Berlin und Brandenburg in der Malerei: Ausstellung im Schlossmuseum Wolfshagen Prignitz

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg ist auch als Kunstsammler aktiv. Mit der Wanderausstellung „Land, Stadt, Land – Blicke auf Berlin und Brandenburg“, die vom 7. Juni bis 17. September 2017 im Schloss-Museum Wolfshagen Prignitz stattfindet, will er ausgewählte Werke seiner Kunstsammlung der Öffentlichkeit zugänglich machen… Weiterlesen

Wo Hölderlin spazieren ging: Unterwegs in den Gassen von Tübingen

Tübingen besitzt eine international renommierte Universität, die häufig von Menschen mit Augenerkrankungen besucht wird. Doch die am Neckar gelegene Stadt der viel besungenen Dichter kann auch als attraktives Reiseziel punkten. Für Menschen mit Seheinschränkung sowie anderen Behinderungen werden spezielle Stadtführungen angeboten.

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Tübingen – steinalt und ganz jung

Tübingen ist die jüngste Stadt Deutschlands obwohl sie bereits auf eine mindestens 800jährige Geschichte zurückblicken kann. Der scheinbare Widerspruch erklärt sich aus dem mit etwa 38 Jahren relativ niedrigen Durchschnittsalter der Bevölkerung. Diese besteht zu knapp einem Drittel aus Studenten, die an der altehrwürdigen, 1477 gegründeten Eberhard Karls Universität mehr oder weniger erfolgreich akademischen Weihen entgegen streben.

Universität in der Altstadt

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt begegnen Reisende aber nicht nur zahllosen jungen Studenten, sondern auch alten Gebäuden der Universität, die zumindest in Teilen der Bausubstanz noch aus den Tagen ihrer Gründung stammen. Symbolhaft steht dafür natürlich die zwischen 1478 und 1482 erbaute Bursa als historisch erster eigenständiger Standort der Uni. Vorher musste sie sich mit einer Gastrolle in der Stiftskirche begnügen, die ebenfalls zu den Highlights einer historischen Stadttour zählt. Die Bursa in den heutigen Ausmaßen hat übrigens kaum noch Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Bau. Das Wachstum der Uni erforderte Erweiterungen und führte Anfang des 19. Jahrhunderts zu dem Gebäude, in dem heute die Philosophische Fakultät und das Kunsthistorische Institut ihr Zuhause haben.

Tübingen und die Dichter

Wer sich mit der Bursa befasst, in der nach den oben erwähnten Umbauarbeiten das erste Tübinger Klinikum untergebracht war, landet unweigerlich bei berühmten deutschen Dichtern. Das liegt an einem gewissen Friedrich Hölderlin, der hier eher unfreiwillig ein wenig erfreuliches Patientendasein fristen musste. Der Turm des Dichters, in dem er nach seiner Entlassung aus der Klinik bis zu seinem Tod im Jahre 1843 lebte, ist von der Bursa aus fußläufig erreichbar. Schließlich befinden sich beide in der Bursagasse…

Die Begegnung mit weiteren Heroen der Dichtkunst ist beim Flanieren auf dem holprigen Pflaster der Tübinger Altstadt geradezu unausweichlich. So empfängt nahe der Stiftskirche das Antiquariat Heckenhauer, wo Hermann Hesse seine Buchhändlerlehre absolvierte, noch immer die lesefreudige Kundschaft und Besucher, die vom Bahnhof kommen, werden von einem steinernen Ludwig Uhland begrüßt. Die Blumenpracht, deren Zauber in den wärmeren Jahreszeiten das Geländer des Ammenkanals ziert, ehrt allerdings keinen Dichter, sondern einem Mediziner und Botaniker namens Leonhard Fuchs. Dieser lebte im 16. Jahrhundert, war mehrmals Rektor der Tübinger Uni und veröffentlichte seinerzeit einige bahnbrechende Werke zur Pflanzenheilkunde. Nach ihm wurde übrigens eine unserer liebsten Zierblumen benannt – die Fuchsie…

Allein oder mit Guide?

