Schnell trinken bevor der nächste Regen kommt…

Auch wenn der Himmel mal wieder gar heftig die Welt mit Unwetter überschüttet…

Unwetter - Kopie

und überall schlammige Pfützen auf den Großstadtwanderer warten

Nach dem Unwetter

…lacht am Wegesrand manchmal ganz unerwartet die liebe Sonne.

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Da schmeckt dem Großstadtwanderer das Bier gleich wieder so gut, dass er sein Glas auf einen Zug fast leer getrunken hat.

verregnetes Bier

Oder steht hinter dem schnellen Trinken die Sorge, dass der nächste Regen ihn gleich wieder vom Biertisch vertreiben wird?

Bald kommt der nächste Regen

Kann sein…

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Ein Bierchen in der Straßenbahn

Die geheimnisvolle Besucherin kennt die ungewöhnlichen Ideen des Großstadtwanderers und ist deshalb kaum überrascht, als er sie auf ein Bier in die Straßenbahn einlädt. Das hätten sie in den glorreichen Tagen des Trampelpfads auch oft gemacht und er sei sicher, dass ihr dieser kleine Trip in die Berliner Spaß- und Trinktradition nicht nur gut gefallen, sondern auch bestens schmecken werde. Immerhin stünden dort acht verschiedene Biere direkt von Fass zur Auswahl.

Okay, denkt die geheimnisvolle Besucherin, in Berlin gibt’s bekanntlich alles und warum nicht auch eine Straßenbahn mit Bierausschank. Allerdings ist sie dann doch etwas erstaunt, dass sie nicht in eine der Trams steigen, die kreuz und quer übern Alex rumpeln, sondern mitten durch das dickste Feierabendgewühl hoch zur S-Bahn stiefeln. Mit selbiger geht’s dann zum Bahnhof Zoo und alldorten hinab in den tiefsten Keller, wo auch keine Straßen- sondern die U-Bahn wartet. Die hat natürlich auch keinen Biertresen an Bord und die geheimnisvolle Besucherin hat allmählich mit Durstfantasien zu kämpfen.

Nun gehört die geheimnisvolle Besucherin zu den geduldigeren Menschen. Doch als sie am Bundesplatz aus den Tiefen des Untergrunds wieder zur Erdoberfläche hinauf gestiegen sind, fordert sie energisch die sofortige Einkehr in irgendeine Bude mit Bierhahn. Normalerweise gehört es zu den Gepflogenheiten des Großstadtwanderers, ihr möglichst jeden Wunsch zu erfüllen. Doch diesmal scheint er gar nicht daran denken zu wollen. Stattdessen zerrt er sie noch ein bisschen durch die beginnende Spätsommernacht und hinein in eine Kneipe, deren Tresen wie jenes öffentliche Verkehrsmittel aussieht, das im alten Berlin die Elektrische genannt wurde.

Bierchen in der Straßenbahn

Endlich gibt’s schönes frisches Bier und dann taucht auch noch Inge auf. Dabei handelt es sich zum Erstaunen der geheimnisvollen Besucherin jedoch nicht um eine schöne junge Dame, sondern um einen etwas älteren Herren aus Norwegen, wo nur Männer Inge heißen. Dieser norwegische Ingenieur ist übrigens Stammgast dieser ganz besonderen „Straßenbahn“ seit der ersten Stunde. Als junger Student zog er vor fast vierzig Jahren sogar extra aus Berlins Norden nach Friedenau, weil ihm diese Kneipe so gut gefiel. Heute lebt Inge längst wieder in Oslo, doch seine alte Studentenbude hat er behalten. Die braucht er auch, denn ein paar Mal im Jahr packt ihn eine schier unstillbare Sehnsucht nach dieser kleinen lauschigen Kneipe in der Laubacher Straße. Dann muss er rasch nach Berlin fliegen um ein paar Tage Friedenauer Straßenbahnfeeling zu schnuppern.

