Wandern im Tessin: Natur, Kultur und archaische Kühlschränke

Bergauf im trockenen BachbettDas Tessin (Ticino) in der Schweiz ist ein echtes Paradies für Wanderer, die gern zwischen alpinen Höhen und lieblichen Tälern unterwegs sind. Auch abgelegene Wandergebiete sind mit Bus oder Bahn bequem erreichbar und das dafür nötige „Ticino Ticket“ gibt’s gratis. Die App „hikeTicino“ liefert Infos zu 150 Wandertouren. Hier eine kleine Auswahl, bei der auch der Aspekt „Barrierefreies Wandern“ berücksichtigt wird…
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Wandern auf dem Rennsteig – empfehlenswert auch für Aktivurlauber mit Seheinschränkung

Kleiner Spaziergang am RennsteigDer knapp 170 km lange Rennsteig ist einer der bekanntesten Fernwanderwege Deutschlands und verläuft hauptsächlich auf dem Kamm des Thüringer Waldes bis hinein ins Thüringische Schiefergebirge. Viele Wanderfreunde begehen ihn in seiner ganzen Länge, was durchaus zehn Tage dauern kann. Aber auch auf Tagestouren von einem festen Standort aus können Aktivurlauber ein bisschen Rennsteigerfahrung sammeln. Weiterlesen

Barrierefreie Angebote für Aktivurlaub in der Schweiz

Die Schweiz ist ein echter Hotspot für Alle, die Aktivurlaub mögen. Das gilt ausdrücklich auch für Menschen mit Behinderung, die in dem Land zwischen Jura und Alpen zahlreiche spannende Angebote nutzen können. Dabei geht es aber keineswegs nur um die Freude am Wandern in den Bergen, die hier natürlich besonders intensiv ausgelebt werden kann. Aufgrund der malerischen Seen kommen hier auch Wassersportfans voll auf ihre Kosten und wer im Urlaub gerne Fahrrad oder Handbike fährt, findet in der Schweiz ebenfalls zahlreiche Strecken aller Kategorien. Hier ein paar Tipps…

Hindernisfreie Wanderwege

Wanderung mit Rollstuhl chaeserruggDie Stiftung „SchweizMobil“ fördert und koordiniert den Langsamverkehr in der Schweiz – auch für Rollstuhlfahrer. Insgesamt 67 hindernisfreie Wege in der ganzen Schweiz sind durchgehend ausgeschildert. Einige der Wege sind sehr leicht, wie der sechs Kilometer lange Ausflug durch die Weinberge zwischen Corsier und Hermance (Genf-Region) im äußersten Westen der Schweiz. Andere Wege wiederum gehen ganz schön in die Arme. Der acht Kilometer lange Nussbüel-Weg in Braunwald (Ostschweiz) weist eine Höhendifferenz von 280 Metern auf – bietet aber fantastische Blicke in die Glarner Alpen. Alle Wanderungen mit Fotogalerien, Kartenausschnitten, Höhenprofilen und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf www.wanderland.ch.

Mobil mit Spezialfahrrädern

Ab auf’s Rad! Die Schweizer Stiftung „Cerebral“ macht das möglich. Ihre Spezialfahrräder können an 18 Standorten gemietet werden. Die Räder weisen einen tiefen Schwerpunkt auf und die Lenkstangen können beim Einsteigen hochgeklappt werden. Rollstühle lassen sich mit wenigen Handgriffen an- und wieder abkoppeln. Eine Übersicht über die Verleihstationen gibt es unter www.cerebral.ch/de/hilfsangebote.

Spaß im Seilpark

Vom Rollstuhl in den SeilparkDen Spaß eines Seilparks trotz Mobilitätseinschränkung erleben? In der Aletsch Arena (Wallis) ist das möglich. Die Destination wurde 2014 von der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) mit dem Innovationspreis ausgezeichnet, weil sie ihre Infrastruktur konsequent auf Barrierefreiheit ausrichtet. Neben eindrücklichen Wanderungen an den mächtigen Aletschgletscher ist ein Besuch im Seilpark Sport & Ferienresort Fiesch ein absolutes Muss. Dank eines eigenen Parcours genießen auch Rollstuhlfahrer das Vergnügen, sich hoch über dem Boden von Baum zu Baum zu hangeln. www.swissseilpark.ch

