Wenn der Großstadtwanderer vom alten Westberliner Trampelpfad erzählt

Weißbier trinken Botanischer GartenEs ist zwar erst Mai doch Berlin tickt, tanzt und torkelt schon voll im Sommermodus. Dazu passend haben die Wirte zwischen Wilmersdorf, Neukölln und Weißensee ihre Biergärten geöffnet damit sich die durstigen Flaneure während ihrer ziellosen Touren am Gersten- oder Weizensaft ausgiebig laben können. Selbstverständlich ist auch der Großstadtwanderer im Pulk der trinkfreudigen Spazierer anzutreffen und als sich an der Tränke mitten im Botanischen Garten auch die geheimnisvolle Besucherin auf ein Gläschen zu ihm setzt, fängt er an von den glorreichen Zeiten des legendären Berliner Trampelpfads zu erzählen…

Nächtliche Trink-, Tratsch- und Kulturtangente

Dieser ganz besondere Trampelpfad war natürlich kein Wald-und-Wiesen-Wanderweg, sondern eine nächtliche Trink- Tratsch- und Kulturtangente zwischen Kleistpark und Hermannplatz, die zuerst Göben-, dann Yorck- und Gneisenaustraße heißt, um schließlich als Hasenheide zu enden. Doch an so exakte Grenzen mochte sich der mit leicht anarchistischem Naturell gesegnete Trampelpfadgänger keineswegs halten. Durch Schöneberg bis hinein nach Charlottenburg und gar Friedenau erstreckten sich seine Exkursionen – und auf der anderen Seite erklärte er auch das alte Kreuzberg SO 36 und Teile Neuköllns zu seinem Revier. „Kreuzberg Horst“ Runkel, dieser Lokalreporter im Sinne von Kneipe meinte gar, überall dort, wo Menschen auf der nächtlichen Suche nach dem Glück von Tresen zu Tresen torkeln, sei der Trampelpfad zu finden – also auch in Buxtehude, Bosten oder Boenos Aires…

Tausend Tresen in verräucherten Kneipen

Wann und warum der Begriff Trampelpfad für diese verschlungenen Pfade zwischen tausend Tresen in verräucherten Kneipen zum ersten Mal auftauchte, kann der Großstadtwanderer leider auch nicht sagen. Horst Runkel hatte ihn in der Kreuzberger Neuen Zeitung populär gemacht, aber keineswegs erfunden und der Großstadtwanderer, den Viele für den wahren Schöpfer des Trampelpfades halten, muss diese große Ehre auch ablehnen weil er es nicht wagt, sich mit den vielbesungenen fremden Federn zu schmücken. Der Begriff tauchte kurz vor 1970 einfach aus dem Nichts auf und wurde von Nacht zu Nacht immer mehr zum Synonym für diese bunte Polit-, Kultur- und Kneipenszene.

Kreuzberger Neue Zeitung Trampelpfadnotizen

Wohnzimmer für durstige Massen

Womöglich sind gar diese Achtundsechziger, wer immer die auch waren, für den Westberliner Trampelpfad verantwortlich. Bekanntlich hatten die ja bei allen möglichen politischen und sozialen Umbrüchen ihre Unterwanderfinger im Spiel und warum nicht auch bei den geradezu revolutionären Veränderungen in der Berliner Kneipenszene, ohne die es den Trampelpfad nie gegeben hätte. Die durstigen Massen besetzten altehrwürdige Berliner Lokale, um sie in sogenannte linke Kneipen zu verwandeln und da die vorhandenen Kapazitäten bald überfordert waren, wurden leer stehende Läden aller Art linksgastronomisch übernommen, um den ewig durstigen Polit- und Kulturfreaks zusätzliche Wohnzimmer für Trunk und Talk und Tabakgenuss zu bieten.

