Tastbare Modelle: Berlinische Galerie macht Malerei für Blinde zugänglich

Die Berlinische Galerie bietet Malerei zum Anfassen und macht damit ihre Dauerausstellung blinden Menschen autonom zugänglich. Das ist einmalig in Deutschland, sagt der Museumschef.

Tastbilder und ihre Sprache

Eine Tänzerin im schwarzen Ballkleid. Anmutig legt sie den Kopf zurück, hebt leicht ihren weit schwingenden Rock und lässt einen Fuß hervor blitzen. In Berlin können jetzt auch blinde Menschen dieses frühe Hauptwerk von Eugen Spiro (1874-1972) „sehen“. Im Landesmuseum Berlinische Galerie ist das Ölgemälde in ein Tastrelief übersetzt. In eine Bank vor dem Original eingelassen, können die Besucher das Bild mit den Händen erkunden. „Es geht um Bewegung, Lebendigkeit und Natur, und das soll sich auch so anfühlen“, sagt Reiner Delgado, Sozialreferent des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands. „Das Tastbild spricht zu mir wie das Gemälde zu einem Sehenden“. Weiterlesen

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Kunstausstellung im Wasserschloss – Bildende Künstler können sich noch bis 31. März bewerben

Vom 24. Juni. – 15. Juli.17 finden die 25. Kunsttage im ostfriesischen Wasserschloss Dornum statt. Wer dort gern dabei sein will um seine Werke der bildenden Kunst auszustellen, kann sich noch bis zum 31. März über die Homepage des Kunst- und Kulturverein Dornum e. V. bewerben. Aufgerufen dazu sind Künstler aus der ganzen Welt in den Bereichen Malerei, Fotografie, Grafik, Bildhauerei, Video u. Lichtkunst . Ziel der Veranstalter ist, neben einer großen Bandbreite. insbesondere ein aktuelles Bild der Gegenwartskunst widerzuspiegeln Umrahmt sind die Kunsttage traditionell von einer Vernissage und einer Finissage mit der Verleihung des Dornumer Kunstpreises.

Caravaggios Erben: Barock aus Neapel im Museum Wiesbaden

Das Museum Wiesbaden präsentiert vom 14. Oktober 2016 bis 12. Februar 2017 die Ausstellung Caravaggios Erben – Barock in Neapel. Damit trägt zum ersten Mal ein deutsches Museum die großen Werke der neapolitanischen Barockmalerei umfassend zusammen.

Hochkarätige Leihgeber

Ausgangspunkt der Ausstellung sind die Gemälde von Luca Giordano und Francesco Solimena aus dem Sammlungsbestand des Museums Wiesbaden. Entscheidenden Anteil an der Qualität dieser Ausstellung hat aber auch die Kooperation mit dem Museo di Capodimonte in Neapel, das mit der Leihgabe von 18 Werken höchster Qualität aus seiner ständigen Sammlung die Ausstellung maßgeblich unterstützt. Weitere bedeutende Leihgeber sind u. a. der Louvre in Paris, die Galerie der Uffizien in Florenz und das Kunsthistorische Museum in Wien. Insgesamt sind an der Ausstellung mehr als 200 Werke von 50 Künstlern zu bewundern, die von ebenso vielen Leihgebern aus elf Ländern stammen.

Kunsthistorischer Hintergrund

Die Epoche des Barock in Neapel beginnt mit der Ankunft von Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio im Jahre 1606. Obwohl er in der Stadt im Schatten des Vesuv bereits vier Jahre später starb, reichte ihm diese knappe Zeit, um zum bewunderten Vorbild für mehrere Generationen neapolitanischer Künstler aufzusteigen. Seine neuartige Hell-Dunkel-Malerei und provokante Wirklichkeitserfassung gaben wesentliche Impulse für die Herausbildung einer lokalen Schule von europäischem Rang. Ihm folgten eine Reihe höchst qualitätsvoller Maler wie Giovanni Battista Caracciolo, Artemisia Gentileschi oder der aus Valencia stammende Jusepe de Ribera, die gemeinsam mit einer neuen Generation von heimisch geschulten Malern wie Salvator Rosa, Mattia Preti, Luca Giordano oder Francesco Solimena die neapolitanischen Barockmalerei entwickelten. Mit großem Erfolg exportierten sie infolgedessen eine erstaunliche Zahl an hochwertigen Arbeiten in die Sammlungen Europas. In den Werken dieses goldenen Zeitalters der italienischen Malerei spiegeln sich die Pracht, Raffinesse und Kultur der Mittelmeermetropole am Vesuv. In der Ausstellung bezeugen über 100 monumentale Tafelbilder den Verismus und die Kraft einer Malerei, in der auch die Erfahrung von Armut, Brutalität und Verfall ihren Niederschlag fanden.

