Ernährung und Augengesundheit: Schutzstoff Lutein in Urweizensorten besonders stark enthalten

Im Rahmen der Augenheilkunde wird auch die Frage behandelt, ob mit Hilfe der Ernährung günstige Auswirkungen auf die Augengesundheit erreicht werden können. Nun gibt es eine neue wissenschaftliche Studie, die in diesem Zusammenhang alten, heute seltener gewordenen Weizensorten positive Effekte bescheinigt. Dabei geht es speziell um das Carotinoid Lutein.

Lutein notwendig für die Gesundheit der Augen

Um die Netzhaut vor energiereicher Strahlung zu schützen, braucht das menschliche Auge dieses Lutein als UV- und Blaulichtfilter sowie als hochwirksames Antioxidans. Dummerweise kann weder das Auge noch der gesamte menschliche Körper diesen wichtigen Stoff selber herstellen. Daher muss er mit Hilfe entsprechender Nahrungsmittel dem Auge verabreicht werden. Gut geeignet sind in dieser Hinsicht Gemüsesorten wie Spinat, Grünkohl oder Broccoli. Doch nun zeigt sich, dass auch alte Weizenarten wie etwa Einkorn jede Menge Lutein enthalten, viel mehr als der heute allgemein übliche Weichweizen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hohenheim. Daraus lässt sich ableiten, dass Brot aus Urgetreide bei regelmäßigem Konsum einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Augengesundheit leisten könnte.

Urweizen statt Genmanipulation

Urweizenarten enthalten offenbar allgemein mehr Lutein als moderner Weizen. Das betrifft also auch Emmer und den inzwischen wieder etwas häufiger verwendeten Dinkel. Einkorn ist aber hier der absolute Renner und enthält zehn mal mehr Lutein als Weich- und Hartweizen. Das fand die Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim heraus in dem sie von den fünf Weizenarten – Hartweizen, Weichweizen, Einkorn, Emmer und Dinkel – je 15 verschiedene Sorten an fünf verschiedenen Standorten anpflanzte. Im Anschluss wurden sie am Lehrstuhl für Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel auf ihren Luteingehalt untersucht. Nebenbei zeigte sich hier übrigens auch, dass man keine Gentechnik braucht, um ein Grundnahrungsmittel mit Carotinoiden aufzupäppeln. Im Gegensatz zur Genmaipulation kann ganz einfach das natürliche Vorkommen von Lutein in Urweizensorten genutzt werden.

Einkorn wird kaum angebaut

Die Ergebnisse sind also eindeutig und zum Schutz der Augen wäre es also richtig, Brot zu essen, das aus Einkornmehl gebacken wurde. Doch so einfach ist es nicht, denn diese Urweizenarten – bis auf Dinkel – sind auf unseren Äckern kaum noch zu finden. Dabei sind sie „einfach anzubauen, da man sie weniger spritzen und weniger düngen muss“, meint Friedrich Longin, Experte für Einkorn, Emmer und Dinkel an der Universität Hohenheim. So gesehen machen diese Arten einen durchaus attraktiven Eindruck. Doch bezüglich Arbeitsaufwand haben sie Nachteile, denn „alte Weizenarten sind bespelzt, das heißt, die Körner besitzen noch ihre Hülle. Moderne Weizenarten dagegen nicht. Hier fällt der Arbeitsschritt, die Körner von der Hülle zu befreien, weg“, erklärt Longin.

Außerdem hat Einkorn einen geringeren Ertrag als die heute üblichen Brotweizenarten und das Mehl ist auch nicht so strahlend weiß, wie es der deutsche Verbraucher seit Jahrzehnten gewöhnt ist.  „Vor allem der Weichweizen hat sich bei uns aufgrund seiner Ertragsstärke etabliert“, meint Longin. „Dementsprechend haben sich die Züchter auch hauptsächlich mit Weichweizen befasst. Gezüchtet wurde auf Ertrag und gute Backeigenschaften – nicht jedoch auf den Nährstoffgehalt.“

Fazit

Interessante Ergebnisse bezogen auf die Augengesundheit – insbesondere für Menschen, die schon unter einer Netzhauterkrankung leiden und daher händeringend nach therapeutischen Ansätzen und Schutzmaßnahmen suchen. Brot aus alten Weizensorten – insbesondere Einkorn – könnte ein wenig helfen. Dieses gehört jedoch zur Zeit noch nicht flächendeckend zum alltäglichen Angebot von Bäckereien und Supermärkten.

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