„Blinde gehen Baden“ als politische Aktion vor dem Reichstagsgebäude

In der kommenden Woche findet im Bundestag die erste Lesung des Bundesteilhabegesetzes statt. Es soll behinderten Menschen angeblich mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen, wird nach dem jetzigen Entwurf jedoch für viele behinderte Menschen Verschlechterungen bringen. Um auf die negativen Folgen insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen hinzuweisen, plant der Deutsche Blinden und Sehbehindertenverband (DBSV) mit Unterstützung seiner Landesverbände eine öffentlichkeitswirksame politische Aktion unter dem Motto „Blinde gehen baden“.

Baden um nicht baden zu gehen

Letzteres ist übrigens wörtlich gemeint sowohl bezogen auf die Verschlechterungen durch das neue Gesetzt wie in Form dieser politischen Aktion. Selbige findet statt am Mittwoch, den 21. September ab 11:00 Uhr. Ort dieser politischen Badeaktion der Blinden ist natürlich in der Spree vor dem Reichstagsgebäude (Reichstagsufer/Ecke Friedrich-Ebert-Platz, Nähe  Gedenkstätte „Weiße Kreuze“) Die Aktiven sollten sich bereits um 10:30 dort treffen. Die Aktion sieht so aus, dass blinde und sehbehinderte Personen, begleitet von sehender Assistenz, in die Spree gehen und dort einige Minuten verbringen. Am Ufer finden parallel Gespräche mit der Presse statt und eine Gruppe von Unterstützern feuert die Badenden an.

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Gesucht dafür werden noch blinde und sehbehinderte Menschen, die als Badende mitmachen wollen sowie sehende Menschen als Begleitung im Wasser (bitte melden per E-Mail an v.lenk@dbsv.org bis Donnerstag, 15. September um 16:00 Uhr). Außerdem werden möglichst viele Leute gesucht, die vom Ufer der Spree aus die Badenden lautstark anfeuern wollen. Dafür ist keine Anmeldung nötig, da kann also auch noch spontan aufgetaucht werden.

Sicherlich gibt’s noch Fragen, wie das Schwimmen genau organisiert ist. Dafür erhalten alle blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen, die bereit sind, für diese politische Aktion in die Spree zu steigen, am Montagabend, 19. September, eine E-Mail mit allen Infos und den Handy-Nummern der Ansprechpartner vor Ort.

Hinweis zur Anreise mit öffentlichem Verkehrsmittel

Zunächst mit U-, S- oder Regionalbahn bis zum Bahnhof „Friedrichstraße“ und dort den Ausgang „Georgenstraße“ nehmen. Dann nach rechts am Bahnhofsgebäude entlang bis zur Straße „Reichstagsufer“ und dann dieser Straße nach links immer entlang der Spree bis zum Reichstagsgebäude folgen (ca. 650 m).

Nun kann es ja sein, dass Leute aus dem angesprochenen Personenkreis gerne bei der Aktion „Blinde gehen Baden“ mitmachen wollen, sich den beschriebenen Weg aber nicht allein zutrauen. Diese können sich dann bei Volker Lenk melden, der einen Treffpunkt am Bahnhof Friedrichstraße anbieten wird. (Tel.: 030 28 53 87-140 )

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Hannover: Protest gegen Fracking in Sandstein

Hannover, 14.7.2016. Mit einem knapp fünf Meter hohen Bohrturm haben 50 Menschen heute vorm Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geothermie (BVEG) in Hannover gegen die Wiederaufnahme von Fracking-Bohrungen demonstriert. Birgit Brennecke aus dem davon betroffenen Landkreis Rotenburg übergab mehr als 27.000 Unterschriften an den Geschäftsführer des BVEG, Dr. Christoph Löwer.

Starke Proteste angekündigt

Wir Bürger bereiten uns jetzt auf den Tag X vor – den Tag der ersten Fracking-Bohrung“ sagte Birgit Brennecke. Gemeinsam mit Silke Döbel aus Hemslingen hatte Brennecke auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, die Online-Petition “Hände weg vom Fracking-Moratorium” gestartet. So wie viele Menschen aus der Gasförderregion befürchten die beiden einen baldigen Neustart von Fracking-Bohrungen. “Wenn die Gas-Konzerne tatsächlich das Moratorium beenden, sollten sie sich auf starke Proteste einstellen” meint Brennecke.

