„Unwirklichkeiten“ in Heidelberg: Kunst der Romantik und der Moderne im Kurpfälzischen Museum

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Seit dem 14. Oktober zeigt das Kurpfälzische Museum in der Heidelberger Hauptstraße die Sonderausstellung „Unwirklichkeiten“ – das Imaginäre in der Kunst. Mit dabei sind Werke von Francisco de Goya, Caspar David Friedrich, Edvard Munch, Picasso und vielen anderen. Für Kulturfans mit Sicherheit ein triftiger Grund, im kommenden halben Jahr mal wieder eine Reise nach Heidelberg einzuplanen…

 

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Zürich in diesem Jahr voll im Dadafieber

Im diesem Jahr steht Zürich ganz im Zeichen des 100sten Geburtstages der Künstlerbewegung Dada. Performances, Führungen, Konzerte und Ausstellungen laden das ganze Jahr über zur Auseinandersetzung mit Dada ein. Dada-Begeisterte können sich an historischen Orten auf die Spuren der Dadaisten begeben, die seinerzeit vor Krieg und Verfolgung in die Limmatstadt geflohen waren.

Dada – von Migranten gegründet

Der aus München nach Zürich geflohene Dramaturg Hugo Ball war der Spiritus Rector der Dadaisten. Mit seiner späteren Ehefrau Emmy Hennings gründete er das Cabaret „Voltaire“. Am Abend der Eröffnung (5. Februar 1916) gesellten sich Hans (auch Jean) Arp aus Frankreich, Sophie Taeuber aus Davos sowie Tristan Tzara und Marcel Janco aus Rumänien zu der Truppe, eine Woche später reiste Richard Huelsenbeck aus Berlin an – der harte Kern der Dadaisten war geboren. Alle waren sie gegen den Weltkrieg, gegen Hierarchien, gegen die klassischen bürgerlichen Werte; Unvernunft und Magie proklamierten sie zu ihren höchsten Gütern. Ausgedrückt haben sie dies in Manifesten, in Laut- und Simultangedichten, später in eindrücklichen Collagen, Plastiken und Gemälden. Dank spektakulärer Aktionen wurde Dada bald zur internationalen Bewegung mit Ablegern in Paris, Berlin, Hannover und New York.

Zürich im Dadafieber

Das Cabaret Voltaire (cabaretvoltaire.ch) ist erneut ein Ort des aktuellen Dadafiebers geworden. Es befindet sich an der Spiegelgasse 1 in einem Teil der Zürcher Altstadt, der Niederdörfli genannt wird. Heute findet man im Cabaret Voltaire sowohl ein Museum als auch ein Café und einen Shop. Hier werden vom 5. Februar bis 18. Juli 2016 rund 165 DadaistInnen an 165 Feiertagen gewürdigt. Am 5. Februar eröffnet die Ausstellung „Obsession Dada“, und am 22. Februar können die Zuschauer bei der Verlesung des Eröffnungs-Manifests von Hugo Ball einen historischen Moment nacherleben. Mit dem neuen Stadtplan „Dada Stadt Zürich“ und der „School of Dada“ können Besucher aller Altersgruppen Zürich auf den Spuren der Dadaisten erkunden.

Doch nicht nur im „Voltaire“ als Ursprungsort von Dada wird das Jubiläum gefeiert. Auch andere Häuser und Museen widmen sich dieser Künstlerbewegung. Das Museum Haus Konstruktiv (hauskonstruktiv.ch) beispielsweise beleuchtet vom 25. Februar bis 8. Mai 2016 das dadaistische Erbe aus weiblicher Perspektive. Neben den zeitgenössischen Künstlerinnen Ulla von Brandenburg und Sadie Murdoch sind alte Werke von Sophie Taeuber-Arp, Hannah Höch und Elsa von Freytag-Loringhoven in „Dada anders“ zu sehen. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen rund um das Dada-Jubiläum gibt’s unter www.dada100zuerich2016.ch

Hotel Bogota Berlin -die Geschichte einer Institution des Neuen Westens als Doku im rbb Fernsehen

Das Fernsehen des rbb bringt am 15. Dezember ab 22.45 Uhr eine Doku über das kleine aber weltberühmte Hotel „Bogota“ in Berlin Charlottenburg, das im Jahre 2013 geschlossen wurde. Bis dahin war das Haus in der Schlüterstraße 45 nicht nur irgendein Hotel, sondern ein historischer Ereignisort. Im Jahre 1911 als Mietshaus eines Bankiers erbaut wurde es während der Weimarer Republik zu einer Institution des „Neuen Westens“ von Berlin und zu einem Zentrum jüdischen Kulturlebens. Berühmte Leute gingen ein und aus und Helmut Newton ging hier sogar in die Lehre und zwar bei „Yva“, der damals berühmtesten Modefotografin Deutschlands, die dort Wohnung und Atelier hatte.