Natürlich hieß auch eine Kreuzberger Kneipe Wohnzimmer und selbst heute schmückt sich ein Lokal in Prenzlauer Berg mit diesem Namen auch wenn gegenwärtige Kneipentourgänger beim Wort Trampelpfad offenbar nur noch an holprige Wege in grünen Oasen Berlins und anderswo denken. Auf solchen möchte der Großstadtwanderer momentan aber nicht unterwegs sein, weils dort selten köstliche Getränke aus Hopfen und Malz gibt. Daher überredet er die geheimnisvolle Besucherin zu einer kleinen Tour durch Berliner Kneipen bis sie schließlich im Biergarten vom Wirtshaus Hasenheide am Rande von Kreuzberg landen. Dazu fallen ihm natürlich auch sofort ein paar Erinnerungen ein…

Wirtshaus Hasenheide zur Spargelzeit

Jazzfrühschoppen im Wirtshaus Hasenheide

Dieses urige Lokal, das sowohl Restaurant wie Kneipe ist, war einst auch mal eine bedeutende Einkehrstation am Trampelpfad – allerdings nicht in erster Linie während der langen Kreuzberger Nächte, sondern vor allem am Sonntag Vormittag. Dann trafen sich hier zum Jazzfrühschoppen Nachtschwärmer, die noch immer nicht nach Hause gehen wollten mit ausgeruhten Frühaufstehern, für die das Wirtshaus Hasenheide der vielversprechende Einstieg in eine abenteuerliche Kneipenodyssee war.

In den Achtzigerjahren, als in den Kneipen noch kräftig gequalmt wurde, waren diese Jazzfrühschoppen weit über die Westberliner Szene hinaus berühmt. Viele gute Bands und Interpreten traten hier auf und eine ist dem Großstadtwanderer insbesondere wegen des Drummers Gerd Tenzer für immer in Erinnerung geblieben. Gerd hatte damals, ’83 oder ’84, ein neues Trio formiert. Der Banjospieler war völlig unbekannt und der Typ mit dem Sopransaxophon kam von den Red Onions. Diese Minimalbesetzung sorgte vor dem ersten Auftritt innerhalb der manchmal zum Nörgeln neigenden Westberliner Jazz-Community für skeptisches Hintergrundrauschen und der Verzicht auf einen Bassisten galt zunächst sogar als Sakrileg. Trotzdem oder gerade deswegen war der Andrang so groß, dass kein Platz mehr blieb für das dekorative Kamel, dem damaligen Maskottchen vom Wirtshaus Hasenheide.

Die Skeptiker hatten übrigens die schlechtesten Karten an diesem Vormittag denn bereits beim ersten Stück zeigte sich, welch hervorragende Mischung Gerd Tenzer mit dieser Kleinstformation gelungen war. Die Synkopen des Banjospielers klangen, als wäre der Mann geradewegs aus dem guten alten New Orleans gekommen und das Sopransax brachte die erwarteten Höhenflüge.

Das Besondere an diesem Trio aber war Gerd Tenzer selbst. Dieser Drummer, der sich übrgiens auch noch als Grafiker des Trampelpfads einen Namen gemacht hatte, war bekannt für seine dezente, einfühlsame und dennoch mitreißende Spielweise. Er war niemals nur ein Takttrommler gewesen, auch keiner, der nur mit technischem Können und Lautstärke voranpreschte. Bei diesem Auftritt aber zeigte Gerd, dass sein Schlagzeug sprechen, ja sogar erzählen konnte. Schnurrendes Snare und flüsternde Becken, leicht unterkühlte und trotzdem wärmende Streicheleinheiten, überwiegend nur mit Besen gespielt, versetzten das Publikum in eine geradezu andächtige Stimmung. Das war musikalische Meditation, die vom eher traditionellen Jazz ausgehend, aktuelle Entwicklungen wohl dosiert einbezog. Da war sogar der Kneipenreporter der Neuen Kreuzberger Zeitung – normalerweise eher zur Ironie neigend – ganz ernsthaft begeistert…

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Brunch statt Jazzfrühschoppen

Alles schon wieder Geschichte. Kein dekoratives Kamel mehr in der Ecke, dafür in den Regalen Radios und Schreibmaschienen aus der vordigitalen Epoche…

