Radeln und Genießen im Sächsischen Obstland

Obst pflücken und verkosten - KopieDas Sächsische Obstland erstreckt sich zwischen Grimma, Döbeln und Oschatz in der Region Leipzig. Auf rund 1.500 Hektar Anbaufläche werden hier jährlich etwa 40.000 Tonnen Obst geerntet. Da inzwischen eine dreiteilige Obstland-Radroute entwickelt wurde, kann die Gegend hervorragend vom Sattel des treuen Drahtesels aus erkundet werden. Unterwegs warten zahlreiche Sehenswürdigkeiten – auch rund ums Obst – auf kulturell und kulinarisch interessierte Besucher. Weiterlesen

Basel und die Picasso Bilder

Die Bewohner von Basel scheinen eine intensive Beziehung zur Kunst und insbesondere zu Picasso zu haben. Vor 50 Jahren gingen sie mit der Parole „All you need is Pablo“ für zwei Bilder des großen Spaniers sogar auf die Straße…

Kampf um Picassos Bilder

Damals war die Basler Kunstwelt voll in Aufruhr. Die zwei Picasso-Bilder „Die beiden Brüder“ und „Sitzender Harlekin“ hingen als Leihgabe des Kunstsammlers Rudolf Staehlin im Baseler Kunstmuseum. Weil Staehlins Familie plötzlich keine Kohle mehr hatte, sollten die Bilder ins Ausland verkauft werden. Darauf formierte sich der Widerstand junger Basler. Sie bewegten das Basler Stimmvolk dazu, mehr als sechs Millionen Franken für den Kauf der beiden Picasso-Bilder aufzuwenden. Picasso selbst war über die Liebesbekundung der Bewohner von Basel so bewegt, dass er der Schweizer Stadt am Rhein gleich drei weitere Gemälde und eine Zeichnung schenkte. Die phantastischen Bilder des großen Spaniers hängen auch heute noch im Kunstmuseum Basel und zwar im zweiten Stock des Hauptgebäudes. Dazu gesellten sich im Laufe der Zeit auch weitere Vertreter der klassischen Moderne wie etwa Henri Matisse Joan Miró oder Paul Klee.

Überall in Basel Kunstwerke

Übrigens muss man in Basel nicht unbedingt in eines der zahlreichen Museen gehen um Kunst zu genießen. Stattdessen bietet sich auch ein schöner Kunstspaziergang an denn in der Rheinstadt können Besucher an allen Ecken und Enden Kunstwerke entdecken. Picasso ist übrigens auch dabei. Dazu gibt’s insbesondere für Reisende und Kultururlauber mit „Kunst in der Stadt“ sogar eine kleine Broschüre – auch als PDF, die 25 dieser frei zugänglichen Objekte beschreibt.

Urlaubsregion Eifel: Atemberaubende Natur und einmalige Kulturdenkmale

Die Eifel, zwischen Aachen und Trier gelegen, zählt für Leute, die nicht gerade aus der dortigen Gegend stammen, zu den eindrucksvollsten Urlaubsregionen Europas. Sie punktet mit spektakulären Landschaftsformationen, einer vielfältigen Natur und Zeugnissen einer Besiedlungsgeschichte, die schon in der Steinzeit begann. Die Urlaubsregion Eifel bemüht sich übrigens um weitgehende Barrierefreiheit, was auch taktile Wanderwege für sehbehinderte und blinde Menschen einschließt.

Ein Eifel Urlaub ist die Begegnung mit einer Landschaft, die teilweise vulkanischen Ursprungs ist. Diesem verdankt die Eifel einige ihrer landschaftlichen Highlights wie beispielsweise die typischen Kraterseen, die hier Maare genannt werden. Dazu gehören aber auch die markanten Basaltkegel wie etwa die Hohe Acht bei Adenau. Sie ist mit ihren 746,9 Metern die höchste Erhebung in der Eifel und bietet einen phantastischen Fernblick, der bei gutem Wetter bis ins Bergische Land und ins Sauerland reichen kann.