Ein Rundgang durch malerische Gassen und über steile Stiegen der Tübinger Altstadt kann Jeder auf eigene Faust unternehmen oder aber die Dienste erfahrener Guides in Anspruch nehmen. Solche gibt es auch für blinde und sehbehinderte Besuchergruppen. Sie bieten Rundgänge von etwa anderthalb Stunden und gehen dabei auf die besonderen Bedürfnisse von Besuchern mit Seheinschränkung ein. Das bedeutet einerseits, dass die einzelnen Stationen sehr detailliert beschrieben werden – auch in englischer Sprache – und andererseits auch Gelegenheit zum Berühren und Ertasten von Teilen alter Mauern gegeben wird. Natürlich sind keine taktilen Elemente in den Gassen vorhanden – die würden im Kopfsteinpflaster ja auch völlig sinnlos sein. Auch ist der Aufstieg über die 64 Stufen zur Münzgasse etwas krumm und winkelig. Doch unter Leitung der Guides hat die Bewältigung solcher Passagen bisher immer problemlos funktioniert. Die Gruppengröße sollte 25 Personen inklusive Begleitpersonen nicht überschreiten und der Preis pro Gruppe beträgt 85.- Euro. Kontakt mit den Guides, die vom Tübinger Bürger- und Verkehrsverein für die verschiedenen Gruppen von Menschen mit Behinderung zur Verfügung gestellt werden, gibt es unter der Nummer 0 70 71/9 13 613 oder mit diesem Link.

Übrigens gibt es für ganz besonders genusssüchtige Besucher der alten Universitätsstadt sogar die Möglichkeit, einen Rundgang in lateinischer Sprache zu buchen.

Unterkunft:

Es gibt in Tübingen keine speziellen Blinden- und Sehbehindertenhotels wie beispielsweise Aura. Doch erscheinen die meisten Hotels der Stadt für die genannte Personengruppe durchaus geeignet. Beispielsweise das „Domizil“ Tel. 07071/139-0. Hier sind die Routen optisch kontrastreich markiert, die Beschriftung der Bedienknöpfe im Aufzug ist tastbar, was auch auf die Zimmernummern zutrifft. Führhunde können mitgebracht werden und die Speisekarte wird vorgelesen.

Auch die Jugendherberge, Tel. 07071 /23002 ist gut geeignet. So sind die Glastüren mit optisch starken Markierungen versehen. Treppen und Stufen sind sowohl durch Farbe wie taktiler Oberflächenstruktur erkennbar und die Zimmernummern sind tastbar. Die Möbeln in den Zimmern sind ganz ohne scharfe Kanten. Weitere Infos zu Unterkünften können auch über den Bürger- und Verkehrsverein, Tel. 07071/91360 eingeholt werden.

ARD-Kinderradionacht kommt diesmal mit dem Zeitreisezug

Mit den Ohren zu Dinosauriern und Steinzeitmenschen reisen, in der römischen Arena vor den Löwen fliehen, das finstere Mittelalter besuchen oder einfach nur den vergangenen Tag noch einmal erleben – all das ist möglich, wenn es in der 10. ARD-Kinderradionacht am 25. November ab 20:0auf Zeitreise geht. Die Radionacht ist eine ARD-Gemeinschaftssendung. Überall in Deutschland können Schüler und Lehrer, Kinder und Eltern, Freunde und Nachbarn die erfinderische Nacht im Radio erleben.

Abfahrt mit dem Zeitreise-Zug

Fünf Stunden lang werden dafür von radioBerlin 88,8 Hörspiele und Geschichten, Interviews und Reportagen, Comedy und viel Musik serviert. Moderator Ralph Erdenberger bittet in den Zeitreise-Zug, erkundet die Vergangenheit und wagt einen Blick in die Zukunft. Im mehrteiligen rbb-Mitmach-Hörspiel geht es um eine abenteuerliche Zeitreise auf drei Drehstühlen. In den rbb-Radiogeschichten fallen „Ritter Blasius und Sandro Pandora“ in ein geheimnisvolles Zeitloch, und es wird von „Anna in der Stunde, die es nicht gibt“ erzählt. In der Comedy deckt Opa Schlüter auf, wie es in vergangenen Zeiten wirklich zuging. Außerdem erforschen unsere Reporter „T. Rex im Federkleid“ und „Die Geschichte des Klopapiers“. Um 20.05 Uhr und 22.00 Uhr meldet sich radioBerlin-Reporter Matthias Bartsch live von Wachbleibepartys in Berliner Schulen.

Mitmachen!

Jeder kann einfach so mitmachen. Aber wer sich unter www.kinderradionacht.de anmeldet, der erhält nicht nur das diesjährige Radionacht-Poster und Flyer, sondern bekommt auch die Chance, dass radioBerlin-Reporter Matthias Bartsch live mit dem Ü-Wagen zur Berichterstattung an die Schule kommt. Außerdem werden unter allen teilnehmenden Schulen 20 Medienpakete mit Hörspielen und Büchern verlost.

