Frühlingserwachen am Neusiedler See mit den „Pannonischen Natur.Erlebnis.Tagen“

Graugänse und GösselnGanzjährig ist die pannonische Landschaft rund um den Neusiedler See mit dem Nationalpark im Seewinkel und dem Naturpark im Leithagebirge eine überaus reiche Schatzkammer für eindrucksvolle Naturerlebnisse. Doch besonders im Frühling, der hier viel früher erwacht als in anderen Landschaften Österreichs, präsentieren sich Flora und Fauna auf besonders spektakuläre Weise. Ein echter Leckerbissen für alle Naturfreunde… Weiterlesen

Wo die Schweiz am sonnigsten ist – Familienferien im Tessin

Familienurlaub in der Schweiz – dafür bietet sich die Ferienregion Ascona-Locarno im Tessin hervorragend an. Gerade vom Schweizer Tourismus-Verband mit dem Gütesiegel „Family Destination“ ausgezeichnet können hier Groß und Klein mit Lamas wandern, auf dem Foxtrail Lugano erkunden oder auch in den für die Region so typischen „Rustici“ oder gar im Heu übernachten.

Falknerei Locarno – nur Fliegen ist schöner

Die Falknerei entstand vor rund 4000 Jahren in den Weiten der asiatischen Steppen, wo diese Technik zum besten Helfer bei der Jagd auf Tiere wurde. Im Mittelalter machte Kaiser Friedrich II. die Falknerei in Europa salonfähig. In der Falknerei von Locarno wird dieses historische Erbe gepflegt. In einer auf die Bedürfnisse der Vögel abgestimmten Umgebung erleben Besucher eine unvergessliche Vorführung: der majestätische Flug des Adlers, der blitzschnelle Angriff des Falken, das ruhige Kreisen des Uhus. Adler, Bussarde, Geier und Eulen fliegen nur wenige Zentimeter über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Dank der überdachten Zuschauertribüne finden die 45-minütigen Vorführungen bei jeder Witterung statt. www.falconeria.ch

Foxtrail – auf der Fährte des Rätselfuchses in Lugano

Knifflige Rätsel lösen, geheime Botschaften entziffern, und das Jagdfieber ist geweckt: Foxtrail heißt das Spiel, das immer beliebter wird. Die zweieinhalbstündige Schnitzeljagd lässt Besucher auf originelle Weise die Sehenswürdigkeiten von Lugano sowie versteckte pittoreske Ecken der Stadt entdecken. Das Konzept ist ebenso einfach wie individuell: Gruppen ab zwei Personen, Familien, Firmen oder eine Freundesclique können ihre gewünschte Tour im Internet buchen. Den Startzeitpunkt ihrer Schnitzeljagd bestimmen die Gäste selbst. www.foxtrail.ch

Familienwandern im Val Piora

Fahren wir in die Berge oder an den See? Im Tessin geht beides, zum Beispiel in der Region Ritom-Piora in der Leventina. Eine Seilbahn erleichtert den steilen Anstieg: In einer Viertelstunde überwindet sie eine Steigung von 87,8 Prozent und bringt Gäste aller Altersklassen ins alpine Paradies. Von der Bergstation in 1794 Metern Höhe erreicht man in wenigen Minuten eine einzigartige See- und Berglandschaft. Auf die Besucher warten hier nicht nur grandiose Ausblicke, sondern auch eine reiche alpine Pflanzenwelt. Dank eines Naturlehrpfades kann man die ökologischen und kulturellen Besonderheiten dieses Gebietes auf unkomplizierte Art und Weise entdecken. Im Sommer grasen im Piora-Tal naturnah gehaltene Kühe. Der aus ihrer Alpenmilch hergestellte Käse schmeckt hervorragend – besonders nach einer Wanderung. Es gibt gemütliche Spaziergänge für Familien mit kleinen Kindern, aber auch anspruchsvolle Touren für fortgeschrittene Wanderer. www.lagoritom.ch

