Rotes Bier und goldener Whisky aus Nürnberg

Nürnberg ist nicht nur die Stadt der Rostbratwurst und des Lebkuchens, sondern hat auch Getränke im Angebot, die durchaus den Status des Besonderen für sich in Anspruch nehmen können. So hat hier möglicherweise gar die Wiege des Rotbieres gestanden – wobei man einschränkend erwähnen muss, dass die Ehre das erste Rotbier gebraut zu haben, vielleicht auch längst vergessenen Braumeistern aus Belgien gebühren könnte. Aber eventuell war das auch ein ganz anderes Rotbier, als jenes, das über Jahrhunderte aus Nürnberg kam.

Rotbier seit dem Mittelalter

Sicher ist auf jeden Fall, dass in Nürnberg schon seit 1302 nach eigenen, vom Rat der Stadt festgelegten Braugesetzen Rotbier mit etwa 2,5 Prozent Alkohol ausschließlich aus Gerste gebraut wurde. Es gab seinerzeit übrigens auch ein Nürnberger Weißbier, das jedoch nichts mit dem heute bekannten Weißbier aus Weizen zu tun hatte, sondern ebenfalls aus Gerste gebraut wurde. Da es sich beim Nürnberger Rotbier um ein untergäriges Produkt handelt bei dem die Hefe sich also unten im Kessel sammeln muss, wird es nur bei kalten Temperaturen hergestellt.

Beinahe wäre übrigens aufgrund des Konzentrationsprozesses in der Bierbranche Mitte des vergangenen Jahrhunderts Schluss gewesen mit der Rotbiertradition. Doch zum Glück lässt die kleine Craftbrauerei Altstadthof seit 1984 die köstliche Spezialität in Kupferkesseln und hölzernen Gärbottichen wieder zu ihrer ganz besonderen Güte heranreifen – untergärig wie einst aber diesmal mit 5,2 Prozent Alkohol bei 13,3 Prozent Stammwürze.

Hausbrauerei Altstadthof

Whisky aus der Brauerei

Mit diesem besonderen Bier ist aber noch lange nicht alles ausgetrunken was es in Nürnberg an flüssigen Besonderheiten gibt. Die Frankenmetropole gilt nämlich auch als Hochburg der deutschen Whisky-Szene und beherbergt unter dem Namen „Most Venerable Order of the Highland Circle“ Deutschlands ältesten Whisky-Club. Vor allem aber kommt ein Whisky mit erstklassiger Auszeichnung aus aus der alten Kaiserstadt und zwar ebenfalls aus dem Altstadthof.

Dass eine Brauerei nebenbei auch noch Whisky brennt, mag zunächst erstaunlich klingen. Da aber das Grundprodukt – nämlich Gerste – für beide Getränke verwendet wird, ist die Produktion von Bier und Whisky unter einem Dach eine plausible und in diesem Falle auch glückliche Kombination. So reift also in den Gewölben des Altstadthofes unter der Regie von Braumeister Engel der zu hundert Prozent ökologische Single Malt Whisky „AYRER’s PX 56“ heran, dem im Dezember 2015 in Frankfurt am Main bei einer Blindverkostung die höchste Qualitätsauszeichnung zuteil wurde. Da mag es wenig überraschen, dass es in der Stadt an der Pegnitz nicht nur eine weltberühmte Spielzeugmesse gibt, sondern mit „The Village“ auch eine nagelneue Veranstaltung für jenes Getränk, das einst auf good old gälisch „Usge Betha“ – also Lebenswasser hieß und sich erst seit 1750 als Whisk(e)y präsentiert – nicht nur in den Highlands, sondern längst auch an der Pegnitz.

 

 

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