Weitere Infos gibt es unter http://www.kinderradionacht.de. Dort ist auch der Radionachtsong zu hören, es gibt zum Download die Mitmachbroschüre mit Spiel- und Bastelideen, Deko-Tipps, um Klassen- oder Kinderzimmer in einen Zeitreisezug zu verwandeln, Lese- und Hörempfehlungen, Rezepte aus dem Bord-Bistro u. v. m.

In der ARD-Kinderradionacht kann man nicht nur zuhören, sondern sich auch beteiligen: Hörertelefon: 0800 – 220 5555 (aus dem deutschen Festnetz kostenlos) Gästebuch: www.kinderradionacht.de

E-Mail: post@kinderradionacht.de

Neuer MERIAN zum Thema Braunschweig

Neu: MERIAN Braunschweig erscheint am 9. September
Merian Braunschweig

Wer hat schon Braunschweig auf dem Schirm? Natürlich Kunst- und Kulturfans, die das diesbezügliche Potential der niedersächsischen Stadt längst kennen. Aber auch der „MERIAN“, dessen neueste Ausgabe ganz im Zeichen der einstigen Löwenresidenz steht und echt Appetit macht auf eine Kulturreise dorthin…

Schwerpunkt von „MERIAN Braunschweig“ ist eine 16 Seiten lange Reportage über das komplett neu gestaltete Herzog Anton Ulrich-Museum (HAUM), das am 23. Oktober seine Wiedereröffnung feiern wird. Das HAUM zählt zu den bedeutendsten und faszinierendsten Kunsthäusern Europas und wird aus 3000 Jahren Kunstgeschichte 4000 Meisterwerke großartiger Künstler präsentieren, wozu natürlich auch Rembrandt und Verneer gehören. Aber auch zahlreiche Exponate angewandter Kunst aus der italienischen Renaissance und des Barock werden dann zu besichtigen sein.

Allerdings kann das Thema Kunst in Braunschweig nicht allein auf das HAUM bezogen abgehandelt werden. Längst sind auch in der zweitgrößten Stadt Niedersachsen junge Kreative am Werk, die mit ihren Läden und Galerien den Charakter ganzer Viertel neu geprägt haben. Auch diese innovative Kulturszene findet im aktuellen MERIAN ihren Platz.

Weitere Themen im MERIAN Braunschweig sind die tausendjährige, höchst wechselvolle Geschichte sowie die lebendige Gegenwart der ehemaligen Hansestadt. Da Braunschweig mit der umgebenden Metropolregion im Bereich Wissenschaft und Forschung zu den produktivsten Standorten innerhalb der EU gehört, widmet sich das Magazin natürlich auch diesem Thema.

MERIAN Braunschweig ist ab sofort im gut sortierten Zeitschriften- und Buchhandel oder unter www.merian.de erhältlich und kostet 8,95 EUR. Es erscheint in einer Auflage von 100.000 Exemplaren.

Foto: obs/Jahreszeiten Verlag, MERIAN

Das Bonn-Berlin Duell: rbb erinnert an das Ringen um den Regierungssitz

Am Dienstag, den 21. Juni um 20:15 erinnert das rbb Fernsehen noch einmal an das sogenannte Bonn-Berlin Duell von 1991. Damals gings um die durchaus heftig diskutierte Frage, ob in Zukunft Bonn oder Berlin Regierungssitz sein sollte.

Spannendes Rennen

Im Einigungsvertrag war 1990 Berlin zwar nominell als Hauptstadt festgeschrieben, die Frage nach dem Sitz der Regierung und des Parlaments jedoch offen gelassen und auf später vertagt worden. Berlin oder doch weiter Bonn? Die kleine Stadt am Rhein hatte sich immerhin in vier Jahrzehnten demokratisch bewährt und genoss auch im Ausland großes Ansehen. Der Wettstreit zwischen den Pro-Berlin- und Pro-Bonn-Fraktionen beginnt direkt nach der Wiedervereinigung. Von Oktober 1990 bis Juni 1991 kämpfen die Lobbyisten, spekulieren die Medien und diskutieren die Parteien. Es geht um viel, und der Riss geht mitten durch die politischen Lager. Am Anfang liegt Bonn in der Gunst der Politiker deutlich vorn. Am 20. Juni 1991 mündet dieser Prozess in eine über zwölf Stunden lange Debatte im Parlament. Bis zu diesem Zeitpunkt ist völlig offen, wie das Ergebnis aussehen wird. Der Berliner Tagesspiegel hat für den nächsten Tag verschiedene Leitartikel parat: „Eine vergebene Chance“ wird die Überschrift heißen, wenn die Abgeordneten für Bonn entscheiden, „Eine Hauptstadt für alle Deutschen“ wird die Zeitung jubeln, wenn Berlin das Rennen macht.