Die Straßenbahn wird übrigens seit Gründung im Jahre 1977 von einem Kneipenkollektiv betrieben. Klingt nach DDR, ist aber Good Old West Berlin. Zwei von damals sind heute noch dabei und ein paar andere sind hinzu gekommen. Wie eh und je werden Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen und Trinkgelder wandern in soziale Projekte. Verändert hat sich hingegen die Raumaufteilung: Der einstige Nichtraucherraum ist heute der Rückzugsort für die Fans des Glimmstengels, damit die Gäste im Tresenraum die Produkte der Straßenbahnküche genießen können…

Projekte von der Straßenbahn gefördert

Fotos: Ulrike Höck

Auf ungewöhnlichen Touren Berlin entdecken

Blick über die Spree in TreptowEs gibt unendlich viele Wege an Land und auch auf dem Wasser um während einer Berlin-Reise die tausend Gesichter der Stadt zu entdecken. Spaß machen solche Touren auf jeden Fall, besonders interessant wird es aber immer, wenn es dabei um etwas Außergewöhnliches geht. Das kann ein spezielles Thema sein oder auch eine Tour mit einem Gefährt, dass man nicht alle Tage benutzt. Hier gibt’s nun einige Vorschläge für Stadttouren mit dem Flair des Besondern…

Wie wäre es mit einer Besichtigungstour im Jogging Modus?

Solche hat Mikes Sightrunning Team für besonders aktive und sportlich orientierte Berlin-Besuchern im Angebot. Beim Joggen durch Berlin die Stadt erkunden und erleben ist schon ein ganz außergewöhnliches Erlebnis. Unterwegs gibt’s weder Fahrrad noch Omnibus oder U-Bahn und auch Taxen werden nicht heran gewunken, Ein paar passende Laufschuhe und leichte Kleidung, fertig ist die Sightrunning-Ausstattung. Besonders empfehlenswert ist die Nightrunning-Tour im Oktober zum Festival of Lights. Na dann auf die Plätze, fertig und Run

Oder mal Stand-Up-Paddling probieren?

Berlin ist eine Wasserstadt, die nicht nur zwei Flüsse zu bieten hat, sondern darüber hinaus zahlreiche Seen und Kanäle. Da liegt es natürliche nahe, die Stadt auch mal vom Wasser aus zu besichtigen – z. B. mit den beliebten Ausflugsschiffen. Die besondere Nummer aber ist Stand-Up-Paddeling (SUP). Wie der Name schon sagt, geht es darum, auf einem schwimmbaren Untersatz in stehender Position paddelnd über die Wasserwege Berlins zu gleiten und dabei die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt vom SUP-Board aus zu bewundern. Wer das Stand-Up-Paddeling noch nicht kann, es aber gern mal ausprobieren möchte, bekommt es auch beigebracht.

Einen Blick in Berlins Unterwelten wagen?

Berlin von oben kann ja jeder, aber Berlin von unten? Das haben die Leute vom Verein Berliner Unterwelten e.V. im Angebot. Mit ihren Touren durch Kanäle, alte Bunkeranlagen und zu Luftschutzräumen ausgebauten U-Bahn-Schächten sorgen sie für spannende Momente und ein Gänsehautgefühl – vor allem dann, wenn es an der Oberfläche sommerlich heiß ist.

Querstadtein – was ist denn das?

Berlin anders sehen – das bietet der Verein „Querstadtein“ an. Ehemalige Obdachlose und geflüchtete Menschen zeigen den Besuchern die Stadt an Spree und Havel aus ihrer ganz besonderen Sicht. Wie haben sie die Stadt wahrgenommen? Was haben sie wo erlebt? Eine Stadtführung mit Tiefgang und sehr viel Einblick in fremde Lebenswirklichkeiten.

Endlich mal Berliner Craftbeer trinken?

