Auf dem langen Weg in den Weltraum

raketenmodell kosmonautenzentrtum chamnitz c peter bachstein zwoWer mal in den Weltraum reisen will, muss vorher nicht nach Baikonour oder Cape Canaveral fahren, sondern nur nach Chemnitz. Dort wartet das Kosmonautenzentrum im Küchwaldpark auf Passagiere Richtung All…

Mit dem Zug zum Weltraumabenteuer

Es ist für den Großstadtwanderer und die geheimnisvolle Besucherin ein schon länger geplanter Ausflug und der technikbegeisterte Enkel ist sofort davon begeistert. Am Anfang steht für ihn allerdings die Eisenbahnfahrt im Vordergrund, denn er ist ein ausgesprochener Fan dieses Verkehrsmittels. Er verwickelt die Zugbegleiterin wie üblich in ein längeres Gespräch bis sie ihm mitteilt, dass sie auch noch andere Passagiere kontrollieren muss. Das sieht der Enkel zwar ein, doch er würde ihr gern an den Fersen kleben um die Merkmale ihrer Tätigkeit näher zu beobachten. Klappt nur nicht, weil der Zug den Hauptbahnhof Chemnitz erreicht hat.

Erst mal den Sensor finden

Nun gibt es rund um den Bahnhof jede Menge Hinweisschilder – aber keins in Richtung Kosmonautenzentrum. Dafür hat der Fahrplanpfahl der Straßenbahn einen Sensor, wie man ihn auch von den Ampeln her kennt. Nach dessen Berührung wird der Infomonitor vorgelesen, sodass man weiß, welche Straßenbahnen als nächstes kommen. Tolle Sache für blinde und sehbehinderte Besucher – man muss die Dinger bloß finden. Aber in diesem Fall ist ja der umtriebige Enkel dabei, dem jedes technische Detail sofort ins Auge fällt.

Auf der Suche nach dem Weltraumbahnhof

Glücklicherweise ist der ÖPNV von Chemnitz gut durchdacht und verfügt daher über eine Zentralhaltestelle. Vom Bahnhof aus fährt jede Tram dorthin und dann geht’s weiter mit dem 21er Bus bis zur Station Ludwigstraße. Dort aber ist erst mal Schluss denn auch hier weit und breit kein Hinweis auf das Kosmonautenzentrum, was auch der Enkel komisch findet. Aber ist ja klar, Weltraumfahrer orientieren sich natürlich nicht an schnöden Wegweisern sondern nur mit Hilfe technischer Tools. Also Smartphone raus und blind vertrauend im wahrsten Sinne des Wortes Siris netten Anweisungen folgen – wobei die Gute was von einer Parkeisenbahn erzählt. Das sei richtig, erklärt der Enkel, ein solches Schild befände sich tatsächlich am Straßenrand.

Endlich im Küchwaldpark angekommen ist das Kosmonautenzentrum, benannt nach dem Raumfahrer Sigmind Jähn, selbst mit starker Sehbehinderung gut zu erkennen, denn vor dem Flachbau steht eine 38 Meter hohe Rakete. Dem Enkel wird nun doch etwas mulmig weil er denkt, mit dem Ding geht es jetzt wirklich ab Richtung Mond.

Doch zunächst muss er sich einem Kosmonautentest unterziehen, bei dem er u. a. seine Reaktionsfähigkeit beweisen und eine kleine leichte Runde in der Zentrifuge genießen soll. Einige Computeraufgaben sind auch noch zu lösen und schon öffnet sich die Schleuse ins Raumfahrtzeug, das sich natürlich nicht in der Spitze der Rakete befindet. Die Stammbesatzung – bestehend aus Schülern verschiedener Chemnitzer Schulen wartet schon, denn der Countdown läuft bereits. Simuliert wird ein Rundflug um den Blauen Planeten. Erwachsene sind übrigens auch herzlich eingeladen, als Passagiere mit zu fliegen, wobei Seheinschränkungen kein Hindernis darstellen.

Info:

Das Chemnitzer Kosmonautenzentrum im Küchwaldpark existiert seit 1964 und war von Anfang an eine Einrichtung der Kinder- und Jugendbildung. Heute wird es betrieben von „solaris Förderzentrum für Jugend und Umwelt Sachsen“. Seit 1979 trägt die Station im Chemnitzer Küchwaldpark den Namen des ersten deutschen Raumfahrers Sigmund Jähn, der auch heute noch manchmal, „sein“ Kosmonautenzentrum besucht.

Kontakt:

Tel.: 0371 3300621

Internet: http://www.kosmonautenzentrum.de/index.html

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2 Gedanken zu “Auf dem langen Weg in den Weltraum

  1. Hallo Peter, erst ins Impressum geguckt und dort gelesen, dass du in Bautzen wohnst. Da wären wir ja zu DDR-Zeiten fast Nachbarn gewesen, denn ich komme ja aus Görlitz.
    Hast du die Zeiten mit „gelbem Elend“ auch schon dort erlebt.
    Das mit dem Kosmonautenzentrum hört sich gut an, aber meine Enkel sind erstens zu weit weg und zweitens schon zu groß dafür, um daran oder darin richtig Spaß zu haben.
    Lieben Gruß zu dir!

    Gefällt 1 Person

    • ach so, clara – du bis aus görlitz nach berlin gegangen. nun, bei mir war es umgekehrt. ich bin von berlin nach bautzen gegangen – vor 14 jahren. grund dafür war jene frau, die seither als geheimnisvolle besucherin in unserem schreibenden schaffen eine gewisse rolle spielt.
      aber görlitz ist auch eine interessante stadt, finde ich. schade nur um die schönen gründerzeithäuser vor dem bahnhof – stehen immer noch leer….
      liebe grüße auch an dich, clara

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