Knappe Entscheidung

104 Redner begeben sich im Laufe der Sitzung ans Pult, noch einmal ebenso viele verzichten darauf und geben ihre Reden schriftlich zu Protokoll. Es ist 21:47 Uhr, als Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth das Mikrofon ergreift und die Entscheidung bekannt gibt: 320 Stimmen für Bonn, 338 für Berlin. Einige dramatische Reden haben den Umschwung gebracht. Damit ist der Antrag, der offiziell Vollendung der Einheit heißt, vom Deutschen Bundestag angenommen.

Genau 25 Jahre nach diesem Polit-Krimi erinnert die Dokumentation an diesen spannenden Tag im Parlament, seinen Vorlauf und seine Folgen. Wer also gern in Erinnerungen schwelgen möchte oder damals noch nicht gelebt hat und ein bisschen Geschichte tanken möchte, kann sich den Sendetermin am 21. Juni um 20:15 im rbb Fernsehen schon mal vormerken.

Basel ehrt Erasmus von Rotterdam zum 500. Jubiläum von „Novum Instrumentum“

c-Kunstmuseum-Basel-Martin-P.-Bühler-150x182Im Jahre 1516 ließ Erasmus von Rotterdam die Erstausgabe des griechischen Neuen Testaments (Novum Instrumentum) bei Johann Froben in Basel drucken. Damit legte der große Humanist den Grundstein für Luthers deutsche Bibelübersetzung und für den Beginn der Reformation im Jahre 1517. Das 500-jährige Jubiläum dieses Meilensteins der (Basler) Buchdruckgeschichte ist in der Schweiz Anlass für vier Ausstellungen zum Leben und Werk von     Erasmus. Außerdem gibt’s eine auf Erasmus und die Reformation bezogene Stadtführung in Basel.

Erasmus und Basel

Insgesamt über zehn Jahre hat Erasmus von Rotterdam (um 1466/69–1536) in Basel verbracht und ist auch dort gestorben. Von Basel aus pflegte er Korrespondenzen mit Thomas Morus, den Reformatoren Zwingli, Bucer und Capito und natürlich zu Martin Luther. Als Erster gab Erasmus 1516 das Neue Testament in seinem griechischen Urtext heraus. Er vertrat die Idee, dass jeder Zugang zu biblischen Texten haben sollte, um sie selbst auslegen zu können. Auf seiner griechischen Erstausgabe fußte schließlich Luthers deutsche Übersetzung des Neuen Testaments. Die Stadt Basel war dank ihres liberalen Geistes auch der Ort, von dem aus Erasmus sein Gedankengut durch die lokalen Drucker in alle Welt verbreiten konnte. Öffentliche Führungen zur Reformation in Basel lassen Geschichtsinteressierte die Schauplätze dieser folgenreichen Zeit wiedererleben (Kosten 20 Schweizer Franken pro Person). www.basel.com

20.5.–25.9.2016 „ERASMUS MMXVI“, Historisches Museum Basel

Für die Ausstellung setzt das HMB erstmals auf Virtual und Augmented Reality. Besucher erleben das Ausstellungsprojekt dank neuester Technologien als multimediales Ereignis. „ERASMUS MMXVI“ erstreckt sich mit dem „Urban Erasmus Trail“ über das Museum hinaus in den öffentlichen Stadtraum.

Dafür hat der Medienkünstler Oliver Hangl Audioguide entwickelt, der Einblicke gibt in die wegweisenden Ideen des Erasmus von Rotterdam. Die Besucher bewegen sich mit Smartphone und Stadtplan innerhalb eines fiktiven Bild-/Ton-Plots, der unter Einflechtung von Primärquellen und neuen Text- und Soundproduktionen eine filmische Ebene über die realen Bilder des Basler Stadtraums legt. Startpunkt der 60-minütigen, individuellen Tour ist der Eingang des Museums für Geschichte am Barfüsserplatz. Erforderlich für die Teilnahme ist ein Smartphone sowie der kostenlose Download der dazugehörigen „ERASMUS MMXVI“-App (vorkonfigurierte Leihgeräte sind im Museum für Geschichte verfügbar). Weitere Infos mit diesem Link: www.hmb.ch/erasmus.html

24.6.–12.11.2016 „Erasmus-Ausstellung 2016“, Basler Münster

Ein einzigartiger Kraftort ist das gewaltige Basler Münster. Mit roten Sandsteinmauern und Ziegeln sowie den beiden Türmen prägt das Münster das Stadtbild Basels. Die Krypta, der Chor, das Grab von Erasmus von Rotterdam, die Galluspforte und die beiden Kreuzgänge zeugen von einer bewegten Baugeschichte über mehrere Jahrhunderte hindurch. Die Ausstellung der Universitätsbibliothek Basel konzentriert sich ganz auf den Menschen Erasmus von Rotterdam, den produktiven Gelehrten und den um Ausgleich bemühten Kirchenmann. Siehe auch www.baslermuenster.ch