 Auf dem Wasser paddeln

Die Bewegung an der frischen Luft, das Rauschen des Wassers und das Glitzern der Sonnenstrahlen auf den Wellen sind die besonderen Vergnügen einer Kajaktour. Um das Kajakfahren für alle erlebbar zu machen, hat die Stiftung „Cerebral“ die Anschaffung von speziellen Doppelsitz-Kajaks gefördert. Diese gibt es an drei Mietstationen am Brienzer-, Bieler- und Vierwaldstättersee. Dort bietet die „Kanuwelt Buochs“ seit Mai dieses Jahres Paddelausflüge für Menschen mit Behinderung an. www.kanuwelt.ch

Kajak

 Segeln ohne Grenzen und Hindernisse

Das Vergnügen eines Segeltörns soll auch das Leben von Menschen mit besonderen Bedürfnissen bereichern. Das hat sich der Verein „Sailability“ auf seine Segel geschrieben. An den zwei Standorten Arbon am Bodensee (Ostschweiz) und Ipsach am Bielersee (Bern-Berner Oberland) vermietet der Verein 6 bis 8 Boote an Gruppen und Institutionen. Zum zehnjährigen Bestehen in diesem Jahr bietet der Verein auch Schnupperkurse für Einzelpersonen nach Voranmeldung an. Eine Übersicht über die Termine findet sich auf der Seite www.sailability.ch.

Segeltörn

Fotos: swiss image

Freizeitpark Kriftel mit Tastmodell für Blinde und Sehbehinderte

Die Gemeinde Kriftel zwischen Frankfurt am Main und Wiesbaden gelegen ist mit gut 11.000 Einwohner nicht gerade eine Weltstadt, genießt aber den Ruf, über ein besonders eindrucksvolles Obstanbaugebiet zu verfügen. Hinzu kommt der 10 Hektar große Freizeitpark zwischen Brunnenweg und Schwarzbach (der einst Goldbach hieß), der seit 1972 mit seinen vielfältigen Sport- Spiel- und Spaßangeboten Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher aus dem gesamten Ballungsgebiet geworden ist.

Orientierung im Freizeitpark Kriftel

Freizeitparks – und da macht dieser keine Ausnahme – haben normalerweise ein etwas labyrinthisches Wegenetz, was ja auch den Reiz solcher Anlagen ausmacht. Da ist es ganz gut, wenn Beschreibungen und Karten zur Verfügung stehen, mit deren Hilfe Besucher – insbesondere Ortsunkundige – sich orientieren können. Solche Hilfen gibt es für den Freizeitpark Kriftel natürlich auch.

Dazu gehört erfreulicherweise inzwischen auch ein dreidimensionaler Tastplan im Maßstab 1:500 für blinde und sehbehinderte Besucher. Dieser befindet sich im Foyer des Kursana Pflegeheims am Rande des Freizeitparks, wo er der Öffentlichkeit täglich zur Verfügung steht. Auf diesem Tastplan sind die Wege als schmale Einlassungen fühlbar, die Hügel hingegen als terrassenförmige Erhebungen. Kleine Stäbchen mit Kugeln an den Spitzen symbolisieren die Bäume und Spielplätze sind ballförmig dargestellt. Insgesamt sind 31 markante Punkte mit einer Zahl sowohl in Blinden- wie in Schwarzschrift versehen. Auch die Legende dazu gibt’s in dieser zweifachen Ausführung.

Tastmodell ohne scharfe Kanten

Die Idee für diesen tastbaren Plan vom Freizeitpark Kriftel stammt von der 61jährigen Karin Muhr, die das Bündnis barrierefreies Kriftel ins Leben gerufen hat. Sie ist seit dreißig Jahren blind, geht gern in der genannten Anlage spazieren und kennt die Orientierungsprobleme mit dem Labyrinth der Wege daher aus eigener Erfahrung. Die Bürgerstiftung Kriftel griff die Idee auf und technisch sowie handwerklich realisiert wurde sie von Uli Knöss und seinem Team der Firma Modell & Co aus dem benachbarten Hofheim. Die Designer hatten natürlich Erfahrung mit der Gestaltung dreidimensionaler Landschafts- und Architekturmodelle, mussten hier aber besondere Anforderungen berücksichtigen. So musste beispielsweise völlig auf scharfe Kanten verzichtet werden, weil die Nutzer auf dem Plan quasi mit den Fingern spazieren gehen sollen ohne sich dabei zu verletzen.

Hier gibt’s weitere Infos zum Tastmodell sowie zum Freizeitpark Kriftel allgemein…