Neben den landschaftlichen Highlights bietet eine Reise in die Eifel die Möglichkeit, zahlreiche kulturhistorische Sehenswürdigkeiten wie Schlösser, Burgruinen und Klöster zu besichtigen. Besonderes Beispiel ist die Abtei Maria Laach am Laacher See. Ihre gut erhaltene Klosterkirche mit sechs Türmen und dem prachtvollen Westeingang, der auch Paradies genannt wird, gilt als einzigartiges Denkmal romanischer Baukunst nördlich der Alpen, ein Stückchen Italien im rauen Klima der Eifel. Für Kulturfans ein echter Leckerbissen und nach ausschweifender Besichtigungstour durch Kreuzgang und Krypta gibt es erfreulicherweise die Möglichkeit, im Klosterrestaurant ein kühles Bierchen und ein paar sattmachende Happen zu verputzen.

veras kamera 158Übrigens ist die Bezeichnung „Laacher See“ etwas verschroben, denn Laach kommt vom althochdeutschen Wort Lacha und das wiederum vom lateinischen Wort Lacus, was übersetzt See bedeutet. Offenbar hatte der Laacher See zu Zeiten der Klostergründung (1093) noch keinen Namen, war also einfach nur „der See“. So bekam das Kloster den Namen „Abbatia Mariae ad Lacum“, was „Marienabtei am See“ heißt. Allmählich vergaßen die Leute dann die Bedeutung von Laach und so wurde aus dem lateinischen See eine deutsche Ortsbezeichnung und der namenlose See zum „Laacher See“. Endlich hatter er einen Namen…

Und hier ein paar wichtige Links für Interessenten an barrierefreien Reisezielen in der Urlaubsregion Eifel:

http://www.eifel-barrierefrei.de/

http://www.eifel.info/barrierefreie-ausflugsziele-eifel.htm

Goethe, Ginkgo und Bauhauskunst – die Highlights einer Reise nach Weimar

Die thüringische Stadt Weimar ist eine der kulturellen Hochburgen Deutschlands. Hier „treten große Namen raus aus totem Stein“, wie es die Pudhys einst sangen. Cranach, Luther, Goethe, Schiller, Herder, Liszt, Gropius, Kandansky und zahllose weitere Kulturschaffende sind hier gewesen. Sie alle haben ihre Spuren in dieser relativ kleinen Stadt hinterlassen und sie damit zu einer kulturellen Weltmetropole gemacht. Das klassische Weimar und das moderne Bauhaus wurden von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Die großen Namen aber treten dem Großstadtwanderer nicht nur aus totem Stein entgegen, sondern auch aus dem Grün des Ginkgo sowie dem der Parks und Gärten.

Goethe und Ginkgo

Goethe, der dichtende Gott der deutschen Klassik, ist im heutigen Weimar allgegenwärtig. So gibt es natürlich eine Goethestraße, was allerdings in anderen Städten auch vorkommen soll. Weimar aber hat darüber hinaus auch noch einen Goethepark, der nicht nur nach dem Gedichteschreiber benannt, sondern von ihm auch weitgehend gestaltet wurde. Am Rande dieses Parks kann auch das Gartenhäuschen des Schreckens aller Schüler besichtigt werden. Diese kleine Bleibe war selbstverständlich nicht sein Wohnhaus. Das befindet sich am Frauenplan und beherbergt heute das Goethe-Nationalmuseum. Darüber hinaus gibt es auch einen Goethebrunnen sowie einen Goetheplatz, an dessen Rand das Goethe Café gern auch einen Goethekuchen serviert.

Bei so viel Goethe haut es den Großstadtwanderer dann fast aus den Socken, als er plötzlich vor einer Shakespeare Klause steht. Aber trotz dieser kleinen Verbeugung vor dem englischen Klassiker bleibt Goethe in dieser Stadt am kleinen Flüsschen Ilm omnipräsent. Nicht unbedingt erstaunlich, denn er war ja nicht nur Dichter, sondern nebenbei auch noch Geheimrat und autodidaktischer Botaniker. Letzteres machte ihn zu einem unverzichtbaren Mitarbeiter von Herzog Carl August, der sich, hauptsächlich im Belvederepark, ebenfalls mit botanischen Studien beschäftigte. Inwieweit er Goethes Leidenschaft für den Ginkgo teilte, ist nicht ganz klar. Für Goethe jedoch war der fernöstliche Baum fast so etwas wie ein Symbol der Liebe, wie sein berühmtes Gedicht über den Ginkgo zeigt.

Weil der dichtende Geheimrat den Ginkgo so sehr schätzte wie die Weimarer ihren Goethe hat der Baum, dessen Urahnen bereits vor 300 Millionen Jahren auf der Erde wuchsen, seine festen Plätze in dieser Kultstadt der deutschen Klassik. Es gibt am Markt sogar ein Ginkgohaus mit einem Ginkgomuseum und einem Ginkgoshop. Hier kann man erfahren, dass der Ginkgo nicht nur gut aussieht, sondern auch als Nutzpflanze auf allen möglichen Gebieten einsetzbar ist. Die Ginkgopillen zur Durchblutungssteigerung kennt natürlich heute fast Jeder. Doch der Laden bietet darüber hinaus weitere Produkte aus Ginkgo an – beispielsweise Naturkosmetik, Tee und sogar Schnaps.