Mit Kindern und Lamas durch die Natur wandern

Wandern mit Tieren erfreut sich im Tessin wachsender Beliebtheit. Vor allem Kinder sind begeistert vom Lama-Trekking. Die vierbeinigen Begleiter gehen vertrauensvoll am Zügel und lassen sich unterwegs gerne das weiche Fell streicheln. Buchbar sind diese Erlebnistouren in verschiedenen Regionen des Tessins, so beispielsweise bei Hanspeter Frei im sonnigen Malcantone. Wer will, kann hier nach der Tour auch etwas über die Lama-Aufzucht lernen, bei der Hofarbeit helfen oder sogar auf der Lama-Farm „Casa Gisoretta“ im Heu oder im mitgebrachten Zelt übernachten. Die Übernachtung ist buchbar inklusive Frühstück, Halb- oder Vollpension zum Preis ab 25 Schweizer Franken für Erwachsene (ab 23 Euro) und 15 Schweizer Franken (ab 14 Euro) für Kinder. www.lama-trekking.ch.vu

Übernachten im Rustico oder im Bungalow

Übernachten im Zelt oder Heu ist schon eine tolle Sache. Im Rustico mit„eigenen“ Grotto vor der Haustür machts aber ganz bestimmt ebenso viel Spaß. Diese Rustici sind ehemalige Bauernhäuser, die umgebaut und modernisiert wurden und als Ferienwohnungen zur Verfügung stehen – beispielsweise im Feriendorf „Rustici della Verzasca“oberhalb des Vogorno-Sees. www.rustici-verzasca.ch

Oder wie wäre es mit einem Bungelow am Lago Maggiore? Solche gibts seit vergangenem Jahr auf dem Tessiner Campinglatz Campofelice – alle in farbenfrohem Design. Sie bieten Platz für zwei bis sechs Personen, also ideal für Familien oder eine kleine Gruppe. Die modernen Feriendomizile sind zwischen 20 und 40 Quadratmeter groß, voll möbliert und jeweils mit einer überdachten Terrasse ausgestattet. Bettwäsche, Heizung, Strom, TV, WiFi, Liegestühle, Sonnenschirm sowie ein Parkplatz sind im Preis ab 70 Schweizer Franken (ab 64 Euro) pro Nacht inbegriffen. Ein privater Sandstrand, Bootshafen, Wasserpark, zwei große Spielplätze, vier Tennisplätze, ein Fußballfeld, Minigolf, Beachvolleyball, BMX-Strecke und eine Pizzeria befinden sich auf dem Campingplatz. In der Sommersaison werden Filmabende und ein breites Spiel- und Sportangebot mit Kajakfahren, Fußball, Aerobic, Klettern etc. offeriert. www.campofelice.ch

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FALKNEREI IN LOCARNO:  GREIFVOGEL EUROPAEISCHER UHU IM FLUG  Foto: Gaby Kunz

 

 

 

 

 

 

Faulenzerreise und Zuckertütenurlaub im Familotel am Rennsteig

Zugegeben, es war für uns – diesmal in der Oma und Opa Rolle – eine echte Faulenzuerreise und damit als Erfahrung eher ungewohnt. Für einen unserer zahlreichen Enkel sollte es so was wie die Zuckertüte in den ersten Ferien nach dem Schuleingang sein – und es wurde die Reise seines bisherigen Lebens.

Hotel mit Kinderanimation

Nun mag sich Zuckertütenurlaub nach Fernreise an irgendeinen märchenhaften Traumstrand anhören. An so was Ähnliches hatten wir anfangs auch gedacht – doch schließlich entschieden wir uns für eine Reise nach Wurzbach. Das winzige thüringische Städtchen liegt malerisch am Nordhang des Frankenwaldes und ist Etappenort für Rennsteig Wanderungen.

Entsprechend dieser Lage gibt es dort natürlich auch ein „Hotel am Rennsteig“, das zur Familotel Kooperative gehört. Hier steht Urlaub mit Kind im Mittelpunkt und die Kleinen sind quasi die VIPs, wobei die begleitenden Eltern oder Großeltern nicht unbedingt in der Statistenrolle verharren müssen. Im Gegenteil – sie haben viel Zeit, um auch auf eigene Faust etwas zu unternehmen. Für die Kinder gibt es ein vielseitiges und spannendes Spiel- und Animationsprogramm, das vom Nachwuchs auch mit Begeisterung angenommen wird.