Altes Radio im Wirtshaus Hasenheide

alte Schreibmaschiene im Wirtshaus Hasenheide

Regelmäßige Jazzfrühschoppen in rauchgeschwängerter Atmosphäre gibt es in diesem Lokal mit dem Alt-Berlin-Ambiente auch nicht mehr. Dafür spricht die geheimnisvolle Besucherin plötzlich von einer ernsthaften Hungerattacke. Diese sei keineswegs historisch sondern höchst gegenwärtig und müsse einer zeitnahen Lösung zugeführt werden. Sie plädiere daher für die sofortige Nutzung des Brunchbuffets, von dem sie zwar schon einiges gehört, aber noch nie probiert hätte. Dieser Wunsch der geheimnisvollen Besucherin trifft auf die ungeteilte Zustimmung des Großstadtwanderers, der auch nicht nur von Erinnerungen und Bier satt werden möchte. Er kann sich durchaus vorstellen, ein etwas opulenteres Mittagsmal zu verputzen – irgendwas Deftiges mit Knödel vielleicht…

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Fotos: 1. Vera Schwarz, alle weiteren peter bachstein

Das Bonn-Berlin Duell: rbb erinnert an das Ringen um den Regierungssitz

Am Dienstag, den 21. Juni um 20:15 erinnert das rbb Fernsehen noch einmal an das sogenannte Bonn-Berlin Duell von 1991. Damals gings um die durchaus heftig diskutierte Frage, ob in Zukunft Bonn oder Berlin Regierungssitz sein sollte.

Spannendes Rennen

Im Einigungsvertrag war 1990 Berlin zwar nominell als Hauptstadt festgeschrieben, die Frage nach dem Sitz der Regierung und des Parlaments jedoch offen gelassen und auf später vertagt worden. Berlin oder doch weiter Bonn? Die kleine Stadt am Rhein hatte sich immerhin in vier Jahrzehnten demokratisch bewährt und genoss auch im Ausland großes Ansehen. Der Wettstreit zwischen den Pro-Berlin- und Pro-Bonn-Fraktionen beginnt direkt nach der Wiedervereinigung. Von Oktober 1990 bis Juni 1991 kämpfen die Lobbyisten, spekulieren die Medien und diskutieren die Parteien. Es geht um viel, und der Riss geht mitten durch die politischen Lager. Am Anfang liegt Bonn in der Gunst der Politiker deutlich vorn. Am 20. Juni 1991 mündet dieser Prozess in eine über zwölf Stunden lange Debatte im Parlament. Bis zu diesem Zeitpunkt ist völlig offen, wie das Ergebnis aussehen wird. Der Berliner Tagesspiegel hat für den nächsten Tag verschiedene Leitartikel parat: „Eine vergebene Chance“ wird die Überschrift heißen, wenn die Abgeordneten für Bonn entscheiden, „Eine Hauptstadt für alle Deutschen“ wird die Zeitung jubeln, wenn Berlin das Rennen macht.

Knappe Entscheidung

104 Redner begeben sich im Laufe der Sitzung ans Pult, noch einmal ebenso viele verzichten darauf und geben ihre Reden schriftlich zu Protokoll. Es ist 21:47 Uhr, als Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth das Mikrofon ergreift und die Entscheidung bekannt gibt: 320 Stimmen für Bonn, 338 für Berlin. Einige dramatische Reden haben den Umschwung gebracht. Damit ist der Antrag, der offiziell Vollendung der Einheit heißt, vom Deutschen Bundestag angenommen.

Genau 25 Jahre nach diesem Polit-Krimi erinnert die Dokumentation an diesen spannenden Tag im Parlament, seinen Vorlauf und seine Folgen. Wer also gern in Erinnerungen schwelgen möchte oder damals noch nicht gelebt hat und ein bisschen Geschichte tanken möchte, kann sich den Sendetermin am 21. Juni um 20:15 im rbb Fernsehen schon mal vormerken.

