Was ist eigentlich deutsch? Mit Ranga Yogeshwar auf Spurensuche

Aktuell sind bekanntlich mal wieder jede Menge Leute unterwegs, die angestrengt deutschtümelnd daher blubbern. Sie propagieren ein Deutschsein, dass extrem eng gefasst ist und zahlreiche Ausschlusskriterien beinhaltet. Vor diesem Hintergrund fragt der WDR am 1. März in mehreren Sendungen, u.a. bei „Quarks & Co“ im WDR Fernsehen und „WDR 5 Leonardo“, ob es diese enge Form des „Deutschseins“ wirklich gibt. Als Spurensucher ist der bekannte Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar unterwegs…

Auf der Suche nach dem deutschen Seelenleben

Gewiss wird es bestimmte Deutsche geben die tatsächlich die Frage stellen, ob dieser Mann eigentlich „einer von uns“, ein echter Deutscher ist. Die Mutter ist Luxemburgerin, der Vater Inder – er selbst lebt seit 30 Jahren in Deutschland. Der WDR-Moderator Ranga Yogeshwar ist also prädestiniert, einmal zu fragen: Was ist deutsch? Sind es tatsächlich Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Fleiß, Sauberkeit und Ordnung? Sind „die Deutschen“ so – oder sind die viel beschworenen Tugenden ein Mythos? Ranga Yogeshwar macht sich auf die Suche nach dem „deutschen Seelenleben“. Außerdem geht er den Fragen nach, wie es mit Rassismus in Deutschland steht und wie die Deutschen diejenigen sehen, die gerade in so großer Zahl zu uns kommen. Was an ihnen erscheint den Deutschen fremd? Was beunruhigt sie?

Gibt es ein typisch deutsches Gen?

Wissenschaftler haben zwei Genprofile verglichen, um zu prüfen, ob sich es ein typisch deutsches Genprofil gibt, an dem sich ablesen lässt, ob jemand deutsch ist: Das eines Ur-Bayern und das eines Norddeutschen. Das Ergebnis: Das Genprofil des Bayern hat mehr Ähnlichkeit mit den Genen von Österreichern, Schweizern und Italienern als mit den Genen des Norddeutschen. Dessen genetisches Profil wiederum ähnelt mehr dem von einem Skandinavier und einem Holländer. Das Fazit der Genforscher: Ein deutsches Genprofil gibt es nicht.

Gründlich, überheblich, ängstlich?

Welche Faktoren bestimmen also das Gefühl, deutsch zu sein? Ist es die Muttersprache oder sind es die Werte? „Das Spezifikum, das man an uns (Deutschen) wahrnimmt, ist schon unser Hang, es richtig gründlich machen zu wollen“, sagt Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments. Und der Publizist Kai Diekmann meint: „Wenn es darum geht, hysterisch zu sein, dann sind wir in beidem auch Weltmeister, sowohl was unsere Selbstüberheblichkeit angeht – also wir können alles besser – und auf der anderen Seite übertreiben wir dann auch gleich wieder, wenn es darum geht, in Alarmismus zu machen, Angst zu haben.“

Auch WDR 5 befasst sich den ganzen Tag über in mehreren Beiträgen mit der Frage „Was ist deutsch?“. Im Anschluss an die Sendung „Quarks & Co“ im WDR-Fernsehen können Zuschauer und Hörer in der WDR 5-Sondersendung „Leonardo – Wissenschaft und mehr“ mit Ranga Yogeshwar diskutieren. Das Hörer-Telefon ist unter 0800-5678555 frei geschaltet.

Sendungen u. a.:

WDR Fernsehen, Dienstag, 1. März, 21.00 – 21.45 Uhr:Quarks & Co: Was ist deutsch?

WDR 5, Dienstag, 1. März, 22.05 – 23.00 Uhr: Leonardo – Wissenschaft und mehr: Was ist deutsch?

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Lungenärzte fordern mehr Forschung für seltene Erkrankungen

Leipzig – In Deutschland leben rund vier Millionen Menschen, die an seltenen Erkrankungen leiden. Oft wird eine solche erst spät erkannt, sodass eine frühzeitige Therapie nicht mehr möglich ist. Mit Blick auf den Tag der seltenen Erkrankungen am 29. Februar fordert daher die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) mehr Forschung für seltene Erkrankungen der Lunge.

