Per Rohrpost reisen mit Schallgeschwindigkeit?

Die Rohrpost ist an sich ein sehr alter Hut und vom Prinzip her bekannt seit die Menschen das Blasrohr erfunden haben. Die theoretischen Grundlagen beschrieb bereits Heron von Alexandria in seiner Pneumatika und das ist immerhin schon 2100 Jahre her. Der dänische Techniker George Medhurst gab 1810 schließlich den Anstoß zur Entwicklung von Rohrpostsystemen für das beginnende Industriezeitalter und in Städten wie London, Berlin und Paris entstanden bis Mitte des 20. Jahrhunderts flächendeckende Anlagen dieser Art. Nun könnte der gute alte Hut in ganz neue Dimensionen vorstoßen – als blitzschnelles Beförderungsmittel für Menschen…

Mit Schallgeschwindigkeit durch die Röhre

Das Ding trägt den tollen Titel „Hyperloop“, soll Menschen per Kapsel mit Schallgeschwindigkeit durch Röhrensysteme jagen und wurde von dem milliardenschweren Tesla Gründern Elon Musk ausgeschwitzt. Der hatte aber angeblich keine Zeit, den Hyperloop zu realisieren oder traute der Technik selber nicht ganz über den Weg. So stellte er das Konzept als Open Source zur Verfügung und das kalifornische Start Up Transportation Technologies (HTT) biss auch erfreut an – natürlich mit dem Ziel, den Hyperloop weltweit einzusetzen.

Slowakei als Interessent der ersten Stunde?

Als Interessenten der ersten Stunde angelte sich der aus Berlin stammende HTT-Boss Dirk Ahlborn die Slowakei. Nach Mitteilung der Firma gibst bereits eine schriftliche Vereinbarung zur Prüfung der Machbarkeit einer Hyperloop Strecke zwischen Bratislava und Kosice. Sollte die Röhre tatsächlich gebaut werden, würde die etwa 400 km lange Strecke innerhalb von 25 Minuten zu bewältigen sein. Auch andere Strecken stehen im Visier der Anhänger des Hyperloop – beispielsweise zwischen Bratislava und Wien (8 Minuten) bzw. Budapest (10 Minuten).

Bei solchen Reisezeiten kommt den Betreibern von Eiseinbahn- und Fluglinien bestimmt das Gruseln – möglicherweise aber auch den Passagieren im Hyperloop. Die müssen nämlich in äußerst enge wie große Kugelschreiber aussehende Kapseln einsteigen und während des Höllenritts die gewaltigen Beschleunigungskräfte Richtung Schallgeschwindigkeit irgendwie weg schlucken.

Und überhaupt…

…möchte einem beim Gedanken daran zunächst das Entsetzen in die Gedärme fahren wie einst jenen Menschen, die anno 1836 mit der ersten Fahrt eines Eisenbahnzuges zwischen Nürnberg und Fürth konfrontiert wurden. Doch nur wenige Jahre später war das Produkt dieser Teufelstechnologie zum Massenverkehrsmittel geworden, das angeblich unüberwindbare Entfernungen zusammenschrumpfen ließ und Grenzen, die den wachsenden Geschwindigkeiten des Dampfrosses im Wege standen, ganz einfach hinwegfegte. Allerdings sind im Bereich der Schallgeschwindigkeit weit extremere Kräfte im Spiel als bei den höchstens 50 km/h des ersten deutschen Eisenbahnzuges. Aber wer weiß, vielleicht können die damit verbundenen Probleme ja gelöst werden und die Menschen in 50 Jahren steigen so routiniert in die Hyperloop Kapsel wie wir Heutigen in die U-Bahn.

Der Autor weiß allerdings nicht, ob er zu den ersten Wagemutigen gehören wird, die das Reisen per Rohrpost ausprobieren wollen. Aber immerhin hat er für Alle, die sich noch etwas mehr für die entsprechende Technik interessieren, einen entsprechenden Link auf Lager – nämlich diesen hier…

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2 Gedanken zu “Per Rohrpost reisen mit Schallgeschwindigkeit?

  1. Wir haben eine Rohrpost bei der Arbeit.. sie ist viiiel zu laut und bestimmt nicht erlaubt,wenn die BG mal vorbei kommt gibt es sicher Ärger..
    aber sie erspart uns den nicht unerheblichen Weg ins Labor.. unsere heisst swisslog 🙂
    Abendtliche Grüsse
    S.

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  2. oh ja, mit solchen anlagen kann sehr viel zeit gespart werden. in den achtzigerjahren hatte ich bei einer zeitung gearbeitet, bei der redaktions-, druckerei- und verlagsgebäude über einen großen gewerbehof verteilt waren. gut, dass es dort eine rohrpost gab, mit deren hilfe die damlals noch auf papier geschriebenen artikel transportiert werden konnten. sind schon geniale anlagen und wie du schreibst, gibt es die ja auch heute noch. könntest du dir vorstellen, mit einem solchen ding zu reisen?

    Gefällt 1 Person

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