Düsseldorf: Museum Kunstpalast zeigt Retrospektive des spanischen Malers Francisco de Zurbarán

(ots) – Nach den erfolgreichen Ausstellungen zu Caravaggio und El Greco im Museum Kunstpalast Düsseldorf steht bis Ende Januar 2016 das meisterhafte Werk des spanischen Barockmalers Francisco de Zurbarán (1598-1664) im Zentrum der umfangreichen Sonderschau „ZURBARÁN. Meister der Details“. Als erste große Retrospektive im deutschsprachigen Raum wird der hier lange als Geheimtipp geltende Künstler vorgestellt, der mit Velázquez zu den herausragenden Malern des Goldenen Zeitalters Spaniens zählt. Gezeigt werden 71 wertvolle Gemälde als Leihgaben aus zahlreichen internationalen Museen, aus spanischen Klöstern und Kirchen.

Dem auf religiöse Themen und christliche Motive spezialisierten Maler Zurbarán gelang es in der Zeit der Gegenreformation wie kaum einem anderen, in seiner Kunst die mystische Konzeption des Glaubens in nachhaltig beeindruckender Weise wiederzugeben. Mit seinem ästhetischen Naturalismus und den poetischen Anklängen in seinen Heiligen- und Altarbildern galt er bereits früh als ein Ausnahmekünstler, der virtuos die haptische Qualität eines Lammfells ebenso wie die stofflichen Eigenschaften von Wolle, Seide oder Brokat und den Faltenwurf der unterschiedlichen Gewänder malerisch überzeugend zum Ausdruck zu bringen konnte.

Übrigens gehört zur ständigen Sammlung im Museum Kunstpalast Zurbaráns „Heiliger Franziskus in Meditation“. Das Gemälde hat einen besonderen Stellenwert: Es ist eines von nur fünf authentischen Werken Zurbaráns in öffentlichen deutschen Sammlungen und erst jüngst mit Unterstützung des TEFAF Museum Restoration Fund restauriert worden. Ausführliche Informationen, auch zum Rahmenprogramm und zur Ausstellung, gibt’s hier….

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Goldene Worte zum versilbern

Nicht alles, was da glänzt, muss Gold sein, doch sorgt Gold auch schon für Glanz, wenn das edle Metall gar nicht mit im Spiel ist. Allein das Wort ist voller Kraft und Zauber und verleiht einer Sache, einem Gegenstand, gar einem Menschen den Rang des Besonderen.

So wird ein simpler Fruchtgummi als Goldbärchen zum Verkaufshit und der goldene Herbst ist natürlich viel verheißungsvoller als der schnöde Lebensabend. Goldschätze sind sicher auch manchmal in der Erde vergraben und wer sie findet, ist ein Goldjunge. Mancher Goldjunge hat zwar kein Edelmetall, dafür aber ein goldenes Herz gefunden. Selbiges pocht in der Brust der Schönsten unter den Schönen, die der glückliche Goldjunge Goldschatz nennt. Sicher hat er auch ein goldenes Händchen bei der Gestaltung schöner Geschenke zur goldenen Hochzeit.

Gold ist also in aller Munde – nicht nur als Goldbärchen oder Goldzahn, sondern in Form zahlloser Wortkombinationen. Die Sprache hat sich der Macht des edlen Metalls bedient und kein Superlativ ist in der Lage, diesem kleinen Wort aus vier Buchstaben den Rang abzulaufen. Womit sollten die goldene Regel und die goldene Mitte getoppt werden – oder gar der goldene Schnitt? Dem goldenen Zeitalter kann eh nichts besseres mehr folgen und das goldene Alpenglühen erfüllt die Herzen und Sinne mit Wärme und Licht noch im Dunkel der Nacht.

Darauf einen kleinen Schluck des goldenen Edelstoffes. Auch wenn es nur ein Bier mit Kupferglanz ist, hat sein Funkeln im Schein der Mittagssonne den Zauber des Goldes. So konnte sich sogar ein simpler weißer Wein auch schon mal Goldenener Oktober nennen und die Goldkrone hat vielleicht sogar einer auf dem Kopf doch andere trinken eine solche aus der Schnapsbrennerei im sächsischen Wilthen bis zum Umfallen. Mag sein, dass sie dann einen goldenen Rausch haben, aber keineswegs den Goldrausch. Der begnügt sich nicht damit, ein paar fröhliche Zecher zu benebeln, sondern ergreift die halbe Menschheit, um sie im Goldfieber taumelnd durch die ganze Welt zu jagen. Einer findet dann vielleicht den großen Klumpen. Doch wenn er Pech hat, ist es wieder nur Katzengold. Das aber ist und bleibt trotz des magischen Wortes nichts weiter als Pyrit und damit der größte Reinfall aller Goldgräber. Selbige können übrigens ansich nur in deutschsprachigen Landen dem Goldrausch verfallen. Amis und Engländer hingegen müssen im Goldgedränge auf die Goldhatz gehen, was in ihrer Sprache Goldrush heißt woraus sich jedoch selbst bei freiester Interpretation der englischen Sprache kein Goldrausch machen lässt.

So gibt es also auch bei goldenen Worten schon mal einen Fehler. Die Goldene Bulle gehört aber nicht dazu denn es handelt sich dabei keineswegs um den Vater des goldenen Kalbes, sondern um ein mittelalterliches Gesetzbuch. Auf dessen Deckel prangt das Goldene Siegel, das auf lateinisch „aurea bulla“ heißt.

Während also Gold allein als Wort schon überirdischen Glanz versprüht, hat ein Geschäftsmann, der beispielsweise Goldbärchen gut verkauft, selbige nicht vergoldet, sondern nur versilbert. Doch das ist ein anderes Thema…