Oft ist die Lunge betroffenen

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland rund 6000 seltene Erkrankungen, an denen im Höchstfall jeweils einer von 2000 Menschen leidet. Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen sind diese seltenen Erkrankungen angeboren. Sie betreffen oft die Lunge und einige davon, „die sogenannten Kolibris – sind so selten, dass sogar ein Spezialist kaum je einen Fall in seinem Leben zu sehen bekommt“, sagt Professor Dr. med. Hubert Wirtz, Tagungspräsident des 57. DGP-Kongresses in Leipzig. Die Folge ist, dass viele Patienten jahrelang viele Ärzte und Krankenhäuser aufsuchen, bis ein Facharzt die richtige Diagnose stellt – für eine frühzeitige oder rechtzeitige Behandlung ist es dann meistens zu spät.

Wie hoch der Leidensdruck für die Betroffenen und Angehörigen ist, weiß Frau L. aus Berlinerin nur zu gut. Sie leidet seit vielen Jahren an einer Lymphangioleiomyomatose – kurz LAM. Bei dieser lebensbedrohlichen sehr seltenen Erkrankung, die genetisch erworben wird und nur bei Frauen vorkommt, wuchert überschüssiges Gewebe in der Lunge und blockiert die Sauerstoffaufnahme. In der Vergangenheit konnten kaum wirksame Therapien angeboten werden und manche Patienten nur mithilfe einer Organspende weiterleben.

Therapie mit Wirkstoff aus Transplantationsmedizin

Dank intensiver Forschung hat sich das aber schon verändert, meint Wirtz, der die Abteilung Pneumologie am Universitätsklinikum Leipzig leitet. So hilft der Wirkstoff Sirolimus aus der Transplantationsmedizin seit einigen Jahren, den Krankheitsverlauf der LAM zu verlangsamen. „Die Forschung liefert aber nicht nur wirksame Therapien für die Betroffenen dieser sehr seltenen Leiden“, betont Wirtz. „Aus den neuen Erkenntnissen lernen wir auch mehr über die großen Volkskrankheiten und können dieses Wissen in die Behandlung tausender Menschen einfließen lassen“. So können also seltene Erkrankungen auch als Modell dienen um häufige Erkrankungen besser zu verstehen.

Um die Öffentlichkeit auf seltene Erkrankungen aufmerksam zu machen, hat die europäische Organisation EURODIS den 29. Februar zum Tag der seltenen Erkrankungen erklärt.

Diesjähriger Fernsehpreis EMIL geht an „Raketenflieger Timmi“ aus der Sandmann-Reihe

Die Programmzeitschrift TV Spielfilm kürt mit dem EMIL seit 1995 jährlich herausragende kindgerechte Fernsehproduktionen, die erstmals im deutschsprachigen Fernsehen ausgestrahlt wurden. In diesem Jahr wurde der Animationskurzfilm „Raketenflieger Timmi – Der Technikplanet“ vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) aus der „Sandmann“ Sendung mit diesem Kinderfernsehfilmpreis  ausgezeichnet.

Den Stecker gezogen

Raketenflieger Timmi und Teddynaut fliegen zum Technikplaneten. Alles blinkt und summt. Die Bewohnerinnen und Bewohner sitzen an Computern, klopfen auf Tastaturen, blicken auf Bildschirme, telefonieren und wollen nicht gestört werden. Erst als Timmi und Teddynaut den Stecker ziehen, entdecken sie ihre Umgebung und freuen sich, einander zu treffen und miteinander zu reden.

Die Reihe „Raketenflieger Timmi“

In der Animationsreihe, entstanden als Sandmann-Koproduktion von rbb, MDR und NDR, träumt der Junge Tim davon, zu den Sternen zu fliegen. Er hat sich eine kleine Rakete gebastelt. Und weil er selbst nicht hineinpasst, vertreten ihn „an Bord“ die Papierfiguren Timmi und Teddynaut. Vor dem großen Flug ins All fragt Tim die beiden stets, ob im Cockpit alles „superrogerpupsokay“ ist. Wenn dem so ist, kann die Reise zu den fernen Planeten losgehen. Tim spricht und spielt alle Rollen selbst und fabriziert auch die nötigen Geräusche. Die Planeten und deren Bewohner sind sichtbar von ihm gebastelt. MotionWorks erweckt die Figuren im 3D-Programm zum Leben. Autor und Regisseur ist Andreas Strozyk.

