Über Schnäpse, Whisky und ein Schlückchen Lebenswasser

Sprücheklopferweisheit: Wird einer in jungen Jahren vom Tod betroffen, so hat er sich tot gesoffen. Stirbt aber einer von den Alten, so hat ihn der Schnaps erhalten…

Elixier der Hundertjährigen

IMG_1005Was stimmt nun, fragt sich der verunsicherte Genießer einem rauchigen Tropfen Single Malt Whisky im Glase schwenkend. Er betrachtet die verschiedenen Schnäpse in seiner kleinen Bar und kommt auf den Trichter, dass viele aufgrund ihrer scheinbar geheimnisvollen Bezeichnungen dem Trinker ein langes Leben verheißen. So ist der Wodka übersetzt zwar nur ein simples Wässerchen, doch schon der gelbe oder klare Aquavit outet sich auf deutsch als Lebenswasser. Genauso verhält es sich mit dem aus Frankreich kommenden Eau de Vie. Selbiges wird aus Obst- oder Weintrester destilliert und gilt als magisches Elixier der Hundertjährigen.

Schön zu wissen, denkt fast beruhigt der Genießer. Doch was ist nun mit diesem Whisky? Diese Frage beantwortet leider keins der gängigen Wörterbücher zwischen russisch, französisch und Latein und auch der olle English Dictionary sagt nur, Whisky sei Whisky und selbiger ein stark alkoholisches Getränk. So so.

Gälisches Lebenswasser

Doch das göttliche Internet zeigt hier wieder mal seine unendliche Weisheit und liefert die Herkunft des Wortes Whisky, den ein gewisser Hugo Hartung übrigens in seinem faustischen Landsknechtroman „Ihr Mann ist tot und lässt sie grüßen“ als „Wixi“ servierte. Aber sowohl literarischer Wixi, schottischer Whisky und irisch-amerikanischer Whiskey haben ihren Ursprung in einer alten, heute nur noch in Schott- und Irland teilweise gesprochenen Sprache, nämlich im Gälischen. Da gibt es das nette Wort uisge beatha. Und das heißt? Erraten – Lebenswasser.

Auf welchen Umwegen daraus die seit etwa 1730 übliche Bezeichnung Whisky wurde, wäre sicherlich ein spannendes Thema für eine sprachwissenschaftliche Arbeit. Der stille Genießer könnte sich auch glatt vorstellen, sich dieser Aufgabe mal zu widmen. Doch im Augenblick hat er nichts weiter im Sinn, als zuversichtlich und beruhigt diesen magischen goldgelben Schluck Single Malt uisge beatha zwischen Gaumen und Zunge ins Innere seiner leiblichen Existenz gleiten zu lassen. Und wenn er nicht dran gestorben ist, so hat ihn der Schnaps erhalten….

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4 Gedanken zu “Über Schnäpse, Whisky und ein Schlückchen Lebenswasser

  1. Das ist eine schöne kleine Hausbar … 😉
    Ich trinke nie Schnaps, auch keinen Whisky o.ä. Aber einen guten Tropfen deutschen Riesling lasse ich auf gar keinen Fall stehen. Bei Wein gibt es ja viele Sprüche, Verse und Lieder, ich hoffe mal, daß mich der Rebensaft schwungvoll und gesund erhält … 🙂

    Gefällt 1 Person

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