Faust-Festival in München – nicht ganz ohne Bier

München c peter bachsteinFür Fans des guten alten Goethe und alle anderen Freunde von Dr. Faust und Mephisto könnte München in diesem Jahr das ultimative Sehnsuchtsziel sein. Dort findet nämlich vom 23. Februar bis 29. Juli ein echt faustisches Festival statt und das passende Bier – ein „Faustus Weizenbock“ wird auch nicht nur gebraut sondern auch gezapft…

Ausstellungen

Am 23. Februar geht es los und dann weiter Schlag auf Schlag: Die Ausstellungen „Du bist Faust. Goethes Drama in der Kunst“ in der Kunsthalle München sowie „Goethe und die Naturwissenschaften“ im Museum Reich der Kristalle starten mit Festivalbeginn. Am selben Abend steigt die offizielle Eröffnungsparty im Gasteig, die „rupidoo club goes Gasteig – Party Faustastic“. Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft nimmt Goethes „Faust I“ ab 26. Februar satirisch aufs Korn, während das Deutsche Theatermuseum ab 2. März unter dem Titel „Faust-Welten“ berühmten Inszenierungen des Dramas nachspürt.

Bühnen, Off und Fausttechno

Auch die Münchner Bühnen haben Feuer gefangen. So zeigt das Residenztheater seine Interpretation von Faust am 10. März. Am 19. April feiert die Tollwood Theater Compagnie mit „Goethes Fäuste – stark gekürzt“ in der Pasinger Fabrik Premiere. Das Gärtnerplatztheater hat einen „bewegten“ Liederabend mit dem Titel „Movin Faust“ für den 26. und 27. April angesetzt. Die Bayerische Staatsoper gibt am 29. April den „Mefistofele“ von Arrigo Boito.

Das Faust-Festival macht übrigens weder vor der Münchner Off-Szene noch vor Technoschuppen Halt: Vom 14. bis 16. April wird im Kulturhaus Bahnwärter Thiel das Stück „Des Pudels Kern – Osterspaziergang mit dem weiblichen Mephisto“ aufgeführt. Ab 5. Mai gibt es im Münchner Techno-Tempel Harry Klein die eigens für das Festival komponierte Techno-Oper „Heinrich Faust“.

Und hier gibt’s das gesamte Programm dieser faustischen Monate in der bayrischen Metropole…

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7 Gedanken zu “Faust-Festival in München – nicht ganz ohne Bier

  1. Nur so um dem Faust-Sammelsurium etwas hinzuzufügen, muss ich doch mal Jörg Maurer zitieren (wohl gemerkt – nicht Goethe): „Vor der Überquerung der Alpen bei seiner Italienischen Reise notierte Johann Wolfgang von Goethe 1790 ins Tagebuch: ‚In Mittenwald eingetroffen. Kaum der Kutsche entstiegen, traf mich ein heißer, starker Wind, wie aus fernen Landen kommend. Kurz eine Idee notiert, ›Faust‹, dann sehr niedergeschlagen.'“ [aus dem Roman „Föhnlage“]

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    • ja, ja. dass man nach faust sehr niedergeschlagen sein kann, weiß ich noch aus fernen schülertagen.doch am ollen faust kommt wohl keiner so ohne weiteres vorbei. das betrifft nicht nur den kommissarius jennerwein und arme schüler. selbst ein gewisser hanns eisler hat sich den fuast vorgenommen.das stück hab ich in den achtzigern in der theatermanufaktur gesehen. hat mir besser gefallen als die version des klassischen dichergottes. und nun münchen im faustfieber während seehofer den heimatminister gibt – warum eigentlich nicht in der fausversion?

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      • Ich kann nur den Prolog: Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten, die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. Vermag ich wohl euch diesmal festzuhalten? Fühlt sich mein Herz nach jenem Wahn geneigt. Ihr drängt euch zu, nun gut, so mögt ihr walten… – Hey, das war auswendig! – Ich hätte unheimlich Lust, mal wieder in Auerbachs Keller zu gehen.

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        • auswendig – meine güte. nee, da ist bei mir nix mehr übrig so sehr ich mich bemühe.außer: „ihr mann ist tod und lässt sie grüßen“. ich erinnere mich jedoch nur daran, weil es von hugo hartung einen roman mit diesem titel gibt. ein paar fausfragmente werden darin verarbeitet. in auerbachs keller verkehren übrigens aktuell vermehrt koreaner, die vor olympia geflohen sind…

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          • Olympia jetzt auch schon als Fluchtgrund, ja?
            Ich glaube, bei Auerbachs Keller besteht die Kunst darin, die Zeit zwischen den Busladungen abzupassen – jedenfalls wenn man in Ruhe über Leben, Liebe und Taten des Feldwebels J.B.N. Schwärtlein nachlesen möchte. (Ich geb’s zu, DAS habe ich jetzt nicht aus dem Ärmel geschüttelt.)

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    • nun,wir würden auch nicht nur wegen des faust-festivals nach münchen fahren. das wäre nur ein aktueller aspekt. ansonsten gibts viele gründe – den blauen reiter beispielsweise und wieder mal ein besuch bei den beiden karls (valentin und orff). ich weiß, letzterer wird mit c geschrieben…

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