Originelle Sandmann-Produktion

Die Botschaft ist klar“, lobt die Jury. In Zeiten der vielfältigen Mediennutzung, ja, Überreizung zeige Timmi, das man die Kisten auch mal ausmachen kann um nicht eine ganze Menge vom Leben zu verpassen. Seit Jahren, so die Jury, stehe der rbb für originelle, liebevolle und hochwertige Sandmännchen-Produktionen. Der Animationskurzfilm ‚Raketenflieger Timmi‘ hebe sich von diesen noch mal in zweifacher Hinsicht ab. Einerseits „ durch die fabelhafte, sehr einfallsreiche Optik, die dazu anregt, selbst kreativ zu werden“ und andererseits durch „die Kunst, eine kluge Message sympathisch rüberzubringen. Gut gemacht – oder um es mit den Worten von Raketenflieger Timmi zu sagen: Superrogerpupsokay!“

Internetfirmen lassen sich per Datenschutzerklärung weitreichende Rechte einräumen

Seit es das heilige oder manchmal gar allmächtige Internet gibt, sind dort Firmen unterwegs die sich u. a. als Sammler betätigen – sie sammeln vor allem bienenfleißig möglichst viele Daten ihrer Kunden. Konzerne wie Amazon, Facebook oder Microsoft sind in dieser Hinsicht besonders hungrig und schlucken nach dem Motto „was man hat das hat man“ alles an Userdaten, was sie bekommen können auch wenn manches zunächst noch gar nicht brauchbar erscheint.

Datenschutzerklärungen oft schwammig formuliert

Es gehört auch zum üblichen Geschäftsgebaren zahlreicher Internetfirmen, sich per Datenschutzerklärung zum Teil weitreichende Rechte einzuräumen. Darüber informieren sie die Kunden aber oft nur mit unverständlichen Formulierungen. Einige Firmen geben die Daten der Nutzer auch an Dienstleister im Ausland weiter, überwachen bei Onlinespielen den Chat und die Gespräche der Spieler und erstellen durch die Verknüpfung der Daten umfangreiche Benutzerprofile.

In diesem Zusammenhang hat Stiftung Warentest die Datenschutzerklärungen von 16 Internetfirmen geprüft. Dabei hätte sich gezeigt, dass die Dokumenten mit bis zu 45 Seiten zwar sehr lang, aus Verbrauchersicht aber kaum aussagekräftig sind. Nur rund ein Drittel der Unternehmen klärt nach Ansicht der Tester die Kunden halbwegs verständlich auf, darunter Maxdome, Napster oder Otto. Der größere Teil versteckt sich hinter unklaren, schwammigen Formulierungen.

Datenschutzerklärung als Freibrief zum Sammeln von Daten

Statt den Kunden weitgehende Souveränität über seine Daten einzuräumen, „ähneln einige Datenschutzbestimmungen eher einem Freibrief zum Sammeln und Speichern“, heißt es in einer Pressemitteilung von Stiftung Warentest. Der Musikdienst Spotify lasse sich sogar das Recht erteilen, die Daten der User auch an Dienstleister in Brasilien, den USA oder Singapur zu übertragen, in denen die Kunden „weniger Rechte in Bezug auf ihre personenbezogenen Daten haben“. Microsoft wiederum lasse die Kunden wissen, dass die bei der Nutzung seiner Dienste anfallenden Daten verknüpft werden. Mithilfe der Daten des Emailkontos Outlook, dem Skype-Internettelefondienst, der Suchmaschine Bing und des Clouddienstes OneDrive kann das Unternehmen so ein umfangreiches Benutzerprofil erstellen. Außerdem erklärt der Konzern, bei Onlinespielen über die Spielekonsole Xbox den Chat und die Gespräche der Spieler stichprobenartig zu überwachen.

Der ausführliche Test Datenschutzbestimmungen von Internetfirmen ist bereits jetzt kostenfrei hier abrufbar, erscheint aber auch in der März-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 26.02.2016 am Kiosk)

Herzrhythmusstörungen in den meisten Fällen eher harmlos

Bonn – Was bei großer Anstrengung oder Aufregung normal ist, erleben manche Menschen hin und wieder wie aus heiterem Himmel. Das Herz beginnt wild zu klopfen oder gerät ins Stolpern. Keine Panik, Herzrhythmusstörungen dieser Art sind in den meisten Fällen harmlos. Allerdings können sie den Alltag erheblich einschränken, wenn die Anfälle immer wieder auftreten. Die neue Broschüre „Herz im Rhythmus“ vom Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz – Info Gesundheit e.V. (BGV) zeigt auf, wie man mit einer gesunden und entspannten Lebensweise dazu beitragen kann, Herzrhythmusstörungen in den Griff zu bekommen.

