Internationale Kunstschau zum Thema „Krieg und Frieden“ im Museum Kalkriese

Unter dem Titel „Damals nicht, heute nicht, niemals“ ist seit dem 30. November im Museum Kalkriese eine internationale Kunstschau zu sehen. 31 Kunstobjekte zum Thema Krieg und Frieden – u. a. von Kapoor, Boltanski, Uecker, McCracken und vielen weiteren namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt werden dort noch bis zum 16 Februar des kommenden Jahres zu sehen sein.

Mobiles Mahnmal für den Frieden

Ein Jahrhundert nach dem Ende des Ersten Weltkriegs setzen Künstlerinnen und Künstler aus allen 31 damals beteiligten Ländern in der Sonderausstellung „Damals nicht, jetzt nicht, niemals!“ ein Zeichen. Der Ausstellungstitel geht zurück auf das Buch „Toen niet, nu niet, nooit“ der niederländischen Bildhauerin und Widerstandskämpferin Truus Menger-Oversteegen. Zu sehen ist die Ausstellung, die sich als mobiles Mahnmal für den Frieden versteht, in Museum und Park Kalkriese. „Für uns als Schauplatz einer antiken Schlacht ist es zugleich naheliegend wie auch geboten, das Thema Frieden immer wieder aufzugreifen. Die Ausstellung ist ein temporäres Anti-Kriegs-Mahnmal und damit eine Facette von gelebter Friedensarbeit, die gut in unsere Region hineinpasst“, so Dr. Joseph Rottmann

Verletztes Holz

Initiator ist der Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb: „In letzter Konsequenz geht es der Kunst, der wahren Kunst, um ein friedliches Miteinander“. Er erwarb aus einem Frontabschnitt des ersten Weltkriegs im Elsass rund 65 Tonnen Eichenholz und verwendete es in zahlreichen Kunstaktionen. Um seine Friedensmission weiterzutragen, stellte er 31 Quader davon zur Verfügung. Granatsplitter und Geschosse haben die Maserung „verletzt“, Metall hat in Reaktion mit der Gerbsäure der Eiche das Holz verfärbt. Das Holz ist vom Krieg gezeichnet und Relikt sowie Zeitzeuge.

Zeichen setzten gegen Gewalt

Die Künstlerinnen und Künstler schufen Werke, die an das Unsägliche erinnern und ein Zeichen setzen gegen die Gewalt. Aus den ursprünglich einheitlichen Blöcken sind dabei 31 ganz unterschiedliche Kunstwerke entstanden. So wird das Holz mit Text gestaltet, als „Leinwand“ bemalt oder als Skulptur in eine Kiste gelegt. Der neuseeländische Künstler David McCracken hat den Quader zu Holzwolle verarbeitet und eine bombenförmige Skulptur darauf gebettet. In einer hölzernen Transportkiste verstaut, wirkt die Bombe wie ein handelsüblicher Gegenstand, der über eine weite Strecke transportiert wird. Jana Želibskás (Tschechien) Skulpturengruppe unter Plexiglas vereint verdörrtes Holz, Rabenfiguren und einen metallenen Totenschädel zu einer Allegorie auf den Tod. Jean Boghossian (Armenien) hat den Block in zwei Hälften getrennt, die sich konträr, aber auch passend gegenüberstehen.

Zu sehen war die Ausstellung, vor der Station in Kalkriese, bereits im Deutschen Bundestag in Berlin. Nach Kalkriese wird sie im UN-Hauptquartier in New York City gezeigt werden. Und hier gibt es weitere Infos zur Ausstellung „Damals nicht, heute nicht, niemals“

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