Vom Goldenen Reiter mit Kupferkern zum Löwen in Dresden Neustadt

Goldene Reiter mit KupferkernDer goldene Reiter sitzt auf einem goldenen Pferd und dieses steht auf einem steinernen Sockel in Dresden Neustadt nahe der Elbe. Der Reiter ist natürlich August der Starke, wie das Pferd heißt, wissen wir nicht. August war hauptberuflich sächsischer Kurfürst und nebenbei polnischer König, mimt aber hier hoch zu Ross einen Mix aus good old Caesar und Jungsiegfried. Neben dieser kleinen Übertreibung ist auch das Gold der zwischen 1734 unodd 1736 errichteten Statue nur äußerlich. Im Inneren ist das Reiterstandbild nur aus Kupfer.

Goldener Mantel

Nun kennen wir ja alle den Begriff des Rosstäuschers, wenn man einen klapprigen Grauen zu einem edlen Rappen oder stolzen Schimmel umpinselt. Und so ähnlich ist es hier auch – dem vermeintlich schnöden Kupfergaul nebst heroischem Kupferaugust wurde ein Mantel aus Goldblech verpasst. Schließlich wollte der gute alte August nicht als Kupferkönig durch die Geschichte reiten. Heute hätte er wahrscheinlich nichts gegen diesen Titel, denn Kupferkönige haben soviel Kohle, dass sie sich ganze Reiterkolonnen aus purem Gold leisten könnten. Aber das konnte August der Arme damals ja noch nicht ahnen und die Goldmacherei seines Forscherteams hatte lediglich zu sächsischem Porzellan geführt. Auch nicht schlecht – oder? Und im übrigen ist Kupfer das früheste von der Menschheit je genutzte Metall. Das zumindest hätte August wissen müssen und sich dann vielleicht nicht dafür geschämt, als Kupferkönig in Dresden an der Elbe zu stehen.

im löwen dresdenGoldenes Bier

Heutzutage ist es eh wurscht aus welchem Material Gaul und Reiter einst gefertigt wurden. Hauptsache sie leuchten blankpoliert von Dresden in die weite Welt hinaus um als Fotomotiv zu dienen für Leute, die damit ihre Dresden Reise dokumentieren wollen. Auch als Treffpunkt ist der Barockprotz bestens geeignet und sogar der Großstadtwanderer und die geheimnisvolle Besucherin haben sich hier immer wieder verabredet. Meistens bummeln sie dann in der autofreien Hauptstraße hin und her, wo sie ein bisschen in Museen und Läden herum schnüffeln. Am Ende oder zwischendurch landen sie dann manchmal im Löwen um zur sattmachenden bulgarischen Suppe namens Kawarma ein Gläschen güldenen Edelstoff zu kippen. Oder ist der auch eher ein Kupferbier? Egal, er schmeckt so gut, dass der Großstadtwanderer immer noch ein zweites Gläschen bestellt und eine Portion Hackepeter dazu. Wer weiß, wie’s weiter geht…

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