Zürich in diesem Jahr voll im Dadafieber

Im diesem Jahr steht Zürich ganz im Zeichen des 100sten Geburtstages der Künstlerbewegung Dada. Performances, Führungen, Konzerte und Ausstellungen laden das ganze Jahr über zur Auseinandersetzung mit Dada ein. Dada-Begeisterte können sich an historischen Orten auf die Spuren der Dadaisten begeben, die seinerzeit vor Krieg und Verfolgung in die Limmatstadt geflohen waren.

Dada – von Migranten gegründet

Der aus München nach Zürich geflohene Dramaturg Hugo Ball war der Spiritus Rector der Dadaisten. Mit seiner späteren Ehefrau Emmy Hennings gründete er das Cabaret „Voltaire“. Am Abend der Eröffnung (5. Februar 1916) gesellten sich Hans (auch Jean) Arp aus Frankreich, Sophie Taeuber aus Davos sowie Tristan Tzara und Marcel Janco aus Rumänien zu der Truppe, eine Woche später reiste Richard Huelsenbeck aus Berlin an – der harte Kern der Dadaisten war geboren. Alle waren sie gegen den Weltkrieg, gegen Hierarchien, gegen die klassischen bürgerlichen Werte; Unvernunft und Magie proklamierten sie zu ihren höchsten Gütern. Ausgedrückt haben sie dies in Manifesten, in Laut- und Simultangedichten, später in eindrücklichen Collagen, Plastiken und Gemälden. Dank spektakulärer Aktionen wurde Dada bald zur internationalen Bewegung mit Ablegern in Paris, Berlin, Hannover und New York.

Zürich im Dadafieber

Das Cabaret Voltaire (cabaretvoltaire.ch) ist erneut ein Ort des aktuellen Dadafiebers geworden. Es befindet sich an der Spiegelgasse 1 in einem Teil der Zürcher Altstadt, der Niederdörfli genannt wird. Heute findet man im Cabaret Voltaire sowohl ein Museum als auch ein Café und einen Shop. Hier werden vom 5. Februar bis 18. Juli 2016 rund 165 DadaistInnen an 165 Feiertagen gewürdigt. Am 5. Februar eröffnet die Ausstellung „Obsession Dada“, und am 22. Februar können die Zuschauer bei der Verlesung des Eröffnungs-Manifests von Hugo Ball einen historischen Moment nacherleben. Mit dem neuen Stadtplan „Dada Stadt Zürich“ und der „School of Dada“ können Besucher aller Altersgruppen Zürich auf den Spuren der Dadaisten erkunden.

Doch nicht nur im „Voltaire“ als Ursprungsort von Dada wird das Jubiläum gefeiert. Auch andere Häuser und Museen widmen sich dieser Künstlerbewegung. Das Museum Haus Konstruktiv (hauskonstruktiv.ch) beispielsweise beleuchtet vom 25. Februar bis 8. Mai 2016 das dadaistische Erbe aus weiblicher Perspektive. Neben den zeitgenössischen Künstlerinnen Ulla von Brandenburg und Sadie Murdoch sind alte Werke von Sophie Taeuber-Arp, Hannah Höch und Elsa von Freytag-Loringhoven in „Dada anders“ zu sehen. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen rund um das Dada-Jubiläum gibt’s unter www.dada100zuerich2016.ch

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