Gastronomie auf neuen Wegen? Studie zeigt aktuelle Trends

Essen im Inklusionshotel Mitmensch Berlin Karlshorst c peter bachstein - KopieEinerseits Kneipensterben – andererseits ständige Neueröffnungen. Kein Zweifel, das Wirtshaus erlebt seit einiger Zeit ein Revival – allerdings im neuen Gewand. Jedes Jahr kristallisieren sich neue spannende Trends heraus und schütteln die gute alte Branche heftig durcheinander wobei gesellschaftliche Entwicklungen gern aufgegriffen werden . Doch welche Motive treiben die Gründer an und welche Konzepte boomen derzeit? Die „Trendstudie Gastronomie 2017 – Tendenzen von Gastronomiegründungen im deutschen Sprachraum“ gibt Antworten. Weiterlesen

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Kreuzfahrturlaub: Wie Sehbehinderte und Blinde sich vorbereiten können

Das weite Meer c peter bachstein - KopieKreuzfahrten sind beliebt denn sie bieten auf Flüssen und Meeren eine spannende Mischung aus Unterhaltung und Wellness, Kultur und Erlebnis. Selbstverständlich schätzen auch blinde und sehbehinderte Menschen dieses Reiseformat. Das wissen auch die Kreuzfahrt-Reedereien und bemühen sich im Zuge der Entwicklung des barrierefreien Tourismus um die Bereitstellung entsprechender Angebote. Allerdings sind die Unterschiede noch sehr groß und es sollte daher vor Buchung der Reise genau nachgeprüft werden, welche Schiffe den besonderen Bedürfnissen von Blinden und Sehbehinderten entsprechen. Weiterlesen

Tastbare Modelle: Berlinische Galerie macht Malerei für Blinde zugänglich

Die Berlinische Galerie bietet Malerei zum Anfassen und macht damit ihre Dauerausstellung blinden Menschen autonom zugänglich. Das ist einmalig in Deutschland, sagt der Museumschef.

Tastbilder und ihre Sprache

Eine Tänzerin im schwarzen Ballkleid. Anmutig legt sie den Kopf zurück, hebt leicht ihren weit schwingenden Rock und lässt einen Fuß hervor blitzen. In Berlin können jetzt auch blinde Menschen dieses frühe Hauptwerk von Eugen Spiro (1874-1972) „sehen“. Im Landesmuseum Berlinische Galerie ist das Ölgemälde in ein Tastrelief übersetzt. In eine Bank vor dem Original eingelassen, können die Besucher das Bild mit den Händen erkunden. „Es geht um Bewegung, Lebendigkeit und Natur, und das soll sich auch so anfühlen“, sagt Reiner Delgado, Sozialreferent des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands. „Das Tastbild spricht zu mir wie das Gemälde zu einem Sehenden“. Weiterlesen

Kunsthalle Bonn zeigt „Wetterbericht“ – auch Besucher mit Behinderung sind herzlich eingeladen

ein regenbogen über spandau Kopie - KopieDie Ausstellung „Wetterbericht“ in der Bundeskunsthalle Bonn zeigt ab dem 7. Oktober zwölf Stationen über Wetterkultur und Klimawissenschaft. Im Rahmen des Projektes „Pilot Inklusion“ werden dabei Möglichkeiten der Kunstvermittlung für Menschen mit Behinderung in verschiedenen Modulen erprobt, die Vorbilder für andere Museen sein sollen. Blinde Menschen können beispielsweise Tastinstallationen, Hörstationen, einen Audio-Guide und spezielle erklärende Führungen nutzen. Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Seite der Bundeskunsthalle bzw. unter der Nummer 0228 / 91 71-243 oder beim Verein Blinde und Kunst, der telefonisch unter 0178 / 768 76 89 zu erreichen ist.

Warum nicht: Mobilfunkanbieter will die Welt per Telefon verbessern

Spickzettel auf dem SmartphoneBeim Telefonieren quasi als Nebeneffekt soziale und gemeinnützige Projekte unterstützen klingt wie eine gute Idee. Umsetzen will sie der neue Mobilfunkanbieter „goood“ mit drei o, warum auch immer. Dafür wurde auf der Plattform startnext eine Crowdfunding Kampagne aufgelegt, die bislang überraschend erfolgreich läuft.

Potential für soziale Projekte?

Smartphones gehören längst zum Alltag, fast alle rennen mit so einem Ding durch die Gegend oder besitzen zumindest ein Old School Handy. Die allgemeine Ausstattung der Bevölkerung mit solchen Geräten hat In Deutschland bislang 115 Mio. Mobilfunkverträge ergeben. Daraus ergeben sich nach Meinung der Macher von goood enorme Potenziale um sozial zu wirtschaften. Das soll erreicht werden, indem zehn Prozent des Grundentgeltes an gemeinnützige Organisationen gehen, wobei dieser Spendenbetrag nicht etwa aufgeschlagen, sondern bereits im Grundentgelt enthalten ist. Jeder Kunde soll selbst entscheiden können, welche Organisation er unterstützen möchte, ohne zusätzliche Kosten. Darüber hinaus werden 25 Prozent der Profite des Unternehmens in soziale Start-Ups reinvestiert.

