Tipps für eine vorweihnachtliche Reise nach Luzern

Live on Ice vor dem KKLFür weihnachtlich orientierte Städtereisende, die zusätzlich noch eine gute Portion malerische Winterlandschaft genießen wollen, könnte aktuell ein Besuch in Luzern die passende Nummer sein. Die Stadt in der Zentralschweiz bietet nicht nur Glanz und Geruch verschiedener Weihnachtsmärkte, sondern auch stimmungsvolle Stadtführungen und kulinarische Schiffstouren auf dem Vierwaldstädter See.

Weihnachtsmärkte in der Stadt und auf der Höhe

Weihnachtsmärkte gehören zum Advent wie Tannenbäume, Lichterglanz und der gute alte Nikolaus. Solche jahreszeitlich passenden Angebote können Reisende mit dem Weihnachtsmarkt auf dem Franziskanerplatz und dem Handwerksmarkt inmitten der mittelalterlich geprägten Altstadt natürlich auch in Luzern finden. Dazu gibt es einige Besonderheiten in der Umgebung wie beispielsweise den großen Markt im Klosterdorf Einsiedeln. Wer aber dem weihnachtlichen Sternenhimmel noch ein paar Meter näher sein möchte, sollte zwischen dem 18. und 20. November die entsprechende Gelegenheit nutzen. Dann nämlich findet auf dem Pilatus Kulm in 2132 Metern über Normal Null Europas höchstgelegener Weihnachtsmarkt statt.

Unter den verschiedenen weihnachtlich geprägten Angeboten der Stadt zwischen Berg und See sticht auch eines hervor, das den Titel „DesignSchenken“ trägt. Das ist nicht einfach nur ein Weihnachtsmarkt, sondern ein ganzes Festival, auf dem etwa 90 junge Schweizer Design Labels ihre kreativen Produkte zeigen. Hier können sich Besucher vielleicht mal zum Kauf eines nicht ganz alltäglichen Geschenks anregen lassen und darüber hinaus ein opulentes Rahmenprogramm mit kulturellen Events verschiedener Genres erleben.Diese Design Tage finden zwischen dem 2. und 4. Dezember statt.

Weihnachtliche Touren

Auf der weihnachtlichen Stadtführung „Tannengrün und Lichterglanz“ kann man sich in die Geheimnisse von Christkind und Samichlaus, wie der olle Knecht Ruprecht hier heißt, entführen lassen. Unterwegs auf den Plätzen der Leuchtenstadt erfahren Gäste, wie der Tannenbaum den Weg in die gute Stube fand, seit wann Adventskalender die Wartezeit bis Weihnachten verkürzen und wer die Lichterketten in Luzerns malerischen Gassen montiert. Die weihnachtliche Stadtführung findet jeden Samstag vom 26. November bis 24. Dezember von 16.00 bis 18.00 Uhr statt.

Kulinarisches auf dem See und im Wald

Gewiss gibt es zahlreiche Menschen, die besonders in der Vorweihnachtszeit Lust auf kulinarischen Genuss verspüren. Für Reisende dieser Art hat Luzern auch einige schmackhafte Happen auf Lager. Besonders einprägsam ist deren Genuss während einer Schiffsfahrt auf dem Vierwaldstädter See, wo zum Verputzen der Speisen noch das gleichzeitige Erlebnis der grandiosen Landschaft zwischen See und Berg kommt. Oder wie wäre es mit Fondue im Weihnachtswald? Klingt eventuell etwas kühl für die Jahreszeit. Doch das Restaurant Pfistern als Veranstalter dieses etwas abgefahrenen Events sorgt mit 100 Varianten der Schweizer Spezialität sowie kuscheligen Decken und wärmenden Chriesisteisäckli, in nördlicheren Breiten auch als Kirschkernkissen bekannt, für wohlige Gemütlichkeit.