Gutartiges Herzrasen

Jeder fünfte Deutsche hat schon einmal am so genannten gutartigen Herzrasen gelitten. Doch wenn der Puls gelegentlich zu rasen scheint, ist das nicht gleich ein Grund zur Sorge, beruhigt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand des BGV. „Denn jeder ist mal aufgeregt und das Herz schlägt dann sprichwörtlich höher.“ Treten die Symptome jedoch wiederholt und länger anhaltend mit einem Engegefühl in der Brust, Atemnot oder leichtem Schwindel auf, kann dies ein Hinweis auf Funktionsstörungen des Herzens sein. In solchen Fällen sollte unbedingt ein Arzt die Ursache abklären.

Stress und psychische Belastungen

Nicht nur Krankheiten, auch äußere Einflüsse können Herzrhythmusstörungen auslösen. Zu den wichtigsten zählen Stress sowie anhaltende psychische Belastungen, die oft einen Kalium- oder Magnesiummangel zur Folge haben. „Chronischer Stress ist ein regelrechter Mineralstoffräuber“, so Hackler. Zur Vorbeugung rät Hackler zu einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und vor allem einem möglichst entspannten Lebensstil.Die neue Broschüre „Herz im Rhythmus – Aktiv gegen stressbedingte Herzbeschwerden“ erläutert umfassend und verständlich mögliche Ursachen von Herzrhythmusstörungen. Schwerpunkt sind Tipps für einen herzgesunden Lebensstil sowie eine ausgewogene Ernährung.

Bestelladresse: BGV, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn und im Internet unter www.bgv-herzbeschwerden.de

Mannheimer Hochschule bietet Geflüchteten Studium zum IT Manager

Frankfurt am Main/Mannheim (ots) – In einem bundesweit einmaligen Projekt bietet die Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) in Mannheim Geflüchteten die Möglichkeit, ein Studium zum IT-Manager zu absolvieren. Zielgruppe sind vor allem Flüchtlinge aus dem Nahen Osten. Sie können dank der finanziellen Unterstützung von Unternehmen wie etwa IBM Deutschland sowie Privatpersonen drei Jahre kostenlos an der privaten Hochschule studieren. Das Interesse an diesem Angebot ist groß, die ersten Studenten sollen bereits zu Beginn des nächsten Sommersemesters im April anfangen.

Die Interessenten an diesem Studiengang können ihre Hochschulreife entweder durch entsprechende Zeugnisse nachweisen oder – falls sie ihre Dokumente auf der Flucht verloren haben – einen Eignungstest machen. Auch dafür konnte die HdWM einen Sponsor finden und zwar das Partnerunternehmen Profiles International Frankfurt. Der Test wird in mehreren Sprachen angeboten und ist vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium in Rekordzeit geprüft und anerkannt worden. Auf dem Campus der HdWM befindet sich darüber hinaus eine Einrichtung des Goethe-Instituts. Hier können die Studierenden gleichzeitig Deutsch lernen.

Weitere Infos zum Pilotprojekt „Studium für Flüchtlinge“ finden sich hier…

Fällt er in den Graben voller Schnee – kleines Langlaufabenteuer im Skigebiet von Altenberg

Von Vera Schwarz

An einem Samstag Morgen des Jahres 2009 schaute Leon aus dem Fenster und fing laut an zu jubeln. Da es mitten im Winter war, wusste Lia sofort, dass es bestimmt frisch geschneit hatte…

Frischer Schnee im Hof

Nun muss man wissen, dass Leon schon immer ein leidenschaftlicher Skifahrer gewesen war. Lia hingegen hatte bis zum damaligen Zeitpunkt noch nie auf den Brettern gestanden. So hielt sich ihre Euphorie über den neuen Schnee in Grenzen. Leon aber war schon dabei, den Fahrplan zu wälzen. Lia rief er, wollen wir nicht mal nach Altenberg fahren? Dort werden bestimmt gerade die Loipen für die Skilangläufer präpariert. Um Lia davon zu überzeugen hatte Leon seinen Leptop bereits hochgefahren und die Altenberger Web- und Facebook Seite aufgerufen. Natürlich gab es da traumhafte Bilder vom weißen Winterwunderland und Leon hatte selbst noch ein paar stimmungsvolle Fotos aus vergangenen Jahren. Alte Erinnerungen eben…

Winterwunderland

Leon hatte schon Erfahrung mit dem Skigebiet rund um Altenberg und wusste über die Loipen sehr gut Bescheid. Er sagte zu Lia, dort brauchst du keine Angst haben, denn in den dortigen Langlaufstrecken gibt es kaum steile Abfahrten. Lia antwortete, na gut, fahren wir nach Altenberg, um uns die Knochen zu brechen. Nein nein, erwiderte Leon, es wird uns nichts passieren.

