Smarter Blindenstock kann Objekte identifizieren

Alles wird immer smarter – nicht nur Handys und Häuser, sondern neuerdings auch der gute alte Blindenstock. Das smarte Ding heißt XploR, wurde von britischen Ingenieuren entwickelt und kann gewissermaßen sehen. Für blinde Menschen könnte er bezüglich individueller Mobilitäüt eine äußerst hilfreiche und damit willkommene Innovation sein.

Herkömmlicher Blindenstock für den Boden

Ein brauchbares Hilfsmittel war der weiße Blindenstock schon seit hundert Jahren. In seiner aktuellen Ausführung als Langstock kann der Nutzer mit ihm Hindernisse bis zu einem Meter Entfernung erkennen. Allerdings nur auf dem Fußboden oder ein wenig darüber, wo er vom Nutzer bewegt wird. Alles, was weiter Oben an Hindernissen auftauchen könnte, bleibt dem Nutzer des Blindenstockes verborgen, sodass es zu Kollisionen – etwa mit herabhängenden Baumästen oder tief angebrachten Schildern – kommen kann.

Identifizieren von Objekten in Kopfhöhe

Natürlich gibt es längst Apps fürs iPhone, die den Nutzer auf Hindernisse aufmerksam machen. Doch obwohl die Blinden sehr gern mit dem sprachbegabten iPhone arbeiten, haben sie unterwegs das gute Stück nicht pausenlos in der Hand – den Blindenstock aber um so häufiger. Daher ist diese Innovation namens XploR möglicherweise ein echter und vor allem praktischer Fortschritt. Dieser smarte Blindenstock kann, während er über den Boden geführt wird, von der Hüfte aufwärts bis in die Höhe des Kopfes Gegenstände und sogar Gesichter identifizieren, die sich in einem Entfernungsbereich von bis zu zehn Metern befinden. Die entsprechende Information meldet er über Bluetooth an das Headset im Ohr des Nutzers, um ihn auf die erkannten Objekte in Gehrichtung aufmerksam zu machen.

Freunde erkennen

Der smarte Stock kann übrigens auch die Gesichter spezieller Menschen erkennen, soweit sie als Daten auf einer SD Card im Inneren des Stockes gespeichert sind. Wenn dann beispielsweise ein alter Kumpel oder eine liebe Freundin des Weges kommt, fängt der Stock an zu vibrieren um den Nutzer auf die erfreuliche Begegnung aufmerksam zu machen. Zusätzlich liefert er über Headset auch noch die Identität der Person.

Blinder Großvater als Inspirator

Die Idee für den intelligenten Blindenstock stammt von den Forschern Waheed Rafiq, Richard Howlett und Steve Adigbo, dessen Großvater übrigens selber blind ist und daher wohl auch ein wenig als Inspirator für den smarten Stock diente. Das Entwicklerteam von der Birmingham City University präsentierte den XploR-Blindenstock bereits Wissenschaftlern und Medizinern in Frankreich und Luxemburg. Nun sollen auch deutsche Organisationen den XploR-Blindenstock kennenlernen. Doch vor der Markteinführung muss noch eine Studie angefertigt werden.

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2 Gedanken zu “Smarter Blindenstock kann Objekte identifizieren

    • auch wir bejubeln nicht pauschal den technischen fortschritt, sondern betrachten diesen durchaus differenziert. doch hat er für leute wie uns – also sehbehinderte oder gar blinde menschen – teilweise große vorteile gebracht, was sich nicht nur im smarten blindenstock zeigt. z. b. ist hinsichtlich navigation viel passiert. als vielreisende mit seheinschränkung haben wir von zahlreichen technischen innovation bestens profitiert. sogar das fotografieren klappt heute auch mit weniger scharfer naturlinse

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