Live on Ice

Unter dem Titel „Live on Ice“  lädt auf dem Europaplatz, der direkt am See liegt,  auch in diesem Jahr wieder die Eisbahn zum Verweilen, Feiern und selbstverständlich auch zum Eislaufen ein. Dabei wird die Weihnachtsmärchenwelt bestehend aus vielen kleinen mit Lichtern kunstvoll geschmückten Tannenbäumen zu einer entspannenden Oase und zum abendlichen Treffpunkt für Jung und Alt. Schlittschuhläufer versuchen sich im Präsentieren von Pirouetten, wobei es völlig egal ist, ob die mehr oder minder gelungen sind. Der Spaß am Gleiten übers Eis ist immer mit Spiel und wird noch unterstrichen durch den Blick auf die Stadt, den See und die Berge. Übrigens wird „Live on Ice“ Luzern vom international bekannten Lichtkünstler Gerry Hofstetter präsentiert und ist vom 24. November 2016 bis zum 2. Januar 2017 in Betrieb.

Foto: Luzern Tourismus

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Spätsommerlicher Schlemmertrip durch Berlin Neukölln

Der Blick aus dem Fenster deutet an, dass der Tag noch mal richtig schön werden will – so mit blau weißem Himmel und das nicht etwa in Bayern sondern über Berlin Neukölln. Außerdem sind die Bäume auch noch ziemlich grün und da hälts den Großstadtwanderer wirklich nicht mehr in der Bude. So macht er sich sofort auf die Socken, die er aber gar nicht an hat, weil es dafür noch viel zu warm ist…

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schokoladen-chilli-eis-am-weichselplatz-in-neukollnRein zufällig schlägt er den Weg Richtung Weichselplatz ein um dort dringend eine Pause einzulegen. In der dortigen Eisdiele namens Missismiller gibt’s nämlich so ein irre schmackhaftes Schokoladen-Chili-Eis. Da kann er nicht so einfach vorbeigehen ohne sich so eine kleine Kugel zu genehmigen und es soll wirklich nur diese eine sein. Klappt aber wieder nicht und so besorgt er sich noch eine zweite, ehe er die dritte verputzt…

Wie aus dem Nichts taucht da plötzlich die geheimnisvolle Besucherin auf und rettet den Großstadtwanderer vor der vierten Kugel, denn sie will gleich und sofort nebenan im Cafè Rudimarie  eine Waffel essen. Selbstverständlich nimmt der Großstadtwanderer auch noch eine…

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Anschließend landen die Beiden dann auf dem weltberühmten Markt am Maybachufer, wo es zur Erfrischung erst mal einen frisch gepressten Saft gibt…

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Zwischendurch gibt’s auch mal ein bisschen was Anderes und zwar ungewöhnlichen Musikgenuss, den der karibische Steeldrum Spieler auf dem Hermannplatz serviert…

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Als dann die Schatten langsam länger werden und der Spätsommerabend hereinbricht, kommt schon wieder der Hunger angewackelt. Zur Besänftigung desselben begeben sich die Beiden an den Rixdorfer See, also in den Biergarten vom Restaurant S…Cultur, wo sie mit anderen netten Leuten sowohl ein sattmachendes Abendbrot wie den Inhalt einiger Gläser ausgiebig genießen…

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Solche Tage sollte es täglich geben – oder noch häufiger…

Fotos: 2 und 5 Vera Schwarz, 1, 3, 4 und 6 peter bachstein

Stammtischjubiläum im Neuköllner Restaurant S…cultur

an den ufern des rixdorfer sees

Fliegen Klaus Hoffmann zum 100. StammtischDiese Stammtische sind ganz kolossal und wer einmal mitmacht, will auch gleich noch mal“ heißt es im „Berliner Stammtischsong“. Doch viele Teilnehmer haben inzwischen nicht nur ein- oder zweimal daran teilgenommen, sondern sogar hundert mal. So konnte am 1. September der „NetzStamm“-Tisch in der Neuköllner S…Cultur mit zahlreichen Netzwerkern der ersten Stunde, wie beispielsweise „Fliegen Klaus“ Hoffmann, dem ältesten Jungdesigner Berlins, sein 100. Jubiläum begehen.