Starke Worte

Die Impact-Überlegung des Unternehmens ist einfach, wie Claudia Winkler, ehemalige internationale Marketingvorständin der Telekom Austria Gruppe und Gründerin von goood mit starken moralisch aufgeladenen Worten erklärt. „Unsere Vision“, so die einstige For-Profit-Managerin, „ist eine Gesellschaft, die auf Respekt, Verantwortung und Anteilnahme aufbaut“. Ziel sei es, „gemeinsam mit unseren Kunden den größtmöglichen Impact zu schaffen. Wenn nur ein Prozent der deutschen Mobilfunkkunden zu goood wechselt, können innerhalb der nächsten fünf Jahre 40 Mio. Euro für gemeinnützige Projekte generiert werden, die uns und unseren Kunden am Herzen liegen.“

Non-Profit-Partner mit im Boot

Hört sich spannend und durchaus sympathisch an und es gibt auch bereits Non-Profit-Organisationen – u. a. aus den Bereichen Bildung und Kultur, Kinder und Jugend oder Integration und Soziales, die sich dafür interessieren oder als Partner dabei sind. Dazu zählt z. B. das Deutsche Kinderhilfswerk, das goood bereits im Rahmen der Crowdfunding Kampagne unterstützen will. Diese Crowdfunding-Kampagne, bei der jede 5 Euro Spende an das Kinderhilfswerk durch goood verdoppelt werden soll, läuft noch bis einschließlich 30. Oktober 2016. Mit jedem Beitrag, der über das Crowdfunding-Ziel hinausgeht, will goood die Zusammenarbeit mit und die Unterstützung für gemeinnützigen Organisationen noch erweitern.

Und überhaupt…

…einfach mal per Telefon die Welt verbessern?

Als Mobilfunkkunde kann man sich für ein solches Angebot durchaus interessieren. Zumindest könnte es sich lohnen, die Entwicklung von goood zu beobachten und warum sollte es nicht sinnvoll sein, während des Telefonierens indirekt für Non-Profit-Projekte oder den Verein um die Ecke zu spenden.

Ein bisschen unangenehm ist jedoch dieser simplifizierende Reklametonfall, den goood offenbar gerne pflegt. Beispielsweise auf diesem winzigen Videoklip, wo ein Gruppenbild mit Dame „einfach mal die Welt verbessern“ als Werbebotschaft präsentiert. Wäre ja toll, wenn die Verbesserung der Welt einfach per Telefon passieren könnte. Doch elementare Probleme der Menschheit wie etwa Krieg, Klimawandel und Rassismus werden sich nicht weg telefonieren lassen.

Bestenfalls kommen bei dem goood-Projekt ein paar Startgroschen für Start Ups und ein bisschen Finanzhilfe für gemeinnützige Organisationen zusammen. Wenn das klappen würde, wäre das doch auch schon erfreulich und ein gutes Argument für diesen Mobilfunkanbieter, falls die übrigen Konditionen annehmbar sind. Doch der Bezug auf die Verbesserung der ganzen Welt, hinein gepfriemelt in einen banalen Reklameslogann löst eher Langeweile oder gar Misstrauen aus. Er klingt wie eine Adaption aus der Waschmittelwerbung – und die hatte ihre Glaubwürdigkeit schon vor fünfzig Jahren eingebüßt. „Einfach mal die Welt verbessern“ klingt daher nicht wie eine positive Botschaft, sondern eher wie ein Appell an besonders einfache Gemüter. Oder soll der Slogan als Parodie blöder Reklamesprüche einen Hauch von Heiterkeit ins Netz bringen zumal er auch auf der Seite von goood zum Besten gegeben wird…

Ach ja, noch was:

Einen bescheidenen Vorschlag zur Verbesserung gibt’s hier noch. Er bezieht sich jedoch nicht auf die Welt, sondern nur auf die Seite von goood. Sie ist bislang für Menschen, die wenig oder gar nicht sehen können, keineswegs barrierefrei. Kann man mit relativ wenig Aufwand entsprechend anpassen und wäre ein sinnvoller Beitrag zum Thema Inklusion, was ja auch eines der brennenden Themen unserer Zeit ist.

EMBRACE Hotels – gut geeignet auch für Reisende mit Seheinschränkung?

Bekanntlich ist das Reisen eine Leidenschaft, der man sich auch mit geringer oder gar keiner Sehkraft aus vollem Herzen widmen kann. Allerdings wird die Suche nach passenden Übernachtungsmöglichkeiten jenseits der bewährten Aura Hotels manchmal zu einer etwas zeitaufwendigen Herausforderung, denn längst nicht alle Betriebe sind im Sinne von Menschen mit Seheinschränkung barrierefrei. Das gilt – bezogen auf die räumliche Ebene – zumindest teilweise auch für die EMBRACE Hotels. Trotzdem lohnt es sich, die Häuser dieses Verbundes bei der Wahl der Unterkunft besonders zu berücksichtigen, weil hier beim Abbau von Barrieren in den Köpfen eine hervorragende Arbeit geleistet wird. Weiterlesen

Wie hilfreich sind Spezial-Apps für blinde und sehbehinderte Menschen?

