Bornholm: Weite Dünen, felsige Küsten und heilige Steine

„Hier gibt es für jeden etwas“ ist eine von Touristikern gern verwendete Formulierung in Bezug auf ihre jeweilige Destination. Kein Ort der Welt kann diese maßlose Übertreibung vollkommen einlösen – auch Bornhom nicht. Doch in abgeschwächter Form hat die knapp 590 Quadratkilometer große dänische Ostsee Insel u. a. hinsichtlich Landschaft wohl nicht für jeden, aber für viele einiges im Angebot. Und wer Felsen mag, kommt hier auch auf seine Kosten…

Weite Strände und versteckte Badebuchten

So finden die Fans von Sonne, Sand und Badespaß vor allem im Süden der Insel um Dueodde herum ein echtes Strand- und Dünenparadies mit dem feinsten Sand in ganz Europa. Es ist viele Kilometer lang und beginnt zunächst eher schmal in Snogebæk um nach vielen Kilometern mit dem ebenfalls schmalen FKK Strand Jomfrugård zu enden. Im zentralen Bereich ist der Strand von Dueodde jedoch einige hundert Meter breit und braucht sich daher hinter Nordseestränden keineswegs verstecken. Wer sich übrigens beim Baden gern verstecken möchte, finden an den felsigen Küsten der Ostseeinsel winzige Sandbuchten wie in manchen mediterranen Gegenden.

Wandern an der Felsenküste

Aufgrund der landschaftlichen Vielfalt ist Bornholm auch gut für Wanderer geeignet. Es gibt einen Rundweg um die ganze Insel, der 120 Kilometer lang ist. Man kann u. a. in Snogebæk starten und entlang der Ostküste Richtung Norden wandern. Schnell verschwinden die weiten Sandstrände um bizarren Felsformationen Platz zu machen. Wer die Etappen bis Sandvig auf sich nimmt, kommt in der Nähe von Gudhjem an den 22 Meter hohen Helligdomsklippen vorbei. Sie sind aus Granit und sehen aus wie ein heidnisches Naturheiligtum – doch entsprechende Vermutungen konnten bisher nicht bestätigt werden. Stattdessen entstand der Name erst in christlicher Zeit um 1100 wegen einer heiligen Quelle, die in einer der Höhlen entsprang. Diese wurde gern von Pilgern während der Mittsommernacht aufgesucht. Die Quelle selbst gibt es heute nicht mehr – die Höhlen aber schon. Einige können von Land aus begangen werden und wer Glück hat, kann hier auch die besondere Höhlenspinne kennen lernen.

Wer weiter Richtung Norden wandert um letztlich die auf einer 70 Meter hohen Klippe gelegene Burgruine Hammershus zu erreichen, passiert unterwegs das Spaltental. Hier stürzt Dänemarks dritthöchster Wasserfall fünf Meter in die Tiefe. Gebildet wird er vom Pissebækken – auf deutsch Pissbach. Der Name ist spontan entstanden, weil das schäumende Wasser einige Beobachter wohl an den Urin eines Menschen erinnerte, der einen furchtbaren Druck auf der Blase hatte. Das Wasser ist übrigens von bester Qualität und Wanderer sollten es nicht versäumen, hier einen erfrischenden Schluck zu nehmen. Der mit 22 Metern höchste Wasserfall Dänemarks ist auch auf Bornholm zu finden und zwar im Døndalen.

Auf Bornholm sind aber nicht nur Küstenwanderungen möglich, sondern auch Touren auf Waldwegen. Inmitten der Insel findet sich mit Almendingen Dänemarks größtes Waldgebiet. Um einen Urwald handelt es sich jedoch nicht – er wurde erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts neu angepflanzt, nachdem über lange Zeit die natürlichen Wälder fast vollständig Axt und Säge zum Opfer fielen.

Bautasteine und runde Kirchen

Nun kann man auf Bornholm nicht nur der Küstenlinie folgen oder im Wald unterwegs sein, sondern auch kreuz und quer wandern. Dabei bekommt man allmählich den Eindruck, als hätte der dicke Obelix seine Hinkelsteine auf diese Insel im hohen Norden geschleppt. Mindestens 1.000 soll es hier geben. Eine besonders bedeutende Formation dieser sogenannten Bautasteine trägt den Namen Hellig Kvinde (Heilige Frau). Selbige wird von dem großen Stein dargestellt und die umgebenden kleinen Steine sind ihre Kinder. Nach einer alten Sage soll die Frau die Götter darum gebeten haben, sie und ihre Kinder in Steine zu verwandeln um einer drohenden Gefahr zu entgehen. Es ist sogar heute noch üblich, dass Bornholmer die heilige Frau grüßen, wenn sie hier vorbei kommen. Diese Formation ist etwa 2.600 Jahre alt. Bautasteine wurden aber auch noch vor etwa 1.000 Jahren errichtet – u. a. für Seefahrer, die nicht mehr zurück gekehrt waren.

Nicht ganz so alt, nicht ganz so mystische, aber ebenfalls prägend für Bornholm sind die typischen Rundkirchen. Sie wurden zwischen 1150 und 1250 aus dem Granit der Insel errichtet. Sie dienten nicht nur dem Gebet, sondern auch als Festungen vor allem gegen Piraten.

Und wie kommt man nach Bornholm?

Bornholm ist zwar eine dänische Insel, liegt aber näher an der südschwedischen Landschaft Skåne oder an der deutschen Insel Rügen. Vom dortigen Fährhafen Sassnitz aus dauert die Überfahrt nach Rønne etwa dreieinhalb Stunden. Die Fähre sollte auf jeden Fall vor Antritt der Reise gebucht werden. Hin fliegen geht nicht – es sei denn, man ist gerade in Kopenhagen.

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