Nein, hundert Jahre alt sind weder Klaus Hoffmann, noch dieser ganz besondere Unternehmerstammtisch. Lezterer hat aber  immerhin hundert Monate hinter sich – und das wurde am Rixdorfer See im Biergarten der S…cultur ausgiebig gefeiert z. B. mit einem Getränk namens „Beleiwa“, wozu es kleine, ganz besonders raffinierte Schmankerl wie „Spanischen Reissalat“ gab. Zunächst kam er als kulinarisches Understatement daher – ein Happen unter Vielen eben. Dann aber zeigte er u. a. mit seiner ausgeklügelten Gewürzkombi und samtenen Schärfe, die den Gaumen zum Verzehr weiterer Köstlichkeiten animierte, was in ihm steckt.

Spanischer Reissalat

BeleiwaAber was hat es nun mit diesem geheimnisvollen Getränk namens „Beleiwa“ auf sich? Nun, nach den Worten von Markus Kunz, dem Wirt der S…Cultur, ist das ein Akronym für Berliner Leitungswasser. Beim Probieren dieser flüssigen Kreation kann das jedoch nicht bestätigt werden. Irgend was ganz Anderes ist da im Spiel, womöglich sogar Alkohol…

Raffinierte Schmankerl werden gereicht

 

 

Suppentour rund um die Welt

Suppen-kleinStiftung Warentest befasst sich bekanntlich nicht allein mit dem Untersuchen von Dienstleistungen und Waren, sondern auch mit der Herausgabe von Kochbüchern. Ein solches ist gerade neu erschienen und trägt den Titel „Suppen – Rezepte aus aller Welt.

Überall in die Töpfe geschaut

Ein wenig angelehnt an einen berühmten Roman von Jules Verne geht’s hier zwar nicht in 80 Tagen, dafür aber mit 80 Rezepten rund um die Welt. Für diese kulinarischen Erlebnisse waren die Autorin und Foodstylistin Ulrike Skadow und der Fotograf Nicolas Leser auch etwas länger unterwegs als Jules Vernes etwas exzentrischer Titelheld Phileas Fogg anno 1872. Das in Paris lebende Zweierteam musste zahlreiche Recherchereisen unternommen, um diese Sammlung authentischer Rezepte, davon fast die Hälfte vegetarisch, zusammengetragen. Überall auf der großen weiten Welt haben sie neugierig in alle möglichen Töpfe geschaut und jede Menge Kräuter und Gewürze probiert.

Mit Geschichten gewürzt

Viele der köstlichen Suppenrezepte basieren auf den Kochkünsten des weltweiten Freundes- und Bekanntenkreis von Ulrike Skadow und Nicolas Leser. Andere Rezpete mussten in mühsamer Kleinarbeit sogar dem Dunkel der Geschichte entrissen und durch sorgfältiges Tüfteln nachgekocht werden. So ist ein Kochbuch über leckere Suppen aus 60 Ländern der Welt entstanden, das auch kurze Geschichten von Herkunft und Bedeutung der Currys, Brühen und Eintöpfe auftischt. Dieses Kochbuch, das sich erfreulicherweise auch ausführlich und illustrierend dem Thema Warenkunde widmet, ist ein einzigartiger Schatz für kulinarische Weltenbummler, Hobbyköche mit Fernweh und ambitionierte Genießer.

Suppen aus aller Welt“ hat 176 Seiten und ist zum Preis von 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich oder kann online bestellt werden unter www.test.de/suppen

 

Ein Hauch von Dorfidylle in Berlin Neukölln

Am Rande des Hermannplatzes in Berlin Neukölln fragt ein Tourist aus dem Schwabenländle, wo denn dieser Louis mit den großen Schnitzeln zu finden sei. Da aber der Hermannplatz inzwischen ein internationaler Touristentreffpunkt geworden ist, erwischt der hungrige Schwabe zunächst auch nur Leute, die, wie er selbst, von weit her kommen. Von dem Laden gehört haben schon einige, doch keiner scheint zu wissen, wie man da hin kommt. Endlich aber wird dem Mann aus Deutschlands Südwesten weitergeholfen von einem türkischen Berliner, der ihm den Weg per U-Bahn und zu Fuß sehr detailliert beschreibt. Der Schwabe wählt den Fußweg…