Nun ging es an die Vorbereitung. Zuerst mal die Ski aus dem Keller holen und dann die Schuhe anprobieren. Leon knurrte, wo habe ich denn bloß wieder meine Skihosen und die Jacke hingelegt und Lia antwortete lachend, sind vielleicht noch im Rucksack vom letzten Mal. Ach ja, alles da, meinte Leon, wir können starten, wenn du auch soweit bist. Kann los gehen, antwortete Lia.

Auf den Weg zum Bahnhof fing Leon wie üblich an zu rennen und rief, schnell, schnell, der Zug kommt gleich. Immer das selbe mit dir, antwortete Lia. Am Bahnsteig angekommen rollte der Zug auch schon ein und los gings Richtung Altenberg. Unterwegs wurde der Schnee immer mehr und Leon konnte es kaum noch erwarten, die Ski anzuschnallen. Doch auf einmal wurde er sehr nervös, denn er hatte seine Bretter kurz vorm Ausstieg in der Gepäckablage verhakelt. Der Zug fing schon an zu bremsen und ein Mitreisender half Leon schnell noch beim Befreien der Ski. Das klappte gerade so und schon standen Lia und Leon vor dem Bahnhof von Altenberg…

Ehemaliger Bahnhof von Altenberg

Ist doch eine herrliche Schneeluft nicht war, Lia, meinte Leon. Lass uns schnell über die Straße springen und die Ski anschnallen. Leon war damit auch eins zwei drei fertig, aber bei Lia wollten die Latten nicht an die Schuhe. Sie fing schon an zu heulen und rief, rutschen immer wieder weg die blöden Dinger. Warte ich helf dir, sagte Leon. Doch da antwortete Lia, okay, alles fest, es kann los gehen. Wie, fragte Leon, gehen? Fahren meintest du wohl, am besten immer hinter mir her…

Zauber des Winters über Altenberg

Gesagt getan – doch plötzlich war Leon nicht mehr zu sehen. Lia hörte nur ein erstauntes huch und rief, wo bist du denn? Na hier, kam die Antwort. Lia ging in die Hocke und fing laut an zu lachen, weil sie aus einem tief verschneiten Graben nur ein Paar Ski in die Höhe ragen sah. Leon rief aus der Tiefe des Grabens, komm schnell her und nimm mir die Kamera ab, damit sie nicht nass wird. Ach so, sage Lia, das hast du nun davon, wolltest mich wohl wieder heimlich fotografieren. Aber ich kann dir den Apparat nicht abnehmen, weil ich zu klein bin.

Graben voller Schnee

Leon versuchte geradezu verzweifelt Lia die Kamera zu geben, als ein anderer Skifahrer, der alles mitbekommen hatte, herbeigeeilt kam. Mit seinen langen Armen konnte der Helfer den Apparat gleich greifen und ihn Lia geben. Dann wollte er auch Leon aus dem Graben helfen. Der aber meinte hochnäsig, danke, das schaffe ich schon allein. Während Leon sich aus dem Graben quälte, fuhr der hilfsbereite Skiläufer langsam davon…

Als Leon es geschafft hatte wieder senkrecht auf den Brettern zu stehen, wurde es langsam dunkel. Da sagte Lia, ich bin nicht so schnell wie du, darum sollten wir uns allmählich Richtung Bahnhof begeben. Wird besser sein, antwortete Leon und zog los. Doch bald rief Lia, bin ganz schön am schwitzen und muss noch mal eine Pause einlegen.

Allmählich dunkel

Nach kurzem Verschnaufen ging es in der Loipe weiter durch die bereits angebrochene Winternacht bis zum Bahnhof. Nur der Zug ließ wieder mal auf sich warten. Nachdem er dann Wider Erwarten doch noch eingetrudelt war und die Beiden einen Platz gefunden hatten, zog Stille ein, denn sie waren so schön kaputt. Leon murmelte vor sich hin, na Lia bis auf einmal Hinfallen ist gar nichts passiert. War ja wirklich sehr schön, antwortete Lia, aber jetzt will ich nur noch nach Hause und schnell in mein Bett.

Auch Stöcke brauchen mal Pause

fotos peter bachstein