Berlin: Cembalo Klänge im Watergate Club

Am 7. November gibt’s endlich mal wieder eine Premiere im Kreuzberger Watergate. Diese ist allein dem Cembalo gewidmet und kein Geringerer als der Franzose Jean Rondeau wird dieses Barockinstrument auf einzigartige Weise zum Klingen bringen.

Dieser Jean Rondeau ist schon eine besondere Nummer. Er begeistert nicht nur Fans der Barockmusik, was man ja bei einem Cembalospieler erwarten kann, sondern ebenso Jazzenthusiasten. Ein bisschen Wunderkindflair umschwirrt ihn auch, weil er bereits mit 21 Jahren einer der jüngsten Gewinner des Cembalo-Wettbewerbs auf dem Musica Antiqua Festivals 2012 in Brügge wurde.

Neben seiner solistischen Karriere und seiner regelmäßigen Zusammenarbeit mit dem Orchester „Les Ambassadeurs“ ist er außerdem Mitglied des Barockensembles „Nevermind“. Für die Jazzschiene gründete er das Ensembles „Note Forget“, welches ihm als Plattform für seine diesbezüglichen Kompositionen und Improvisationen dient. Anfang 2016 erschien sein Debütalbum „Bach – IMAGINE“ mit Werken des ewig jungen Thomas Kantors.

Dieser Cembalo Abend mit Jean Rondeau ist eine Veranstaltung von kulturradio Klassik-Lounge. Tickets kosten 5,00 Euro und sind an der Abendkasse des Watergate Clubs in der Falkensteinstraße 49 erhältlich. Los geht’s mit dem Auftritt um 20:00 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr.

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Caravaggios Erben: Barock aus Neapel im Museum Wiesbaden

Das Museum Wiesbaden präsentiert vom 14. Oktober 2016 bis 12. Februar 2017 die Ausstellung Caravaggios Erben – Barock in Neapel. Damit trägt zum ersten Mal ein deutsches Museum die großen Werke der neapolitanischen Barockmalerei umfassend zusammen.

Hochkarätige Leihgeber

Ausgangspunkt der Ausstellung sind die Gemälde von Luca Giordano und Francesco Solimena aus dem Sammlungsbestand des Museums Wiesbaden. Entscheidenden Anteil an der Qualität dieser Ausstellung hat aber auch die Kooperation mit dem Museo di Capodimonte in Neapel, das mit der Leihgabe von 18 Werken höchster Qualität aus seiner ständigen Sammlung die Ausstellung maßgeblich unterstützt. Weitere bedeutende Leihgeber sind u. a. der Louvre in Paris, die Galerie der Uffizien in Florenz und das Kunsthistorische Museum in Wien. Insgesamt sind an der Ausstellung mehr als 200 Werke von 50 Künstlern zu bewundern, die von ebenso vielen Leihgebern aus elf Ländern stammen.

Kunsthistorischer Hintergrund

Die Epoche des Barock in Neapel beginnt mit der Ankunft von Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio im Jahre 1606. Obwohl er in der Stadt im Schatten des Vesuv bereits vier Jahre später starb, reichte ihm diese knappe Zeit, um zum bewunderten Vorbild für mehrere Generationen neapolitanischer Künstler aufzusteigen. Seine neuartige Hell-Dunkel-Malerei und provokante Wirklichkeitserfassung gaben wesentliche Impulse für die Herausbildung einer lokalen Schule von europäischem Rang. Ihm folgten eine Reihe höchst qualitätsvoller Maler wie Giovanni Battista Caracciolo, Artemisia Gentileschi oder der aus Valencia stammende Jusepe de Ribera, die gemeinsam mit einer neuen Generation von heimisch geschulten Malern wie Salvator Rosa, Mattia Preti, Luca Giordano oder Francesco Solimena die neapolitanischen Barockmalerei entwickelten. Mit großem Erfolg exportierten sie infolgedessen eine erstaunliche Zahl an hochwertigen Arbeiten in die Sammlungen Europas. In den Werken dieses goldenen Zeitalters der italienischen Malerei spiegeln sich die Pracht, Raffinesse und Kultur der Mittelmeermetropole am Vesuv. In der Ausstellung bezeugen über 100 monumentale Tafelbilder den Verismus und die Kraft einer Malerei, in der auch die Erfahrung von Armut, Brutalität und Verfall ihren Niederschlag fanden.

Übrigens:

Caravaggio, also Michelangelo Merisi (1571 – 1610) darf nicht mit Michelangelo Buonarroti (1475 – 1564) verwechselt werden. Männer, die nach dem Erzengel Michael genannt werden, waren und sind in Italien häufig anzutreffen. Trotz – oder wegen – seines frühen Todes wurde Caravaggio nicht nur zum Schöpfer einer Epoche erklärt, sondern schnell auch zum Prototyp des ruchlosen Künstlers. Offensichtlich war er bisweilen in heftige Raufereien verwickelt.

Düsseldorf: Museum Kunstpalast zeigt Retrospektive des spanischen Malers Francisco de Zurbarán

(ots) – Nach den erfolgreichen Ausstellungen zu Caravaggio und El Greco im Museum Kunstpalast Düsseldorf steht bis Ende Januar 2016 das meisterhafte Werk des spanischen Barockmalers Francisco de Zurbarán (1598-1664) im Zentrum der umfangreichen Sonderschau „ZURBARÁN. Meister der Details“. Als erste große Retrospektive im deutschsprachigen Raum wird der hier lange als Geheimtipp geltende Künstler vorgestellt, der mit Velázquez zu den herausragenden Malern des Goldenen Zeitalters Spaniens zählt. Gezeigt werden 71 wertvolle Gemälde als Leihgaben aus zahlreichen internationalen Museen, aus spanischen Klöstern und Kirchen.

Dem auf religiöse Themen und christliche Motive spezialisierten Maler Zurbarán gelang es in der Zeit der Gegenreformation wie kaum einem anderen, in seiner Kunst die mystische Konzeption des Glaubens in nachhaltig beeindruckender Weise wiederzugeben. Mit seinem ästhetischen Naturalismus und den poetischen Anklängen in seinen Heiligen- und Altarbildern galt er bereits früh als ein Ausnahmekünstler, der virtuos die haptische Qualität eines Lammfells ebenso wie die stofflichen Eigenschaften von Wolle, Seide oder Brokat und den Faltenwurf der unterschiedlichen Gewänder malerisch überzeugend zum Ausdruck zu bringen konnte.

Übrigens gehört zur ständigen Sammlung im Museum Kunstpalast Zurbaráns „Heiliger Franziskus in Meditation“. Das Gemälde hat einen besonderen Stellenwert: Es ist eines von nur fünf authentischen Werken Zurbaráns in öffentlichen deutschen Sammlungen und erst jüngst mit Unterstützung des TEFAF Museum Restoration Fund restauriert worden. Ausführliche Informationen, auch zum Rahmenprogramm und zur Ausstellung, gibt’s hier….