Oper mit Audiobeschreibung oder: Hören was auf der Bühne zu sehen ist

Oper ist was zum Hören denn da wird gesungen und Musik gibt es auch. Also eine ideale Kunstform besonders für blinde und sehbehinderte Kulturfans?

Musik ist nur die halbe Oper

Gewiss – doch der Klang von Instrumenten und Stimmen ist im besten Sinne großartige Musik aber trotzdem nur die Hälfte dessen, was ohne Kulissen und Handlungsabläufen in Bildern kein vollkommenes Musiktheater wäre. So ist es beispielsweise nicht unerheblich, ob Mozarts Zauberflöte visuell in den Farben und Formen der historisierenden Tradition oder in der reduktiven Bildersprache moderner Inszenierungen serviert wird. Diese Ebene würde Kulturfans mit Seheinschränkungen verborgen bleiben oder nur abgespeckt zur Verfügung stehen, gebe es da nicht seit einigen Jahren ab und zu spezielle Angebote als Hör.Oper, was nicht einfach Opern Hören bezogen auf die Musik bedeutet. Weiterlesen

Musiktheater im Revier bietet Opernaufführungen für blinde und sehbehinderte Menschen

In der Saison 2016/2017 bietet das Gelsenkirchener „Musiktheater im Revier“ zu fünf Stücken jeweils zwei Aufführungen mit Audiodeskription an. Neben der Live-Beschreibung des Bühnengeschehens gehört jeweils auch eine Einführung in das Stück sowie eine Führung hinter die Kulissen zum Angebot für blinde und sehbehinderte Menschen. Den Auftakt macht im Oktober das Musical „Anatevka“, später stehen noch die Klassiker „Die Lustige Witwe“, „Tristan und Isolde“ und „Don Giovanni“ sowie „Die Passagierin“ von Mieczyslaw Weinberg auf dem Spielplan. Kontakt: Telefon 0209-4097-200 (Theaterkasse) oder für inhaltliche Fragen E-Mail: Stephan.Steinmetz@musiktheater-im-revier.de.

Opernfestspiele Heidenheim ganz im Zeichen der italienischen Oper

Wichtige Festivals müssen früh ins Auge gefasst werden wenn man Karten ergattern will. Das gilt u. a. für die Heidenheimer Opernfestspiele, die sich zwischen dem 8. Juni und 7 August mit drei hochkarätigen Opernproduktionen wieder mal mit Verona messen wollen. Um ein Feeling wie in der dortigen weltberühmten Arena zu erzeugen, werden diese 52. Heidenheimer Opernfestspiele auch ganz im Zeichen der italienischen Oper stehen – natürlich mit Aufführungen unter freiem Himmel.

Im Zeichen Puccinis

Passend dazu gibt’s u. a. Puccinis „La Bohème“ in einer Neuinszenierung von Petra Luisa Meyer. Die Handlung dieser 1896 uraufgeführten Oper siedelte Puccini in einer bis heute noch existierenden Kneipe an – dem berühmten Café Momus in einer Seitenstraße in der Nähe des Louvre. Die Rolle des armen Poeten Rodolfo wird kein Geringerer als der gefeierte amerikanische Tenor Jesus Garcia übernehmen. Die ukrainisch-amerikanische Sopranistin Stefania Dovhan gibt die Rolle der Näherin Mimi in dieser nach Henri Murgers „Scènes de la vie de Bohème“ musikalisch gestalteten Liebesgeschichte.Im Orchestergraben werden die Musiker der Stuttgarter Philharmonie ihre Instrumente erklingen lassen. Premiere ist am 8. Juli.

Verdi, Kinderoper und Jazz

Des weiteren wird es eine neue Opernreihe zum frühen Verdi geben, wobei dessen Erstling „Oberto, conte di San Bonifacio“ sicherlich besonderes Interesse erwecken wird. Tobias Heyder wird dieses dramatische Kammerspiel übrigens ganz ohne historischen Pomp inszenieren und auch die Kostüme und Requisiten sowie die Lichtregie von Hartmut Litzinger wenden das bewährte Mittel der Reduktion an. Außerdem wird es mit „Rocke und die Zaubertrompete“ von Samuel Hogarth auf dem diesjährigen Festival von Heidenheim auch eine Oper für Kinder ab 5 Jahren geben. Das Libretto dazu stammt von dem beliebten Kinder-Autor Eberhard Streul. Und dann gibt’s auch noch „Jazz zur Festspielzeit“ und zwar mit der SWR Big Band sowie einem Überraschungsgast. Letzteres steigt am 23. Juli ab 20.00 Uhr im Festspielzelt.

Weitere ausführliche Infos auf der Website der 52. Heidenheimer Opernfestspiele