Erfahrungen mit Trekkingsandalen zwischen Spaziergang und Bergtour

Ich laufe gerne in Trekking Sandalen und zwar nicht nur beim Wandern, sondern auch überall im Alltag solange das Wetter es irgendwie zulässt. Grund dafür ist, dass ich überwiegend zu Fuß unterwegs bin. Es ist meine normale Art des Fortbewegens, denn Autofahren geht nicht, ging noch nie aufgrund meiner Sehbehinderung. Übrigens kann es durchaus vorkommen, dass ich nur einen kleinen Spaziergang machen will und dann versehentlich auf einer Trekking Tour lande. Da ist es schon ganz sinnvoll, bereits die richtigen Sandalen an den Füßen zu haben.

Schritte ins Ungewisse

Doch welche sind die Richtigen? Diese bange Frage hat mich in den vergangenen vierzig Jahren nicht in Ruhe gelassen und da ich kein Markenanhänger bin, konnte ich sie auch nicht auf dies Weise beantworten. Daher erforderten neue Trekkingsandalen zunächst immer zahlreiche Schritte ins Ungewisse. So musste ich u. a. die Erfahrung machen, dass manche der Treter zwar gut aussahen, aber Trekkingansprüchen nicht gewachsen waren. Gerissene Riemen und abgefallene Sohlen zierten anfangs zahlreiche Wege auf denen ich damals wegen meines ungewöhnlichen Schuhwerks von den anderen Wanderern auch gern als Exot betrachtet wurde.

Dem Aufstieg nicht gewachsen

Ich kann mich noch gut erinnern an eine Tour auf Thassos, wo damals noch lange nicht der Massentourismus tobte. Es war zwölf Uhr Mittags an einem heißen Sommertag und ich stand am Fuß eines Geröllhanges, der bis in den blauen Himmel zu wachsen schien. Da musste ich hoch, denn oben auf dem Gipfel stand verheißungsvoll ein weißes Gemäuer, das eine Kneipe samt Wirt beherbergte und ich hatte einen unheimlichen Durst. Ich begann daher den Hang zu erklimmen – doch meine tollen neuen Trekkingsandalen reagierten mit bröckelnden Sohlen. Als ich endlich mit Müh und Not die offene Kneipentür erreichte, waren die Sohlen weg und der Wirt sowie ein paar grinsende Gäste machten sich lustig über mein merkwürdiges Schuhwerk.

Unverwüstliche Sohlen

Gute Erfahrungen konnte ich dann mit einem Latsch aus dem Hause Jack Wolfskin sammeln. Ich meine aber nicht den heute so beliebten Converter, sondern ein Vorgängermodell, dessen Namen ich vergessen habe. Der musste allerhand mitmachen, weil ich ihn herausfordern wollte. Als Warming Up servierte ich ihm eine Tour im Dreiländereck des Bayerischen Waldes. Zunächst gings übers Steinerne Meer am Dreisessel und dann an den beiden Plöckensteinen vorbei hinab zum Plöckensteiner See. Das Ganze mussten ich und meine beiden Sandalen natürlich auch wieder rück- bzw. aufwärts bewältigen und ich muss sagen, von dem Durchhaltevermögen der Latschen war ich schon begeistert. Drei Jahre gehörten sie zu meiner Ausrüstung und die Sohlen schienen sich kaum abnutzen zu wollen. Am Ende blieben sie mit noch sehr gutem Profil übrig, während sich der Aufbau dann doch verabschiedet hatte. Schade drum – doch mit Sohlen allein kann man ja auch nichts anfangen.

Trekking- oder Freizeitsandale

Aktuell hab ich verschiedene Modelle in Betrieb, wobei zwei exemplarisch erwähnt werden sollen. Für den Alltag trage ich ein McKinley Produkt genannt Sequel M. Gut geeignet zum Spazierengehen im Park oder Wandern im Wald. Für schwierigeres Gelände ist er aber doch etwas locker gebaut. Er ist nach meiner Erfahrung keine echte Trekking- sondern mehr eine Freizeitsandale. Ich weiß natürlich, dass nicht Alle diesen Unterschied machen. Für mich aber spielt er eine wesentliche Rolle. Von einer echten Trekking-Sandale erwarte ich eine gewisse Geländegängigkeit, ein Freizeitmodell muss sich lediglich auf diversen Wegen bis hin zum Trampelpfad bewähren. Das aber kann der Sequel M und er ist auch sehr angenehm zu tragen insbesondere wegen seiner Leichtigkeit.

Bezüglich eines echten Trekkingmodells hab ich in diesem Sommer versucht, den Qualitäten des Meindl Hawaii auf die Schliche zu kommen. Nach dem allmählichen Einlaufen im Erzgebirge hab ich ihm u. a. eine Tour auf die Schneekoppe von Tschechien aus serviert und er hat sich dabei nicht dumm angestellt. Auch den Großen Arber durfte er schon ausprobieren – in den Alpen aber war er jedenfalls im Zusammenhang mit meinen Füßen noch nicht. Ich bin ohnehin eher skeptisch hinsichtlich von Qualität und Sicherheit von Trekkingsandalen im alpinen Gelände wenn es über die Almen hinaus gehen soll. Da möchte ich dann doch lieber etwas Festeres an den Füßen haben.

Ein Sakrileg zum Abschluss

Selbst im Winter ziehe ich sie manchmal an diese Trekkingsandalen – aber mit wärmenden Socken. Letzteres gilt natürlich als Sakrileg, weil es angeblich blöd aussieht. Mir geht es aber weniger ums Aussehen, sondern überwiegend um die Zweckmäßigkeit und wenn ich im Winter Trekkingsandalen tragen will, ist es eben zweckmäßig, dann auch Socken anzuziehen. Diese Zweckmäßigkeit kann natürlich auch bei mancher Bergtour gegeben sein – wobei man hier aber auch die dafür tauglichen Trekkingsandalen wählen muss. Aber keine Angst – die verpönten weißen Tennissocken sind auch nicht meine Wahl – allerdings ebenfalls aus Gründen der mangelnden Zweckmäßigkeit und nicht wegen des Aussehens. Mehr möchte ich jetzt aber nicht zum Thema Socken sagen, denn das ist auch ein Riesenkapitel. Später vielleicht mal…

Sandalen für Trekking oder Freizeit

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