das Kunstprojekt „Schattenwurf Zwingli“ von Zürich aus. Der Lichtkünstler Gerry Hofstetter wird den Schatten des Zürcher Zwinglidenkmals das ganze Jahr über an Orten projizieren, die für die Reformation von Bedeutung sind. Die Stadtführung „Reformation und Religion“ erzählt von den Anfängen und Auswirkungen der Reformation. 

Genf und Calvin

Genf steht natürlich historisch ganz im Zeichen Jean Calvins.Hier t reibt er die Reformation voran. Doch seine Ausstrahlung reicht weit über diese Stadt hinaus. In England wirkt sein Schüler John Knox; von dort gelangt der Calvinismus nach Nordamerika.

Im heutigen Genf präsentiert das Internationale Museum der Reformation MIR auf anschauliche Art und Weise die Geschichte der Reformation mit ihren wichtigsten Protagonisten. Das Museum befindet sich in der prächtigen Maison Mallet, die im 18. Jahrhundert auf dem Platz des Kreuzgangs von St. Peter errichtet wurde, wo 1536 die Reformation in Genf verabschiedet wurde. Im Jahr 2017 lässt das MIR den Buchdruck Gutenbergs wieder neu aufleben, um die gesamte Bibel neu zu drucken – mit Unterstützung des Publikums, ab Pfingsten (4. Juni) bis zum 500. Jahrestag der Reformation (31. Oktober).

Besucher können bei einem Rundgang durch das historische Zentrum Genfs an zehn Stationen die symbolischen Stätten der Reformation entdecken. Dazu gehört natürlich die Kathedrale St. Pierre als Hochburg der Reformation und die Reformationsmauer vor der alten Stadtmauer im Parc des Bastions. Hier stehen auch die Statuen wichtiger Persönlichkeiten jener Zeit des Umbruchs – Jean Calvin, Guillaume Farel, Théodore de Bèze und John Knox. Infos zu Genf und Reformation gibt’s hier…

Ilanz, Chur (Graubünden)

Von Ilanz (Kirche St. Margarethen) aus hat sich die Reformation ab 1526 in Graubünden verbreitet. Die Gemeinde Ilanz/Glion nutzt das anstehende Reformationsjahr für reich bepackte Veranstaltungsreihen, während es in Chur geführte Stadtrundgänge gibt. Vor allem ein Besuch der Martinskirche lohnt, die größte spätgotische Anlage Graubündens und das größte evangelisch-reformierte Kirchengebäude des Kantons.

Weitere Führungen, Rundgänge, Ausstellungen und Projekte finden in St. Gallen, Lausanne, Basel, Neuenburg und Bern statt und sind abzurufen unter www.ref-500.ch/kalender oder http://reformation-cities.org.

Luther in Leipzig: Veranstaltungen zwischen Kultur und Kulinarik

Das Jahr 2017 steht auch in Leipzig im Zeichen von Luther und dem 500. Reformationsjubiläum. Die Messestadt, in der 1519 die berühmte „Leipziger Disputation“ stattfand, würdigt mit über 100 Veranstaltungen das historische Ereignis. Die Bandbreite reicht von Ausstellungen über Konzerte und Stadtführungen bis zu kulinarische Angeboten.

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Open-Air-Spektakel

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der „Kirchentag auf dem Weg“, der vom 25. bis 28. Mai 2017 unter dem Motto „Leipziger Stadtklang: Musik. Disput. Leben.“ stattfindet. In dessen Rahmen wird auf dem Markt das 70-minütige Open-Air-Spektakel „ZUM LICHT“ aufgeführt. An den Abenden des 26. und 27. Mai zeigt es in einer Mischung aus Musik, Video und Licht-Performance historische Ereignisse im Zusammenhang mit der Leipziger Disputation und spannt den Bogen zu aktuellen Themen. Ein großes Orchester, Chöre, Schauspieler und Tänzer machen die Themen der Inszenierung emotional erlebbar. Ein weiterer Höhepunkt ist am 27. Mai das Festkonzert des Evangelischen Posaunendienstes mit rund 10.000 Blasinstrumenten auf dem Augustusplatz.

Hochkarätige Ausstellungen

Weiterhin präsentieren Leipziger Museen hochkarätige Ausstellungen zum Thema Reformation. So zeigt beispielsweise das GRASSI Museum für Angewandte Kunst bis zum 28. Mai 2017 „Gedanken Raum geben. Künstler gestalten Räume für Besinnung“. Im Museum der bildenden Künste können Kunstinteressierte vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 die Ausstellung „Lucas Cranach und die Motive der Reformation“ besichtigen. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig zeigt ab 12. April 2017 die Schau „Luther im Disput. Leipzig und die Folgen“, in der auch originale Luther-Exponate ausgestellt werden.

Futtern wie bei Luthern

Zum Programm des Lutherjahres in Leipzig gehören auch Spaziergänge und Wanderungen. Dazu gehört ein Stadtrundgang „auf Luthers Spuren in Leipzig“ sowie eine längere Tour auf dem Lutherweg in Sachsen. Wer dann nach so viel Kultur mit Wandereinlage ein gar heftiges Knurren des Magens verspürt, kann in „Barthels Hof“ ein opulentes Familienessen wie zu Luthers Zeiten verspeisen.

Weitere Infos zu Luther in Leipzig und den Jubiläumsveranstaltungen sind hier zu finden. Tipps für Leute, die eine Reise nach Leipzig planen, gibt’s u. a. auf dieser Seite der Tourismus GmbH. Über diese Seite werden auch Hinweise zum Themenfeld „Leipzig Barrierefrei“ zur Verfügung gestellt.