Die blinde Berliner Künstlerin Silja Korn: Unterwegs mit Pinsel, Farbe und Fotoapparat

Die aufgeklärte Menschheit hat sich allmählich daran gewöhnt, dass es blinde Musiker gibt oder blinde Sportler. Auch die Tatsache, dass eine blinde Seilschaft schon mal auf dem Mount Everest war, löst zwar große Bewunderung, aber kaum noch ungläubiges Erstaunen aus. Selbst die Existenz blinder Kneipenwirte gilt nicht mehr als besonders spektakulär. Doch bei der Erwähnung der blinden Malerin Silja Korn aus Berlin sind sogar die Blinden selbst irritiert,

Silja Korn im Gespräch

Silja Korn im Gespräch mit Besuchern ihrer Ausstellung in der Berliner  s…cultur (Foto: Brinkmann)

Barriere der Blindheit nicht vorhanden

Im kollektiven Bewusstsein der Menschheit,scheint künstlerisches Gestalten mit Farbe und Pinsel prinzipiell mit der Sehfähigkeit der gestaltenden Person verbunden zu sein. Silja Korn aber zeigt, dass so was auch ganz ohne Sehkraft geht. Diese Berliner Künstlerin zaubert expressive Farbfantasien auf die Leinwand, als wäre für sie die Barriere der Blindheit nicht vorhanden – zumindest nicht, während sie malt. Dann scheint sie die Farben gewissermaßen sogar zu sehen.

Reflexionen auf das Hier und Jetzt

Dieses Sehen der Farben ist natürlich ein Erinnern an Dieselben, denn bis ins Teeniealter konnte Silja Korn noch sehen. Ihre Bilder aber entstammen keineswegs den Tagen ihrer Kindheit, sondern sind Reflexionen auf ihr Leben im Hier und Jetzt mit den Empfindungen und Assoziationen, die sich daraus ergeben. Dieses Hier und Jetzt ist übrigens nicht nur der Malerei gewidmet, denn die geballte Kreativität dieser Künstlerin ist zu umfassend für ein einziges Genre. So spielt Silja Korn auch noch Theater, schreibt Geschichten und fotografiert. Außerdem veranstaltet sie Workshops für Leute, die gerne malen wollen. Bei all der Vielfalt dürfte Silja Korns Arbeit als Erzieherin in einer Berliner Kita kaum noch überraschen.

Aktuell sind fotografierte Bilder bzw. Fotos der Künstlerin in der Bibliothek von Ostrava (Tschechien) noch bis zum 27. Mai zu sehen. Weitere Ausstellungen in Tschechien folgen ab Juni. Außerdem zeigt das Akademie Hotel Berlin, Heinrich Mann Straße 29 eine vielfältige Auswahl von Silja Korns Gemälden noch bis Ende Juni.

Silja Korn und ihre interaktive Skulptur Begegnung

Silja Korn bei der Präsentation ihrer interaktiven Skulptur „Begegnung“ (Foto: peter bachstein)

Silja Korn ist eine in Richtung Öffentlichkeit orientierte Person. Daher überrascht es wol kaum, dass sie aktuell das neue Werbegesicht der Berliner Firma Möbel Hübner werden möchte. Das läuft über ein Internet Casting noch bis zum 22. Mai. Wer gern für Silja stimmen möchte,  kommt mit diesem Link auf die entsprechende Seite.

Und hier gehts zu Silja Korns Homepage…

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Dieses Gemälde von Silja Korn trägt den Titel „Wunschbrunnen“ (Foto: Vera Schwarz)

Glyphosat-Freispruch: Interessenkonflikt leitender UN-Experten?

Erstaunlicherweise hatte am Montag die Pestizid-Arbeitsgruppe der UN-Abteilungen FAO und WHO die berüchtigte chemische Keule Glyphosat für unbedenklich erklärt. Ein erstaunlicher Vorgang, denn bisher gehörte die Weltgesundheitsorganisation nicht gerade zu den Befürwortern von Glyphosat, das von ihr vor einem Jahr als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft wurde. Wie ist dieser Sinneswandel zu erklären?

Interessenskonflikt bei den leitenden Experten?

