Es ist passiert – COVID 19 in der Familie

COVID 19 ist da – eine Binsenweisheit, die allerdings von den Aluhut Trägern und ähnlichen Leuten bestritten wird. Auch evangelikale Christen gehören teilweise dazu. Eine Fundamentalistin aus diesem in der Oberlausitz und im Erzgebirge aktiven Kreis beschimpfte mich gerade als Sünder, weil ich eine Maske trug. Außerdem stellte sie mir die Frage, ob mir persönlich ein Betroffener bekannt sei. Leider musste ich diese Frage mit ja beantworten, worauf hin die Frau sich grummelnd abwandte und davon ging…

Zu Weihnachten infiziert

Die Nachricht, dass dieses spezielle Coronavirus in der Familie angekommen war, erreichte uns ausgerechnet am Nachmittag des 24. Dezembers. Da war der Baum längst geschmückt, der Weihnachtstisch gestaltet und das Abendessen vorbereitet. Doch die Mitteilung, dass einer der Söhne und dessen Partnerin infiziert seien, brachte unsere trotz allem noch recht gute Stimmung ins Wanken. Da bekommst du plötzlich echt Angst um deine Leute und fragst dich, ob du sie im kommenden Jahr noch wieder siehst. Okay, die Beiden sind um die 40 und gehören damit rein altersmäßig nicht zur besonderen Risikogruppe. Doch wenn du dann bei jedem Telefongespräch bemerkst, dass den Beiden beim Sprechen immer wieder die Luft wegbleibt und dass sie ständig von Hustenanfällen geschüttelt werden, kann dich die rein statistische Ebene nicht mehr beruhigen. Und wenn dann ein Telefonanruf nicht entgegen genommen wird, fängst du an, das Schlimmste zu befürchten…

Weihnachtsquarantäne

Nein, das Schlimmste war nicht passiert, die Beiden riefen auch nach kurzer Zeit zurück. Ein an sich normaler Vorgang, denn man hat ja das Smartphone nicht ständig in der Hand. Doch gut, dass es diese Technik heutzutage gibt. So konnten wir zum Jahreswechsel wenigstens per Videochat mit einem Gläschen anstoßen. Da ging es den Beiden auch schon wieder etwas besser, wenn auch die Geschmacksnerven noch nicht wirklich aktiv waren. Am Montag werden sie die Krankheit offiziell überstanden haben. Wie lange die Nachwirkungen bleiben, ist hingegen ungewiss.

Wir verbrachten das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel übrigens nur zu zweit. Das war ohnehin geplant, denn es herrschte in unserer doch recht großen Patchwork Family Konsens darüber, dass diesmal alle in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Doch aufgrund der beschriebenen Infektion von Sohnemann und Partnerin mussten auch wir bis gestern in häuslicher Quarantäne verharren. Wir waren nämlich am 21. Dezember noch mit Sohnemann gemeinsam in einem Auto unterwegs gewesen. Zwar nur insgesamt zwei Stunden im Zusammenhang mit einer Augenuntersuchung – doch damit waren wir Kontaktpersonen ersten Grades, was diese Quarantäne erforderlich machte. Übrigens eine durchaus seltsame Erfahrung für Leute, die normalerweise viel draußen sind. Nun aber war bis Silvester auch der tägliche Spaziergang abgesagt.

Sprachlos und etwas wütend

Zum Glück wurden wir zwei von der Krankheit nicht erwischt. Doch der bedrohliche Eindruck, der von ihr ausgeht, ist doch noch erschreckender, wenn sie plötzlich die eigene Familie erreicht hat. Wenn dir dann immer noch Leute begegnen, die behaupten, das Corona Virus gebe es gar nicht, ergibt sich ein seltsames Gefühl aus Sprachlosigkeit und aufkeimender Wut. Dabei sind mir beide Aspekte normalerweise völlig fremd, denn ich ich bin weder ein schweigsamer noch ein wütender Mensch. Leute, die mich kennen, halten mich eher für eine gut gelaunte und manchmal etwas nervige Quasselstrippe. Was aber tun, wenn dir Leute wie die eingangs erwähnte evangelikale Christin begegnen, die das Tragen von Masken als Sünde definieren? Da fällt dir irgendwie nix mehr ein…

2 Gedanken zu “Es ist passiert – COVID 19 in der Familie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s