Foto: Norbert Hein als Martin Luther am Leipziger Hauptbahnhof (obs/Leipzig Tourismus und Marketing GmbH/Laura Gruner)

Basel ehrt Erasmus von Rotterdam zum 500. Jubiläum von „Novum Instrumentum“

c-Kunstmuseum-Basel-Martin-P.-Bühler-150x182Im Jahre 1516 ließ Erasmus von Rotterdam die Erstausgabe des griechischen Neuen Testaments (Novum Instrumentum) bei Johann Froben in Basel drucken. Damit legte der große Humanist den Grundstein für Luthers deutsche Bibelübersetzung und für den Beginn der Reformation im Jahre 1517. Das 500-jährige Jubiläum dieses Meilensteins der (Basler) Buchdruckgeschichte ist in der Schweiz Anlass für vier Ausstellungen zum Leben und Werk von     Erasmus. Außerdem gibt’s eine auf Erasmus und die Reformation bezogene Stadtführung in Basel.

Erasmus und Basel

Insgesamt über zehn Jahre hat Erasmus von Rotterdam (um 1466/69–1536) in Basel verbracht und ist auch dort gestorben. Von Basel aus pflegte er Korrespondenzen mit Thomas Morus, den Reformatoren Zwingli, Bucer und Capito und natürlich zu Martin Luther. Als Erster gab Erasmus 1516 das Neue Testament in seinem griechischen Urtext heraus. Er vertrat die Idee, dass jeder Zugang zu biblischen Texten haben sollte, um sie selbst auslegen zu können. Auf seiner griechischen Erstausgabe fußte schließlich Luthers deutsche Übersetzung des Neuen Testaments. Die Stadt Basel war dank ihres liberalen Geistes auch der Ort, von dem aus Erasmus sein Gedankengut durch die lokalen Drucker in alle Welt verbreiten konnte. Öffentliche Führungen zur Reformation in Basel lassen Geschichtsinteressierte die Schauplätze dieser folgenreichen Zeit wiedererleben (Kosten 20 Schweizer Franken pro Person). www.basel.com

20.5.–25.9.2016 „ERASMUS MMXVI“, Historisches Museum Basel

Für die Ausstellung setzt das HMB erstmals auf Virtual und Augmented Reality. Besucher erleben das Ausstellungsprojekt dank neuester Technologien als multimediales Ereignis. „ERASMUS MMXVI“ erstreckt sich mit dem „Urban Erasmus Trail“ über das Museum hinaus in den öffentlichen Stadtraum.

Dafür hat der Medienkünstler Oliver Hangl Audioguide entwickelt, der Einblicke gibt in die wegweisenden Ideen des Erasmus von Rotterdam. Die Besucher bewegen sich mit Smartphone und Stadtplan innerhalb eines fiktiven Bild-/Ton-Plots, der unter Einflechtung von Primärquellen und neuen Text- und Soundproduktionen eine filmische Ebene über die realen Bilder des Basler Stadtraums legt. Startpunkt der 60-minütigen, individuellen Tour ist der Eingang des Museums für Geschichte am Barfüsserplatz. Erforderlich für die Teilnahme ist ein Smartphone sowie der kostenlose Download der dazugehörigen „ERASMUS MMXVI“-App (vorkonfigurierte Leihgeräte sind im Museum für Geschichte verfügbar). Weitere Infos mit diesem Link: www.hmb.ch/erasmus.html

24.6.–12.11.2016 „Erasmus-Ausstellung 2016“, Basler Münster

Ein einzigartiger Kraftort ist das gewaltige Basler Münster. Mit roten Sandsteinmauern und Ziegeln sowie den beiden Türmen prägt das Münster das Stadtbild Basels. Die Krypta, der Chor, das Grab von Erasmus von Rotterdam, die Galluspforte und die beiden Kreuzgänge zeugen von einer bewegten Baugeschichte über mehrere Jahrhunderte hindurch. Die Ausstellung der Universitätsbibliothek Basel konzentriert sich ganz auf den Menschen Erasmus von Rotterdam, den produktiven Gelehrten und den um Ausgleich bemühten Kirchenmann. Siehe auch www.baslermuenster.ch

5.7.–24.9.2016 „Setting Erasmus. Zu Besuch in der Druckerwerkstatt Johannes Frobens“ im Pharmazie-Historisches Museum

1516 druckte Johannes Froben die von Erasmus zusammengestellte griechische Fassung des Neuen Testaments. Das Haus zum Sessel am Totengässlein, wo vor 500 Jahren die Druckerpressen von Johannes Froben standen, wird im Rahmen dieser Sonderausstellung der Basler Papiermühle im Pharmazie-Historischen Museum wieder zur Druckerstätte. Hier der passende Link: www.pharmaziemuseum.ch

10.9.2016–8.1.2017 „Archäologie des Heils. Das Christusbild im 15. und 16. Jahrhundert“ im Kunsthaus Basel

Der Jubiläumsbeitrag des Kunstmuseums beschäftigt sich mit dem Christusbild, das Erasmus und seine Zeit geprägt hat, und mit dessen Wandlungen. Gezeigt wird anhand von Leihgaben und vielen selten ausgestellten eigenen Werken eine Blütenlese aus den diversen Bereichen spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Frömmigkeit. Und mit www.kunstmuseumbasel.ch gibt’s weitere Infos.

Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler

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Ernst Holbein d. J.; Bildnis des schreibenden Erasmus von Rotterdam