In diesem Zusammenhang sind Recherchen des britischen Guardian hochinteressant. Sie lassen den Schluss zu, dass leitende Experten besagter Pestizid-Arbeitsgruppe massiv in deutliche Interessenskonflikte verstrickt sind. Professor Alan Boobis, der Vorsitzende des Joint FAO/WHO Meeting on Pesticide Residues (JMPR), ist beispielsweise gleichzeitig Vize-Präsident des International Life Science Institute (ILSI) Europe. Nach Informationen des Guardian erhielt dieses Institut im Jahr 2012 eine Spende über 500 000 US Dollar von Monsanto sowie eine weitere Spende über 528 500 Dollar von der Pestizidlobby Croplife International, in der unter anderem Monsanto, Dow und Syngenta vertreten sind. Auch ein weiteres Mitglied des JMPR, Angelo Moretto, ist Vorstandsmitglied eines Instituts das zu ILSI gehört. Moretto war Ko-Vorsitzender der entscheidenden Sitzung über Glyphosat.

Grenzt das an Korruption?

Gerald Neubauer von der Bürgerbewegung Campact scheint darüber wenig erfreut zu sein. „Der Glyphosat-Freispruch von FAO/WHO“, so Neubauer, „war anscheinend von Monsanto mitfinanziert. Das grenzt an Korruption.” Die EU müsse jetzt Konsequenzen aus dem Skandal ziehen und Glyphosat die Zulassung versagen. Außerdem fordert Neubauer Konsequenzen bei den betroffenen UN-Organisationen. Seiner Ansicht nach dürfen FAO und WHO nicht zulassen, „dass Experten mit Interessenskonflikten über die Risiken von Glyphosat urteilen. Boobis und Moretto dürfen nicht weiter für das JMPR arbeiten. Nur so können die UN-Institutionen ihre Glaubwürdigkeit wieder herstellen.”

Übrigens gibt es eine Online Petition, um den allgemeinen Glyphosat-Freispruch doch noch zu verhindern.

Wandern: An einem Tag den Harz überqueren

Hochharz-Wanderwoche Bad HarzburgAuch in diesem Jahr bietet Bad Harzburg wieder zahlreiche Leckerbissen für Wanderer an. Dazu zählen die Hochharz-Wanderwoche im Juni sowie vier sportlich anspruchsvolle Harzüberquerungen, für die schon einiges an Kondition erforderlich ist.

 

Die erste dieser Harzüberquerungen findet am 21. Mai statt und startet um 06.45 Uhr am Großparkplatz gegenüber Hotel Seela – allerdings zunächst mit dem Bus. Nach der Ankunft in Heimburg erfolgt dann der richtige Einstieg in die Harzüberquerung. Die Route führt diesmal über Struvenberg, Wernigerode Zillierbach, Elverstein und Ottofelsen. Anschließend geht’s weiter über Steinerne Renne, Plessenburg, Ilsetal, Großes Sandtal sowie Kruzifix und vorbei an der Eckertalsperre zum Molkenhaus. Von dort aus erfolgt über die Ettersklippe der Abstieg nach Bad Harzburg, wo dann in gemütlicher Runde die Urkunden verteilt werden.

Bei der Wanderung werden insgesamt 8 Stempelstellen der Harzer Wandernadel passiert. Die Streckenlänge beträgt 41 km, dabei sind 1260 m Anstieg und 1218 m Abstieg zu bewältigen. Weitere Termine für Harzüberquerungen sind der 18 Juni, 17. September und 15. Oktober.

Die Teilnahmegebühr beträgt 18.00 Euro. Darin enthalten sind u. a. Bustransfer von Bad Harzburg zum Startort, Urkunde, Servicestationen und Wanderleitung. Weitere Informationen und Anmeldungen sind über die Tourist-Information, Nordhäuser Straße 4, 38667 Bad Harzburg, Tel. (0 53 22) 7 53 30, oder info@bad-harzburg.de möglich. Anmeldeschluss ist jeweils der Donnerstag, 18 Uhr, vor dem Wandertermin.

Sehr zu empfehlen für ambitionierte Tourengänger ist auch die Hochharz-Wanderwoche, die am 6. Juni mit einer knapp 20 km langen Strecke über Torfhaus und Altenau beginnt. Die Königsetappe dieser Woche mit einer Länge von 25 km führt dann am 10. Juni über den Brocken. Die Gebühr für alle sechs dieser geführten Wanderwochen-Touren beträgt 50.00 Euro. Infos und Anmeldung über die gleichen Kontakte wie für die Harzüberquerungen.