Übrigens:

Caravaggio, also Michelangelo Merisi (1571 – 1610) darf nicht mit Michelangelo Buonarroti (1475 – 1564) verwechselt werden. Männer, die nach dem Erzengel Michael genannt werden, waren und sind in Italien häufig anzutreffen. Trotz – oder wegen – seines frühen Todes wurde Caravaggio nicht nur zum Schöpfer einer Epoche erklärt, sondern schnell auch zum Prototyp des ruchlosen Künstlers. Offensichtlich war er bisweilen in heftige Raufereien verwickelt.

Kickkoff: Erstes Kamingespräch des Berliner NetzStamms in der S…Cultur

Neben seinen zahlreichen Spaziergängen und Trekkingtouren ist der Großstadtwanderer gern auch als Moderator kleiner Talkrunden unterwegs. Gerade gestern, am Donnerstag den 6. Oktober war es mal wieder soweit. Da brachte der NetzStamm unter dem Titel „Kamingespräch“ das Kickoff seines neuesten Formats auf die berühmte Klappbühne in der Neuköllner S…Cultur.

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Der Großstadtwanderer inmitten seiner beiden Talkgäste Silja Korn und Klaus Hoffmann. Foto: Christian Polinna www.fotojournalist-berlin.de

Als Talkgäste konnte der Großstadtwanderer zwei besonders kreative Akteure der Berliner Kultur- und Designszene begrüßen. Da war zum einen die blinde Malerin Silja Korn, die neulich erst als Teilnehmerin der politischen Aktion „Blinde gehen baden“ vor dem Bundestag durch die Spree geschwommen war. Bei der Talkrunde in der S…Cultur präsentierte sie zwei ihrer inzwischen gut sechshundert Gemälde. Dabei erläuterte sie den Besuchern des Events ihr Verhältnis zu den Farben, die sie aus der Erinnerung kennt. Zum anderen saß in der Dreierrunde auch Klaus Hoffmann, der wohl zu den ungewöhnlichsten Fashion Designern Berlins gehört. Im ersten Leben war er weltweit aktiver Stadtplaner und während Andere im wohlverdienten Ruhestand faulenzen, fühlte Klaus Hoffmann sich dazu berufen, Fliegen zum selber binden zu entwerfen. Inzwischen ist er bei einer Kollektion Boxershorts aus Seide angelangt.

kamin_kickoff-20-kopieWie sich am Ende herausstellte, hatte sich auch Silja Korn neuerdings ein wenig mit dem Bereich Modedesign befasst. Eines der Ergebnisse trug sie an diesem Abend als Shirt. Sie hat aber nicht nur dieses eine mit ihren eigenen Motiven gestaltet, sondern eine ganze Kollektion, die auf der Seite von Handicapsports zu sehen und zu kaufen sind.