In einer Zeit, wo erfreulicherweise immer häufiger über barrierefreie Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben bzw. Inklusion diskutiert wird, hat auch die Stiftung Warentest erneut dieses Thema im Angebot und spezielle Apps für Blinde und Sehbehinderte unter die Lupe genommen. Aus der Perspektive eines Betroffenen hat das natürlich sofort die Neugier des Großstadtwanderers geweckt und auch die geheimnisvolle Besucherin, ebenfalls Betroffene und intensive App-Nutzerin, ist höchst gespannt auf die Ergebnisse der Tests. Um es vorweg zu nehmen: Einige ihrer Eindrücke bezüglich der zehn getesteten Apps wurden von den Testern – ebenfalls Betroffene – teilweise bestätigt. Außerdem gabs ein paar neue Aspekte hinsichtlich Sicherheit und zum Verhältnis zwischen iOS- und Android Smartphones.

Apps für Texterkennung und Navigation

Nun gut, Betroffene wissen natürlich aus eigener Erfahrung oder zumindest vom Hörensagen, dass sich spezielle Apps für Blinde und Sehbehinderte als hilfreich bei der Bewältigung des Alltags erweisen können. Viele kennen z. B. die App TapTapSee, die mit der Kamera des Smartphones aufgenommene Gegenstände erkennen und beschreiben kann. Gut bekannt sind sicherlich auch die Navigations-Apps ViaOpta Nav und BlindSquare, mit denen sich die User durch den Dschungel diverser Großstädte lotsen lassen können. Auch der Text Detektiv mit seiner Begrenztheit beim Erkennen und Vorlesen von Schriftstücken wird nicht nur von den Testern eher kritisch wahrgenommen, sondern ist den Nutzern schon lange als nur beschränkt brauchbar aufgefallen.

Allerdings hat Stiftung Warentest mit der App KNFB Reader auch die höchst brauchbare Alternative zum Text Detektiv untersucht und als positives Beispiel gewertet. Die App ist allerdings in Nutzerkreise schon länger im Gespräch und wird dort auch gern weiter empfohlen. Eine sehr hilfreiche App mit einem kleinen Nachteil und das ist der Preis von knapp 100 Euro, was auch die Tester nicht unerwähnt lassen.

Vieles ist bekannt – doch es gibt auch Neues

Obwohl also etliche blinde und sehbehinderte User aufgrund eigener Erfahrungen bereits gut vertraut sind mit den Schwächen und Stärken der verschiedenen hilfreichen Apps, ist es trotzdem höchst interessant, sich diesen Test mal genauer durchzulesen. So werden nicht alle zehn getesteten Apps jedem Nutzer in- und auswendig bekannt sein oder teilweise sogar nur dem Namen nach. Der Großstadtwanderer hat beispielsweise von der App Kuubus schon mal was gehört, sie aber noch nie benutzt. Auch die geheimnisvolle Besucherin kann zu dieser kostenlosen App nichts konkretes sagen. Daher sind die Infos, die Stiftung Warentest zu Kuubus bereitstellt, höchst willkommen. Sie verbindet laut Testbericht Smartphone-Nutzer mit einer Facebookseite, die Sehbehinderte und Blinde mit Nachrichten versorgt. Ferner bietet sie Suchmöglichkeiten, etwa nach Hörfilmen im Fernsehen und einen Katalog der darüber Auskunft gibt, in welchen Bibliotheken welche Hörbücher erhältlich sind. Allerdings ist die App nach Ansicht der Tester etwas überladen und nicht ganz einfach in der Bedienung. Gut zu wissen – oder? Das soll aber keineswegs heißen „Finger davon“, sondern lediglich, besonders gut vertraut machen mit der Hndhabung von Kuubus, ehe man damit loslegt…

Thema Sicherheit

Besonders wichtig ist übrigens auch der Hinweis auf das Datensendeverhalten, das die Tester bei einigen Apps als durchaus kritisch bewerten. Das betrifft die Androidversionen von vier Apps, die offenbar unnötigerweise eine Geräteerkennung senden, die das Smartphone eindeutig identifiziert. Zwei von ihnen bedienen einen US-amerikanischen Profi-Datensammler. Klingt nicht gerade nach optimaler Sicherheit und es betrifft leider die hervorragenden Apps Barcoo, KNFB Reader, Kuubus sowie Lupe + Licht.

Test im Internet kostenlos

Wie die letzten Beispiele zeigen ist es höchst sinnvoll, sich diesen ausführlichen Test mal genauer anzusehen. Zum Glück ist er nicht nur im aktuellen Test Heft enthalten, sondern steht im Internet auch kostenlos zur Verfügung – übrigens auch als PDF- oder ePub-Datei. Also hier bitte klicken…