Abschied vom Winter oder: Pulsnitzer Pfefferkuchen und Wanderung zum Schwedenstein

Am Fuß des SChwedensteins c peter bachstein - KopieDie Grundlage aller Existenz ist der Widerspruch behaupteten nicht nur Karl Marx und platonische Dialektiker, sondern bekanntlich auch chinesische Taoisten und schufen das Yin Yang, jenes beliebte schwarz-weiß-runde Ding. Auch der Großstadtwanderer darf aktuell den Widerspruch in all seiner praktischen Wirkungskraft umfassend erleben, wobei die geheimnisvolle Besucherin die opponierende Rolle übernimmt und dabei an eine unvergessliche Frühlingswanderung erinnert…

Anlass für diesen Widerspruch ist der langlebige Winter mit seiner weißen Pracht und der unverhohlene Jubel des Großstadtwanderers darüber, dass er auch an Ostern noch Ski fahren konnte. Er würde sogar eine Rückkehr des Winters im Mai begrüßen und erzählt in diesem Zusammenhang gern von den Eisheiligen, die ihm in der Vergangenheit sogar zu Pfingsten schon manchmal den geliebten Schnee serviert hätten. Die geheimnisvolle Besucherin hingegen will von den Eisheiligen nichts hören, nichts sehen und vor allem auch nichts wissen. Sie genießt den späten aber sommerlich warmen Frühling mit lachender Sonne im blauen Himmel und empfindet durchaus eine gewisse Verärgerung über die Wintermacke des Großstadtwanderers, die jedes Jahr länger anhält als der Winter selbst. Und während er noch immer vom Schneeparadiesen schwärmt, erinnert sie ihn an die wunderschöne Frühlingstour des vergangenen Jahres in Pulsnitz und Umgebung.

Wanderweg nach Pulsnitz c peter bachstein - Kopie

Damit ist es ihr gelungen den Widerspruch aufzuheben denn der Großstadtwanderer hatte seinerzeit schon seinen Spaß an dieser kleinen Stadt in der Nähe von Dresden. Hier werden nämlich seit 1558 die „Pulsnitzer Spitzen“ nicht nur im Winter, sondern zu jeder Jahreszeit produziert. Diese weltberühmten, mit Konfitüre gefüllten Pfefferküchlein verputzt das olle Leckermaul voller Hingabe auch mitten im Sommer und ohne Schneegestöber. Wie schön, dass er in der Blechkiste noch ein paar von den süßen Dingern findet, die von Weihnachten übrig geblieben sind. Natürlich schiebt er sich gleich welche davon zwischen die Zähne und genießerisch kauend wird die Erinnerung wach an die letztjährige Frühlingstour auf den Schwedenstein bei Pulsnitz.

Blick vom SChwedenstein c peter bachstein - Kopie

Dieser Pulsnitzer Hausberg, der eigentlich zu dem Ort Steina gehört, ist mit seinen 420 Metern zwar nicht gerade eine hochalpine Herausforderung, bietet aber auf seinem Gipfel neben einem Aussichtsturm mit Weitblick ein Hotel mit gemütlichem Restaurant. Hier konnten die Beiden im vergangenen Jahr den Frühling sowie die Produkte aus Küche und Keller in vollen Zügen genießen und aufgrund der Chance, selbiges zu wiederholen, ist der Großstadtwanderer nun doch bereit, dem Winter adieu zu sagen um durchaus erwartungsvoll dem Kommen des Sommers entgegen zu fiebern. Also auf nach Pulsnitz…

Aussichtsturm SChwedenstein c peter bachstein - Kopie

Gut zu wissen

  • Pulsnitz liegt an einem kleinen Flüsschen gleichen Namens. Dieser ist slawischen Ursprungs und bedeutet „langsam fließendes Wasser.“
  • Das Handwerk der Pulsnitzer „Pfefferküchler“, die in acht Betrieben die berühmten „Pulsnitzer Spitzen“ herstellen, ist in dieser besonderen Form einmalig. Neben den Handwerksbetrieben gibt es auch noch eine Lebkuchenfabrik und natürlich auch ein Pfefferkuchenmuseum in Pulsnitz. Hier können Interessierte versuchen, selber Pulsnitzer Spitzen oder Herzchen herzustellen.
  • Und warum heißt der Pulsnitzer Hausberg „Schwedenstein?“ Nun, das ist wieder so eine Legende aus dem Dreißigjährigen Krieg. Angeblich soll der schwedische König, der ja damals einer der herumgeisternden Warlords war, auf dem Gipfel dieses Hügels gepennt haben. Pennen kann man da oben auch heute noch und zwar im Hotel „Schwedenstein“, zu dem auch das Restaurant und der Aussichtsturm gehören.
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6 Gedanken zu “Abschied vom Winter oder: Pulsnitzer Pfefferkuchen und Wanderung zum Schwedenstein

  1. Hallo Peter,
    neben all den Foodblogs finde ich es immer wieder schön, auch ein paar Reiseberichte und -eindrücke zu lesen. Deswegen gibt es von mir ein Kompliment an euch, und zwar in Form eines Blogger Awards. Hier geht es zum Beitrag, in dem ich euren Blog verlinkt habe: https://bit.ly/2JQgEhR. Ich freue mich, wenn du mitmachen möchtest, aber du kannst es einfach auch als lieben Gruß und Lob sehen 🙂
    Herzliche Grüße
    die Alex

    Gefällt 1 Person

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