Foto: Bad Harzburg Touristik

Wo die Schweiz am sonnigsten ist – Familienferien im Tessin

Familienurlaub in der Schweiz – dafür bietet sich die Ferienregion Ascona-Locarno im Tessin hervorragend an. Gerade vom Schweizer Tourismus-Verband mit dem Gütesiegel „Family Destination“ ausgezeichnet können hier Groß und Klein mit Lamas wandern, auf dem Foxtrail Lugano erkunden oder auch in den für die Region so typischen „Rustici“ oder gar im Heu übernachten.

Falknerei Locarno – nur Fliegen ist schöner

Die Falknerei entstand vor rund 4000 Jahren in den Weiten der asiatischen Steppen, wo diese Technik zum besten Helfer bei der Jagd auf Tiere wurde. Im Mittelalter machte Kaiser Friedrich II. die Falknerei in Europa salonfähig. In der Falknerei von Locarno wird dieses historische Erbe gepflegt. In einer auf die Bedürfnisse der Vögel abgestimmten Umgebung erleben Besucher eine unvergessliche Vorführung: der majestätische Flug des Adlers, der blitzschnelle Angriff des Falken, das ruhige Kreisen des Uhus. Adler, Bussarde, Geier und Eulen fliegen nur wenige Zentimeter über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Dank der überdachten Zuschauertribüne finden die 45-minütigen Vorführungen bei jeder Witterung statt. www.falconeria.ch

Foxtrail – auf der Fährte des Rätselfuchses in Lugano

Knifflige Rätsel lösen, geheime Botschaften entziffern, und das Jagdfieber ist geweckt: Foxtrail heißt das Spiel, das immer beliebter wird. Die zweieinhalbstündige Schnitzeljagd lässt Besucher auf originelle Weise die Sehenswürdigkeiten von Lugano sowie versteckte pittoreske Ecken der Stadt entdecken. Das Konzept ist ebenso einfach wie individuell: Gruppen ab zwei Personen, Familien, Firmen oder eine Freundesclique können ihre gewünschte Tour im Internet buchen. Den Startzeitpunkt ihrer Schnitzeljagd bestimmen die Gäste selbst. www.foxtrail.ch

Familienwandern im Val Piora

Fahren wir in die Berge oder an den See? Im Tessin geht beides, zum Beispiel in der Region Ritom-Piora in der Leventina. Eine Seilbahn erleichtert den steilen Anstieg: In einer Viertelstunde überwindet sie eine Steigung von 87,8 Prozent und bringt Gäste aller Altersklassen ins alpine Paradies. Von der Bergstation in 1794 Metern Höhe erreicht man in wenigen Minuten eine einzigartige See- und Berglandschaft. Auf die Besucher warten hier nicht nur grandiose Ausblicke, sondern auch eine reiche alpine Pflanzenwelt. Dank eines Naturlehrpfades kann man die ökologischen und kulturellen Besonderheiten dieses Gebietes auf unkomplizierte Art und Weise entdecken. Im Sommer grasen im Piora-Tal naturnah gehaltene Kühe. Der aus ihrer Alpenmilch hergestellte Käse schmeckt hervorragend – besonders nach einer Wanderung. Es gibt gemütliche Spaziergänge für Familien mit kleinen Kindern, aber auch anspruchsvolle Touren für fortgeschrittene Wanderer. www.lagoritom.ch

Mit Kindern und Lamas durch die Natur wandern

Wandern mit Tieren erfreut sich im Tessin wachsender Beliebtheit. Vor allem Kinder sind begeistert vom Lama-Trekking. Die vierbeinigen Begleiter gehen vertrauensvoll am Zügel und lassen sich unterwegs gerne das weiche Fell streicheln. Buchbar sind diese Erlebnistouren in verschiedenen Regionen des Tessins, so beispielsweise bei Hanspeter Frei im sonnigen Malcantone. Wer will, kann hier nach der Tour auch etwas über die Lama-Aufzucht lernen, bei der Hofarbeit helfen oder sogar auf der Lama-Farm „Casa Gisoretta“ im Heu oder im mitgebrachten Zelt übernachten. Die Übernachtung ist buchbar inklusive Frühstück, Halb- oder Vollpension zum Preis ab 25 Schweizer Franken für Erwachsene (ab 23 Euro) und 15 Schweizer Franken (ab 14 Euro) für Kinder. www.lama-trekking.ch.vu

