Schneeblindheit vorbeugen – Augen beim Wintersport vor UV Strahlung schützen

Langlaufpause c Vera SChwarz - KopieMünchen: Wer ohne die richtige Skibrille in den Winterurlaub fährt, riskiert Schneeblindheit. Diese Verbrennung der Hornhaut wird verursacht durch die Fähigkeit des Schnees, das Sonnenlicht und damit die energiereiche ultraviolette Strahlung viel stärker zu reflektieren als eine Landschaft ohne weiße Pracht. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät daher allen Winterurlaubern zu einer gut sitzenden, rundum geschlossenen Skibrille mit UV-Filter…

Sonnenbrand auf der Hornhaut

Weiße Skipisten und Schneelandschaften locken Wanderer und Wintersportler nach draußen in die Berge. Doch das grelle Sonnenlicht in den Wintersportgebieten birgt Gefahren für die Augen: Alle 1000 Höhenmeter nimmt die UV-Strahlung um rund 20 Prozent zu und der Schnee reflektiert diese Strahlung nochmals um bis zu 85 Prozent stärker. In diesem Zusammenhang erklärt DOG-Generalsekretär Professor Dr. Thomas Reinhard, dass „genau wie die Haut am Körper“ auch „die Hornhaut des Auges einen Sonnenbrand bekommen“ kann, „wenn sie intensivem UV-Licht ausgesetzt ist“. Das Licht lässt die Zellen auf der Hornhaut des Auges absterben. Sechs bis acht Stunden später kommt es zu stechenden Schmerzen und starkem Fremdkörpergefühl; die Augen schwellen an und tränen.

Betroffene reagieren dann sehr empfindlich auf Licht und können die Augen kaum offen halten“, beschreibt Reinhard die Symptome der sogenannten Schneeblindheit. „Wintersportler mit schmerzenden Augen sollten nicht nur sofort aus der Sonne gehen, sondern sich am besten in dunklen Räumen aufhalten“, betont der DOG-Experte. Der Augenarzt kann Salben oder Gels verschreiben, die die verbrannte Hornhaut wieder beruhigen. Da die Hornhaut sich ständig regeneriert, sind die Symptome nach zwei bis drei Tagen meist verschwunden.

Langzeitschäden durch regelmäßige UV-Strahlung

Wer aber seine Augen regelmäßig intensivem Sonnenlicht aussetzt, riskiert Langzeitschäden: „UV-Strahlung erhöht das Risiko für chronische Augenleiden wie Grauen Star oder Makuladegeneration – eine Erkrankung, die blind machen kann“, sagt Reinhard. Um sich vor diesen Erkrankungen zu schützen, rät der Direktor der Universitätsaugenklinik Freiburg zur Skibrille. „Normale Sonnenbrillen fangen nicht das seitlich einfallende Licht auf und schützen die Augen nicht vor Stürzen“, so der Ophthalmologe. Für Menschen mit Sehschwäche gibt es, neben Kontaktlinsen, auch entsprechende Skibrillen und oder sogenannte „Clip-in-Brillen“, die an die Innenseite der Skibrille angebracht werden. „Grundsätzlich sollten sich Winterurlauber beim Kauf einer Skibrille im Fachhandel beraten lassen“, so Reinhard.

Hier eine Checkliste für eine gut Skibrille:

  • Die Gläser sollten die UV-Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern absorbieren. Wie bei Sonnenbrillen tragen auch Skibrillen mit entsprechendem Breitband-UV-Schutz das CE Zeichen.
  • Die Brille sollte die Augenpartie vollständig abdecken, sodass auch seitlich kein UV-Licht in die Augen fallen kann.
  • Skibrillengläser sollten aus splitterfestem Kunststoff bestehen und mindestens doppelt verglast sein, sodass die Augen durch die innere Scheibe geschützt sind, falls die äußere Scheibe bei einem Sturz bricht.
  • Empfehlenswert ist auch eine Anti-Fog Beschichtung, die dafür sorgt, das die Brille nicht zu schnell beschlägt.
  • Tönung der Gläser: Graue Gläser bieten Blendschutz an sonnigen Tagen, rötliche Gläser verstärken Kontraste bei schlechten Lichtverhältnissen, gelbe Gläser eigenen sich am besten für trübes Wetter oder in der Dämmerung.
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