Der „Neue Westen“ stand seinerzeit für Aufbruch in die Moderne und wurde daher von konservativen und reaktionären Kreisen nicht gerade geliebt. Ab 1930 setzten sie alles daran, den „Neuen Westen“ zu okkupieren und als die Nazis dann an der Macht waren, geschah das mit allen Mitteln des terroristischen Staatsapparates. Das bekam auch das Haus in der Schlüterstraße zu spüren: Es wurde 1940 Sitz der Reichskulturkammer mit ihrem Leiter Hans Hinkel. Hier mussten alle damals bekannten Größen der deutschen Unterhaltungsindustrie vorsprechen um ihr Deutschtum zu beweisen. „Yva“ konnte das aufgrund ihrer jüdischen Herkunft im Sinne der Nazis natürlich nicht, wurde in ein Vernichtungslager verschleppt und dort ermordet.Weil die Nazis als echte Bürokraten die Akten über die Kulturschaffenden fein säuberlich gesammelt und im Keller deponiert hatten, bekam nach dem Krieg die britische Entnazifizierungsabteilung Interesse an dem Haus und zog für einige Jahre dort ein.

Den Namen „Bogota“ bekam das Haus übrigens erst in den Sechzigerjahren. Der jüdische Emigrant Heinz Rewald wählte ihn als Reminiszenz an seinem Zufluchtsort in der kolumbianischen Hauptstadt.

Der Schauspieler Ilja Richter erzählt in seinem ersten Dokumentarfilm die Geschichte des „Bogota“. Ehemalige Gäste kommen zu Wort, ebenso wie Historiker, Schriftsteller und Künstler – und die Hoteliersfamilie Rissmann. Hanna Schygulla, Dieter Hallervorden, Dani Levy, Jim Rakete u. a. beleben die Vergangenheit. Mit der Schließung des Hotels im Dezember 2013 beleuchtet Ilja Richter aber auch die umfassenden Veränderungen, wie man sie in Berlin seit Jahren beobachten kann: bestehende Strukturen werden entfernt, um neue zu schaffen; oder – wie der Fotograf Jim Rakete es formuliert – „Orte werden umgewidmet“. Und Ilja Richter sagt: „Die gezeigte Gegenwart ist bereits Geschichte. Denn während wir im Film dem Scheitern des Hoteliers zusehen, sind die Planungen für das Haus bereits vorangeschritten.“

phoenix Doku über mutige Frauen, tödlichen Hexenwahn und einen echten Robinson am anderen Ende der Welt

Bis zum 1. November ist zwar noch ein bisschen Zeit, aber auf eine spannende phoenix-Doku von Norbert Lübbers in der Reihe „Mein Ausland“ wollen wir doch schon mal hinweisen. Diesmal ist der langjährige Südostasien-Korrespondent unterwegs in Papua-Neuguinea und Australien, Laos und Vietnam.

Dabei trifft er Menschen, die sich mit Mut und Leidenschaft für ein besseres Leben einsetzen. Sie führen einen Kampf gegen Aberglaube und Armut, und manchmal auch einen Kampf gegen die eigene Einsamkeit wie z. B. Dave Glasheen, Wie Robinso Crusoe lebt er seit 17 Jahren ganz allein auf Restoration Island vor der Nordspitze Australiens.

In Laos zeigt Lübbers eine Gruppe mutiger junger Frauen, die ihr Leben riskieren auf der Suche nach zahllosen Blindgängern aus dem Vietnamkrieg. Damals hatten die Flugzeuge der US Air Force zwei Millionen Tonnen Bomben über der Ebene der Tonkrüge abgeworfen. Auch in Vietnam begleitet der ARD-Reporter junge Frauen. Diese sind auf der Suche nach den schönsten Haaren des Landes, um sie als Rohstoff für Haarverlängerungen zu sammeln. Ist übrigens ein Exportschlager und landet in den Frisörsalons der ganzen Welt.

Beim Besuch in Papua-Neuguinea erlebt Lübbers ein extrem widersprüchliches Land. Der pazifische Inselstaat wurde im vorigen Jahrhundert von der Steinzeit regelrecht in die Moderne katapultiert. Doch der Glaube an schwarze Magie ist noch immer allgegenwärtig: Jedes Jahr müssen hunderte Frauen sterben, weil man sie für Hexen hält.

Die Doku „Mein Ausland: Hexen, Haarjäger und ein Robinson Crusoe – Unterwegs am anderen Ende der Welt“ wird am Sonntag, 1. November 2015, um 21.45 Uhr bei phoenix gezeigt.