Übernachten im Rustico oder im Bungalow

Übernachten im Zelt oder Heu ist schon eine tolle Sache. Im Rustico mit„eigenen“ Grotto vor der Haustür machts aber ganz bestimmt ebenso viel Spaß. Diese Rustici sind ehemalige Bauernhäuser, die umgebaut und modernisiert wurden und als Ferienwohnungen zur Verfügung stehen – beispielsweise im Feriendorf „Rustici della Verzasca“oberhalb des Vogorno-Sees. www.rustici-verzasca.ch

Oder wie wäre es mit einem Bungelow am Lago Maggiore? Solche gibts seit vergangenem Jahr auf dem Tessiner Campinglatz Campofelice – alle in farbenfrohem Design. Sie bieten Platz für zwei bis sechs Personen, also ideal für Familien oder eine kleine Gruppe. Die modernen Feriendomizile sind zwischen 20 und 40 Quadratmeter groß, voll möbliert und jeweils mit einer überdachten Terrasse ausgestattet. Bettwäsche, Heizung, Strom, TV, WiFi, Liegestühle, Sonnenschirm sowie ein Parkplatz sind im Preis ab 70 Schweizer Franken (ab 64 Euro) pro Nacht inbegriffen. Ein privater Sandstrand, Bootshafen, Wasserpark, zwei große Spielplätze, vier Tennisplätze, ein Fußballfeld, Minigolf, Beachvolleyball, BMX-Strecke und eine Pizzeria befinden sich auf dem Campingplatz. In der Sommersaison werden Filmabende und ein breites Spiel- und Sportangebot mit Kajakfahren, Fußball, Aerobic, Klettern etc. offeriert. www.campofelice.ch

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FALKNEREI IN LOCARNO:  GREIFVOGEL EUROPAEISCHER UHU IM FLUG  Foto: Gaby Kunz

 

 

 

 

 

 

Mit Sport und Vitamin C gegen Grauen Star im Alter

Fast zehn Millionen Menschen sind hierzulande von der Augenkrankheit „Grauer Star“ betroffen, die zu Seheinschränkungen und gar zur Erblindung führen kann. Medikamente gibt es dagegen noch nicht und nur operative Eingriffe können bisher helfen. Nun lassen Ergebnisse einer Londoner Studie den Schluss zu, dass mit Hilfe gesunder Ernährung und Sport zumindest dem Altersstar vorgebeugt werden kann.

Lebensstil und gesunde Ernährung

Die Londoner Wissenschaftler beobachteten die Linsentrübung und die Ernährungsgewohnheiten bei 324 weiblichen Zwillingspärchen über einen Zeitraum von zehn Jahren. „Genetische Untersuchungen an den Schwestern zeigten, dass das Erbgut nur zu einem Drittel für Fortschritt und Schweregrad des Grauen Stars verantwortlich ist“, sagt Professor Dr. med. Horst Helbig, Präsident der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft. „Umweltfaktoren, Alter und Lebensstil spielen eine deutlich größere Rolle“, so Helbig weiter.

Nahrungsergänzungsmittel überflüssig

Gemäß der Studie scheint eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitamin C die Augenlinse zu schützen. Die Forscher gehen davon aus, dass Vitamin C sich in der Augenflüssigkeit ansammelt und dort die Trübung der Linse verhindert. Die Studienergebnisse seien aber keine Aufforderung, zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen, so Helbig, der die Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Regensburg leitet. „Die meisten Menschen in Deutschland können sich mit Vitaminen ausreichend über Lebensmittel versorgen, sodass Nahrungsergänzungsmittel keinen zusätzlichen Effekt bringen. Nicht nur Orangen, Grapefruit und Mandarinen sind reich an Vitamin C – Brokkoli, Rosenkohl und Grünkohl übertreffen die Zitrusfrüchte in dieser Hinsicht sogar. Vor allem Senioren sollten darauf achten, dass sie täglich ausreichend Vitamine über Obst und Gemüse zu sich nehmen.“