5.7.–24.9.2016 „Setting Erasmus. Zu Besuch in der Druckerwerkstatt Johannes Frobens“ im Pharmazie-Historisches Museum

1516 druckte Johannes Froben die von Erasmus zusammengestellte griechische Fassung des Neuen Testaments. Das Haus zum Sessel am Totengässlein, wo vor 500 Jahren die Druckerpressen von Johannes Froben standen, wird im Rahmen dieser Sonderausstellung der Basler Papiermühle im Pharmazie-Historischen Museum wieder zur Druckerstätte. Hier der passende Link: www.pharmaziemuseum.ch

10.9.2016–8.1.2017 „Archäologie des Heils. Das Christusbild im 15. und 16. Jahrhundert“ im Kunsthaus Basel

Der Jubiläumsbeitrag des Kunstmuseums beschäftigt sich mit dem Christusbild, das Erasmus und seine Zeit geprägt hat, und mit dessen Wandlungen. Gezeigt wird anhand von Leihgaben und vielen selten ausgestellten eigenen Werken eine Blütenlese aus den diversen Bereichen spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Frömmigkeit. Und mit www.kunstmuseumbasel.ch gibt’s weitere Infos.

Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler

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Ernst Holbein d. J.; Bildnis des schreibenden Erasmus von Rotterdam

Gold, der glänzende Schweiß der Sonne

Angesichts der maßlosen Menge an Wörtern mit goldener Überhöhung, die als kleine Sammlung hier erschienen ist, stellt sich die Frage nach diesem magischen Wort selbst. Woher mag es kommen und was ist seine wahre Bedeutung? Der Kindervers „Backe backe Kuchen“ mit der Zeile „Safran macht den Kuchen gel“ kann uns auf die Spur des Wortes bringen.

Nun, das Wörtchen gel bedeutet gelb. Es ist uralt, hat sich Laufe von zehntausend Jahren kaum verändert und geht zurück auf das indoeuropäische Wort ghel. Die damaligen Menschen benutzten es jedoch nicht nur für die Farbe, sondern auch im Sinne von glänzend. Beides bezogen sie überwiegend auf die Sonne.

An Gold hatten sie vor zehntausend Jahren noch nicht gedacht denn die ersten Nuggets hielten Bewohner des indoeuropäischen Sprachraums etwa dreitausend Jahre später zum ersten Mal in den Händen. Sie glaubten die glitzernden Klunker seien Schweißtropfen der Sonne und daher nannten sie diesen geheimnisvollen Stoff ghel, also das Glänzende, wobei alles Gelbe natürlich auch ghel war. Wie lange es dauerte bis sich das Goldene vom Gelben trennte ist umstritten, doch spätestens im Althochdeutschen war es soweit. Seither haben wir das Wort golth oder gold, teilweise auch colt. Da fällt einem doch glatt der Mann mit dem Goldenen Colt aus dem gleichnamigen James Bond Film ein und natürlich auch der gute alte Gerd Fröbe als Mr.Goldfinger.

Die ersten goldenen Funde lösten mit Sicherheit keinen Goldrush aus, weil die Damen und Herren Steinzeitmenschen mit dem glänzenden Zeug gar nichts anfangen konnten. Aus dem weichen Metall ließ sich nämlich kein brauchbares Werkzeug herstellen und Zeit für Kultiviertes hatten die Leute nur am Rande. Schließlich musste die notwendige Verpflegung noch mühsam aus Wäldern, Seen und Flüssen geholt werden und die dafür notwendigen Werkzeuge brauchten eine gewisse Robustheit. Die aber garantierte überwiegend der damals heiß begehrte Flintstein.

Gut möglich, dass Letzterer in jenen fernen Zeiten viel stärker im Fokus der Begehrlichkeit stand, als dieses Gold. Das war einfach nur schön, aber völlig überflüssig. Wahrscheinlich hatte es die Sonne ausgeschwitzt und Tröpfchen für Tröpfchen in die Flüsse fallen lassen. Da lag es nun, glitzerte vor sich hin und lenkte bisweilen die Aufmerksamkeit der Fischer von ihrer eigentlichen Aufgabe ab, sodass der Hecht entwischen konnte. Schlecht für die Sippe, die musste jetzt Kohldampf schieben. Und nur, weil die Sonne geschwitzt hatte. Oder etwa geweint?