Berlin war einst eine Bierstadt mit zahlreichen Brauereien. Die Zeiten schienen aufgrund des Konzentrationsprozesses im Brauereigewerbe bereits für immer vorbei zu sein. Doch dann tauchte Craftbeer als neuer Trend auf und seither lassen sich in Berlin immer mehr Mikrobrauer nieder, um wieder auf handwerkliche Weise individuelle Biersorten in kleinen Mengen zu produzieren. Sehr gut für die echten Biergenießer, die nun in einigen der zahlreichen Biergärten Berlins auf völlig neue Geschmacksnuancen hoffen können. Um sich einen Überblick über die wichtigsten Craftbeerspots zu verschaffen lohnt es sich, bei dieser Tour mitzumachen und zwar keineswegs nur als Besucher dieser Stadt.

Geheimtouren? Warum nicht…

Klingt doch verdammt spannend, oder? Insbesondere wenn nicht verraten wird, wohin genau die Tour führt. Auf jeden Fall wird es lecker, überraschend und abwechslungsreich. Bei der berlinOmotion-Tour erfährt man die wichtigen Details eigentlich erst, wenn man schon da ist. Lediglich der Treffpunkt und die ungefähre Route bekommt man kurz vorher mitgeteilt.

Berliner Klassizismus

Wenn der Großstadtwanderer vom alten Westberliner Trampelpfad erzählt

Weißbier trinken Botanischer GartenEs ist zwar erst Mai doch Berlin tickt, tanzt und torkelt schon voll im Sommermodus. Dazu passend haben die Wirte zwischen Wilmersdorf, Neukölln und Weißensee ihre Biergärten geöffnet damit sich die durstigen Flaneure während ihrer ziellosen Touren am Gersten- oder Weizensaft ausgiebig laben können. Selbstverständlich ist auch der Großstadtwanderer im Pulk der trinkfreudigen Spazierer anzutreffen und als sich an der Tränke mitten im Botanischen Garten auch die geheimnisvolle Besucherin auf ein Gläschen zu ihm setzt, fängt er an von den glorreichen Zeiten des legendären Berliner Trampelpfads zu erzählen…

Nächtliche Trink-, Tratsch- und Kulturtangente

Dieser ganz besondere Trampelpfad war natürlich kein Wald-und-Wiesen-Wanderweg, sondern eine nächtliche Trink- Tratsch- und Kulturtangente zwischen Kleistpark und Hermannplatz, die zuerst Göben-, dann Yorck- und Gneisenaustraße heißt, um schließlich als Hasenheide zu enden. Doch an so exakte Grenzen mochte sich der mit leicht anarchistischem Naturell gesegnete Trampelpfadgänger keineswegs halten. Durch Schöneberg bis hinein nach Charlottenburg und gar Friedenau erstreckten sich seine Exkursionen – und auf der anderen Seite erklärte er auch das alte Kreuzberg SO 36 und Teile Neuköllns zu seinem Revier. „Kreuzberg Horst“ Runkel, dieser Lokalreporter im Sinne von Kneipe meinte gar, überall dort, wo Menschen auf der nächtlichen Suche nach dem Glück von Tresen zu Tresen torkeln, sei der Trampelpfad zu finden – also auch in Buxtehude, Bosten oder Boenos Aires…

Tausend Tresen in verräucherten Kneipen

Wann und warum der Begriff Trampelpfad für diese verschlungenen Pfade zwischen tausend Tresen in verräucherten Kneipen zum ersten Mal auftauchte, kann der Großstadtwanderer leider auch nicht sagen. Horst Runkel hatte ihn in der Kreuzberger Neuen Zeitung populär gemacht, aber keineswegs erfunden und der Großstadtwanderer, den Viele für den wahren Schöpfer des Trampelpfades halten, muss diese große Ehre auch ablehnen weil er es nicht wagt, sich mit den vielbesungenen fremden Federn zu schmücken. Der Begriff tauchte kurz vor 1970 einfach aus dem Nichts auf und wurde von Nacht zu Nacht immer mehr zum Synonym für diese bunte Polit-, Kultur- und Kneipenszene.

