Aktion „Blinde gehen baden“ – die blinde Berliner Malerin Silja Korn war mit dabei

Am 14. September wurde hier auf die politische Aktion „Blinde gehen baden“ hingewiesen. Mit dieser wollten blinde und sehbehinderte Menschen bildhaft darauf hinweisen, dass die Teilhabe der Betroffenen am gesellschaftlichen Leben durch das neue Bundesteilhabegesetz quasi baden gehen könnte. Nun hat die blinde Berliner Malerin Silja Korn und Teilnehmerin der Aktion uns mit dem unten stehenden kurzen Bericht ihre Eindrücke geschildert.

Als ich von dieser Aktion „Blinde gehen baden“ erfuhr, war für mich gleich klar, dass ich daran auf jeden Fall teilnehmen muss und werde; ohne wenn oder aber! Aufgerufen dazu hatte der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). Anlass war der Beginn des parlamentarischen Verfahrens für das Bundesteilhabegesetz, das am 22. September. 2016 in erster Lesung im Deutschen Bundestag beraten wurde.

Am Mittwochvormittag,  den 21. September 2016 sind dann mit mir noch weitere 30 blinde und sehbehinderte Menschen mit ihren Begleitern in die Spree gestiegen. Direkt gegenüber vom Reichstagsgebäude hatten wir unseren Protest gegen das Bundesteilhabegesetz zum Ausdruck gebracht. Gelbe Badekappen mit drei schwarzen Punkten und ein großes Schild mit der Aufschrift „Teilhabe“ hat die Botschaft von uns schwimmenden Demonstranten unterstrichen (Der vollständige Text vom Schild lautet: Die Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen darf einfach nicht mit dem neuen Gesetz untergehen.)

Für diese Aktion wurde der Schiffsverkehr eine halbe Stunde lang
unterbrochen. Vom Spreeufer aus wurden wir von ungefähr 100 Unterstützern begleitet. Die Presse war zahlreich erschienen, was mich sehr froh stimmt. Die Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt!

 

Silja Korn

Werbeanzeigen

„Blinde gehen Baden“ als politische Aktion vor dem Reichstagsgebäude

In der kommenden Woche findet im Bundestag die erste Lesung des Bundesteilhabegesetzes statt. Es soll behinderten Menschen angeblich mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen, wird nach dem jetzigen Entwurf jedoch für viele behinderte Menschen Verschlechterungen bringen. Um auf die negativen Folgen insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen hinzuweisen, plant der Deutsche Blinden und Sehbehindertenverband (DBSV) mit Unterstützung seiner Landesverbände eine öffentlichkeitswirksame politische Aktion unter dem Motto „Blinde gehen baden“.

Baden um nicht baden zu gehen

Letzteres ist übrigens wörtlich gemeint sowohl bezogen auf die Verschlechterungen durch das neue Gesetzt wie in Form dieser politischen Aktion. Selbige findet statt am Mittwoch, den 21. September ab 11:00 Uhr. Ort dieser politischen Badeaktion der Blinden ist natürlich in der Spree vor dem Reichstagsgebäude (Reichstagsufer/Ecke Friedrich-Ebert-Platz, Nähe  Gedenkstätte „Weiße Kreuze“) Die Aktiven sollten sich bereits um 10:30 dort treffen. Die Aktion sieht so aus, dass blinde und sehbehinderte Personen, begleitet von sehender Assistenz, in die Spree gehen und dort einige Minuten verbringen. Am Ufer finden parallel Gespräche mit der Presse statt und eine Gruppe von Unterstützern feuert die Badenden an.

spreeufer-mit-blick-auf-reichstag

Gesucht dafür werden noch blinde und sehbehinderte Menschen, die als Badende mitmachen wollen sowie sehende Menschen als Begleitung im Wasser (bitte melden per E-Mail an v.lenk@dbsv.org bis Donnerstag, 15. September um 16:00 Uhr). Außerdem werden möglichst viele Leute gesucht, die vom Ufer der Spree aus die Badenden lautstark anfeuern wollen. Dafür ist keine Anmeldung nötig, da kann also auch noch spontan aufgetaucht werden.

Sicherlich gibt’s noch Fragen, wie das Schwimmen genau organisiert ist. Dafür erhalten alle blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen, die bereit sind, für diese politische Aktion in die Spree zu steigen, am Montagabend, 19. September, eine E-Mail mit allen Infos und den Handy-Nummern der Ansprechpartner vor Ort.

Hinweis zur Anreise mit öffentlichem Verkehrsmittel

Zunächst mit U-, S- oder Regionalbahn bis zum Bahnhof „Friedrichstraße“ und dort den Ausgang „Georgenstraße“ nehmen. Dann nach rechts am Bahnhofsgebäude entlang bis zur Straße „Reichstagsufer“ und dann dieser Straße nach links immer entlang der Spree bis zum Reichstagsgebäude folgen (ca. 650 m).

Nun kann es ja sein, dass Leute aus dem angesprochenen Personenkreis gerne bei der Aktion „Blinde gehen Baden“ mitmachen wollen, sich den beschriebenen Weg aber nicht allein zutrauen. Diese können sich dann bei Volker Lenk melden, der einen Treffpunkt am Bahnhof Friedrichstraße anbieten wird. (Tel.: 030 28 53 87-140 )