Reportage auf 3sat über die Reisen des Odysseus und die heutigen Konflikte im Mittelmeerraum

Die Reiseroute des guten alten Odysseus ist noch immer ein Thema, mit dem sich Wissenschaft und Medien gern und intensiv befassen. Homers unsterbliche Story hat nun auch die Schweizer Reporterin Nina Mavis Brunner veranlasst, sich auf den Spuren des legendärem Abenteurers zu begeben. Dafür reist sie kreuz und quer durch die mediterrane Welt, besucht Orte, die eine besondere Beziehung zur Odyssee haben und die auch aktuell Schauplatz zahlreicher gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen und Konflikte sind. Am 16. Dezember um 20.15 strahlt 3sat die ersten beiden Teile dieser sechsteiligen Reisereportage aus.

Die Reise startet in Troja. Dort erklärt der Geschichtenerzähler Aykut Degre die strategische bedeutende Lage von Troja einst und heute. In den Ausgrabungsstätten der antiken Stadt macht er deutlich, warum Troja damals der Nabel der Welt war. Vor Troja liegt die türkische Insel Gökçeada. Hier trifft die Reporterin Brunner Marcos Karnezos. Wie die meisten Griechen wurden Karnezos und seine Familie einst von den Türken von der Insel vertrieben. Es vergingen 50 Jahre, bis er an den Ort zurückkehren konnte, der ihm Heimat bedeutet. Doch er hegt keinen Groll: „Wenn Du merkst, wie die Menschen mit dir mitfühlen, dann ist Vergeben einfach – nicht aber zu vergessen. Das Wichtigste ist, die Menschen kennenzulernen. Denn wer dir fremd ist, kann schnell zum Feind werden.“

Schließlich geht die Fahrt nach Tunesien, wo Lina Ben Mhenni berichtet, dass sie heute gefährlicher lebt als vor der Revolution. Auf Djerba macht sich Nina Mavis Brunner auf die Suche nach der sagenumwobenen Lotosfrucht, die Odysseus‘ Männer um den Verstand gebracht haben soll. Unterstützt wird sie dabei von Sadok Ben Mhenni, einem glühenden Verehrer seiner Insel und stolzen Tunesier. Ben Mhenni kämpfte in den 1970er Jahren für mehr Freiheit und Demokratie und verbrachte viele Jahre im Gefängnis. Seine Tochter Lina scheint nun das Familienerbe fortzuführen: Sie war eine der Stimmen des arabischen Frühlings 2011. Die Tunesische Revolution wurde in ihrem Wohnzimmer vorbereitet. Doch seit dem Sturz von Diktator Ben Ali kann die junge Bloggerin nur noch mit Leibwächter auf die Straße gehen.

Die weiteren Sendungen laufen in Doppelfolgen bis Freitag 18. Dezember, jeweils um 20.15 Uhr und 21.05 Uhr.

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