Heavy Metal Sound

Vom Hermannplatz die Karl Marx Straße entlang zu laufen ist wie ein Schwimmen im Strom des endlosen Menschenflusses. Zahllose Geschäfte, Restaurants und Dönerläden flankieren diese Supertangente Neuköllns. Eine Kulisse für ein Stück, das Einkaufsbummel heißt. Dazu über alle Oktaven des hörbaren Spektrums der Heavy Metal-Sound des motorisierten Zeitalters…

Neukölln Karl Marx Straße - Kopie

Böhmisch Rixdorf mit Jan Hus und Brüdergemeine

So oder ähnlich hatte sich der Schwabe Berlin möglicherweise vorgestellt. Doch dann, vom Big City Trubel der Karl-Marx-Straße in die Richardstraße einbiegend, eröffnet sich ihm mitten in der Millionenmetropole eine etwas andere Welt. Die Klänge werden selektiver und verhaltener und die Luft scheint sogar ein bisschen nach ländlicher Idylle zu riechen. Besonders erstaunlich aber zwischen den prangenden Gründerzeitfassaden sind die Satteldachhäuser mit hölzernen Flügeltoren vor bogenförmig gemauerten Einfahrten. Groß genug für die Erntewagen einer vergangenen Epoche, als hier noch bäuerliches Leben herrschte.

Richardstraße Berlin Neukölln

Haus in der Neuköllner Richardstraße - Kopie

Das sind die Reste eines böhmischen Dorfes mitten im Großstadtgewühl und Hinweis auf die Einwanderertradition Neuköllns. Gegründet wurde es von Siedlern, die anno 1731 aus den tschechischen Gebieten der damaligen Donaumonarchie aus Glaubensgründen geflohen waren. Die Böhmischen Brüder bauten hier ihr eigenes Dorf und bildeten später zusammen mit Deutsch Rixdorf die Keimzelle des heutigen Neukölln, dem kulturellen Hot Spot der deutschen Hauptstadt. Hier hat auch der tschechische Reformator Jan Hus sein Straßenschild und selbstverständlich ist die böhmische Brüdergemeine (kein Schreibfehler, sie heißt wirklich so) noch immer ein aktiver Vertreter des religiösen, sozialen und kulturellen Lebens in dieser Keimzelle des multikulturellen Neuköllns.

Restaurant Louis am Rixdorfer Anger

Der Weg des hungrigen Schwaben geht weiter die Richardstraße entlang, an deren Ende sich nicht nur der alte Rixdorfer Anger mit der historischen Schmiede, sondern auch das ersehnte Lokal namens Louis befindet. Kein böhmisches Restaurant, aber immerhin ist der Wirt ein Österreicher und das merkt man auch. Der Kaiserschmarren sprengt das Fassungsvermögen jedes Einzelmagens und das Große Schnitzel lockt inzwischen sogar hungernde Gäste aus Fernost und dem nicht ganz so fernen Schwabenländle an den Rand des böhmischen Dorfes zu Berlin Neukölln.

Schnitzel Louis

Kaiserschmarren beim Schnitzel Louis

Doch halt – am Ende stellt sich heraus, dass der Schwabe gar kein solcher ist, sondern ein Badenser mit italienischen Wurzeln. Doch Berliner Ohren aller Art können die feinen sprachlichen oder akzentmäßigen Unterschiede nicht so ganz wahrnehmen. In diesem Restaurant sind solche regionalen Besonderheiten ohnehin wurscht. Hier wird allgemein auf deutsch-österreichische Freundschaft gemacht –  wobei unklar bleibt, ob damit an die einstige New Wave-Band gleichen Namens erinnert werden soll oder vielmehr die Kochrezepte beider Länder gemeint sind.

