Mit Smartphone Moskito-Sound aufnehmen und vor Gefahren für die Gesundheit warnen

Suche nach Moskitos auf dem Harvard-Campus (Foto Kurt Hickman,stanford.edu)Mithilfe von Handy-Nutzern sind Forscher der Stanford University damit beschäftigt, eine Weltkarte der Verbreitung von Moskitos zu erstellen. Jeder kann mitmachen, auch Menschen in Regionen, in denen die Plagegeister noch selten sind, etwa in Mitteleuropa. Die Gefahr, dass die Auslöser von Krankheiten wie Malaria und Gelbfieber auch hier vermehrt auftauchen, ist wegen des Klimawandels bereits am Wachsen.

Datenbank mit Moskito-Sound

Benötigt wird lediglich ein Smartphone zur Aufnahme der Geräusche. Moskitos erzeugen mit ihren schnell schlagenden Flügeln einen ganz besondere Sounds, die sie eindeutig von anderen Insekten unterscheiden. Ein Forscherteam am Prakash Lab der Stanford-Uni hat eine akustische Datenbank erstellt, in der die Geräusche zahlreicher Moskitoarten gespeichert sind. Jeder, der den Flügelschlag von Moskitos oder vermeintlichen Moskitos aufgenommen hat, kann die Töne an die Stanford-Forscher schicken. Diese filtern die Hintergrundgeräusche heraus und identifizieren das Insekt. Diejenigen, die den Menschen gefährlich werden können, werden auf einer Landkarte markiert, die via Internet zugänglich ist. Die Experten nennen ihr Projekt „Abuzz“. Im Laufe der Zeit entsteht so eine Karte, auf der die Gebiete gekennzeichnet sind, in denen die Gefahr besteht, von den Krankheitsüberträgern gestochen zu werden.

Aufnahme per App

Wie heutzutage üblich ist natürlich auch hier wieder eine App im Spiel, wobei die Wissenschaftlicher dieses Projektes „Shazam“ empfehlen (gibt’s sowohl für iOS wie für Android). Beim Format bevorzugen sie wav, akzeptieren aber auch mp3, amr, mp4, aiff, aac, wma und ogg. Die E-Mail-Adresse, an die die akustischen Daten geschickt werden sollen, lautet

mosquitoes_abuzz@stanford.edu

Die Datei der User sollte übrigens auch die GPS-Koordinaten des Entstehungsorts enthalten.

Wir schaffen das größte weltweite Überwachungssystem für Moskitos. Das erreichen wir mit Geräten, die nahezu jeder in der Welt besitzt“, sagt Manu Prakash, der Leiter des Projektes. „Wenn Sie ein Moskito totschlagen, bewahren Sie sich vor einer Gefahr“, ergänzt Haripriya Mukundarajan, der zum Prakash-Team gehört. „Wenn Sie das Geräusch jedoch aufnehmen und die Datei an das Abuzz-Projekt schicken, nehmen Sie teil an den Bemühungen, die Gefahren, die von Moskitos ausgehen, für andere zu reduzieren.“

In Ranomafana auf der Pazifikinsel Madagaskar fand bereits ein Feldtest mit zehn Freiwilligen statt. Nach einer zehnminütigen Einweisung waren diese Hilfswissenschaftler in der Lage, die Moskitogeräusche korrekt aufzunehmen. Am nächsten Tag lieferten sie 60 Dateien mit einer Gesamtlänge von drei Stunden. Und hier gibt es Trainingsvideos der Stanford Uni. Interessant ist aber auch ein sehr anschauliches und informatives Youtube Video zum Moskito-Projekt.

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