Vorsicht bei Reisebuchung im Internet – Cyberkriminelle ahmen Websites von Reiseveranstaltern nach

Betrug durch Cyberkriminelle, im Online-Handel schon lange an der Tagesordnung ist, wird auch im Online-Reisegeschäft zu einer wachsenden Bedrohung. Das zeigt eine aktuelle Warnung des britischen Verbands der Reisevermittler (Association of British Travel Agents, ABTA). Die Organisation verzeichnet eine steigende Zahl an Beschwerden von Verbrauchern, die durch nachgeahmte Reisebüro-Websites hereingelegt wurden. Auch in Deutschland wächst laut Online-Markenschützer NetNames die Gefahr. Doch ein genauer Blick auf Angebot und Anbieter vor der Buchung hilft Verbrauchern, sich zu schützen. Dazu einige Tipps von André Stadelmaier, Sprecher von NetNames Deutschland.

Die Maschen der Betrüger

„Eine der Online-Betrugsmaschen ist es, die Website realer Reiseveranstalter nachzuahmen“, erklärt Stadelmaier. „Anschließend werden die gefälschten Seiten unter einer ähnlichen Adresse wie die Original-Website – zum Beispiel mit einer leicht anderen Schreibweise oder einer anderen Domain-Endung – ins Internet gestellt. Dadurch landen einige Verbraucher direkt auf den Websites, weil sie sich vertippen oder die falsche Domain-Endung eingeben. Oft führen außerdem Internet- und Social-Media-Anzeigen zu solchen auf den ersten Blick seriösen Angeboten.“ Eine weitere Betrugsmethode ist laut Stadelmaier „die Schaffung komplett neuer Internetauftritte mit Fantasienamen, die vorgeben, Flüge oder Zimmer zu vermitteln. Um Besucher zu den betrügerischen Angeboten zu lenken, werden die Scheinanbieter anschließend in Kommentaren auf bekannten Bewertungsportalen wie TripAdvisor empfohlen. Dazu kommen auch bei dieser Masche häufig Online- und Social-Media-Anzeigen, die direkt zu den kriminellen Seiten verlinken.“

Wie können Verbraucher sich schützen?

„Um nicht auf Betrüger hereinzufallen, sollten Verbraucher vor der Buchung versuchen, ein Gefühl für die Echtheit und Vertrauenswürdigkeit eines Angebots zu bekommen“, meint André Stadelmaier. So sei beispielsweise der Preis ein guter Indikator für betrügerische Angebote. „Wenn eine Buchungsplattform, die nicht zu einem der großen Reiseanbieter gehört, einen Flug oder eine Reise weit günstiger anbietet als andere, ist das Angebot vielleicht tatsächlich zu gut, um wahr zu sein.“ Laut Stadelmaier sollten Käufer auch stutzig werden, „wenn die Web-Adresse noch nicht lange vergeben ist. Über die Website www.who.is lässt sich das meist schnell herausfinden. Nach Eingabe der URL zeigt das Portal – abhängig von der jeweiligen Domain-Endung – verschiedene Daten zur Website an, darunter auch das Datum der Registrierung. Ist die Webseite schon mehrere Jahre alt, ist dies ein Zeichen dafür, dass sie vertrauenswürdiger ist als eine Seite, die zum Beispiel erst kürzlich registriert wurde.“

Ohne hundertprozentige Sicherheit „mit wem er es zu tun hat, sollte die Reise auf keinen Fall per Überweisung oder Western Union bezahlen“, rät der NetNames-Sprecher. „Kreditkarten bieten hier zumindest einen gewissen Schutz. Außerdem sollten grundsätzlich keine persönlichen Details oder Kreditkarten-Angaben übermittelt werden, wenn die Übertragung nicht durch eine SSL-Verbindung gesichert ist. Eine SSL-Verbindung wird bei besonders aufwändiger Sicherung über eine farbig hervorgehobenen Browser-Adresszeile oder andernfalls über ein Vorhängeschloss-Symbol angezeigt.“

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4 Gedanken zu “Vorsicht bei Reisebuchung im Internet – Cyberkriminelle ahmen Websites von Reiseveranstaltern nach

  1. Also rein jobbedingt müsste ich ja jetzt eigentlich sagen, dass man eine Reise im Reisebüro buchen sollte. Aber unabhängig davon und ohne die Gefahren des Internetbetrugs im Allgemeinen verharmlosen zu wollen, bin ich doch der Meinung, dass ich für den Betroffenen bei Buchung einer Reise im Internet UND Bezahlung per Western Union dann doch nur noch ein müdes Lächeln übrig habe. Mal ehrlich, wer sowas macht, hat es ja schon wirklich verdient, für seine Dummheit bestraft zu werden! 😉

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    • yes my friend; aber leider gibt es noch immer zu viele leute, die dem internet prinzipiell blind vertrauen. ich bin jedes mal erstaunt, mit welcher naivität sie in jeder betrugsfalle landen, die im göttlichen internet aufgestellt wird. erstaunlicherweise sind das nicht nur neulinge oder ältere leute, sondern sehr häufig welche, die sich sogar für internet profis halten. gerade die scheinen gerne in fallen zu tappen – wahrscheinlich weil sie meinen, dass ihnen so was nicht passieren kann.
      übrigens ist nicht gesagt, dass das buchen von reisen im internet so viele vorteile bringt wie allgemein vermutet wird. preisvergleiche haben immer wieder gezeigt, dass es im physisch vorhandenen reisebüro nicht teurer sein muss…

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      • JA, das erstaunt mich auch. Ich denke auch, dass man auch als „Profi“ durchaus mal in so eine Falle tappen kann, weil man bestimmte Dinge so vermeintlich routiniert macht, dass man schnell mal eine Kleinigkeit übersehen kann. Ich denke aber mal, dass das vielleicht eher mal Sachen sind, wo man irgendwo unüberlegt draufklickt, das kann einfach passieren.

        Ich könnte eine Abhandlung darüber schreiben, warum viele Vorteile gar keine Vorteile sind. Ziemlich irre finde ich ja, dass die Leute ja bei dem größten Teil der Reisebuchungen freiwillig etwas verschenken, was im Preis enthalten wäre (denn fast alles ist preisgleich im Reisebüro zu bekommen), und zwar eine persönliche Beratung und Betreuung. Bei allen möglichen Dingen will man für die gleiche Leistung weniger bezahlen oder, wenn das nicht geht, wenigstens irgendwas dazu haben. Beim Buchen einer Reise verschenken viele das Know how eines Reisebüros aber einfach so.
        Kann man vielleicht verstehen, muss man aber nicht… :mrgreen:

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  2. Auslandsreisen buche ich persönlichen NUR im Reisebüro, Inlandsreisen über Internet und Telefonkontakt – zahlbar am Ort per Üb.weisung/Kreditkarte, manchmal wird eine Anzahlung im Voraus verlangt.
    Unseren letzten Flug (Azoren 2013) und Hotelaufenthalt 🙂 haben wir in einem DER Reisebüro gebucht – mit R.rücktrittversicherung. Allein diese Überlegung vergessen ja viele, die so hoppla-hopp im net buchen …

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