Von der Klassik zum Bauhaus

Das klassische Weimar ist schon ein kulturelles Schwergewicht. Doch mit dem Bauhaus, dem entsprechenden Musterhaus am Horn und der Bauhausuniversität schickt die thüringische Stadt noch ein zweites High Light ins Rennen – für die geheimnisvolle Besucherin ein stärkerer Magnet als der ewige Geheimrat. Hier geht es um die Schöpfung der Moderne, um die vertrauten Gegenstände des heutigen Alltags, deren klare Formen kaum noch revolutionär wirken. Nach dem ersten Weltkrieg jedoch galten die Protagonisten der funktionalen Schlichtheit als absolute Außenseiter, die aufgrund ihrer Ideen zur Zielscheibe konservativer oder gar reaktionärer Propaganda wurden. Wenn man sich heute die Exponate im Bauhausmuseum am Theaterplatz so anschaut, kann man sich die einstige Aufregung kaum noch erklären. Was, um alles in der Welt, kann daran ärgerlich gewesen sein, fragt sich die geheimnisvolle Besucherin, in deren Wohnung ein Zeitungsständer nach Bauhausvorbild zu sehen ist.

Die Nazis inszenierten schließlich die Vertreibung der Bauhausgruppe aus Weimar, aus Dessau, aus Deutschland. Den internationalen Siegeszug der Moderne konnten sie jedoch nicht verhindern. Heute ist der Geist der Bauhausgruppe, sind die Ideen von Leuten wie Gropius und Kandinsky  in der Welterbestadt Weimar nicht nur in den Räumen des kleinen Museums, sondern vor allem in den Hörsälen der Bauhausuniversität lebindiger denn je.

Gingkoappartement und Leonardo Hotel

Eine Stadt wie Weimar, die alljährlich von zahllosen Menschen aus der ganzen Welt besucht wird, hat natürlich auch auf dem Gebiet des Gastgewerbes einiges zu bieten. Auch hier spielt der Ginkgo wieder eine gediegene Rolle, denn im Ginkgohaus, wo sich Ginkgoladen und -museum befinden, werden auch einige wunderschöne Ferienwohnungen angeboten. Eine heißt natürlich „Johann Wolfgang“ und die andere „Marianne“, womit auch jene Frau präsent ist, von der Goethe sich zum Schreiben des Ginkgogedichtes angeregt fühlte. Das Haus selbst stammt aus der Goethezeit und wenn man dort nächtigt, kann man sich ja ein bisschen in die Zeiten der Klassik zurückträumen. Das dürfte hier am Marktplatz, also mitten in der Altstadt, auch nicht besonders schwer fallen.

Das Leonardo Hotel an der Belvedere Allee hingegen bietet zur Freude der geheimnisvollen Besucherin schon eher ein Flair von Bauhaus. Insbesondere die Bestuhlung des Restaurants zeigt diese Tradition ganz offensichtlich. Die Urbilder davon kann man gar im Bauhausmuseum finden. Das ganze Hotel zelebriert regelrecht diese klare Linie und zeigt, dass Funktionalität und gediegene Atmosphäre durch die kreative Anwendung des Bauhausstils gleichzeitig erreichbar sind.

Ein besonderes Plus dieses Hauses ist die hervorragende Küche. Dabei besticht insbesondere jenes scheinbar so einfache thüringische Traditionsgericht bestehend aus Bratwürsten, Kartoffelbrei und Sauerkraut. Letzteres scheint aus einer Zeit zu stammen, als es noch nicht den Konserven der Massenproduktion entnommen wurde. Es schmeckt so unvergesslich, dass sogar der Großstadtwanderer – ansich kein großer Fan solcher Gerichte – eine gewisse Begeisterung nicht verneinen möchte. Für die geheimnisvolle Besucherin, deren Wunsch nach einer Bratwurst auf jeder Reise irgendwie erfüllt werden muss, ist die Freude an solchen Traditionsgerichten ein ungewöhnlicher Kontrapunkt zu ihrem sonst an der Moderne orientierten Geschmack. Aber thüringisch traditionell kommt das Gericht im Leonardo Hotel von Weimar auch nicht auf den Tisch. Es ist eher so ähnlich aufgebaut wie ein französisches Choucroute garni. Das aber ist auch ein echter Klassiker – allerdings mit klaren Formen. So passt es symbolträchtig nach Weimar, in diese Stadt der Klassik und des Bauhauses.

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