Kreuzberger Neue Zeitung Trampelpfadnotizen

Wohnzimmer für durstige Massen

Womöglich sind gar diese Achtundsechziger, wer immer die auch waren, für den Westberliner Trampelpfad verantwortlich. Bekanntlich hatten die ja bei allen möglichen politischen und sozialen Umbrüchen ihre Unterwanderfinger im Spiel und warum nicht auch bei den geradezu revolutionären Veränderungen in der Berliner Kneipenszene, ohne die es den Trampelpfad nie gegeben hätte. Die durstigen Massen besetzten altehrwürdige Berliner Lokale, um sie in sogenannte linke Kneipen zu verwandeln und da die vorhandenen Kapazitäten bald überfordert waren, wurden leer stehende Läden aller Art linksgastronomisch übernommen, um den ewig durstigen Polit- und Kulturfreaks zusätzliche Wohnzimmer für Trunk und Talk und Tabakgenuss zu bieten.

Natürlich hieß auch eine Kreuzberger Kneipe Wohnzimmer und selbst heute schmückt sich ein Lokal in Prenzlauer Berg mit diesem Namen auch wenn gegenwärtige Kneipentourgänger beim Wort Trampelpfad offenbar nur noch an holprige Wege in grünen Oasen Berlins und anderswo denken. Auf solchen möchte der Großstadtwanderer momentan aber nicht unterwegs sein, weils dort selten köstliche Getränke aus Hopfen und Malz gibt. Daher überredet er die geheimnisvolle Besucherin zu einer kleinen Tour durch Berliner Kneipen bis sie schließlich im Biergarten vom Wirtshaus Hasenheide am Rande von Kreuzberg landen. Dazu fallen ihm natürlich auch sofort ein paar Erinnerungen ein…

Wirtshaus Hasenheide zur Spargelzeit

Jazzfrühschoppen im Wirtshaus Hasenheide

Dieses urige Lokal, das sowohl Restaurant wie Kneipe ist, war einst auch mal eine bedeutende Einkehrstation am Trampelpfad – allerdings nicht in erster Linie während der langen Kreuzberger Nächte, sondern vor allem am Sonntag Vormittag. Dann trafen sich hier zum Jazzfrühschoppen Nachtschwärmer, die noch immer nicht nach Hause gehen wollten mit ausgeruhten Frühaufstehern, für die das Wirtshaus Hasenheide der vielversprechende Einstieg in eine abenteuerliche Kneipenodyssee war.

In den Achtzigerjahren, als in den Kneipen noch kräftig gequalmt wurde, waren diese Jazzfrühschoppen weit über die Westberliner Szene hinaus berühmt. Viele gute Bands und Interpreten traten hier auf und eine ist dem Großstadtwanderer insbesondere wegen des Drummers Gerd Tenzer für immer in Erinnerung geblieben. Gerd hatte damals, ’83 oder ’84, ein neues Trio formiert. Der Banjospieler war völlig unbekannt und der Typ mit dem Sopransaxophon kam von den Red Onions. Diese Minimalbesetzung sorgte vor dem ersten Auftritt innerhalb der manchmal zum Nörgeln neigenden Westberliner Jazz-Community für skeptisches Hintergrundrauschen und der Verzicht auf einen Bassisten galt zunächst sogar als Sakrileg. Trotzdem oder gerade deswegen war der Andrang so groß, dass kein Platz mehr blieb für das dekorative Kamel, dem damaligen Maskottchen vom Wirtshaus Hasenheide.

Die Skeptiker hatten übrigens die schlechtesten Karten an diesem Vormittag denn bereits beim ersten Stück zeigte sich, welch hervorragende Mischung Gerd Tenzer mit dieser Kleinstformation gelungen war. Die Synkopen des Banjospielers klangen, als wäre der Mann geradewegs aus dem guten alten New Orleans gekommen und das Sopransax brachte die erwarteten Höhenflüge.

