Tennis als Sport für Blinde und Sehbehinderte

Tennis für blinde und sehbehinderte Sportler mag zunächst unvorstellbar klingen, geht aber ganz gut. Das zeigte sich beim 1. Deutschen Blindentennis-Workshop, den der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) und die Gold-Kraemer-Stiftung Ende April in Köln veranstalteten. Gekommen waren 40 begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 12 und 50 Jahren. Außerdem waren mit Odette Battarel und Amanda Green zwei erfahrene sehbehinderte Tennisspielerinnen aus London angereist, die inzwischen auch als Trainerinnen arbeiten. Sie hatten 2007 die Sportart in England eingeführt und seither ständig weiterentwickelt.

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Blindentennis, wie geht das überhaupt?

Beim Blindentennis können blinde, sehbehinderte und sehende Spielerinnen und Spieler gegeneinander antreten. Dafür sind Regel-Anpassungen nötig. Das Feld ist kleiner und entspricht einem Junioren-Court. Die Linien sind mit einer Schnur überklebt, so dass sie mit den Füßen ertastet werden können. Dank einer Schaumstoffhülle ist der Ball etwas langsamer, zudem rasselt er gut hörbar. Bei blinden Spielern darf der Ball dreimal im eigenen Feld aufspringen, ehe er returniert werden muss, bei hochgradig Sehbehinderten zweimal und bei sehbehinderten und sehenden Spielern muss er wie beim regulären Tennis nach der ersten Bodenberührung wieder übers Netz geschlagen werden. Um das Treffen des Balles zu erleichtern, werden verkürzte Juniorenschläger benutzt.

Langfristiges Ziel: Anerkennung als paralympische Sportart

Blindentennis wurde vor rund 30 Jahren in Japan entwickelt und ist inzwischen auch in vielen europäischen Ländern, Kanada und Australien verbreitet. 2014 wurde die International Blind Tennis Association gegründet. Im englischen Tennisverband ist Blindentennis eine offizielle Sportart. Es gibt inzwischen lokale, regionale und nationale Wettkämpfe. Langfristiges Ziel der Tennisverbände in England, Japan und Australien ist die Anerkennung des Blindentennis als neue paralympische Sportart.

Und hier gibt’s ein Video über den Workshop

Foto: Aktion Mensch Bause

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