Fracking in Sandstein weiterhin erlaubt

Das Fracking-Gesetzpaket der Bundesregierung wird voraussichtlich zu einem Ende des seit fünf Jahren bestehenden Fracking-Moratoriums führen. Denn mit dem Gesetzespaket wird zwar Fracking im Schiefergestein verboten – doch gleichzeitig bleibt das in Niedersachsen praktizierte Sandstein-Fracking erlaubt. ExxonMobil und Wintershall haben bereits Fracking-Projekte in Bötersen (Landkreis Rotenburg) und Barnstorf (Landkreis Diepholz) angekündigt.

Fracking schadet dem Klima, der Umwelt und unserer Gesundheit. Nach dem Verbot von Schiefergas-Fracking muss die Regierung jetzt auch Fracking im Sandstein verbieten.” sagte Linda Neddermann von der Bürgerbewegung Campact. die den von Brennecke und Döbel gestarteten Appell unterstützt.

Das Bonn-Berlin Duell: rbb erinnert an das Ringen um den Regierungssitz

Am Dienstag, den 21. Juni um 20:15 erinnert das rbb Fernsehen noch einmal an das sogenannte Bonn-Berlin Duell von 1991. Damals gings um die durchaus heftig diskutierte Frage, ob in Zukunft Bonn oder Berlin Regierungssitz sein sollte.

Spannendes Rennen

Im Einigungsvertrag war 1990 Berlin zwar nominell als Hauptstadt festgeschrieben, die Frage nach dem Sitz der Regierung und des Parlaments jedoch offen gelassen und auf später vertagt worden. Berlin oder doch weiter Bonn? Die kleine Stadt am Rhein hatte sich immerhin in vier Jahrzehnten demokratisch bewährt und genoss auch im Ausland großes Ansehen. Der Wettstreit zwischen den Pro-Berlin- und Pro-Bonn-Fraktionen beginnt direkt nach der Wiedervereinigung. Von Oktober 1990 bis Juni 1991 kämpfen die Lobbyisten, spekulieren die Medien und diskutieren die Parteien. Es geht um viel, und der Riss geht mitten durch die politischen Lager. Am Anfang liegt Bonn in der Gunst der Politiker deutlich vorn. Am 20. Juni 1991 mündet dieser Prozess in eine über zwölf Stunden lange Debatte im Parlament. Bis zu diesem Zeitpunkt ist völlig offen, wie das Ergebnis aussehen wird. Der Berliner Tagesspiegel hat für den nächsten Tag verschiedene Leitartikel parat: „Eine vergebene Chance“ wird die Überschrift heißen, wenn die Abgeordneten für Bonn entscheiden, „Eine Hauptstadt für alle Deutschen“ wird die Zeitung jubeln, wenn Berlin das Rennen macht.

Knappe Entscheidung

104 Redner begeben sich im Laufe der Sitzung ans Pult, noch einmal ebenso viele verzichten darauf und geben ihre Reden schriftlich zu Protokoll. Es ist 21:47 Uhr, als Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth das Mikrofon ergreift und die Entscheidung bekannt gibt: 320 Stimmen für Bonn, 338 für Berlin. Einige dramatische Reden haben den Umschwung gebracht. Damit ist der Antrag, der offiziell Vollendung der Einheit heißt, vom Deutschen Bundestag angenommen.

Genau 25 Jahre nach diesem Polit-Krimi erinnert die Dokumentation an diesen spannenden Tag im Parlament, seinen Vorlauf und seine Folgen. Wer also gern in Erinnerungen schwelgen möchte oder damals noch nicht gelebt hat und ein bisschen Geschichte tanken möchte, kann sich den Sendetermin am 21. Juni um 20:15 im rbb Fernsehen schon mal vormerken.