Das Besondere an diesem Trio aber war Gerd Tenzer selbst. Dieser Drummer, der sich übrgiens auch noch als Grafiker des Trampelpfads einen Namen gemacht hatte, war bekannt für seine dezente, einfühlsame und dennoch mitreißende Spielweise. Er war niemals nur ein Takttrommler gewesen, auch keiner, der nur mit technischem Können und Lautstärke voranpreschte. Bei diesem Auftritt aber zeigte Gerd, dass sein Schlagzeug sprechen, ja sogar erzählen konnte. Schnurrendes Snare und flüsternde Becken, leicht unterkühlte und trotzdem wärmende Streicheleinheiten, überwiegend nur mit Besen gespielt, versetzten das Publikum in eine geradezu andächtige Stimmung. Das war musikalische Meditation, die vom eher traditionellen Jazz ausgehend, aktuelle Entwicklungen wohl dosiert einbezog. Da war sogar der Kneipenreporter der Neuen Kreuzberger Zeitung – normalerweise eher zur Ironie neigend – ganz ernsthaft begeistert…

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Brunch statt Jazzfrühschoppen

Alles schon wieder Geschichte. Kein dekoratives Kamel mehr in der Ecke, dafür in den Regalen Radios und Schreibmaschienen aus der vordigitalen Epoche…

Altes Radio im Wirtshaus Hasenheide

alte Schreibmaschiene im Wirtshaus Hasenheide

Regelmäßige Jazzfrühschoppen in rauchgeschwängerter Atmosphäre gibt es in diesem Lokal mit dem Alt-Berlin-Ambiente auch nicht mehr. Dafür spricht die geheimnisvolle Besucherin plötzlich von einer ernsthaften Hungerattacke. Diese sei keineswegs historisch sondern höchst gegenwärtig und müsse einer zeitnahen Lösung zugeführt werden. Sie plädiere daher für die sofortige Nutzung des Brunchbuffets, von dem sie zwar schon einiges gehört, aber noch nie probiert hätte. Dieser Wunsch der geheimnisvollen Besucherin trifft auf die ungeteilte Zustimmung des Großstadtwanderers, der auch nicht nur von Erinnerungen und Bier satt werden möchte. Er kann sich durchaus vorstellen, ein etwas opulenteres Mittagsmal zu verputzen – irgendwas Deftiges mit Knödel vielleicht…

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Fotos: 1. Vera Schwarz, alle weiteren peter bachstein

Radebeul bei Dresden: Treppenlauf zum Spitzhaus

Diesmal ist der Großstadtwanderer zusammen mit der geheimnisvollen Besucherin nach Radebeul bei Dresden gefahren – aber nicht, um Old Shatterhand oder den Alten vom Tann in der Villa Bärenfett zu besuchen. Auch das sehenswerte Zeitreise Museum mit seiner alle möglichen Gebiete des Alltags umfassenden DDR-Sammlung steht ausnahmsweise mal nicht im Vordergrund. Nein, diesmal ist Treppensteigen angesagt – allerdings nicht in irgendeinem imposanten Gebäude, sondern unter freiem Himmel am Goldenen Wagen vorbei Richtung Spitzhaus.

Treppenaufsteig am Goldenen Wagen vorbeiTreppauf Richtung Spitzhaus

Selbiges thront weit oben über einem denkmalgeschützten Weinberg der Lößnitz und lockt mit den entsprechenden Getränken sowie köstlichen Speisen. Grund genug für den Großstadtwanderer und die geheimnisvolle Besucherin, die 397 Stufen des historischen Aufstiegs mal eben unter die Sohlen zu nehmen. Ist übrigens eine weltberühmte Treppe, denn hier findet alljährlich der härteste Treppenlauf der Welt statt. Dabei müssen die Sportler innerhalb von 24 Stunden hundert Mal hoch und runter traben.