Fotos: 1. peter bachstein, 2., 3., 4. Vera Schwarz, 5. peter bachstein

Gaststätte Schießhaus zu Dresden: Riesenschnitzel für kulinarische Scharfschützen

Das Restaurant „Schießhaus“ nur fünf Minuten Fußweg vom Bahnhof Dresden Mitte entfernt interpretiert sowohl Webers „Freischütz“ wie auch ein bisschen Schützengildennostalgie per Speisekarte. Der Ort passt natürlich hervorragend dazu, weil hier bereits im Mittelalter mit der Arcuballista, wie die Armbrust richtig heißt, hantiert wurde. Die heutige Hütte ist nicht ganz so alt und stammt aus der Zeit des Barock, wo die Schützen längst mit Pulver und Blei herumballerten…

schießhaus eingang

Die Küche im Dresdener Schießhaus serviert solche Sachen wie die „Ente im Feld versteckt damit der Kaspar sie nicht findet“. Das steht zwar unter der Rubrik „Grünzeug zum dazu essen“ reicht aber manchen Leuten durchaus zum satt werden, was auch auf die „Scharfschützensuppe (groß und klein) zutrifft. Wer größeren Appetit hat kann die beiden genannten Gerichte aber auch als Vorspeisen betrachten und anschließend mal „Samiels Rache“ probieren. Das ist ein Filetspieß mit geschärftem Letscho. Aushängeschild und so groß wie ein solches ist das Riesenschnitzel, dem allerdings ein besonderer Freischützname fehlt. Es deckt jeden Teller überlappend zu und der hungrige Gast fragt sich gespannt, was darunter verborgen sein könnte. Um das zu erfahren, muss er allerdings erst mal ein bisschen von dem Schnitzel verputzen.

schießhaus schnitzel

Was wäre so ein deftiger scharfer Schmaus ohne ein kühles Bier – selbstverständlich ein Großes. Doch Vorsicht, im Dresdener Schießhaus ist damit weder ein halber Liter noch eine Maß gemeint sondern ein Humpen mit Anderthalb Litern. Na, dann mal Prost….

schießhaus 1

Grünen Kartoffelsalat essen in Berlin Neukölln

Back in Berlin und jedes Mal stellt die geheimnisvolle Besucherin die gleiche Frage: Wann gehen wir grünen Kartoffelsalat essen? Das weiß der Großstadtwanderer leider auch nie, denn sowohl der Old School Papierkalender wie auch das allwissende iPhone offenbaren prinzipiell deckungsgleich einen Terminplan, der zwar auch mit allerlei Arbeit, aber ebenso mit zahlreichen Ess- und Trinkvorhaben mehr als bestens gefüllt ist. Da sei kein Platz mehr für grünen Kartoffelsalat, erklärt er kleinlaut der geheimnisvollen Besucherin.

Diese Aussage gefällt ihr aber gar nicht und sie weist energisch darauf hin, dass grüner Kartoffelsalat für sie zum stilbildenden Element einer jeden Berlin Reise gehöre und ein Verzicht auf dessen Genuss der Attraktivität eines Besuchs in der Stadt an Havel und Spree einen entscheidenden Tiefschlag versetzen würde. Und überhaupt hätte der Großstadtwanderer ja damit angefangen, sie bei ihrem ersten Berlin Aufenthalt in den damaligen Stehtischladen am Rathaus Neukölln zu locken mit dem Hinweis, dort hätte er schon in den holden Tagen der Kindheit seine Leidenschaft für diesen grünen Kartoffelsalat entwickelt. Nun sei sie selber beinahe süchtig danach und er könne ihr nicht ernsthaft zumuten, nach so langer Abwesenheit ohne den lang ersehnten Genuss des grünen Kartoffelsalates wieder hinaus in die große weite Welt fahren zu müssen.

Grüner Kartoffelsalatmit Fisch und BierchenNein, es kommt wie üblich nicht zum Eklat, weil sich ein netter Nachmittagsspaziergang vom Neuköllner Stummel der Bouché- zur Karl Marx Straße einbauen lässt und der Großstadtwanderer hat ohnehin nichts gegen einen Happen zwischendurch. Außerdem muss für diesen kleinen schmackhaften Abstecher in Kropps Fisch- und Feinkostladen, wo heutzutage Tische mit Stühlen auf die Gäste warten, die geplante Shoppingtour merklich verkürzt werden. Und das ist für den Großstadtwanderer ein sehr angenehmer Nebeneffekt. Er geht nämlich lieber essen als einkaufen…