Enkel aus den Augen verloren

Als reisefreudiges Gespann waren wir natürlich nicht zum ersten Mal mit diesem Enkel verreist. Bislang hatten wir als Unterkunft aber immer Ferienwohnungen gewählt. Mit einem solchen Hotelaufenthalt betraten wir daher Neuland und es stellte sich schon die Frage, wie das mit dem Enkel klappen würde. Natürlich weiß er, dass diese unternehmungslustigen Großeltern sehbehindert sind und er konnte sich bislang auf allen Wegen auch problemlos darauf einstellen. Doch in diesem nicht gerade kleinen Hotel mit den zahlreichen Gästen, wo die Kinder sich auch relativ frei bewegen konnten, gab es durchaus die leise Befürchtung, dass wir den Kleinen eventuell aus dem Blick unserer nicht allzu weit reichenden Augen verlieren könnten.

Kurz gesagt, genau das passierte auch ab und zu. Aber das war im Wurzbacher Hotel am Rennsteig nicht weiter tragisch, denn das Personal war über unsere Sehbehinderung informiert und sorgte freundlich und unaufgeregt dafür, dass Enkel und Großeltern sich immer wieder fanden. Auch die anderen Begleitpersonen informierten uns gefragt wie ungefragt über den jeweiligen Aufenthaltsort unseres Enkels und selbiger kam zwischendurch auch ab und zu mal vorbei, weil er beispielsweise ein Eis essen oder mit uns ins Schwimmbad gehen wollte.

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Es herrschte ganz allgemein eine freundliche Atmosphäre und sowohl Personal wie die anderen Gäste verhielten sich den Kindern gegenüber aufmerksam und hilfsbereit. Diese Hilfsbereitschaft zeigte sich auch im Miteinander der Gäste und so kamen auch wir in deren Genuss, wenn wir rein sehtechnisch von der Vielfalt auf dem Buffet etwas überfordert waren.

Unser Enkel war übrigens umfassend begeistert, erzählt überall von dem tollen Urlaub und ist entschlossen, bald wieder nach Wurzbach ins Hotel am Rennsteig zu fahren. Wir als sehbehindertes Großelternpaar können aufgrund dieser Erfahrung allen ähnlich Betroffenen empfehlen, solchen Urlaub mit Kind ebenfalls zu probieren. Er ist ein Gewinn für Kinder wie Erwachsene und Seheinschränkungen sind mit Sicherheit kein Grund, darauf zu verzichten.

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Sehbehinderung und Barrierefreiheit

Sicher kommt es auch hier darauf an, das richtige Hotel zu finden. Dabei lohnt es sich durchaus, die 54 rechtlich eigenständigen Häuser unter dem Dach der Familotels in die engere Wahl zu nehmen. Die angeschlossenen Betriebe sind den hohen Leistungs- und Qualitätsanforderungen der Kooperation verpflichtet, deren Einhaltung durch direkte Besuche der Kontrolleure überprüft werden. Zusätzlich zu der Sterne Kategorisierung des Deutschen Hotel- und Gaststätten Verbandes gibt es übrigens noch eine interne Kategorisierung, dargestellt mit Kronen.

Nun sind die Familotels wie gesagt rechtlich unabhängige Betriebe Daher ist das Thema Barrierefreiheit auch nicht einheitlich geregelt. Das hier beschriebene Hotel am Rennsteig beispielsweise betrachtet laut Auskunft sich selbst nicht umfassend als barrierefrei, weil von den gut hundert Zimmern nur ein paar Rollstuhl gerecht sind. Hier zeigt sich allerdings wieder, dass Barrierefreiheit überwiegend auf den Rollstuhl fokussiert gedacht wird. Daher wurde der Hinweis auf unsere Sehbehinderung gar nicht in diesem Zusammenhang gesehen.

Übrigens sprechen unsere Erfahrungen ganz allgemein dafür, auch beim Reisen offensiv mit dem Thema Sehbehindrung umzugehen und das am besten schon beim Buchen der Unterkunft zu erwähnen. Wir haben bisher kein Hotel erlebt, dass urplötzlich kein Zimmer mehr frei hatte.

Fotos: 1. peter bachstein, 2: vera schwarz