Flucht und Migration kindgerecht erklären

Flucht und Migration sind derzeit Themen, die gesellschaftlich und medial besonders präsent sind. Doch warum Menschen ihre Heimat verlassen und was es bedeutet „geflüchtet“ zu sein, ist für viele junge Fernsehzuschauer und Medienkonsumenten nicht leicht zu verstehen. Wie aber kann man diese Themen kindgerecht erklären? Welche Aufgabe haben die Medien dabei? Diese und weitere Fragen werden in einem Workshop für Menschen, die im Medienbereich oder als Multiplikatoren arbeiten am Freitag, 12. Februar diskutiert. Der Workshop findet in Berlin statt und wird veranstaltet von PRIX JEUNESSE, dem Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen sowie dem Goethe-Institut. Weitere Infos sowie die Möglichkeit der Anmeldung gibt es hier…

Das Flüchtlingsthema und praktische Aspekte des Helfens in einem Special der Stiftung Warentest

Das Flüchtlingsthema ist allgegenwärtig und auch eine Reiseseite wie diese hier wird sich selbstverständlich damit befassen und zwar im Sinne einer vernünftigen und allgemein menschlichen Willkommenskultur nach dem Motto: „Schade niemandem sondern hilf allen, so gut du kannst“. Auch Stiftung Warentest hat sich aktuell mit einigen Fragen im Zusammenhang des Helfens befasst und dazu ein Special online gestellt. Im Folgenden soll es kurz vorgestellt werden.

Immer mehr Deutsche wollen sich für Flüchtlinge engagieren – doch bei vielen Helfern herrscht Unsicherheit in rechtlichen, versicherungstechnischen oder anderen Fragen. test.de, das Onlineportal der Stiftung Warentest, hat in einem umfangreichen Special aufgelistet, was man bei der Hilfe für Flüchtlinge beachten sollte. Hier kurzgefasst die wichtigsten Punkte:

Thema Spenden: Welche Organisationen sind vertrauenswürdig?

Spenden können Flüchtlingen an vielen Orten helfen: Hier in Deutschland, unterwegs auf der Flucht oder in ihren Herkunftsländern. Eine Orientierung dafür, welche Spendenorganisation vertrauenswürdig ist, bietet das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Das DZI hat für test.de eine Liste mit Namen, Adressen und Kontonummern von Organisationen zusammengestellt, die das DZI-Spendensiegel tragen.

Urlaub für ehrenamtliche Helfer?

Einen gesetzlichen Anspruch auf Freistellung haben Ehrenamtliche nicht. Allerdings sollten sie dennoch einen Versuch wagen, sich freistellen zu lassen: Unternehmen fördern häufig das Engagement ihrer Mitarbeiter für gemeinnützige Zwecke.

Thema Versicherungsschutz

Wer sich als Ehrenamtlicher verletzt, ist in der Regel über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Dies gilt, wenn man sich z.B. bei den Kommunen, Wohlfahrtsverbänden oder im Gesundheitswesen engagiert. Jedes Bundesland hat eine private Haftpflicht-Sammelversicherung für seine Ehrenamtlichen abgeschlossen. Wenn keine anderweitige Haftpflicht-Versicherung greift, leistet diese, wenn ein Ehrenamtlicher andere Personen verletzt oder etwas kaputt macht.

Flüchtlinge zu Hause aufnehmen

Wer kurzfristig als Übergangslösung einen Flüchtling bei sich aufnimmt, benötigt keine Zustimmung des Vermieters. Sollen die Flüchtlinge aber langfristig als Untermieter untergebracht werden, ist die Einwilligung des Vermieters erforderlich.

Antwort auf weitere Fragen im Special

Weitere Informationen des Specials zeigen, wie sich Spenden und Unterhaltszahlungen von der Steuer absetzen lassen, wie Freiwillige ohne besondere Vorkenntnisse, aber auch Ärzte, Lehrer, Dolmetscher und Rechtsanwälte sich nützlich machen können und welche Fortbildungen es für Helfer gibt.

Das ausführliche Special Flüchtlinge ist unter www.test.de/fluechtlinge abrufbar.