 

Die blinde Berliner Künstlerin Silja Korn: Unterwegs mit Pinsel, Farbe und Fotoapparat

Die aufgeklärte Menschheit hat sich allmählich daran gewöhnt, dass es blinde Musiker gibt oder blinde Sportler. Auch die Tatsache, dass eine blinde Seilschaft schon mal auf dem Mount Everest war, löst zwar große Bewunderung, aber kaum noch ungläubiges Erstaunen aus. Selbst die Existenz blinder Kneipenwirte gilt nicht mehr als besonders spektakulär. Doch bei der Erwähnung der blinden Malerin Silja Korn aus Berlin sind sogar die Blinden selbst irritiert,

Silja Korn im Gespräch

Silja Korn im Gespräch mit Besuchern ihrer Ausstellung in der Berliner  s…cultur (Foto: Brinkmann)

Barriere der Blindheit nicht vorhanden

Im kollektiven Bewusstsein der Menschheit,scheint künstlerisches Gestalten mit Farbe und Pinsel prinzipiell mit der Sehfähigkeit der gestaltenden Person verbunden zu sein. Silja Korn aber zeigt, dass so was auch ganz ohne Sehkraft geht. Diese Berliner Künstlerin zaubert expressive Farbfantasien auf die Leinwand, als wäre für sie die Barriere der Blindheit nicht vorhanden – zumindest nicht, während sie malt. Dann scheint sie die Farben gewissermaßen sogar zu sehen.

Reflexionen auf das Hier und Jetzt

Dieses Sehen der Farben ist natürlich ein Erinnern an Dieselben, denn bis ins Teeniealter konnte Silja Korn noch sehen. Ihre Bilder aber entstammen keineswegs den Tagen ihrer Kindheit, sondern sind Reflexionen auf ihr Leben im Hier und Jetzt mit den Empfindungen und Assoziationen, die sich daraus ergeben. Dieses Hier und Jetzt ist übrigens nicht nur der Malerei gewidmet, denn die geballte Kreativität dieser Künstlerin ist zu umfassend für ein einziges Genre. So spielt Silja Korn auch noch Theater, schreibt Geschichten und fotografiert. Außerdem veranstaltet sie Workshops für Leute, die gerne malen wollen. Bei all der Vielfalt dürfte Silja Korns Arbeit als Erzieherin in einer Berliner Kita kaum noch überraschen.

Aktuell sind fotografierte Bilder bzw. Fotos der Künstlerin in der Bibliothek von Ostrava (Tschechien) noch bis zum 27. Mai zu sehen. Weitere Ausstellungen in Tschechien folgen ab Juni. Außerdem zeigt das Akademie Hotel Berlin, Heinrich Mann Straße 29 eine vielfältige Auswahl von Silja Korns Gemälden noch bis Ende Juni.

Silja Korn und ihre interaktive Skulptur Begegnung

Silja Korn bei der Präsentation ihrer interaktiven Skulptur „Begegnung“ (Foto: peter bachstein)

Silja Korn ist eine in Richtung Öffentlichkeit orientierte Person. Daher überrascht es wol kaum, dass sie aktuell das neue Werbegesicht der Berliner Firma Möbel Hübner werden möchte. Das läuft über ein Internet Casting noch bis zum 22. Mai. Wer gern für Silja stimmen möchte,  kommt mit diesem Link auf die entsprechende Seite.

Und hier gehts zu Silja Korns Homepage…

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Dieses Gemälde von Silja Korn trägt den Titel „Wunschbrunnen“ (Foto: Vera Schwarz)

Große Botticelli-Ausstellung in der Gemäldegalerie Berlin

Sandro Botticelli (1445-1510) zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Renaissance. Wenige Alte Meister sind heute so populär wie dieser Maler aus Florenz. Dabei war der Schöpfer der berühmten Venus nach seinem Tod zunächst in Vergessenheit geraten. und wurde erst im 19. Jahrhundert von den englischen Präraffaeliten wiederentdeckt. Inzwischen ist Botticelli ein Begriff geworden, der gar nichts mehr mit Malerei zu tun haben muss, sondern z. B. auch mit Mode und Lifestyle.

Nun kommt der alte Florentiner mit geballter Ladung nach Berlin. Eine Botticelli-Ausstellung mit zahlreichen seiner Werke plus deren Interpretation per Zeichnung, Foto und Video ist ab dem 24. September für vier Monate in der Gemäldegalerie zu sehen. Damit verfügt Berlin über die meisten Botticelli-Werke außerhalb der Uffizien in Florenz. Die Ausstellung wird sich auch mit dem Gebrauch seiner Werke in der heutigen Markenwelt auseinandersetzen. Weiteres gibt’s hier…