Nicht die Gebäude sondern lediglich die Treppe ließ ein gewisser August, genannt der Starke errichten. Er wollte nämlich mit dem starken Ausblick, den man von oben hat, vor seinen Besuchern ein bisschen angeben. Zum selber Hochlaufen war er aber nicht stark genug – dafür hatte er Sänftenträger. In den Besitz des Spitzhauses kam der alte August übrigens durch die von ihm zuerst vernaschte und dann eingesperrte Gräfin Cosel, die es vorher von irgendeinem Gönner geschenkt bekam.

Blick über die WeinbergeDer Ausblick von Oben über das Elbtal bis nach Dresden ist allerdings wirklich stark und für heutige Besucher ein triftiger Grund, die geringen Strapazen des Aufstiegs ganz ohne Sänftenträger und gut gelaunt zu genießen. Dazu lockt natürlich auch die Küche des Spitzhauses, die so leckere Sachen wie Schweinefilet unter Senfkruste zubereitet. Und für alle, die nach dem Erklimmen der 397 Stufen statt Wein erst mal was gegen den Durst brauchen, gibts natürlich auch ein schwarzes Bergbier. Die geheimnisvolle Besucherin verschmäht zunächst beides und verlang auf der Stelle erst mal einen Humpen klares Wasser…

Spitzhaus

Ach ja: All Jene, die nicht ganz so genusssüchtig sind oder im Gegensatz zu den Protagonisten dieser kleinen Story über die notwendigen Adleraugen verfügen, finden natürlich auch einen Weg zum Spitzhaus, der mit dem Auto befahren werden kann.

Dresden Reise: Das Bier von Watzke und ein Burger, den man sogar essen kann

Der Großstadtwanderer ist nicht gerade ein Fast Food Fan und weder Ham- noch andere Burger haben normalerweise die Chance, seinen Gaumen zu verärgern. Andererseits gibt es immer diese berühmten Ausnahmen und eine solche wurde ihm während einer Reise nach Dresden bei Watzke am Goldenen Reiter serviert.

Diese Ausnahme nennt sich Watzke Burger und der Großstadtwanderer hatte zunächst gar nicht vorgehabt, einen solchen zu bestellen. Vielmehr war es der Durst auf ein köstliches Bier gewesen, der ihn an jenem sonnigen Samstag in dieses Lokal am Fuße des Goldenen Reiters einkehren ließ. Nicht ohne Grund, denn für den richtigen Bierdurst ist Watzke im Zeitalter der Fabrikbiere eine hervorragende Adresse. Dort wird das Bier nämlich noch selber gebraut und unfiltiriert ausgeschenkt. Schmeckt einfach viel besser als diese Klarsichtplärre der Getränkekonzerne.

Tja, und dann kam der Hunger und die freundliche Kellnerin empfahl dem erschrockenen Großstadtwanderer einen Watzke Burger. Doch der Schrecken war grundlos denn dieser Burger war keiner, wie man ihn beispielsweise von McDoof kennt. Früher wäre dieses Teil auch nicht als Burger daher gekommen, sondern simpel und ergreifend als Leberkäs im Brötchen. Letzteres war übrigens keineswegs aus Silikon oder Pappmaschee, sondern offensichtlich wirklich noch aus dem Backofen. Einzige Kritik an diesem Prachtstück mit Krautsalat und roten Zwiebeln ist die irgendwie irreführende Bezeichnung Burger. Doch das ist wohl ein Zugeständnis an den aktuellen, von den Burgerketten ausgehenden Sprachgebrauch und der Großstadtwanderer mit seinem leichten Old School Style wird sich dran gewöhnen müssen.

Nun ist der Großstadtwanderer nicht unbedingt der Ansicht, dass man während einer Dresden Reise nur wegen des beschriebenen Burgers bei Watzke einkehren muss obwohl der wirklich empfehlenswert ist. Aber das selbstgebraute Bier von Watzke muss man wirklich mal probiert haben – Altpieschener Spezial beispielsweise. Darüber hinaus bietet die Küche eine spannende Auswahl zwischen sächsischen und internationalen Spezialitäten. Hier der dazu passende Link. Und mit diesem geht’s zur Site von Watzke am Goldenen Reiter

watzke burger